Janina Hettich-Walz (* 16. Juni 1996 in Schramberg als Janina Hettich) ist eine deutsche Biathletin, die seit 2019 im Weltcup läuft. Ihr bislang größter Erfolg ist der Gewinn der Silbermedaille im Einzel bei den Weltmeisterschaften 2024. Mit der deutschen Staffel gewann sie bei den Weltmeisterschaften 2021 Silber und 2024 Bronze.

Biografie Janina Hettich-Walz wuchs in Lauterbach auf. Im Alter von zehn Jahren begann sie auf Rollski mit dem Langlauf, zwei Jahre später trat sie in den Ski-Club in Schönwald ein und begann dort mit dem regelmäßigen Biathlon-Training. 2012 wechselte sie auf das Skiinternat Furtwangen und nach dem Abitur 2014 wurde sie als Leistungssportlerin Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr in Todtnau.

Hettich-Walz trainiert auf der Biathlonanlage Schönwald weitgehend alleine nach den Plänen der Nationaltrainer. Sie wird dabei von Steffen Hauswald betreut.

Jugend- und Juniorenbereich (bis 2017) Nach ihrem späten Einstieg in den Sport gehörte Janina Hettich-Walz im Schülerbereich nicht zu den besten Biathletinnen ihres Jahrgangs in Deutschland. 2013 wurde sie erstmals Deutsche Jugendmeisterin und der Saison 2013/14 erreichte sie mit insgesamt drei Podestplatzierungen Platz drei in der Gesamtwertung des Deutschlandpokals der Altersklasse 18/19.

Zu Beginn der Saison 2014/15 wurden die ersten Rennen im Deutschlandpokal abgesagt. Bei den ersten fünf Rennen, die Mitte Januar und Anfang Februar 2016 in Oberhof stattfanden, gewann Hettich-Walz in ihrer Altersklasse 18/19 zweimal und erreichte einen dritten Platz. Mit diesen Leistungen wurde sie für die Rennen der Jugendkategorie (U19) bei den Juniorenweltmeisterschaften Ende Februar in Minsk-Raubitschy nominiert. Dort gab sie mit Platz acht im Einzel ihr Debüt auf internationaler Ebene; zudem wurde sie Zwölfte im Sprint und Sechste in der Verfolgung.

Zur Saison 2015/16 wechselte Hettich-Walz vom Jugend- in den Juniorenbereich. Bei den ersten Deutschlandpokalrennen im Dezember und Januar in Martell erreichte sie als bestes Ergebnis einen zweiten Platz. Ende Januar nahm sie bei den Juniorenweltmeisterschaften in Cheile Grădiștei an den Rennen der Juniorenklasse (U21) teil. Ihr bestes Einzelergebnis war Platz 16; mit der Staffel belegte sie den vierten Rang. Danach startete sie wieder im Deutschlandpokal. Nach zwei Siegen in ihrer Altersklasse beim Finale Anfang März am Notschrei wurde sie für den IBU-Cup in der Folgewoche in Martell nominiert. Im Alter von 19 Jahren gab sie mit den Plätzen 19 und 14 ihr Debüt im internationalen Erwachsenenbereich. Zum Abschluss der Saison nahm sie Ende März an den Junioreneuropameisterschaften auf der Pokljuka teil.

Die Saison 2016/17 startete Hettich-Walz im Dezember im IBU-Junior-Cup, wo sie ihr erstes Rennen auf dem zweiten Platz beendete. Danach konnte sie mit schwächerem Schießen an dieses Ergebnis nicht anknüpfen. Im Januar startete sie im Deutschlandpokal und erreichte in vier Rennen einen zweiten Platz. Im Februar nahm sie zunächst an den Junioreneuropameisterschaften in Nové Město na Moravě und dann an ihren dritten Juniorenweltmeisterschaften in Osrblie teil. Dort erreichte sie im Einzel als Sechste ihr bestes Ergebnis. In Sprint und Verfolgung wurde sie 19. und 29.; für die Staffel wurde sie nicht aufgestellt. Zum Abschluss der Saison wurde sie beim Finale des Deutschlandpokals Erste und Zweite in der Juniorenklasse.

Etablierung im IBU-Cup (2017 bis 2019) Zur Saison 2017/18 wechselte Janina Hettich-Walz in den Seniorenbereich. Sie erhielt vom DSV keinen Platz in einer Lehrgangsgruppe und wurde dem Förderkader zugewiesen. Im Dezember rückte sie zum zweiten IBU-Cup in der Lenzerheide in die Mannschaft und belegte die Plätze 21 und 30. In der Folgewoche musste sie wieder im Deutschlandpokal starten und erreichte dort einen Sieg und einen zweiten Platz. Anfang Januar 2018 kehrte sie in Osrblie wieder in den IBU-Cup zurück und in der Folgewoche erreichte sie am Arber als Zehnte ihre erste Top-Ten-Platzierung. Ende des Monats nahm Hettich-Walz in Ridnaun an ihren ersten Europameisterschaften teil; ihr bestes Ergebnis war Platz 18. Bis zum Ende der Saison erreichte sie noch dreimal die Top Ten. Sie beendete die IBU-Cup-Gesamtwertung auf Platz 16.

