Helmut Gebhard (* 17. November 1926 in Dürrwangen; † 4. August 2015 in München) war ein deutscher Architekt, Universitätsprofessor und Wissenschaftler.mini|Das Maximilianeum mit den Neubauten Nord und Süd 1961 von Helmut Gebhard. Bildarchiv Bayerischer Landtag|alternativtext=

Werdegang Helmut Gebhard wuchs als Sohn von Max und Maria Gebhard (geb. Pilgram) auf und studierte von 1947 bis 1953 Architektur an der TH München. 1950 wurde er als Stipendiat in die Stiftung Maximilianeum aufgenommen. 1966 promoviert er an der TH München mit der Arbeit System, Element und Struktur in Kernbereichen alter Städte. Nach der Großen Staatsprüfung nahm Gebhard von 1955 bis 1967 seine Planungstätigkeit an den Bauämtern Freising, Nürnberg, Regensburg und an der Obersten Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, zuletzt als Regierungsbaudirektor auf. 1962 beschloss der Bayerische Landtag die Gründung der Vierten Landesuniversität in Regensburg, die im Wintersemester 1967/68 den Vorlesungsbetrieb aufnahm. Gebhard übernahm die Planung der Universität und wurde erster Amtsvorstand des Universitätsbauamtes.

Gebhard lehrte von 1967 bis 1993 lehrte an der TH München (ab 1970: TU München) auf den neugegründeten Lehrstuhl für Entwerfen und ländliches Bauwesen. In Forschung und Lehre widmete sich Gebhard bis zu seiner Emeritierung dem Verständnis einer Gesamtgestalt von Bauten, Orten und Städten als Ganzheit im Zusammenwirken von Lebensabläufen der Gesellschaft, von Bedingungen der Umwelt, von raumbezogenem Bedürfnis und funktionaler Organisation.

1967 gründete Helmut Gebhard ein eigenes Architekturbüro in München. In verschiedenen Kooperationen entwickelte er städtebauliche Rahmenplanungen und öffentliche Gebäude. Der große kollektive Raum wurde dabei oft das konstituierende räumliche Merkmal seiner Bauten. Von 1974 bis 1984 arbeitete Gebhard mit Horst Biesterfeld, Manfred Brennecke und Thomas Richter als Gebhard & Arc zusammen und von 1984 bis 1991 mit Bernhard Landbrecht und Günter Wagmann zusammen.

mini|Gebhard, Helmut, Regensburg - Burgweinting (Bayern), Entwicklungsmaßnahme, 1992 - 1996, Übersichtsskizze (Lageplan); Geländeprofil. Bildarchiv des Architekturmuseums der TU München|alternativtext= Er war verheiratet und war Vater zweier Töchter (Andrea Gebhard und * 1959).

Er war Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung (von 1980 bis 1986 als Vorsitzender der Landesgruppe Bayern) und Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (von 1995 bis 2004 als Direktor der Abteilung Bildende Kunst).

Bauwerke mini|Martin-Behaim-Gymnasium, Nürnberg mini|Dom-Gymnasium-Freising mini|hochkant|Dominikanerinnenkloster, Dießen am Ammersee

1957–1959: Martin-Behaim-Gymnasium, Nürnberg mit Landbauamt NürnbergRichard Woditsch (Hrsg.): Architekturführer Nürnberg. DOM publischeres, Berlin 2021, ISBN 978-3-86922-276-9, S. 114. 1958–1961: Ämtergebäude mit Clemens Weber, Nürnberg 1958–1959: Erweiterungsbauten Maximilianeum, Bayerischer Landtag, München mit Universitätsbauamt München 1966–1973: Rahmenplanung der neuen Universität Regensburg, Regensburg, mit Universitätsbauamt Regensburg 1970–1981: Dom-Gymnasium-Freising mit Thomas Richter 1976–1977: Haus K., Dinkelsbühl, mit Günter Wagmann Gebhard & Arc: 1974: Entwicklungsgutachten Bad Birnbach 1975–1978: Hofbad, Chrysantibad, Sanatorium Chrysantihof, Bad Birnbach 1982–1985: Erweiterung Gymnasium Seligenthal, Landshut

