mini|Möttingen, Luftaufnahme (2016)

Möttingen (Rieserisch: Meade) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Geografie Lage Der Ort Möttingen liegt in der Region Augsburg im durch Meteoriteneinschlag geformten Nördlinger Ries, etwa 7 km südöstlich von Nördlingen. Der Forellenbach fließt durch den Ort und mündet in die knapp nördlich verlaufende Eger.

Gemeindegliederung Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöden Obermühle und Untere Mühle zählen zum Gemeindeteil Möttingen.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Appetshofen, Balgheim, Enkingen, Kleinsorheim und Möttingen. Die Gemarkung Möttingen hat eine Fläche von 6,044 km². Sie ist in 1240 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4874,06 m² haben.

Geschichte Bis zur Gemeindegründung Im 12. Jahrhundert hatten der örtliche Adel, die Grafen von Oettingen, die Edlen von Lierheim, die Klöster Kaisheim und Zimmern sowie die Herren von Woellwarth Grundbesitz im Ort. Im Jahre 1323 verkauften die Grafen von Oettingen ihren Besitz zusammen mit dem Vogtei- und dem Patronatsrecht dem Deutschen Orden. Die Deutschorden-Landkommende Ellingen teilte sich danach die Dorfherrschaft mit den Grafen Oettingen-Wallerstein, die weiter die Landeshoheit innehatten. Möttingen selbst war ein seit der Reformation protestantisches Pfarrdorf. Die Grafschaft Oettingen gehörte zum Schwäbischen Reichskreis, während die Deutschordensballei Franken zum Fränkischen Reichskreis gezählt wurde. Beide Rechtsträger des Ortes wurden 1805/06 mediatisiert. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt von 1818 entstand die heutige politische Gemeinde.

Eingemeindungen Am 1. Januar 1975 ließen sich die Gemeinden Appetshofen, Enkingen und Kleinsorheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern freiwillig eingemeinden. Am 1. Mai 1978 kam die Gemeinde Balgheim hinzu.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2241 auf 2544 um 303 Einwohner bzw. um 13,5 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 1911 1973 2054 2013 1965 2939 2303 2255 2249 2293 2367 2428 2546 2463 2474 2630

Politik Bürgermeister und Gemeinderat Dem Gemeinderat von Möttingen gehören seit der Kommunalwahl vom 16. März 2014 neben dem Ersten Bürgermeister 14 Ratsmitglieder an, darunter sind drei Frauen. Es sind keine Parteien vertreten. Es handelt sich um örtliche Wählergemeinschaften.

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde Timo Böllmann (Überparteiliche Wählergemeinschaft) mit 87,2 % (ohne Mitbewerber) zum neuen Bürgermeister gewählt. Er trat das Amt am 1. Mai 2020 an und wurde am 8. März 2026 mit 93,7 % der Stimmen für weitere sechs Jahre gewählt. Sein Vorgänger war vom 1. Mai 2008 bis 30. April 2020 Erwin Seiler (Dorfgemeinschaft/Wählergruppen/Wählergemeinschaft).

Dem Gemeinderat der Amtszeit 2026 bis gehören ausschließlich Vertreter örtlicher Wählergruppen an, darunter sind drei Frauen (2020–2026: zwei Frauen): Überparteiliche Wählergemeinschaft Möttingen: 5 Sitze Dorfgemeinschaft Balgheim: 3 Sitze Dorfgemeinschaft Appetshofen-Lierheim: 3 Sitze Wählergruppe Kleinsorheim: 1 Sitz Wählergemeinschaft Enkingen: 2 Sitze Die Sitzverteilung zwischen den Wählergruppen hat sich gegenüber der Kommunalwahl 2020 nicht verändert.

Gemeindefinanzen Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 1.718.000 €, davon waren 559.000 € (netto) Gewerbesteuereinnahmen.

Wappen

Bau- und Bodendenkmäler

mini|Evangelische Kirche St. Georg in Möttingen

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Im Jahre 2011 gab es nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 158 und im Bereich Handel und Verkehr 89 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es 966. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe sieben Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 92 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 2759 Hektar, davon waren 2312 ha Ackerfläche und 439 ha Dauergrünfläche.

Verkehr Durch Möttingen führt die Bundesstraße 25 von Nördlingen nach Donauwörth. Die Staatsstraße 2221 und die Kreisstraßen DON 10 und DON 11 gehen innerorts davon ab.

Die Bahnstrecke Augsburg–Nördlingen mit eigenem Haltepunkt verläuft nördlich angrenzend.

Bildung Im Jahr 2012 gab es drei Kindergärten mit 110 Plätzen und insgesamt 81 betreuten Kindern sowie eine Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung mit 96 Schülern, die von 15 Lehrkräften unterrichtet wurden.

Weblinks

Gemeinde Möttingen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Donau-Ries Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries