mini|Hofbüchsenmacher H. Scherping, Hannover, Atelieraufnahme, um 1900 Heinrich Scherping (* 1831 in Güstrow;Wolfgang Glage: Büchsenmacher und Rustmeister in Hannover, in ders.: Die Büchsenmacherkunst in Hannover, Begleitschrift zur Ausstellung im Historischen Museum am Hohen Ufer vom 10. Dezember 1978 bis 21. Januar 1979 in Hannover, Langenhagen: Hartwig Popp KG, S. 25–28; hier: S. 27. † vor 30. SeptemberAdreßbuch, Stadt- und Geschäftshandbuch der Königlichen Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden auf das Jahr 1914, Abteilung III: Alphabetisches Verzeichniß der Einwohner und Handelsfirmen, „Redaktionsschluß 30. September “, S. 1; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek (GWLB) über die Deutsche Forschungsgemeinschaft 1913Adreßbuch ... 1914 ... Alphabetisches ..., S. 449; Digitalisat der GWLB in Hannover) war ein deutscher Büchsenmacher und späterer Hoflieferant.
Leben Heinrich Scherping ging nach seiner Lehre zunächst nach Herzberg, Suhl und Wien.Martin Kruschitz: Hahn-Doppelbüchse, Heinrich Scherping - Hannover, Losbeschreibung des Auktionshauses Dorotheum zur Versteigerung am 28. Februar 2015 1857 gründete er sein eigenes Waffengeschäft.Schuss und Waffe: Illustrierte gemeinverständliche Zeitschrift für jagdliches und sportliches Schiesswesen, sowie Schiessplatzanlagen, Waffentechnik, Waffengeschichte etc., Heft 1 (1907), hrsg. von der Waffentechnischen Versuchsstation Neumannswalde-Neudamm, Neudamm: Neumann, 1907, S. 231; Vorschau über Google-Bücher.
1862 wurde Scherping in das hannoversche Schmiedeamt aufgenommen und war 1863 nach dem Erwerb des Bürgerrechts zunächst mit Sitz in der Wagenerstraße 11 in der Calenberger Neustadt nachweisbar.Helmut Zimmermann: Wagenerstraße, in ders.: Die Straßennamen der Landeshauptstadt Hannover. Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 256.
Nach dem Umzug in Hinterhäuser der Georgstraße 9 und 10Adressbuch 1865.Adressbuch 1866 wurde Scherping 1866 zum „Hof-Büchsenmacher“ ernannt.Adressbuch … 1867 Ostern 1873 verlegte er seine endgültige Geschäftsadresse in die Große Wallstraße 8.Adressbuch 1873
mini|Um 1880: Annonce für den Verleih von Jagdgewehren Scherpings zur Seehunds- und Möwenjagd auf Norderney
1878 zeigte Scherping acht Gewehre auf der Allgemeinen Gewerbe-Ausstellung der Provinz Hannover.Allgemeine Gewerbe-Ausstellung der Provinz Hannover für das Jahr 1878. Offizieller Katalog mit geschichtlich-statistischen Einleitungen. Mit einem Plane der Ausstellungs-Localitäten, 5. verbesserte und vermehrte Auflage, Hannover: Hofbuchdruckerei der Gebrüder Jänecke, 1878, S. 92; Digitalisat über Google-Bücher Um 1880 bot Scherping Badegästen auf Norderney leihweise Jagdgewehre für die Seehund- und Möwenjagd an.Vergleiche die Anzeige aus der Weihnachtsausgabe des Badekurier von 1880
Als Hofbüchsenmacher „signierte Scherping verschiedentlich“ die von ihm verkauften Gewehre. So ist beispielsweise eine international als außergewöhnlich angesehene Scheibenpistole bekannt, entstanden im Zusammenspiel mit U.A.Z.,Guns of the World (in englischer Sprache), Random House Value Publishing, Dec. 12, 1988, p. 89; Vorschau über Google-Bücher der Udo Anschütz Gewehrfabrik in Zella-Mehlis.o. V.: Museen der Stadt Zella-Mehlis / Zella-Mehliser Waffen u. Waffenfirmen auf der Seite zella-mehlis.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 9. August 2019 Das Stück aus einem achteckigen Stück Walnuss-Vollholz ist mit der Marke „H. Scherping“ signiert.
1907 publizierte die Zeitschrift Jagd und Waffe ein Foto zum Gründungsjubiläum von „Altmeister Scherping“ und berichtete, dass sich „zahlreiche Verehrer aus allen Teilen Deutschlands zusammengetan [.. hätten, um] dem Jubilar eine prachtvolle Ehrengabe [zu stiften]“.
Noch vor dem Tod des Unternehmensgründers im Jahr 1913 war der Firma „Heinrich Scherping“ mit der im Handelsregister beim Amtsgericht Hannover eingetragenen Nummer HRA 3991 der Büchsenmacher Heinrich Eckebrecht als zweiter Inhaber beigetreten. Neben der Anfertigung von Waffen bewarb das Unternehmen, das für den Raum Hannover ein Alleinvertretungsrecht für Produkte der Jagdgewehrfabrik J. P. Sauer & Sohn besaß, sein Lager von Jagd- und Schusswaffen, Munition und Jagdausrüstungs-Gegenständen.Adressbuch 1913
Noch vor dem 30. September 1913 hatte Heinrich Eckebrecht im Todesjahr des Firmengründers das Geschäft übernommen,Wolfgang Glage: Büchsenmacher ..., S. 26 und trat nun als alleiniger Inhaber mit dem Titel „Hof-Büchsenmacher“ auf bei zunächst unveränderter Ausrichtung.