Zur Saison 2018/19 wurde Janina Hettich-Walz vom DSV in die Lehrgangsgruppe 1b, d. h. die B-Mannschaft, aufgenommen. Zum Auftakt der IBU-Cup-Saison im Dezember erreichte sie in acht Rennen dreimal die Top Ten; in den Langlaufzeiten lag sie stets zwischen Platz zehn und 20. Auch im Januar 2019 beendete sie bei den ersten beiden Stationen jeweils ein Rennen in den Top Ten. Ende Januar in der Lenzerheide erreichte sie im Sprint mit fehlerfreiem Schießen und verbesserter Laufzeit den dritten Platz und somit ihr erstes Podium im IBU-Cup; zudem wurde sie mit der deutschen Mixed-Staffel Zweite. Bei den Europameisterschaften in Minsk im Februar wurde Hettich-Walz im Einzel Fünfte und gewann mit der deutschen Mixed-Staffel Silber und somit ihre erste internationale Medaille. Im März erreichte sie in Otepää als Zweite einen weiteren Podestplatz im Einzel. Sie beendete die Saison auf Platz vier in der IBU-Cup-Gesamtwertung, wodurch sie einen zusätzlichen Startplatz für das Weltcupfinale in Oslo erhielt. Dort gab sie im Sprint als 44. ihr Weltcupdebüt und konnte sich in der Verfolgung auf Platz 32 verbessern.

Erste Weltcupsaison (2019/20) Im Sommer 2019 wurde Janina Hettich-Walz erstmals in die Lehrgangsgruppe 1a des Deutschen Skiverbandes, d. h. die Nationalmannschaft, aufgenommen. Bei den Deutschen Meisterschaften im September gewann sie mit Bronze im Sprint erstmals eine Medaille, verpasste allerdings die Qualifikation für den Weltcupauftakt.

Bei den ersten bei Stationen des IBU-Cups in Sjusjøen und Ridnaun erreichte sie als bestes Ergebnis einen neunten Platz. Aufgrund von schwachen Leistungen im Weltcup wurde die deutsche Frauenmannschaft zur dritten Station Ende Dezember in Le Grand-Bornand umstrukturiert, wodurch Hettich-Walz einen Startplatz erhielt. Sie erreichte dort in Sprint und Verfolgung die Plätze 23 und 31. Hettich-Walz blieb zum Weltcup in Oberhof Teil der deutschen Mannschaft. Dort erhielt zu zum ersten Mal einen Einsatz in der deutschen Frauenstaffel, mit der sie Platz vier belegte. In der Folgewoche in Ruhpolding kam sie in den Einzelrennen nicht über Platz 45 hinaus. Ende Januar auf der Pokljuka erreichte sie mit der Mixed-Staffel als Dritte ihren ersten Podestplatz im Weltcup.

Obwohl sie die Norm des Deutschen Skiverbands nicht erbracht hatte, wurde Janina Hettich-Walz für ihre ersten Weltmeisterschaften im Februar in Antholz nominiert. Aufgrund eines zusätzlichen Startplatzes der deutschen Mannschaft kam sie im Sprint zum Einsatz, belegte dort allerdings mit fünf Schießfehlern nur den 65. Platz. Sie verpasste somit die Qualifikation für die Verfolgung und erhielt auch keine weiteren Renneinsätze. Auch nach den Weltmeisterschaften im März verpasste Hettich-Walz bei den Weltcups in Nové Město und Kontiolahti mit vielen Schießfehlern jeweils die Qualifikation für die Verfolgung. Danach wurde die Saison aufgrund der beginnenden COVID-19-Pandemie abgebrochen. Hettich-Walz beendete den Gesamtweltcup auf Platz 66.

Erste WM-Staffelmedaille (2020/21) In der Saison 2020/21 war Janina Hettich-Walz weiterhin Teil der Lehrgangsgruppe 1a des DSV. Bei den Deutschen Meisterschaften im September in Altenberg gewann sie im Sprint ihren ersten Titel; zudem erreichte sie in der Verfolgung Bronze.

Vor Beginn des Winters qualifizierte Hettich-Walz sich erstmals für den Weltcupauftakt. In Kontiolahti erreichte sie als beste Platzierung Platz 32. In Hochfilzen erfüllte sie mit Platz zwölf im Sprint die halbe Norm des DSV für die Weltmeisterschaften. Bei ihrem ersten Staffeleinsatz des Winters wurde die deutsche Mannschaft Vierte. Mit Platz 13 im zweiten Sprint des Doppelweltcups in Hochfilzen erreichte sie die WM-Norm und qualifizierte sich erstmals für den Massenstart im Weltcup. Dort erreichte sie mit Platz zehn ihr erstes Top-Ten-Ergebnis.

Nach dem Jahreswechsel belegte Hettich-Walz beim ersten Teil eines weiteren Doppelweltcups in Oberhof die Plätze 44 und 28; zudem lief sie erstmals in der Single-Mixed-Staffel. Beim zweiten Teil erreichte sie nach Platz zwölf im Sprint gemeinsam mit Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Franziska Preuß in der Staffel den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere. In Antholz wurde sie im Einzel Fünfte und erreichte damit erstmals im Weltcup die Siegerehrung der besten sechs Athletinnen. Die Staffel belegte in derselben Besetzung wie in der Vorwoche Platz zwei.

Bei den Weltmeisterschaften auf der Pokljuka im Februar bestritt Janina Hettich-Walz in der ersten Woche zunächst den Sprint und die Verfolgung, in denen sie die Plätze 31 und 34 belegte. Nachdem sie im Einzel nicht eingesetzt worden war, war sie am zweiten Wochenende Teil der deutschen Staffel, die in derselben Besetzung wie bei den Rennen im Januar lief. Hettich-Walz übernahm von Hinz und verlor eine Minute auf Norwegen, Hermann und Preuß konnten diesen Rückstand jedoch wieder verkürzen, sodass die Mannschaft Silber gewann und Hettich-Walz somit ihre erste WM-Medaille erreichte.

Nach den Weltmeisterschaften fand ein dritter Doppelweltcup in Nové Město statt. Hettich-Walz belegte in der ersten Woche im Sprint Platz 29 und musste in der anschließenden Verfolgung mit Magenproblemen aufgeben. In der zweiten Woche erreichte sie die Plätze 57 und 40. Beim Weltcupfinale in Östersund steigerte sie sich wieder und belegte nach Platz 17 und zwölf in Sprint und Verfolgung im abschließenden Massenstart als Neunte einen Top-Ten-Platz. Hettich-Walz beendete ihre erste vollständige Weltcupsaison auf Platz 22 in der Gesamtwertung.

Verpasste Olympische Winterspiele (2021/22) Bei den Deutschen Meisterschaften im September am Arber gewann Janina Hettich-Walz den Titel im Sprint.

Aufgrund ihrer Leistungen aus der Vorsaison war Hettich-Walz für den Auftakt des Weltcups in Östersund vorqualifiziert. Dort erreichte sie in den Einzelrennen Ergebnisse zwischen Platz 25 und Platz 40. Mit der deutschen Staffel wurde sie Fünfte. Beim zweiten Weltcup im Hochfilzen belegte sie im Sprint Platz 55, lief dann aber mit der fünften isolierten Zeit in der Verfolgung auf Platz 26 vor. In Le Grand-Bornand verpasste sie im Sprint als 79. die Qualifikation für die Verfolgung. Nach dem ersten Trimester befand sie sich in der Weltcup-Gesamtwertung nur auf Platz 41.

Im Januar erreichte Hettich-Walz beim Weltcup in Oberhof mit vier bzw. fünf Schießfehlern wiederum nur die Plätze 56 und 48. Nach diesen Leistungen verlor sie ihren Startplatz im Weltcup und konnte sich damit auch nicht mehr für die Olympischen Winterspiele qualifizieren. Hettich-Walz startete beim IBU-Cup in Osrblie und gewann dort im Kurz-Einzel. Ende Januar nahm sie an den Europameisterschaften am Arber teil. Nach Platz sechs im Einzel gewann sie im Sprint Bronze sowie in der Verfolgung und mit der Mixed-Staffel jeweils Silber. Mit insgesamt drei Medaillen war sie die erfolgreichste Sportlerin der Wettkämpfe. Beim direkt anschließenden IBU-Cup in Nové Město erreichte sie einen weiteren zweiten Platz.

Nach den Olympischen Winterspielen kehrte Hettich-Walz im März in den Weltcup zurück. In Kontiolahti und Otepää war ihr bestes Ergebnis ein 27. Platz. Beim Weltcupfinale in Oslo erreichte sie mit den Plätzen zwölf, 16 und neun ihre besten Ergebnisse der Saison. Sie beendete die Gesamtwertung auf Platz 37.

Heim-Weltmeisterschaften in Oberhof (2022/23) Im August 2022 nahm Janina Hettich-Walz an den Sommerbiathlon-Weltmeisterschaften 2022 in Ruhpolding teil; ihr bestes Ergebnis war dabei Platz zehn im Supersprint. Bei den Deutschen Meisterschaften im September in Oberhof gewann sie Bronze in der Verfolgung.