Febris ist die personifizierte Gottheit des Malariafiebers im vorchristlichen Rom. Sie heißt nach dem Krankheitssymptom febris („Fieber“), dessen Name auf fervebris („hitzig“) zurückgeht.Karl Ernst Georges: Ausführliches lateinisch-deutsches Handwörterbuch. Band 1. 8. Auflage. Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1913 (Nachdruck Darmstadt 1998), Sp. 2709 s. v. febris.

Die Göttin Febris (lateinisch Dea febrisPaul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 10.) gehört zu den apotropäischen (abwendenden) Gottheiten (), die Macht hatten, ein bestimmtes Übel zu verhängen oder (als Heilgott) davon zu befreien. In Rom, zwischen dessen Hügeln in der Frühzeit ausgedehnte Sumpfgebiete mit Malariaerregern lagen, waren der Febris in vorchristlicher Zeit drei Tempel geweiht, wobei das Hauptheiligtum, ihr fanum, auf dem Palatin lag.Valerius Maximus, Facta et dicta memorabilia 2,5,6; Cicero, De natura deorum 3,63; De legibus 2,28; Plinius, Naturalis historia 2,16; Claudius Aelianus, Varia historia 12,11. Valerius Maximus erwähnt zudem ein Heiligtum in summa parte vici Longi – auf dem höchsten Punkt des vicus Longus, das heißt auf dem Quirinal – und einen Altar der Febris in area Marianorum monumentorum – im Gebiet der Monumente, die der Sieger über Kimbern und Teutonen, Gaius Marius, um 100 v. Chr. hat errichten lassen.Valerius Maximus, Facta et dicta memorabilia 2,5,6. Deren Lage ist unbekannt, wird aber auf dem Esquilin oder dem Caelius vermutet.Otto Gilbert: Geschichte und Topographie der Stadt Rom im Altertum. Band 3. Teubner, Leipzig 1890, S. 98 Anm. 3 (Digitalisat); so auch ; anders Henri Jordan: Topographie der Stadt Rom im Altertum. Band 1, Abteilung 2. Weidmann, Berlin 1885, S. 44 Anm. 44; Samuel Ball Platner, Thomas Ashby: A Topographical Dictionary of Ancient Rome. Oxford University Press, London 1929, S. 541–542 s. v. Tropaea or Monumenta Marii. In die Heiligtümer der Febris weihten die Geheilten die Heilmittel (remedia), die sie an ihrem Körper getragen hatte. Über ihre Ikonografie ist nichts bekannt, Weihinschriften sind nicht erhalten.

Augustinus erwähnt Febris dreimal in seiner Polemik gegen die griechisch-römische Götterwelt in De civitate DeiAugustinus, De civitate Dei 2,14; 3,12; 3,25.

Literatur Filippo Coarelli: Febris, templum. In: Eva Margareta Steinby (Hrsg.): Lexicon Topographicum Urbis Romae. Band 2. Quasar, Rom 1995, S. 244. Lawrence Richardson Jr.: A New Topographical Dictionary of Ancient Rome. Johns Hopkins University Press, Baltimore MD u. a. 1992, S. 149–150.

Weblinks Elisha Ann Dumser: Febris, Templum bei Digital Augustan Rome.

Anmerkungen

Kategorie:Römische Gottheit Kategorie:Weibliche Gottheit Kategorie:Heilgottheit