Alles lebt ist das dritte Studioalbum des deutschen Popsängers Adel Tawil.

Entstehung und Artwork Alle Kompositionen und Liedtexte auf Alles lebt stammen eigens von Tawil selbst, der diese zusammen mit Koautoren schrieb beziehungsweise komponierte. Die meisten Titel entstanden hierbei unter der Mitwirkung von Mario Wesser, der an insgesamt elf Titeln mitschrieb und komponierte. Der Autor Ali Zuckowski wirkte an sieben Stücken, Marcel Uhde an sechs Stücken mit. Jeweils vier Titel steuerten Robin Grubert, Ricardo Munoz sowie Patrick Salmy bei. Des Weiteren wirkten Friedrich Kautz (Prinz Pi) und Thimo Sander jeweils an zwei Titeln mit. Des Weiteren wirkten weitere vereinzelte Autoren mit, darunter namhafte Musiker wie Cem Toraman (Summer Cem) oder auch Simon Triebel. Autoren wie Grubert, Triebel, Wesser oder auch Zuchowski wirkten bereits an den ersten beiden Alben Tawils als Autoren mit.

Die Produktion des Albums erfolgte durch Juh-Dee, der teilweise alleine sowie in Kooperation mit weiteren Produzenten die Titel produzierte. Mit Ausnahme von zwei Titeln fungierte Melvin Schmitz immer als Co-Produzent („Additional Producer“), bei den anderen zwei Stücken fungierte er als vollwertiger Produzent. Bei vier Titeln erhielten Juh-Dee und Schmitz Unterstützung von Grubert und Salmy. Des Weiteren wirken die Produzenten Samuele Frijo, Yanek Stärk und Triebel (je 1 Titel) mit. Abgemischt wurde das Album durch Zuckowski, bei einem Stück erhielt dieser Unterstützung durch Grubert. Das Engineering erfolgte durch die Zusammenarbeit von Yunus Cimen, Juh-Dee und Salmy.

Auf dem Cover des Albums ist lediglich – neben Albumtitel und Künstlernamen – Tawil zu sehen. Er steht vor einem pinken Hintergrund und hat ein Fernrohr in der Hand, durch das er vom Betrachter aus nach rechts schaut. Das Bild wurde vom Züricher Fotografen Sebastian Magnani geschossen. Das Artwork stammt von Tapas & Twain Berlin.Adel Tawil: Alles lebt. CD, Begleitheft, BMG Rights Management, 21. Juni 2019.

Veröffentlichung und Promotion Die Erstveröffentlichung von Alles lebt erfolgte am 21. Juni 2019 unter dem Musiklabel BMG Rights Management. Vertrieben wurde das Album durch die Warner Music Group. Das Album besteht aus 14 neuen Studioaufnahmen.

Um das Album zu bewerben, erfolgte unter anderem ein Soloauftritt Tawils mit Tu m’appelles in der ProSieben-Show 1:30.

Inhalt Alle Liedtexte des Albums sind mit einer Ausnahme in deutscher Sprache verfasst und stammen von Tawil selbst, lediglich das Stück Tu m’appelles ist bilingual und beinhaltet zusätzlich französische Strophen. Es handelt sich bei allen Stücken um Neukompositionen. Musikalisch bewegt sich Alles lebt allgemein im Bereich des Deutschpops, es finden sich aber auch unter anderem in Hawaii Rapanleihen wieder. Der deutsche Nachrichtensender n-tv beschrieb das Album als Mix aus Pop und Urban. Inhaltlich greift Tawil die Themen der Geburt seines Kindes (Neues ich), Fremdenfeindlichkeit (Wohin soll ich gehen) oder auch Turbokapitalismus (Katsching) auf.

Bei zwei Titeln wurde Tawil gesanglich unterstützt. Das Lied Tu m’appelles entstand in Kooperation mit der deutsch-bulgarischen Singer-Songwriterin Peachy. In Hawaii erhält Tawil Unterstützung von Deutschrapper Bausa. Mit beiden Musikern kooperierte Tawils erstmals in seiner Karriere.

