mini|Armin Laschet (2026) rahmenlos|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Armin Laschet

Armin Laschet (* 18. Februar 1961 in Aachen, Ortsteil Burtscheid) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war von Juni 2017 bis Oktober 2021 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen sowie vom Januar 2021 bis Januar 2022 Bundesvorsitzender der CDU und Kanzlerkandidat der Union für die Bundestagswahl 2021. Unter seiner Führung erreichten CDU und CSU mit insgesamt 24,1 % ihr schlechtestes Wahlergebnis bei einer Bundestagswahl und stellten in der Legislaturperiode 2021–2025 zum ersten Mal seit 2005 nicht die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag.

Laschet wurde 2021 über die nordrhein-westfälische Landesliste der CDU in den Bundestag gewählt, dem er bereits von 1994 bis 1998 angehört hatte, von Januar 2022 bis Juni 2025 amtierte er zudem als Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Seit Mai 2025 ist er Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

Aus der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2017 ging die CDU unter Laschet als stärkste Partei hervor, woraufhin er von einer schwarz-gelben Landesregierung (Kabinett Laschet) als Ministerpräsident gewählt wurde, die er bis 2021 führte. Zuvor war Laschet von 2005 bis 2010 bereits im Kabinett Rüttgers der Integrations- und Familienminister des Landes, den CDU-Landesverband führte er von 2012 bis 2021. Von 1999 bis 2005 war Laschet Mitglied des Europäischen Parlaments.

Leben Laschet wuchs mit drei jüngeren Brüdern in einer römisch-katholisch geprägten Mittelschichtsfamilie im Aachener Stadtteil Burtscheid auf. Seine Mutter Marcella Laschet (geb. Frings, * 4. April 1933, † 28. April 2013)Traueranzeige, abgerufen am 7. Juli 2021. war Hausfrau, sein Vater Heinrich („Heinz“) Laschet (* 27. Februar 1934, † 24. Mai 2025) Steiger auf der Grube Anna des Eschweiler Bergwerks-Vereins in Alsdorf. Nach einer pädagogischen Umschulung (als „Mikater“) wurde er Leiter einer Aachener Grundschule.Armin Laschet: . Onlinepublikation auf der persönlichen Homepage, Stand: November 2020. Die Familie Laschet stammt aus der heutigen Region Wallonien in Belgien. Sein Großvater Hubert Laschet (1899–1984) zog in den 1920er-Jahren von Hergenrath, einer deutschsprachigen Ortschaft in der ostbelgischen Gemeinde Kelmis, die ab 1815 zu Preußen und bis 1920 völkerrechtlich zu Deutschland gehörte, nach Aachen. Seine Großmutter Hubertina Laschet (geborene Wetzels, 1900–1979) wurde in Aachen geboren. Ihre Eltern waren kurz davor aus Welkenraedt, einer der plattdeutschen Gemeinden Ostbelgiens, dorthin gezogen.Bernhard Willems: Die früheren Grundherren des Bereiches von Eupen. Ostbelgische Chronik, Band 2, 1949.

Ausbildung und Beruf Als Jugendlicher war Laschet freiwilliger Betreuer in der katholischen Jugendarbeit von St. Michael in Burtscheid. Von 1971 bis 1976 besuchte er das Rhein-Maas-Gymnasium Aachen, wo er das Klassenziel der 9. Klasse nicht erreichte. Da er das Schuljahr wegen seiner Fremdsprachenwahl (Englisch und Latein) an dieser Schule nicht wiederholen konnte, wechselte Laschet zum Schuljahr 1976/77 an das Bischöfliche Pius-Gymnasium Aachen, damals noch eine reine Jungenschule. Dort bestand er 1981 die Abiturprüfungen mit den Leistungskursen Englisch und Geschichte und erwarb somit die allgemeine Hochschulreife.Tobias Blasius, Moritz Küpper: Der Machtmenschliche. Armin Laschet. Die Biografie. Klartext, Essen 2020, ISBN 978-3-8375-2335-5, S. 27–29. Anschließend studierte Laschet, der aus gesundheitlichen Gründen keinen Wehrdienst leisten musste, Rechts- und Staatswissenschaften in München und Bonn. 1987 bestand er das Erste juristische Staatsexamen. Seine Hochschulausbildung wurde durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung gefördert.Stefan Marx: Armin Laschet – Geschichte der CDU, Konrad-Adenauer-Stiftung, abgerufen am 13. Januar 2021. Während seines Studiums trat er den katholischen Studentenverbindungen KDStV Aenania München und KDStV Ripuaria Bonn bei, beide im Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen.

