Molkenberg ist ein Ortsteil der Stadt Fürstenwalde/Spree im brandenburgischen Landkreis Oder-Spree.

Geographie Das Dorf befindet sich circa fünf Kilometer nördlich des Fürstenwalder Stadtzentrums und ist ringerherum mit Feldern und Wald umgeben. Umgebende Ortschaften sind Beerfelde im Norden, Buchholz im Nordosten, Neuendorf im Sande im Südosten, Fürstenwalde/Spree im Süden und dem Fürstenwalder Ortsteil Trebus im Westen.

Nordwestlich der Ortschaft liegt der langgezogene Trebuser See, welcher trotz seines Namensbezuges auf den Nachbarort Trebus stets zu Fürstenwalde gehörte.

Orts- und Gutsgeschichte Die Namengebung vom heutigen Molkenberg geht nach alter preußischer StatistikGustav Neumann: Das Deutsche Reich in geographischer, statistischer und topographischer Beziegung. 2. Auflage, In: Geographie des Preußschen Staates. Band 2, Verlag Grg. Ferd. Otto Müller, Berlin 1874, S. 97. auf Mulkenberc zurück.E. Trebs: Die niederdeutschen Mundarten des Landes Lebus. Fürstenwalde 1915, S. 75. Am Ort entstand aus einem gutsherrlichen Vorwerk nachstehend ein konventionelles Gut. Dieses Landgut hatte nicht den Status eines konventionellen Rittergutes, blieb also ohne Berechtigung eines Sitzes im Kreistag. Molkenberg war immer nach Fürstenwalde eingekircht.Vgl. Falko Neininger: Brandenburgische Kirchenduplikate 1794 - 1874. Ein Verzeichnis der Überlieferung im Brandenburgischen Landeshauptarchiv (BLHA). In: Quellen, Findbücher und Inventare des BLHA. Band 23, Verlag Peter Lang, Frankfurt-Main 2008, ISBN 978-3-631-58057-8, S. 125. Von 1841 bis 1857 besaß es Wilhelm von Schönfeldt-Werben, dessen Hauptgut sich im Spreewald befand.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1908. Neunter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 690. Danach ist aus Rostock kommend Familie Hinrichs nachweisbar.Theodor Striethorst: Archiv für Rechtsfälle die zur Entscheidung des Königlichen Ober-Tribunals gelangt sind. Neue Folge. Fünfter Jahrgang. Band 1, Gesamt: Band 41, J. Guttentag, Berlin 1862, S. 100 f. Pkt. 7. Mitte der 1870er Jahre heißt der Gutsbesitzer Leutnant Ritsch,Vgl. Reprint: ISBN 3-226-00787-4. der auch Amtsvorsteher-Stellvertreter wurde.Amts-Blatt der Königl. Preuß. Regierung zu Frankfurt ª/O. Stück 6, Ausgegeben den 10. Februar 1875, S. 49. Mitte der 1880er Jahre betrieb die aus Beuthen/Schlesien stammende Familie Ritsch, hier Carl Heinrich Ritsch, vor Ort eine Branntweinbrennerei.Adressbuch aller Länder der Erde der Kaufleute, Fabrikanten, Gewerbetreibenden, Gutsbesitzer, etc. etc. Band 8a: Provinz Brandenburg. 10. Ausgabe-1894, C. Leuchs & Comp., Nürnberg 1894, S. 158a.

