mini|Abwracken der Jetferry 1 im Jahr 2016 Die Abwrackwerften von Aliağa () befinden sich nordwestlich von Aliağa (Türkei) in der Bucht von Çandarlı im Ägäischen Meer. Die Verwertung von Schiffen begann hier 1974. Die Abwrackwerften liegen knapp 200 Kilometer südlich der Dardanellen.
Wirtschaftliche Bedeutung 2009 wurden in den Abwrackbetrieben 298.000 t Stahlschrott gewonnen, 2012 insgesamt 927.000 t. 2010 waren hier 21 Betriebe ansässig, die 1.800 Menschen beschäftigten.Schiffsverschrottung sueddeutsche.de Die Abwrackwerften von Aliağa gelten in Europa als eine der ersten Adressen für das Abwracken von Schiffen. Acht der Abwrackbetriebe in Aliağa sind laut EU-Verordnung Nr. 1257/2013 anerkannte Demontageplätze für europäische Schiffe (Stand: November 2020):Genehmigungen für weitere Anlagen zum Abwracken von Schiffen erteilt eu-recycling.com Avşar, Şimşekler, Leyal, Leyal Demtaş, Işıksan, Sök Denizcilik, Ege Çelik und Öge Gemi. Allerdings kam es in der Vergangenheit auch auf EU-zertifizierten Betrieben zu Unfällen.
Die Abwrackwerften von Aliağa stellen für die türkischen Stahlwerke in der Region Izmir eine wichtige Beschaffungsquelle dar. Die Türkei zählt zu den Hauptabnehmern von ausgesonderten Bohrplattformen. Ab Sommer 2020 wurden die Abwrackwerften zu den „Gewinnern“ der COVID-19-Pandemie. Kreuzfahrtschiffe und Material aus der Offshore-Förderung wurden vermehrt dort zur Verschrottung gegeben. Vom Ausbruch der Pandemie bis Juli 2022 verschrotteten die Abwrackwerften von Aliağa 16 Kreuzfahrtschiffe mit einer Vermessung von insgesamt 766.500 BRZ.
Insgesamt befinden sich in Aliağa 22 Betriebe.
Probleme Schon nach der Gründung der Abwrackwerften war die Asbestproblematik beim Abwracken bekannt geworden.Recknagel, Alleweldt: Die Asbestproblematik der Abwrackwerften von Aliaga-Türkei Dezember 1992 Zudem gab es bis 2003 in den Abwrackwerften von Aliağa eine hohe Zahl von Unfällen und Toten.Vorläufige Schließungsanordnungen gegen drei Werften in Tuzla Auch später gab es noch Todesfälle wie 2013 beim Abwracken des Love Boats, der Pacific Princess.
Liste verschrotteter Schiffe (Auswahl) Zu den hier verschrotteten Schiffen zählen unter anderem:
Nearchos (1993) und Aulick (1997), zwei Zerstörer der Fletcher-Klasse Vlora (1996), ein albanischer Frachter Rommel (D 187) (2004) und Lütjens (D 185) (2012), zwei deutsche Zerstörer der Lütjens-Klasse Comté de Nice (Schiff) (2003), ein Fährschiff und Schwesterschiff der Express Samina Marella (Schiff) (2004), ein Fährschiff Kapella (Schiff) (2006), ein Fährschiff Vega Oil (2008),robindesbois.org (PDF; 757 kB) ein Tanker, seinerzeit das größte in Aliağa verschrottete Schiff Invincible (2011), Ark Royal (2013) und Illustrious (2016), drei britische Flugzeugträger der Invincible-Klasse Costa Allegra (2012), ein 2012 havariertes Kreuzfahrtschiff Pride of Dover (2012) eine Fähre Anthi Marina (2012) ein Schiff der Spirit-Klasse (1980) Götaland (2013), eine schwedische Eisenbahnfähre Pride of Calais (2013) eine Fähre Southward (2013) ein Kreuzfahrtschiff Pacific Princess (2013), ein Kreuzfahrtschiff, bekannt aus der TV-Serie Love Boat Wilhelmshaven (2014), ein ehemaliges deutsches Seebäderschiff Ocean Countess (2014), ehemals Lili Marleen, ein Kreuzfahrtschiff Gloucester (2015), Edinburgh (2015), zwei britische Zerstörer der Sheffield-Klasse Berkane (Schiff)(2015), ein Fährschiff Al Mansour (Schiff)(2015), ein Fährschiff und Schwesterschiff der Moby Vincent die 2024 ebenfalls bei den Abwrackwerften von Aliağa verschrottet wurde. Mistral Express (2016), ein Fährschiff Rheinland-Pfalz (2017) und Bremen (2021), zwei Fregatten der Bremen-Klasse der Deutschen Marine Purple Beach (2017), Mehrzweckfrachter, 2015 in der Nordsee havariert European Express (2019), ein Fährschiff Monarch und Sovereign (2020), zwei Kreuzfahrtschiffe der spanischen Reederei Pullmantur Cruises Carnival Fantasy, Carnival Inspiration, Carnival Imagination (2020), drei Kreuzfahrtschiffe der Reederei Carnival Cruise Line Astor (2020), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Transocean Kreuzfahrten Atlantis (2020), ein ehemaliges deutsches Seebäderschiff Sassnitz (2021), eine ehemalige deutsche Fähre der Stena Line Costa Victoria (2021), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Costa Crociere Apollo (Schiff, 1970) (2021), ein Fährschiff Uthlande (Juni 2021), ein ehemaliges Fähr- und Passagierschiff Boudicca (2021), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Fred. Olsen Cruise Lines Pride of Burgundy (2021), eine Fähre der Reederei P&O Ferries Delphin (2022), ein Wohnschiff und ehemaliges Kreuzfahrtschiff SuperStar Libra (2022), ein Wohnschiff der MV Werften und Kreuzfahrtschiff der Reederei Star Cruises Marella Dream (2022), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Marella Cruises, das erste von der Meyer Werft gebaute Kreuzfahrtschiff Golden Iris, ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Mano Maritime Saga Pearl II, ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Saga Cruises Marella Celebration (2022), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Marella Cruises Horizon (2022), ein Kreuzfahrtschiff der Reederei Pullmantur Cruises Moby Vincent (2024), eine Fähre der Reederei Moby Lines Diamond XI (2024), ein Wohnschiff und ehemaliges Kreuzfahrtschiff Moby Dada (2025), eine Fähre die zuletzt für Moby Lines fuhr. GNV Aries und GNV Antares (2025), zwei Fähren die zuletzt für GNV fuhren.
Weblinks
Beaching der Pride of Calais Peter Knego: Scrapyards of Aliaga. 2013
Einzelnachweise Allan E. Jordan: In: The Maritime Executive, 21. Juli 2020; abgerufen am 25. Juli 2020. Jason Jiang: splash247.com, 6. Juli 2020; abgerufen am 25. Juli 2020. Artikel. In: EU-Recycling, Ausgabe 12/2019, S. 30–32; eu-recycling.com (PDF; 7,8 MB) abgerufen am 25. Juli 2020.
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