Noch während der Zeit des Deutschen Kaiserreichs wurden Jagdschusswaffen, Munition und Ausrüstungsgegenstände aus dem Hause Scherping in die deutschen Kolonien exportiert. Diese Waffenausfuhren wurden durch die Buchhaltung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) festgehalten.Mitteilungen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, Band 29, DLG Verlag, 1914, S. 332; Vorschau über Google-Bücher Auf der 27. Wanderausstellung der DLG, der am 18. Juni 1914 eröffneten Kolonialwirtschaftlichen Ausstellung in Hannover, wurde die Sammlung der Jagdtrophäen des Geheimen Kommerzienrats Berthold Körting gezeigt, inklusive seiner Selbstspanner-Doppelbüchsen aus dem Hause Scherping.Die Kolonialwirtschaftliche Ausstellung in Hannover, in: Deutsche Kolonialzeitung. Organ der Deutschen Kolonialgesellschaft, 31. Jahrgang, Ausgabe Nr. 26 vom 27. Juni 1914, S. 426; Digitalisat über die Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Firma Heinrich Scherping eK, 1911–1963
mini|Mit Künstlersignatur „F K L“ von dem Kunstmaler und Grafiker Friedrich Karl Lippert: „Scherping Waffen“, Werbeblatt von 1924 mit einem Jäger und einer Jagdwaffe sowie dem – falschen – Gründungsdatum 1847
Abweichend von der natürlichen Person des Hofbüchsenmachers soll zum 28. Oktober 1911 für die Firma Heinrich Scherping eK beim Amtsgericht Hannover ein Eintrag im Handelsregister unter der Nummer HRA 14587 vorgenommen worden sein. Demnach wurde dieses Unternehmen am 20. Mai 1963 aus dem Handelsregister gelöscht.Vergleiche die Angaben auf der Seite northdata.de [ohne Datum], zuletzt abgerufen am 8. August 2019.
Ein etwa auf das Jahr 1930 datiertes Gewehr mit der Signatur „H. Scherping“ wurde als Schenkung der Stans African Hall des Museum of York County in Rock Hill (South Carolina), USA, an das Cody Firearms Museum im Buffalo Bill Center of the West gestiftet.Herbert G. Houze: Cody Firearms Museum (in englischer Sprache), Buffalo Bill Historical Center, 1991, p. 79; Vorschau über Google-Bücher.
Eine Besonderheit in der Scherpingschen FertigungRichard Schneider: Das Lippertsche Waidblatt / Selten und begehrt; Artikel als PDF-Dokument der ehemaligen Firma Willi Ulrich. Stahlwaren aus eigener Fertigung – Schützenartikel auf der Seite https://svalbardrepublic.org in der Version vom 5. Mai 2010 war das nach Friedrich Karl Lippert benannte „Lippertsche Waidbesteck“, zu dem das Lippertsche Waidblatt zählt.Norbert Steinau (Hrsg.): Jagd in der Lüneburger Heide. Beiträge zur Jagdgeschichte. Begleitpublikation zur Ausstellung ( = Veröffentlichungen des Landwirtschaftsmuseums Lüneburger Heide, Band 15), Celle: Bomann-Museum; Suderburg-Hösseringen: Landwirtschaftsmuseum Lüneburger Heide, 2006, ISBN 978-3-925902-59-8 und ISBN 3-925902-59-7, S. 190ff. u.ö.; Vorschau über Google-Bücher Der Kunstmaler und Jäger Lippert hatte dieses Spezialmesser 1936 erfundenen und durch die Firma Scherping nach Bestellung in aufwendiger Handarbeit in wenigen Einzelexemplaren fertigen lassen. Die Stücke wurden zu seltenen Sammlerstücken.
Später fertigte der Schwertschleifer Willi Ulrich das sogenannte "Lippertsche Waidblatt"Pia Bergmeister: Solingen / Der letzte seines Fachs ..., Artikel auf der Seite rp-online.de vom 4. Februar 2099, zuletzt abgerufen am 10. August 2019 als Replikat des Scherpingschen Originals.
Literatur Ross Seyfried: The Art of H. Scherping. Three-Fourths of a Pair (in englischer Sprache), in Daniel Côté, Joanna Côté (editors): The Double Gun Journal, Volume 8, Issue 2, Summer 1997, p. 101–103; Teil-Digitalisat über die Seite germanhuntingguns.com
Weblinks
Larry B. Schuknecht: Scherping, Heinrich of Hannover, in englischer Sprache auf der Seite germanhuntingguns.com Scherping - Hannover Mod. Jagd , Fotos und Beschreibung eines Gewehres mit der Gravur „H.Scherping, Hannover, Inh. H. Eckebrecht, Hofbüchsenmacher“ Scherping / Hannover fancy wide-blade hunting knife (in englischer Sprache), Seite mit Detail-Fotos eines handgeschmiedeten Lippert’schen Waidblatts aus dem Haus Scherping Michael-farang: Antique Scherping SxS of rare historical value, vergrößerbare Detailfotos zu Scherpings Schusswaffe I aus der Provenienz von Kaiser Wilhelm II.
Einzelnachweise
Kategorie:Büchsenmeister Kategorie:Unternehmer (19. Jahrhundert) Kategorie:Unternehmer (Hannover) Kategorie:Königlich Hannoverscher Hoflieferant Kategorie:Calenberger Neustadt Kategorie:Mitte (Hannover) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1831 Kategorie:Gestorben 1913 Kategorie:Mann