Von 1987 bis 1988 arbeitete Laschet als journalistischer Volontär beim Radiosender 95.5 Charivari und war anschließend bis 1994 als freier Journalist unter anderem für das Bayerische Fernsehen und andere bayerische Rundfunksender tätig. 1988 war Laschet als Redenschreiber im Team von Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU) tätig, bis dieser wegen seiner Gedenkrede zu den Novemberpogromen 1938 zurücktreten musste. Laschet schrieb im Anschluss ein Buch, in dem er Jenninger verteidigte. Außerdem wurde er wissenschaftlicher Berater der damaligen Präsidentin des Deutschen Bundestages, Rita Süssmuth. Von 1991 bis 1994 leitete er auf Vorschlag seines im Bistum Aachen einflussreichen Schwiegervaters Heinz Malangré als Chefredakteur die KirchenZeitung Aachen. Von 1995 bis 1999 war Laschet Verlagsleiter des katholischen Einhard-Verlags, dessen geschäftsführender Gesellschafter sein Schwiegervater war.

Lehrtätigkeit Von 1999 bis 2015 hatte Laschet einen Lehrauftrag an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen), den er zurückgab, nachdem von ihm zu korrigierende Klausuren im Masterfach Politikwissenschaft „auf dem Postweg abhandengekommen“ sein sollen und er die Noten anhand seiner Aufzeichnungen „rekonstruiert“ hatte. Dieses Vorgehen war unter anderem dadurch aufgefallen, dass einige Studenten eine Benotung erhielten, obwohl sie an der Klausur nicht teilgenommen hatten. Die Hochschule zog die Konsequenz, ihn künftig Lehrveranstaltungen nur noch in Form von Zusatzkursen ohne Prüfungsleistung anbieten zu lassen. Laschet gab in der Folge seine 15-jährige Lehrtätigkeit auf.Deutschlandfunk: Armin Laschet und die verschwundenen Klausuren, vom 9. Juni 2015; zuletzt abgerufen am 8. Juni 2021 Im Vorfeld der Bundestagswahl 2021 berichteten mehrere Medien darüber, dass er diese Lehrtätigkeit in seinem offiziellen Lebenslauf nicht angegeben hatte.Laschet gab Lehrtätigkeit im Lebenslauf nicht an. In: spiegel.de, 7. Juni 2021, abgerufen am 5. Juli 2021. Seit 2024 ist Armin Laschet Lehrbeauftragter am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München.Lehrbeauftragte des Geschwister-Scholl-Instituts für Politikwissenschaften Für das Wintersemester 2024/25 übernahm Laschet die Gastprofessur für Politikmanagement der Stiftung Mercator an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen.

Privates mini|hochkant|St. Michael in Aachen-Burtscheid, Heimatkirche von Laschet Laschet lernte seine spätere Ehefrau Susanne Laschet (geb. Malangré, * 1962) schon im Grundschulalter in einem Burtscheider Kinder- und Jugendchor kennen.Susanne Laschet als Kind von späterem Ehemann Armin „verprügelt“. In: Rheinische Post, 3. Mai 2020, abgerufen am 19. Januar 2021. Ihr Vater Heinz Malangré, ein Bruder des Aachener Oberbürgermeisters und Opus-Dei-Mitglieds Kurt Malangré, leitete den Chor. Wie Laschets Familie stammen die Malangrés ursprünglich aus Wallonien,Hans Seeling: Wallonische Industriepioniere in Deutschland. Wahle, Lüttich 1983, S. 178. allerdings aus dem französischsprachigen Teil. Die beiden heirateten 1985. Sie leben bis heute im Aachener Stadtteil Burtscheid und haben drei erwachsene Kinder, zwei Söhne und eine Tochter. Von diesen hat Johannes „Joe“ Laschet eine überregionale Bekanntheit als Influencer für Mode erreicht, vermeidet aber politische Stellungnahmen.

