Der Union Sportverein Raiffeisenbank Weindorf St. Anna am Aigen ist ein Fußballverein aus der steirischen Gemeinde Sankt Anna am Aigen im Bezirk Südoststeiermark. Der Verein gehört dem Steirischen Fußballverband (STFV) an und spielt ab der Saison 2026/27 in der vierthöchsten Leistungsstufe, der Landesliga.
Geschichte Anfangsjahre Der USV St. Anna wurde 1974 gegründet. Ohne nennenswerte Erfolge verbrachte man die ersten 30 Jahre im steirischen Unterhaus. In der Saison 2004/05 belegte man den fünften Rang in der sechstklassigen Unterliga Süd. Die Saison 2005/06 beendete man auf dem dritten Platz, auf Meister SU Straden fehlten St. Anna zehn Punkte. In der Saison 2006/07 konnte man sich wieder verbessern, diesmal beendete man die Spielzeit als Vizemeister mit vier Punkten Rückstand auf den Meister USV Hof. In der Saison 2007/08 konnte man schließlich als Meister der Unterliga Süd in die fünftklassige Oberliga aufsteigen, man hatte einen Vorsprung von drei Punkten auf Vizemeister USV Siebing.
Die erste Saison in der Oberliga Süd/Ost beendete man als Zwölfter von 14 Vereinen. In der Saison 2009/10 konnte man sich auf den neunten Tabellenrang verbessern. In der Saison 2010/11 verbesserte man sich erneut und belegte zu Saisonende den siebten Rang. Die Saison 2011/12 beendete man als Vorletzter, auf den Tabellenletzten SU Straden hatte man neun Punkte Vorsprung. Auf die bisher schlechteste Oberliga-Saison folgte 2012/13 die beste: Hinter dem USV Gnas und dem USV Mettersdorf belegte man zu Saisonende den dritten Tabellenplatz.
In der Saison 2013/14 wurde man mit fünf Punkten Vorsprung auf Mettersdorf Meister der Oberliga Süd/Ost und stieg somit in die viertklassige Landesliga auf.
Steirische Landesliga (2014–2019) In der Debütsaison in der Landesliga belegte man nach starkem Saisonfinish den zehnten Rang, nachdem man lange Zeit auf den Abstiegsrängen verbrachte.
Am Beginn der nächsten Saison musste der Verein einen schweren Schlag hinnehmen. Der langjährige Präsident Walter Pranger (seit 2007 im Amt) verstarb im Juli 2015 mit nur 42 Jahren. Nachfolger wurde im April 2016 der Schweizer Heinz Fahrni. Sportlich startete der Verein in die Spielzeit 2015/16 mit einer Niederlage im ersten Spiel, anschließend legte man eine beeindruckende Serie mit 13 Spielen ohne Niederlage hin. Am Ende beendete der Verein die Saison nach langem Zweikampf mit dem FC Gleisdorf 09 mit zwei Punkten Rückstand als Vizemeister. Mit 69 erzielten Toren stellte St. Anna den besten Wert der Liga, 26 Treffer davon konnte Stürmer Marko Guja markieren, der sich damit zum Torschützenkönig krönte.
Zur Saison 2016/17 übernahm der ehemalige österreichische Nationalspieler Tomislav Kocijan das Traineramt. Der Verein belegte am Ende nur den dritten Rang, trotz eines neuerlichen Laufes von zwischenzeitlich 15 Spielen ohne Niederlage. Auf Meister TuS Bad Gleichenberg fehlten St. Anna schlussendlich sieben, auf den zweitplatzierten ASK Voitsberg drei Punkte. Zu Hause bewies man sich zudem äußerst stark, in 15 Heimspielen musste man sich nur einmal geschlagen geben. Außerdem konnte sich Marko Guja erneut die Torjägerkrone sichern, wieder mit 26 erzielten Toren.
Die Saison 2017/18 beendete man ein zweites Mal als Vizemeister, auf den Grazer AK fehlten sechs Punkte, somit konnte man dem Durchmarsch des Grazer Traditionsklubs nach dessen sportlichen Neustart nur bedingt etwas entgegensetzen. Der Verein lieferte abermals den Bestwert nach erzielten Saisontoren (75).
In der Saison 2018/19 konnte der aufstiegsambitionierte Klub schließlich mit einem Vorsprung von zwölf Punkten auf den USV Gnas Meister der Landesliga werden und somit in die Regionalliga aufsteigen.St. Anna fixiert den Landesliga Meistertitel fussball-steiermark.at, am 2. Juni 2019, abgerufen am 23. Juli 2019 Ab dem fünften Spieltag befand man sich ununterbrochen auf dem ersten Platz, zudem musste man ab dem 19. Spieltag keine Niederlage mehr hinnehmen. Der Verein stellte neben der stärksten Offensive mit 78 Toren nun auch die stärkste Defensive der Liga mit nur 34 Gegentreffern. Spielmacher Christoph Kobald wurde mit 23 Saisontoren zudem als bester Torschütze der Liga ausgezeichnet.