+ Titelliste # Titel Autor(en) Produzent(en) Länge 1 Liebe to Go Ricardo Munoz, Patrick Salmy, Adel Tawil, Marcel Uhde, Mario Wesser Juh-Dee, Patrick Salmy 3:14 2 Katsching Ricardo Munoz, Patrick Salmy, Adel Tawil, Marcel Uhde, Mario Wesser, Ali Zuckowski Robin Grubert, Juh-Dee, Patrick Salmy 3:14 3 Tu m’appelles (feat. Peachy) Robin Grubert, Ricardo Munoz, Patrick Salmy, Thomas Stengaard, Adel Tawil, Mario Wesser, Ali Zuckowski Robin Grubert, Juh-Dee, Patrick Salmy, Melvin Schmitz 3:25 4 Neues Ich Adel Tawil, Marcel Uhde, Mario Wesser Juh-Dee 3:03 5 Hawaii (feat. Bausa) Julian Otto, Adel Tawil, Cem Toraman, Marcel Uhde, Mario Wesser, Ali Zuckowski Juh-Dee, Samuele Frijo 2:55 6 DNA Robin Grubert, Adel Tawil, Ali Zuckowski Robin Grubert, Juh-Dee 3:40 7 Alles lebt Robin Grubert, Friedrich Kautz, Adel Tawil, Mario Wesser, Ali Zuckowski Robin Grubert, Juh-Dee, Melvin Schmitz 3:09 8 Sie rennt Sebastian Kirchner, Thimo Sander, Adel Tawil, Mario Wesser, Ali Zuckowski Juh-Dee 3:43 9 Unter dem selben Himmel Steffen Graef, Ela Steinmetz, Adel Tawil, Marcel Uhde, Mario Wesser Juh-Dee 3:21 10 1.000 gute Gründe Yanek Stärk, Adel Tawil, Simon Triebel Yanek Stärk, Simon Triebel 2:29 11 Neonfarben Adel Tawil, Marcel Uhde, Mario Wesser Juh-Dee 3:27 12 Atombombe Ricardo Munoz, Thimo Sander, Patrick Salmy, Adel Tawil, Mario Wesser Juh-Dee, Patrick Salmy 3:12 13 Wohin soll ich gehen Robin Grubert, Friedrich Kautz, Adel Tawil, Mario Wesser, Ali Zuckowski Juh-Dee 3:09 14 Denkmal aus Eisen Benjamin Bistram, Elias Hadjeus, Adel Tawil Juh-Dee 3:32

Alles lebt Tour

Die folgende Tabelle beinhaltet alle Konzerte, die Tawil während seiner Alles lebt Tour spielte. Die Tour begann am 9. Januar 2020 in Rostock und endete am 31. Januar 2020 in Wien und führte ihn in vier Wochen durch 16 deutsche Städte sowie jeweils einmal nach Österreich und die Schweiz. Die Tour sollte im Sommer 2020 fortgesetzt werden, die Konzerte mussten jedoch wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden.

+ Tourdaten Datum Stadt Veranstaltungsort Land 9. Januar 2020 Rostock Stadthalle 10. Januar 2020 Hannover Swiss Life Hall 11. Januar 2020 Berlin-Tempelhof Columbiahalle 12. Januar 2020 Zwickau Stadthalle 14. Januar 2020 Erfurt Messehalle Erfurt 15. Januar 2020 Bremen Pier 2 17. Januar 2020 Stuttgart Porsche-Arena 18. Januar 2020 Nürnberg Arena Nürnberger Versicherung 19. Januar 2020 Zürich Hallenstadion 21. Januar 2020 Leipzig Arena Leipzig 22. Januar 2020 Frankfurt am Main Festhalle 23. Januar 2020 Hamburg Barclaycard Arena 24. Januar 2020 Oberhausen König-Pilsener-Arena 26. Januar 2020 München Olympiahalle 28. Januar 2020 Trier Arena Trier 29. Januar 2020 Koblenz CGM Arena 30. Januar 2020 Neu-Ulm Ratiopharm-Arena 31. Januar 2020 Wien Gasometer

Singleauskopplungen

Aus Alles lebt wurden drei offizielle Singles ausgekoppelt. Zunächst erschien mit Tu m’appelles die erste Singleauskopplung am 12. April 2019. BMG beschrieb das Lied als ein Stück über die „Verbundenheit der Menschen“, dass von der „bedingungslosen, unaufhaltsamen Bereitschaft“ für jemanden da zu sein handele. Die Kollaboration mit Peachy tat sich kommerziell zunächst eher schwer. Die Single erreichte nach seiner Veröffentlichung in Deutschland zunächst nur mehrere Wochen die Single-Trend-Charts. Mit der Albumveröffentlichung erreichte Tu m’appelles letztendlich die offiziellen Singlecharts und erreichte mit Position 48 seine höchste Chartnotierung. In der Schweiz erreichte Tu m’appelles Position 30 der Singlecharts. Ein Charterfolg in den österreichischen Singlecharts blieb dem Stück verwehrt.

Als zweite Single erschien am 24. Mai 2019 das Leid Neues ich. Das Stück, in dem Tawil das Gefühl des Vaterwerdens besingt, konnte sich kommerziell nicht durchsetzen und verfehlte die offiziellen Singlecharts in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Mit 1.000 gute Gründe erschien am 13. März 2020 die dritte und letzte Single des Albums, die wie sein Vorgänger die Charts verfehlte.

Mitwirkende Albumproduktion Benjamin Bistram: Komponist (Lied: 14), Liedtexter (Lied: 14) Yunus Cimen: Engineering (Lieder: 1–14) Samuele Frijo: Musikproduzent (Lied: 5) Steffen Graef: Komponist (Lied: 9), Liedtexter (Lied: 9) Robin Grubert: Abmischung (Lied: 3), Komponist (Lieder: 3, 6–7, 13), Liedtexter (Lieder: 6–7, 13), Musikproduzent (Lieder: 2–3, 6–7) Elias Hadjeus: Komponist (Lied: 14), Liedtexter (Lied: 14) Friedrich Kautz: Komponist (Lied: 13), Liedtexter (Lieder: 7, 13) Sebastian Kirchner: Komponist (Lied: 8) Ricardo Munoz: Komponist (Lieder: 1–3, 12), Liedtexter (Lieder: 1, 3, 12) Julian Otto (Bausa): Liedtexter (Lied: 5), Rap (Lied: 5) Peachy: Gesang (Lied: 3) Patrick Salmy: Gitarre (Lied: 3), Komponist (Lieder: 1–3, 12), Liedtexter (Lieder: 1, 3, 12), Musikproduzent (Lieder: 1–3, 12), Programmierung (Lied: 3) Thimo Sander: Komponist (Lieder: 8, 12), Liedtexter (Lied: 12) Melvin Schmitz: Engineering (Lieder: 1–14), Musikproduzent (Lieder: 3, 7), Co-Produzent (Lieder: 1–2, 4–6, 8–14) Yanek Stärk: Komponist (Lied: 10), Liedtexter (Lied: 10), Musikproduzent (Lied: 10) Ela Steinmetz: Komponist (Lied: 9), Liedtexter (Lied: 9) Thomas Stengaard: Komponist (Lied: 3) Adel Tawil: Gesang (Lieder: 1–14), Komponist (Lieder: 1–14), Liedtexter (Lieder: 1–14) Cem Toraman: Liedtexter (Lied: 5) Simon Triebel: Komponist (Lied: 10), Liedtexter (Lied: 10), Musikproduzent (Lied: 10) Marcel Uhde (Juh-Dee): Engineering (Lieder: 1–14), Komponist (Lieder: 1–2, 4–5, 9, 11), Liedtexter (Lied: 5), Musikproduzent (Lieder: 1–14) Mario Wesser: Komponist (Lied: 12), Liedtexter (Lieder: 1–5, 7–9, 11–13) Ali Zuckowski: Abmischung (Lieder: 1–14), Komponist (Lied: 6–7, 13), Liedtexter (Lied: 2–3, 5–8, 13)

Artwork Sebastian Magnani: Fotograf (Cover) Tapas & Twain Berlin: Artwork

Unternehmen BMG Rights Management: Musiklabel Warner Music Group: Vertrieb

Rezensionen Moritz Fehrle vom Online-Magazin laut.de bewertete Alles lebt lediglich mit einem von fünf Sternen. Das Album verspreche einen elektronischeren, jugendlichen und am Zeitgeist orientierten Sound, die Umsetzung gerate jedoch derart dröge und berechenbar, dass sich Fehrle mehr als einmal der Eindruck aufdränge, hier ginge es um Übungsaufgaben aus dem Lehrbuch “Urban Sounds for Beginners Vol. 1”. Die überwältigende Mehrheit der Lieder funktioniere nach dem alten Erfolgsprinzip. Bildreich und mit viel Pathos besinge Tawil die große Liebe.

In DNA reihe sich ein Klischee an das Nächste, was Fehrle als „distanzloser Scheußlichkeit“ bezeichnete. Eine sanft „dahinplätschernde“ Klavierbegleitung und ein Arrangement, bei dem man die „primitive Kompositionsstruktur“ quasi bildlich vor Augen sehe, untermale das Stück: Das habe die Liebe wirklich nicht verdient! Bei Katsching ist Fehrle der Meinung, dass Hannes Wader aufgrund der „zahnlos, uninspirierten oder debilen“ Art von „bissiger Sozialkritik“ erblassen würde. Tatsächlich gehe der Sohn afrikanischer Eltern das unschöne Thema der wachsenden Fremdenfeindlichkeit an, jedoch mit derart samtenen Handschuhen, dass man ihm letztlich nicht nur eine kitschige Heimathymne, sondern fast einen Schulterschluss mit den Rechten ankreiden müsse. Was Tawil in dem stück nicht wolle, ist mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen. Zu hören sei stattdessen von „dunkle(n) Gedanken hinter einsamen Fenstern“. Will meinen: leider seien in letzter Zeit einige Menschen etwas fehlgeleitet, aber eigentlich seien sie doch genauso wie Tawil bloß einer von 80 Millionen. Fehrle stelle sich die Frage, ob man für derlei „hanebüchenen Unsinn“ nicht vielleicht mangelnde Zurechnungsfähigkeit als mildernden Umstand anführen müsste. In dem „befremdlichen Lied“ Atombombe laufe Tawil zu fröhlichen Poprhythmen in Zeitlupe durch die Straßen, während um ihn herum ein Atomalarm losgeht. Da einem so ein drohender Weltuntergang natürlich nicht die gute Partystimmung vermiesen könne, klinge Atombombe auch wie der Soundtrack für die Fanmeilen dieses Landes.