mini|Porträt des Dichters Nikolai Gneditsch (vor einer Büste des Homer) von Michail Prokopjewitsch Wischnewezkijruss. Вишневецкий, Михаил Прокопьевич (1801–1874) im A. Puschkin-Gedenkmuseum, St. Petersburg mini|150px|Grab auf dem Tichwiner Friedhof (A. A. Iwanow)
mini|150px|N. I. Gneditsch mit Wassili Schukowski, Alexander Puschkin, Iwan Krylow. Illustration von Grigori Grigorjewitsch Tschernezow, wiss. Transliteration (1835) mini|150px|Der Dichter auf dem Nationaldenkmal Tausend Jahre Russland in Weliki Nowgorod.
Nikolai Iwanowitsch Gneditsch (; wiss. Transliteration ; geboren 13. Februar 1784 in Poltawa, Russisches Kaiserreich, gestorben 15. Februar 1833 in Sankt Petersburg) war ein russischer Dichter und Übersetzer (Ilias von Homer).
Leben und Wirken Nikolai Gneditsch wurde in Poltawa als Kind einer verarmten Adelsfamilie geboren und verlor früh seine Eltern. Als Kind erkrankte er an Pocken und erblindete auf dem rechten Auge. Nach einer theologischen Ausbildung an seinem Geburtsort und in Charkow gelangte er im März 1800 nach Moskau, wo er seine Ausbildung zunächst mit dem späteren Dekabristen Juschnewski fortsetzte und sein anschließendes Studium an der Philosophischen Fakultät der Universität Moskau Ende 1802 abschloss. In Sankt Petersburg wurde er daraufhin Beamter im Bildungsministerium. Seit 1827 war er korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg.
Er ist der Autor einer bekannten Übersetzung der Ilias von Homervgl. Sieglinde Holzheid: Die Nominalkomposita in der Iliasübersetzung von N. I. Gnedič. Slavistische Beiträge, Band 19. Sagner, 1969. und übersetzt auch Schiller, Shakespeare und Voltaire ins Russische.
In seiner bei der Eröffnung der St. Petersburger Kaiserlichen Öffentlichen Bibliothek gehaltenen Rede Über die Gründe, die die Erfolge unserer Literatur hemmen / O pritschinach samedljajuschtschich uspechi otetschestwennoi slowesnosti, wiss. Transliteration beklagte er, dass die klassischen Sprachen in Russland vernachlässigt würden.vgl. Grigory Starikovsky: “Men in Cases”: The Perception of Classical Schools in Prerevolutionary Russia, in: A Handbook to Classical Reception in Eastern and Central Europe, herausgegeben von Zara Martirosova Torlone, Dana LaCourse Munteanu, Dorota Dutsch. 2017, S. 457.
Mit Werken wie dem Poem Roschdenije Gomera (Die Geburt Homers, 1816), dem Idyll Rybaki (Die Fischer, 1822) und insbesondere der Rede O nanatschenii poeta (Über die Berufung des Dichters, 1821) wurde er zum „Lehrmeister der dekabristischen DichterG. Schaumann: Gneditsch, in: Harri Jünger (Hrsg.): Literaturen der Völker der Sowjetunion. Leipzig 1967, 2. Auflage Leipzig 1968, S. 195. “.
Er ist auf dem Tichwiner Friedhof am Alexander-Newski-Kloster in Sankt Petersburg begraben.
Der präromantische Dichter wurde vielfach porträtiert, so auch unter den Schriftstellern und Künstlern auf dem Nationaldenkmal Tausend Jahre Russland vor der Sophienkathedrale im Nowgoroder Kreml.
Seine Gedichte fanden Aufnahme in der Bibliothek der Weltliteratur (Chudoschestwennaja literatura).
Mit den antiken Elementen im Schaffen der Dichter K. N. Batjuschkow (1787–1855), A. A. Delwig (1798–1831) und Gneditsch beschäftigt sich die Autorin Mara Kazoknieks.Mara Kazoknieks: Studien zur Rezeption der Antike bei russischen Dichtern zu Beginn des XIX. Jahrhunderts. (Hrsg. von Alois Schmaus). München, Otto Sagner, 1968 (= Slavistische Beiträge, Bd. 35).
Werke (Auswahl)
Peruanez k ispanzu Перуанец к испанцу (Ein Peruaner an einen Spanier), 1804 (Gedicht) Obschtscheschitije Общежитие (Das Gemeinwesen), 1804 (Gedicht) Roschdenije Gomera Рождение Гомера (Die Geburt Homers), 1816 Rybaki Рыбаки (Die Fischer), 1822 (Idylle) O nasnatschenii poeta О назначении поэта (Über die Berufung des Dichters), 1821 (Rede) Krassoty Ossiana Красоты Оссиана (Die Schönheit Ossians) Na grobe materi На гробе матери (Am Grab der Mutter) K drugu К другу (An einen Freund)
Übersetzungen
Ilias von Homer Verschwörung des Fiesko von Friedrich Schiller Tancrède von Voltaire King Lear (König Lear) von Shakespeare
Siehe auch Liste russischer Schriftsteller
Literatur Brian James Baer; Natalia Olshanskaya: «Nikolai Gneditch (1784–1833)», in: Russian Writers on Translation: An Anthology. London / New York: Routledge, 2013 G. Schaumann: Gneditsch, in: Harri Jünger (Hrsg.): Literaturen der Völker der Sowjetunion. Leipzig 1967, 2. Auflage Leipzig 1968.
Weblinks
Gnedich, Nikolai Ivanovich Н.И. Гнедич (1784–1833) (RVB.ru) Гнедич, Николай Иванович Гнедич Николай The Translation Wars (David Remnick)
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Lyrik Kategorie:Übersetzer von Homer Kategorie:Übersetzer aus dem Deutschen Kategorie:Übersetzer aus dem Englischen Kategorie:Übersetzer aus dem Französischen Kategorie:Übersetzer ins Russische Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Russe Kategorie:Geboren 1784 Kategorie:Gestorben 1833 Kategorie:Mann