Nach anderen Quellenbelegen gehörte die Gemarkung noch als Vorwerk betitelt als gesonderter Einzelbesitz um 1900 zum Rittergut in Beerfelde.Paul Ellerholz, E. Kirstein, Traug. Müller, W. Gerlach, Georg Volger: Handbuch des Grundbesitzes im Deutsche Reiche. I: Das Königreich Preußen. I. Lieferung: Provinz Brandenburg. 3. Auflage, Nicolaische Verlags-Buchhandlung, Berlin 1896, S. 73 f. Damals war der Gesamtbesitzer Paul von Ciecierski. 1914 sind für das Gut Molkenberg, Gesamtgröße 480 ha,Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 294–295. zwei Eigentümer gleichberechtigt aufgeführt. Ein Gutsherr war Curt (Kurt) von Rosenberg,Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1938. Jg. 30, Justus Perthes, Gotha 1937, S. 451 f. Bruder des Frederic von Rosenberg, der auch häufiger in Molkenberg weilte. Kurt von Rosenberg fiel als OffizierAlexis von Schoenermarck: Helden-Gedenkmappe des Deutsches Adels. Verlag W. Petri, Stuttgart 1921, S. 269. im Krieg 1917 und vermachte sein Teilerbe an seine beiden Söhne Richard und Kurt Jürgen. Der zweite Molkenberger Besitzer war damals der Schwiegervater Siegfried von Bonin, kgl. preuß. Kammerherr zu Bottschow. Bald anschließend gelangte Das Gut in Molkenberg in bürgerliche Hände. 1928 erfolgte wie in allen preußischen Provinzen die Eingemeindung der Gutsbezirke in die jeweiligen Landgemeinden, ohne das sich etwas an den Besitzverhältnissen Details änderten. Die Gutsbezirke waren ab da juristisch keine eigenständigen Orte mehr. Grundlage war eine Gesetz mit Veröffentlichung im Dezember 1927. Der damalige Molkenberger Gutsherr favorisierte von der Entfernung her die Eingemeindung nach Trebus, die Behörden dagegen, wie folgend umgesetzt, nach Fürstenwalde.Wolfgang Blöß: Kommunale Strukturen im Spannungsfeld gesellschaftlicher Umwälzungen. Die Grenzen von Gemeinden und Kreisen in Brandenburg 1945 - 1952. Auflage Online Ressource, BWV-Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-2233-1, S. 482. Schon vor 1930 hieß der Gutsbesitzer G. Cyliax. Die Gutsgröße blieb mit 480 ha, davon waren 50 ha Forstbestand.Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzt-Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 239. Weitere historische Quellen benennen um 1923 Hedwig Cyliax als Gutsherrin.Deutsche Landwirtschaftliche Presse (Hrsg.): Land und Frau. Illustrierte Wochenschrift. 1923. Jahrgang 9, Paul Parey, Berlin 1923, S. 242. 1932 wurde das Gut Molkenberg des Gustav Cyliax-Berlin an die „Bauernsiedlungsgesellschaft der Vereinigung der deutschen christlichen Bauernvereine mbH“ veräußert, deren Sitz war in Berlin. Die Aufteilung des Areala von 480 ha wurde u. a. in 40 Siedlerstellen umgewandelt, zu 30 bis 50 Morgen, teilweise erhielten die Diedler sogar neue Gebäude. In der NS-Zeit war im Gutshaus seit 1934 ein Reichsarbeitslager für Frauen eingerichtet.

Von 1816 bis 1952 gehörte der Ort zum Landkreis Lebus, Regierungsbezirk Frankfurt/Oder, Provinz Brandenburg-bis 1947; von 1947 bis 1952 zum damals noch bestehenden Land Brandenburg. Von 1952 bis 1990 war es Teil des Kreises Fürstenwalde-DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1977 ist Molkenberg ein Ortsteil von Fürstenwalde.

In Molkenberg befand sich später eine Aufnahmeeinrichtung für DDR-Rückkehrer.Vgl. Ingolf Kern, Stefan Locke: Geteilte Geschichte. 25 deutsch-deutsche Orte und was aus ihnen wurde. Bildessay: Götz Schleser; Ch. Links Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86153-845-5, S. 69 f. mini|hochkant|Feldreiterhof in Molkenberg b. Fürstenwalde (Germany).

Ortsbeirat Molkenberg Der Ortsbeirat Molkenberg der Stadt Fürstenwalde besteht aus 3 Mitgliedern. Die Beiratsvorsitzende Marion Rothe (Parteilos) ist zugleich Ortsvorsteherin. Die Wahl zum Molkenberger Ortsbeirat 2019 ergab folgende Sitzverteilung: Wahlvorschlag „Marion Rothe“: 1 Sitz (Ortsvorsteherin) Wahlvorschlag „Stephan Bartsch“: 1 Sitz Wahlvorschlag „Christin Bödewig“: 1 Sitz mini|hochkant|Etikett Schokoladendafrik G. Cyliax, Berlin N 58. Eigentümer Gustav Cyliax-Molkenberg.

Persönlichkeiten Gustav Cyliax (1866–1939), dt. Schokoladenfabrikant,Vgl. Alfred Etzold: Der Dorotheenstädtische Friedhof. Die Begräbnisstätten an der Berliner Chausseestraße. Fotos: Wolfgang Türk, Ch. Links Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-86153-058-9, S. 206. Schokoladenfabrik Gustav Cyliax (Berlin), ab Anfang d. 1920er JahreVgl. Ursula geschiedene von Schlieben geb. Cyliax-geb. 18. Juni 1921 in Molkenberg, In: Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1971. Band XI, Band 49 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1971, S. 415. Gutsbesitzer in Molkenberg

Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Band (Teil) VII: Lebus. Auflage-Online-Ressource (Biblio-Scout-PDF), Hrsg. Klaus Neitmann, Begründet von Friedrich Beck, In: Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs (BLHA) / Staatsarchiv Potsdam, Band 18, Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1981, S. 296.

Weblinks

Stadt-Wiki Fürstenwalde (Hrsg.): Geschichte Molkenberg., Stand 26. Juni 2019. EKBO/Ev. Kirchengemeinde Region Fürstenwalde/Spree: Molkenberg, Stand 19. April 2026. Alle Burgen: Herrenhaus Molkenberg in Fürstenwalde (Spree)-Molkenberg., Stand 19. April 2026. United-Archives.de: Molkenberg Fürstenwalde

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Fürstenwalde/Spree) Kategorie:Ort im Landkreis Oder-Spree