Laschet ist praktizierender Katholik und seit seiner Taufe 1961 Pfarrmitglied der Gemeinde St. Michael in Aachen-Burtscheid, wo er bis 1977 Ministrant war und 1985 seine Frau Susanne heiratete. Nach seinem Schulwechsel wurde er wie zahlreiche andere Schüler des Pius-Gymnasiums, darunter auch sein Bruder Remo, vom Religionslehrer der Schule, dem damaligen Aachener Domvikar Hans-Günther Vienken, als Dommessdiener gewonnen und leistete Altardienst im Aachener Dom in der direkten Umgebung von Bischof Klaus Hemmerle. Über seinen katholischen Glauben stellte Laschet fest, die Familie sei „rheinisch-katholisch“.Petra Pluwatsch, Gerhard Voogt: Armin Laschet im Porträt Der Reformer mit langem Atem. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 14. Mai 2017, abgerufen am 12. Juli 2018. Er hat seit der Jugend enge Kontakte und Beziehungen innerhalb der katholischen Kirche in Westdeutschland, insbesondere in den Bistümern Aachen und Köln. Sein engster persönlicher Berater und Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, Nathanael Liminski, gilt als bestens vernetzt in konservativen katholischen Kreisen.katholisch.de, Der katholische "Schatten" hinter dem neuen CDU-Vorsitzenden – Nathanael Liminski: Von der "Generation Benedikt" zu Armin Laschet, erschienen am 1. Februar 2021Rheinische Post, Nathanael Liminski im Porträt: Wer ist Armin Laschets Schattenmann?, erschienen am 4. September 2018

Skurriles

Die optische Ähnlichkeit Laschets mit Boris Pistorius (keine Verwandtschaft) sorgt öfter für Verwirrung. Die beiden Politiker nehmen dies aber mit Humor.https://www.zdf.de/nachrichten/politik/deutschland/laschet-pistorius-verwechslung-100.html

Politik Mandate mini|Laschet bei der Verleihung des Karlspreises an Bill Clinton (hintere Reihe, Mitte; 2000) mini|Laschet auf dem 31. Parteitag der CDU in Hamburg (2018) 1989 zog Laschet, der als 18-Jähriger 1979 in die CDU eingetreten war, als jüngster Ratsherr für die CDU in den Aachener Stadtrat ein, dessen Mitglied er bis 2004 blieb.

Bei der Bundestagswahl 1994 gewann er das Direktmandat für den Wahlkreis Aachen-Stadt, das er 1998 wieder verlor.

1999 wurde er zum Europaabgeordneten gewählt. Er war bis 2005 Mitglied des Europäischen Parlaments, in dem er vor allem in der Außen- und Sicherheitspolitik, der internationalen Zusammenarbeit sowie der Haushaltspolitik engagiert war.

Minister in Nordrhein-Westfalen Am 24. Juni 2005 wurde Laschet im Kabinett Rüttgers zum Minister für das neue Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration ernannt. Laschet vertrat eine integrative Politik der Bildungs- und Chancenförderung, Deutschland brauche Einwanderung und müsse zu einer „Republik der Aufsteiger“ auch für jene 38 Prozent der Kinder unter sechs Jahren werden, die eine Zuwanderungsgeschichte hätten. Ab dem 8. März 2010 nahm er zugleich kommissarisch die Geschäfte des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen wahr. Seine Amtszeit endete gemeinsam mit dem Kabinett Rüttgers am 14. Juli 2010.

Wenige Tage vor der Bundestagswahl 2009 veröffentlichte Laschet das Sachbuch Die Aufsteigerrepublik: Zuwanderung als Chance,Frankfurter Allgemeine Zeitung: Neudeutsche an Rhein und Ruhr, vom 12. Oktober 2009 für dessen inhaltliche Gestaltung er Unterstützung von Mitarbeitern des Ministeriums in Anspruch genommen hatte. Das Honorar spendete er an einen Jugendhilfe-Verein, setzte die Spende jedoch privat steuerlich ab, ohne das Honorar als Einnahme anzugeben. Dies wurde in mehreren Medien als widersprüchlich kritisiert, zumal Laschet betonte, bei dem Buch habe es sich um eine „Diensttätigkeit“ in öffentlicher Amtswahrnehmung gehandelt.Buch des CDU-Vize Armin Laschet sorgt für Irritationen. spiegel.de, 12. Juni 2015.Laschet hat jetzt auch noch ein Steuer-Problem. rp-online.de, 17. Juni 2015. Die ausstehenden Steuern wurden nachgezahlt.Westdeutsche Zeitung: CDU-Politiker als Buchautor: Laschet zahlt Steuern nach, vom 9. September 2015

Von 2005 bis 2010 war er als Landesminister stellvertretendes Mitglied des Bundesrates, von 2017 bis 2021 gehörte er diesem Gremium erneut an.

Vorsitzender des CDU-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen