Friedrich „Fritz“ Drazan (* 13. Jänner 1957 in Mödling; † 29. Juli 2019) war ein österreichischer Fußballspieler und -trainer. Er war der Vater des österreichischen Nationalspielers Christopher Drazan.
Spielerkarriere Karrierebeginn und erste Erfolge mit der Austria Fritz Drazan wurde am 13. Jänner 1957 in Mödling geboren und wuchs in Vösendorf auf. Noch in seiner Jugend trat er für den FC Austria Brunn aus der Nachbargemeinde Brunn am Gebirge in Erscheinung und schaffte im Jahre 1973 den Sprung zum österreichischen Bundesligisten FK Austria Wien, der für den damals 16-Jährigen eine Ablösesumme in Höhe von 70.000 Schilling bezahlte. Anfangs noch in der vereinseigenen Jugend eingesetzt, kam der Mittelfeldakteur gegen Ende der Saison 1974/75 zu seinem Profidebüt in der Herrenmannschaft des Klubs. Nachdem er davor bereits Anfang Mai und Anfang Juni 1975 in zwei Freundschaftsspielen im Herrenteam zum Einsatz gekommen war, setzte ihn Trainer Josef „Pepi“ Argauer im letzten Meisterschaftsspiel am 20. Juni 1975 gegen den SK Sturm Graz ab der 74. Spielminute für den späteren österreichischen Nationalspieler Felix Gasselich ein.Austria/WAC Wien – Sturm Graz (2:4), abgerufen am 29. Juli 2019 Das vor lediglich 750 Zuschauern im Horr-Stadion ausgetragene Spiel endete in einer 2:4-Heimniederlage der Wiener, die zu dieser Zeit noch in einer Spielgemeinschaft mit dem Wiener AC in Erscheinung traten. Im Endklassement belegte er mit der Mannschaft den vierten Rang, was einen Startplatz im Mitropapokal 1975/76 bedeutete.
In der darauffolgenden Spielzeit 1975/76 startete Drazan unter Karl Stotz, nachdem er in den ersten fünf Meisterschaftsrunden noch ohne Einsatz geblieben war, ab September 1975 als Stammkraft in die Meisterschaft. Bei seinem dritten Ligaeinsatz in dieser Saison erzielte er bei einem 4:0-Heimerfolg über den Grazer AK sein erstes Pflichtspieltor für die ViolettenAustria/WAC Wien – GAK (4:0), abgerufen am 29. Juli 2019 und absolvierte am 30. September 1975 sein erstes internationales Pflichtspiel, als er bei einer 1:2-Niederlage gegen die AC Perugia im Mitropapokal zum Einsatz kam.Austria/WAC Wien – AC Perugia (1:2), abgerufen am 29. Juli 2019 Im Mitropapokal wurde Drazan in allen vier Partien seiner Mannschaft eingesetzt und erreichte in der Gruppe B hinter dem FK Velež Mostar aus der SFR Jugoslawien und vor der AC Perugia aus Italien den zweiten Platz. Im Finale setzte sich die SSW Innsbruck, die die Gruppe A gewonnen hatte, gegen den Klub aus der Herzegowina mit einem Gesamtergebnis von 6:2 klar durch. In der Liga brachte es der 18- bzw. 19-jährige Mittelfeldakteur auf 26 von 36 möglich gewesenen Einsätzen, wobei er vier Treffer beisteuerte und im Endklassement mit sieben Punkten Vorsprung auf den amtierenden Meister und Pokalsieger den ersten Platz belegte. Im ÖFB-Cup 1975/76 war für die Mannschaft bereits in der zweiten Runde, nach einer 3:4-Niederlage gegen den SC Tulln, Schluss.
Weitere Erfolge und Mitglied der 78er-Mannschaft Nachdem er bereits in der Saisonvorbereitung äußerst torgefährlich aufgefallen war, startete Drazan mit der Teilnahme am Intertoto-Cup 1976 in die Spielzeit 1976/77. Mittlerweile als klarer Stammspieler im Mittelfeld der Wiener absolvierte er zumindest vier der sechs Gruppenspiele seiner Mannschaft, die es am Ende lediglich auf den vierten und damit letzten Platz der Gruppe 5 brachte und Teams wie Zbrojovka Brünn, den MSV Duisburg oder den FC Zürich vor sich ließ. Als Stammkraft unter Karl Stotz startete er Anfang August in die Österreichische Fußballmeisterschaft 1976/77 und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem der am meisten eingesetzten Kaderspieler Wiener Austria. Als Meister der vorangegangenen Saison hatte sich der Verein auch für den Europapokal der Landesmeister 1976/77 qualifiziert und startete im September 1976 in der ersten Runde in ebendiesen.
Nach einem 1:0-Erfolg über Borussia Mönchengladbach im Hinspiel ereilte das Team im Rückspiel eine deutliche 0:3-Niederlage gegen den späteren Finalisten, was ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Turnier bedeutete. Drazan war in beiden Partien gegen die Deutschen im Einsatz. In der Liga trat der gebürtige Mödlinger regelmäßig als Torschütze und Assistgeber, dabei häufig für Julio Morales, in Erscheinung. Am Ende hatte er es auf 35 von 36 möglich gewesenen Ligaeinsätzen gebracht und dabei elf Treffer erzielt. In der Endtabelle rangierte er mit dem Team jedoch mit acht Punkten Rückstand auf die in dieser Zeit zumeist überragende SSW Innsbruck und mit zwei Zählern hinter dem Stadtrivalen SK Rapid Wien auf dem dritten Tabellenplatz. Anders als noch in der Saison davor, feierte Drazan mit der SpG Austria/WAC Erfolge im ÖFB-Cup. Nachdem er auch hierbei als Stammspieler im Einsatz war, gewann er mit seinem Team die beiden Finalbegegnungen mit dem Lokalrivalen Wiener Sport-Club im Weststadion mit 3:0 und 1:0 und konnte sich somit als österreichischer Pokalsieger für den Europapokal der Pokalsieger 1977/78 qualifizieren.
Zur Saison 1977/78 erhielt der Verein mit den Austria Tabakwerken nicht nur einen neuen Hauptsponsor, sondern mit dem Grazer Hermann Stessl auch einen neuen Cheftrainer. Unter Stessl musste sich Drazan, der zwar in der Saisonvorbereitung außerordentlich torgefährlich war, erst einen Stammplatz erkämpfen und wurde oftmals nur als Ersatzspieler eingesetzt bzw. gehörte gar nicht erst zum erweiterten Kader. Verhältnismäßig schwer tat sich Drazan, sich gegen teilweise gleichaltrige Mittelfeldakteure im Kader durchzusetzen; so konnten Spieler wie Herbert Prohaska, Felix Gasselich, Karl Daxbacher oder Ernst Baumeister deutlich mehr Einsätze als Drazan absolvieren. Dennoch konnte der 20- bzw. 21-Jährige als Vorlagengeber für den sogenannten Hundertjährigen Sturm rund um Hans Pirkner, Thomas Parits und Julio Morales fungieren, obwohl er es selbst nur zu zwei Toren bei 24 Ligaspielen gebracht hatte. Zu regelmäßigen, wenn auch oftmals nur kurzen, Einsätzen brachte es der 1,80 m große Rechtsfuß immerhin im Europapokal der Pokalsieger 1977/78. Nach einem knappen Weiterkommen gegen Cardiff City in der ersten Runde, schaffte es die Austria aufgrund der Auswärtstorregel nach Spielen gegen Lokomotíva Košice in Runde 2 auch ins nachfolgende Viertelfinale. In diesem traf die Mannschaft auf Hajduk Split; nach einem 1:1-Remis im Hinspiel, in dem Drazan erstmals während dieser internationalen Partien nicht zum Einsatz kam, gewann das Team nach einem 1:1-Remis in der Verlängerung die Auswärtsbegegnung noch im Elfmeterschießen und zog ins Halbfinale ein.
Auf eine dortige 1:2-Auswärtsniederlage gegen Dynamo Moskau folgte vor einer Kulisse von über 72.000 Zuschauern im Praterstadion im Rückspiel eine 2:0-Führung der Austria, die am Ende noch, nach einem Tor durch Andrei Jakubik, zu einem 2:1-Endstand am Ende der regulären Spielzeit und somit in ein abermaliges Elfmeterschießen führte. Fritz Drazan war von Beginn an und über 85. Minuten im Einsatz, ehe er durch Günther Pospischil ersetzt wurde. Wie bereits im Viertelfinale war auch diesmal Hubert Baumgartner, der Torhüter der Wiener, eine der herausragendsten Persönlichkeiten, die die Mannschaft am Ende ins Europapokalfinale nach Paris brachte. Vor etwas über 48.000 Zuschauern verlor die Austria das am 3. Mai 1978 ausgetragene Finale im Parc des Princes klar mit 0:4; Drazan wurde in diesem Spiel in der 74. Minute für den Uruguayer Julio Morales eingewechselt. Drei Tage nach dem Finale beendete er mit der Mannschaft auch die Österreichische Fußballmeisterschaft 1977/78, nachdem er mit der Austria bereits sechs Runden vor Schluss als Meister festgestanden war; am Ende lag man 14 Punkte vor dem nächsten Verfolger, dem SK Rapid Wien. Im ÖFB-Cup 1977/78 war Drazan diesmal in zumindest drei Spielen im Einsatz und schied mit seinem Team im Halbfinale gegen die SSW Innsbruck aus.
Wechsel zu Admira/Wacker und VOEST Linz Im Anschluss an diese Erfolgssaison beugte sich Drazan dem Druck aus den eigenen Reihen und trat einen Wechsel zum FC Admira/Wacker, der in der vorangegangenen Spielzeit aufgrund eines minimal besseren Torverhältnisses gerade noch den Klassenerhalt in der 1. Division geschafft hatte, an. Während sein Ex-Verein weiterhin Triumphe einfuhr, blieb Drazan mit Admira/Wacker lediglich im Tabellenmittelfeld. Der einstige ungarische Nationalspieler Rudolf Illovszky setzte ihn zwar von Beginn an als Stammspieler ein, jedoch war es eine Verletzung, die sich der Mittelfeldakteur im November 1978 zuzog, die ihn für die restliche Spielzeit ausfallen ließ. So brachte er es auf lediglich zwölf Einsätze in der 1. Division 1978/79 und rangierte mit dem Klub am Ende auf dem siebenten Tabellenplatz. Wesentlich erfolgreicher verlief der ÖFB-Cup 1978/79, in dem Drazan jedoch nur bis zum Achtelfinale eingesetzt war und danach aufgrund seiner Verletzung pausieren musste. Hierbei brachte es die Admira bis ins Finale, das schlussendlich mit einem Gesamtergebnis von 1:2 aus Hin- und Rückspiel gegen die SSW Innsbruck verloren wurde.
Nach nur einer Spielzeit in der Südstadt wechselte Drazan ein weiteres Mal den Verein und schloss sich dem Ligakonkurrenten SK VOEST Linz, der in der vorangegangenen Saison ebenfalls in der Tabellenmitte vertreten war, an. Bei einem noch etwas verhaltenen Saisonstart 1979/80 begann er unter Ferdinand Milanovich mit regelmäßigen Einsätzen in der Startformation, musste aber schon bald anderen Mitspielern auf der Mittelfeldposition Platz machen. Über einen Zeitraum von rund zwei Monaten kam der damals 22-Jährige zwischen September und November 1979 kaum zu Einsatzminuten und brachte es erst einige Wochen nach dem Abgang von Milanovich als Cheftrainer unter dem neuen Trainer Günter Praschak wieder zu regelmäßigen Einsätzen. Dies änderte sich jedoch auch wieder im Frühjahr 1980, als der Neuzugang des Winters, der Däne Ove Flindt-Bjerg, seine angestammte Position einnahm und Drazan fortan nur mehr als Ersatzspieler und oftmals nur für wenige Minuten eingesetzt wurde. Bis zum Ende der Meisterschaft hatte er es auf 26 von 36 möglich gewesenen Einsätzen, sowie auf fünf Tore gebracht, war jedoch nur in vier der 26 Partien über die vollen 90 Minuten auf dem Rasen. Im Endklassement rangierte der Werkssportverein der VÖEST mit sieben Zählern hinter dem FK Austria Wien auf dem zweiten Tabellenplatz – punktegleich mit dem Stadtrivalen LASK, der eben erst in die Erstklassigkeit aufgestiegen war. Im österreichischen Fußballpokal 1979/80, in dem Drazan ebenfalls zu Einsätzen kam, schaffte es die Mannschaft bis ins Viertelfinale und unterlag in diesem mit 1:3 der Wiener Austria.
Auch in der nachfolgenden 1980/81 blieb der Rechtsfuß bei den Stahlstädtern, konnte sich am Ende mit dem Team jedoch nur Tabellenmittelfeld absetzen und scheiterte auch im ÖFB-Cup 1980/81 bereits im Achtelfinale gegen Rapid Wien. Weitere Pflichtspieleinsätze konnte Drazan in dieser Saison im UEFA-Pokal 1980/81, als er mit den Linzern bereits in Runde 1 gegen Zbrojovka Brünn ausschied, sowie im Intertoto-Cup 1980 absolvieren. In der Gruppe 6 des Intertoto-Cups belegte VOEST Linz den dritten Platz hinter Internacionál Bratislava und Gruppensieger Halmstads BK, sowie vor dem BSC Young Boys. Anfangs noch von Praschak als Stammspieler gehandhabt, wurden seine Einsätze bereits nach wenigen Spielrunden wieder deutlich weniger. Spätestens ab Oktober 1980 war er wieder als Ersatzspieler zurückgefallen und musste Spielern wie Ove Flindt-Bjerg, Manfred Mertel oder auch jüngeren Spielern wie Helmut Wartinger, Manfred Schill, Jürgen Werner oder Georg Zellhofer den Vortritt lassen. Bei lediglich 15 Ligaauftritten kam der 24-Jährige Mittelfeldspieler nur einmal – bei einem 4:1-Sieg über den Stadtrivalen LASK in der dritten Meisterschaftsrunde – zum Torerfolg.
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