Gebhard Landbrecht Wagmann: 1984–1993: Neugestaltung der Altstadt, Dachau 1985–1987: Kirche St. Christophorus, Grasbrunn 1987–1989: Seminar- und Internatsgebäude, Grub-Poing mit Andrea Gebhard und Dieter Herrschmann 1988–1993: Dominikanerinnenkloster, Dießen am Ammersee 1986–1996: Umbau und Erweiterung der Mädchenrealschule, Dießen am Ammersee 1983–1993: Masterplan Seidlkreuz-Mitte, Eichstätt mit Gerhart Teutsch und PartnerStadt Eichstätt, Andreas Mühlbauer (Hrsg.): Wohonen in Eichstätt. Seidlkreuz-Mitte. Druck Pruksil, Gaimersheim + Magenta 4, Eichstätt 1998 1991–1996: Studentenwohnheim am Seidlkreuz, Eichstätt mit Gerhart Teutsch und Partner 1994–1996: Wohnhof der Landesvolkshochschule, Steingaden 1985–1997: Masterplan Seidlkreuz-Ost, Eichstätt mit Gerhart Teutsch und Partnerhttps://www.regierung.oberbayern.bayern.de/mam/dokumente/bereich3/sg34-1/infobrief_10_baukultur2.pdf

Ehrungen und Preise 1950: Stipendiat der Stiftung Maximilianeum 1977: Fritz-Schumacher-Preis für Architektur und Städtebau 1992: Deutscher Städtebaupreis, mit Günther Grzimek und arc Architekten 1995: Bayerischer Verdienstorden 1996: Leo-von-Klenze-Medaille 1998: Cornelius-Gurlitt-Gedenkmünze 1998: Friedrich Baur Preis

Ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter Horst Biesterfeld, Manfred Brennecke, Franz Dirtheuer, Sibylle Ebe, Dietrich Fink, Heiner Förderreuther, Thomas Jocher, Matthias Reichenbach-Klinke, Bernhard Landbrecht, Dietmar Lüling, Christiane Thalgott, Günter Wagmann (Quelle: Lehrstuhl für Entwerfen und ländliches Bauen Technische Universität München (Hrsg.): Helmut Gebhard. Bauten und Forschung. Schmerbeck GmbH, Tiefenbach 1996)

Bücher

Lehrstuhl für Entwerfen und ländliches Bauen Technische Universität München (Hrsg.): Helmut Gebhard. Bauten und Forschung. Schmerbeck GmbH, Tiefenbach 1996 Matthias Reichenbach-Klinke, Roswitha Marhold und Raphael Huber (Hrsg.): Helmut Gebhard. Architektur ist Umweltgestaltung. Dokumentation. Verlag der TU München / Lehrstuhl für Entwerfen und ländliches Bauwesen, München 2006

Literatur mit Horst Biesterfeld und Manfred Brennecke: Umweltgestaltung im ländlichen Raum: Entwicklung u. Umweltgestaltung in ländlichen Gemeinden unter besonderer Berücksichtigung der bürgerschaftlichen Selbsthilfe. Hiltrup, 1974, ISBN 3-7843-1575-5. Besser Bauen im Alltag. 1982. mit Konrad Bedal: Bauernhäuser in Bayern, Band 1, Mittelfranken. Hugendubel, 1994, ISBN 3-88034-744-1. mit Bertram Popp: Bauernhäuser in Bayern, Band 2, Oberfranken. Hugendubel, 1995, ISBN 3-88034-816-2. mit Konrad Bedal und Albrecht Wald: Bauernhäuser in Bayern, Band 3. Unterfranken, Hugendubel, 1996, ISBN 3-88034-839-1. mit Paul Unterkircher: Bauernhäuser in Bayern, Band 4, Oberpfalz. Hugendubel, 1995, ISBN 3-88034-838-3. mit Georg Baumgartner: Bauernhäuser in Bayern, Band 5, Niederbayern. Hugendubel, 1995, ISBN 3-88034-817-0. Stadt Eichstätt, Andreas Mühlbauer (Hrsg.): Wohnen in Eichstätt. Seidlkreuz-Mitte. Druck Pruksil, Gaimersheim + Magenta 4, Eichstätt 1998 mit Konrad Bedal: Bauernhäuser in Bayern, Band 6, Oberbayern 1. Hugendubel, 1998, ISBN 3-89631-218-9. mit Helmut Keim: Bauernhäuser in Bayern, Band 6, Oberbayern 2. Hugendubel, 1998, ISBN 3-89631-222-7. mit Hans Frei: Bauernhäuser in Bayern, Band 7. Schwaben, Hugendubel, 1999, ISBN 3-89631-369-X. mit Willibald Sauerländer: Feindbild Geschichte - Positionen der Architektur und Kunst im 20. Jahrhundert. Wallstein Verlag, 2007, ISBN 978-3-8353-0166-5.

Weblinks

Literatur von und über Helmut Gebhard im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek Dissertation „System, Element und Struktur in Kernbereichen alter Städte“ mediaTUM; Sammlung Helmut Gebhard Nachruf Süddeutsche Zeitung, 6. August 2015 Nachruf TUM, 10. August 2015

Einzelnachweise

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