Die Liste der Stolpersteine in Oldenburg (Oldb) enthält alle Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projekts von Gunter Demnig in Oldenburg (Oldb) verlegt wurden. Mit ihnen soll der Opfer des Nationalsozialismus gedacht werden, die in Oldenburg lebten und wirkten. Bei bisher drei Verlegungen seit November 2011 wurden sieben Stolpersteine verlegt (Stand: Juli 2019).
In Oldenburg gedenkt seit 2021 die organisatorisch federführende Oldenburger Bürgerstiftung im Einvernehmen mit der Stadt Oldenburg aus Rücksicht auch auf Argumente der jüdischen Gemeinde Oldenburg der jüdischen NS-Opfer nicht mit Stolpersteinen, sondern mit Tafeln und Stelen.Stifungsvorsitzender über Gedenken: „Plaketten auf Augenhöhe“. Oldenburg gedenkt jüdischer NS-Opfer nicht mit Stolpersteinen, sondern mit Tafeln und Stelen. Warum das so ist, erklärt Dietmar Schütz. Das Interview führte Harff-Peter Schönherr. In: taz, 15. November 2021, abgerufen am 23. Oktober 2025. Auch andere NS-Opfer, die „ihr Leben aufgrund rassistischer, politischer und religiöser Verfolgung, wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer tatsächlichen oder angeblichen Krankheiten oder ihres unangepassten Verhaltens“ verloren, werden durch Stelen und Tafeln gewürdigt. Hierfür können Bürger durch Spenden beitragen. Tafeln und Stelen werden an den Häusern, in denen die NS-Opfer früher wohnten, angebracht.Erinnerungszeichen erinnern auf Augenhöhe. Bericht auf Oldenburger-Buergerstiftung.de, Abruf am 23. Oktober 2025„Erinnerungszeichen in Oldenburg. Stelen und Tafeln statt Stolpersteine – Projekt der Bürgerstiftung Oldenburg. Opfer der NS-Verbrechen: Erinnerungszeichen auf Augenhöhe“ auf der Website Oldenburg.de, Abruf am 23. Oktober 2025
Liste der Stolpersteine Bild Person, Inschrift Adresse Verlegedatum Anmerkung zentriert|rahmenlos|122x122px Hier wohnteGrete Reyersbach, geb. WeinbergJg. 1883deportiert 1941Rigaermordet Beethovenstr. 17 Grete (Gretchen Henny) Reyersbach wurde 1883 in Hannover geboren. Haft, Deportation im Dezember 1936 über Hannover und weiter nach Riga. 15.12.1941 (?) Transport von Hannover nach Riga, für tot erklärt.Erinnerungsbuch, Edition Temmen 2001, Stichwort "Ernst Reyersbach" bei myheritage.de, abgerufen am 11. Februar 2022 (keine Mementos). zentriert|rahmenlos|124x124px Hier wohnteFranz ReyersbachJg. 1880verhaftet 28.9.1936Gefängnis OldenburgSachsenhausenermordet 14.12.1936 Franz Reyersbach wurde 1880 in Oldenburg geboren. Sein Bruder war Paul Reyersbach (1877–1934), seine Ehefrau Grete Reyersbach, geb. Weinberg (1883–1941), Vater von Ernst Reyersbach (1906–1976/Pennsylvania, USA) Fritz Reyersbach (Fred Rydersbach) (* 1910) und Hans Reyersbach (* 1911) sowie von Lotte Reyersbach (* 1923, besuchte die Cäcilienschule Oldenburg, 1939 Emigration nach London, England, vh. McLean). 120px|Stolperstein Erna Maria Evers Hier lebteErna Maria EversJg. 1924eingewiesen 1934Pflegeanstalt Gertrudenheim’verlegt’ 1937Pflegeanstalt Blankenburgtot 12.1.1940 Nadorster Straße 155Gertrudenheim Erna Maria Evers wurde 1924 in Deindrup bei Vechta geboren. Zusammen mit ihren beiden Geschwistern wurde das als geistig behindert eingestufte Mädchen 1934 aus dem St.-Vincenz-Haus Cloppenburg in das Oldenburger Gertrudenheim verlegt. 1937 wurde sie in das Kloster Blankenburg verlegt, wo sie infolge der Euthanasie am 12. Januar 1940 im Alter von 15 Jahren starb. (PDF; 561 kB) In: hls-ol.de, Helene-Lange-Schule/igs-flötenteich, abgerufen am 30. Juli 2019 (keine Mementos). 120px|Stolperstein Otto Evers Hier lebteOtto EversJg. 1925eingewiesen 1934Pflegeanstalt Gertrudenheim’verlegt’ 1937Pflegeanstalt Blankenburgtot 13.4.1938 Otto Antonius Evers wurde 1925 in Deindrup bei Vechta geboren. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern wurde der als geistig behindert eingestufte Junge 1934 aus dem St.-Vincenz-Haus Cloppenburg in das Oldenburger Gertrudenheim und 1937 in das Kloster Blankenburg verlegt. Otto Evers starb dort an mangelnder Ernährung und Pflege bereits am 13. April 1938 im Alter von 12 Jahren. 120px|Stolperstein Alfons Evers Hier lebteAlfons EversJg. 1926eingewiesen 1934Pflegeanstalt Gertrudenheim’verlegt’ 1941Heil- und Pflegeanstalt Erlangen Alfons Evers wurde 1926 in Deindrup bei Vechta geboren. Zusammen mit seinen beiden Geschwistern wurde der als geistig behindert eingestufte Junge 1934 aus dem St.-Vincenz-Haus Cloppenburg in das Oldenburger Gertrudenheim und 1937 in das Kloster Blankenburg verlegt. Seine Geschwister starben 1938 bzw. 1940 im Kloster Blankenburg. Alfons Evers wurde am 19. September 1941 in die Heil- und Pflegeanstalt Erlangen (HuPflA) verlegt, wo er am 18. März 1943 ebenfalls an den Folgen der Euthanasie verstarb. Hier lebteGeorg HarbersJg. 1908eingewiesen 1940Pflegeanstalt Blankenburgtot 3.8.1941 vor der Kapelle im Kloster Blankenburg Georg Harbers wurde am 8. Dezember 1908 als drittes Kind einer Landwirtsfamilie in Woppenkamp bei Bockhorn geboren. Aufgrund seiner geistigen Behinderung wurde er 1910 zur Pflege in das Haus Reddersen bei Bremen gegeben, wo er aufwuchs und auch später wohnen bleiben konnte. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde er 1937 zwangssterilisiert. 1939 musste er das in Auflösung begriffene Haus Reddersen verlassen und wurde in der Bremer Nervenklinik untergebracht, nach wenigen Monaten dann im Gertrudenheim im Kloster Blankenburg. Dort starb er am 3. August 1941 als Opfer der Euthanasie. Für Georg Harbers wurde auch in Bremen ein Stolperstein verlegt. Sein Grab wurde bei Nachforschungen auf dem Friedhof des Klosters Blankenburg entdeckt. 120px|Stolperstein Johann Gerdes Hier wohnteJohann GerdesJg. 1896Abgeordneter/KPD3. März 1933von SA / Oldenburgüberfallen/angeschossentot 6.3.1933 Neusüdenderweg 50, Ofenerdiek Johann Gerdes wurde am 16. April 1896 in Groß Bornhorst geboren. Seit 1920 war er Mitglied der KPD. 1923 wanderte er nach Brasilien aus, kehrte aber 1927 wieder zurück. 1930 wurde er Gemeinderatsmitglied in Ohmstede. 1932 zog er für die KPD in den Oldenburgischen Landtag ein und übernahm einen Sitz im Petitionsausschuss. Am Morgen des 3. März 1933 lockten ihn SA-Leute aus seiner Wohnung, schlugen ihn und gaben fünf Schüsse auf ihn ab. An den Folgen dieser Verletzungen starb er am 5. März 1933.Hans Friedl: Gerdes, Johann Wilhelm In: Hans Friedl u. a. (Hrsg.): Biographisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg. Hrsg. im Auftrag der Oldenburgischen Landschaft. Isensee, Oldenburg 1992, ISBN 3-89442-135-5, S. 232 (PDF; 7,4 MB [Onlineausgabe der Landesbibliothek Oldenburg, Abschnitt G]).Gerdes, Johannes (Jan). In: Hermann Weber, Andreas Herbst: Deutsche Kommunisten. Biographisches Handbuch 1918 bis 1945. 2., überarbeitete und stark erweiterte Auflage. Dietz, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02130-6. 120 px|Stolperstein Anna Gesine Wiechmann Hier wohnteAnna Gesine WiechmannJg. 1882eingewiesen 1932Heilanstalt Wehnen tot 9.5.1942 Burgstr. 10, Innenstadt Anna Gesine Wiechmann wurde 1882 in Lindenerfeld als Gesine Hogen geboren. 1910 heiratete sie Dietrich Wiechmann und zog zu ihm nach Oldenburg. Wegen einer schweren Depression wurde sie 1932 in die Heilanstalt Wehnen eingewiesen, wo sie am 9. Mai 1942 infolge von Hunger und Vernachlässigung starb.
Verlegungen 18. November 2011: vier Stolpersteine an zwei Adressen für Opfer der Krankenmorde 22. Februar 2017: ein Stolperstein an einer Adresse
Weblinks stolpersteine.eu
Einzelnachweise
Oldenburg Stolpersteine