Regionalliga Mitte (2019–2026) Als Aufsteiger konnte man den Schwung der Meistersaison in die nächsthöhere Spielklasse mitnehmen und startete mit sechs Siegen aus sechs Spielen, unter anderem errang man einen Sieg (3:0) im ersten Südoststeiermark-Derby der Regionalliga beim TuS Bad Gleichenberg vor 1.700 Zuschauern. Der Ligaabbruch in den österreichischen Amateurligen aufgrund der Covid-19-Pandemie führte dazu, dass man die Saison nach 17 Spieltagen auf dem 8. Rang beendete. Zudem nahm man erstmals am ÖFB-Cup teil, wo man in den ersten beiden Runden den Ligakonkurrenten SC Kalsdorf (1:0) und den Zweitligisten FC Dornbirn (2:0) besiegte. Erst im Achtelfinale musste man sich dem SKU Amstetten mit 3:0 geschlagen geben.
In der Saison 2020/21 bekam man bereits in der ersten Runde ÖFB-Cup den Bundesligisten WSG Tirol zugelost. Infolge der Covid-19-Sicherheitsbestimmungen wurde das Heimrecht nicht wie üblich den unterklassigen Vereinen, sondern den Erstligaclubs erteilt und man musste im Gernot-Langes-Stadion eine 3:1-Niederlage hinnehmen. Auch diese Saison konnte aufgrund der anhaltenden Einschränkungen durch die Pandemie nicht planmäßig zu Ende gespielt werden und wurde nach 13 Spieltagen abgebrochen. Der Verein belegte mit einem Punkt weniger als der FC Gleisdorf 09 den zweiten Platz, St. Anna hätte jedoch noch das Spiel des 13. Spieltages zu absolvieren gehabt. Neuzugang Michael Tieber belegte zu dem Zeitpunkt mit 14 Treffern den ersten Platz der Torschützenliste.
Die Saison 2021/22 startete mit dem Kracher in der ersten Runde des österreichischen Cups gegen den GAK, jedoch verlor man das Spiel gegen den Zweitligisten vor eigenem Publikum mit 2:1. Mit Jahresende 2021 trennte man sich nach fünfeinhalb Jahren von Trainer Tomislav Kocijan, im Jänner übernahm der ehemalige Bundesligaspieler Rene Schicker das Traineramt, von dem man sich mit Saisonende aber wieder trennte. Beendet wurde die Saison am 10. Tabellenplatz. Im Juni 2022 verstarb der Vereinspräsident Heinz Fahrni im Alter von 77 Jahren.
Zu Beginn der Saison 2022/23 wurde mit Alois Hödl ein altbekannter Übungsleiter vorgestellt, der das Team auch schon in den ersten beiden Landesliga-Saisonen coachte. Nach starkem Saisonstart, 3. Tabellenplatz nach 9 Runden, hatte man aber mit einem Negativlauf zu kämpfen und landete zu Saisonende am 8. Platz. In mitten der Rückrunde, nach dem 20. Spieltag wurde die Zusammenarbeit abermals beendet und Co-Trainer Hannes Matheuschitz übernahm für die letzten Runden interimistisch. Mit Saisonende gab Verteidiger und Urgestein Marko Balazic kurz vor seinem 39. Geburtstag sein Karriereende bekannt, er war seit 2012 im Verein.
Das Traineramt in der Saison 2023/24 bekleidete Edgar Spath. Im Sturm musste man mit Michael Tieber einen Topscorer der vergangenen Spielzeiten verzeichnen, der nach Loipersdorf wechselte. Im ÖFB-Cup konnte man zunächst noch auswärts Austria XIII aus dem Bewerb werfen (4:4 n. V., 7:8 n. E.) und scheiterte erst in der 2. Runde vor eigenem Publikum mit über 1.700 Zusehern mit 0:4 an Austria Wien. Auch diese Spielzeit wurde im Tabellenmittelfeld beendet (7. Platz) und man konnte sich zum 50-jährigen Vereinsjubiläum abermals für den ÖFB-Cup qualifizieren.
Zur Saison 2024/25 verließen langjähre Stützen, die den Aufstieg in die Regionalliga mitgetragen haben, den Verein, darunter Andreas Lackner (seit 2016) und Kapitän Thomas List (seit 1998 im Verein). Im Gegenzug konnte man einige Spieler des Ligarivalen Bad Gleichenberg verpflichten, der mit Ende der Vorsaison den Spielbetrieb der Kampfmannschaft einstellte. Auch auf der Trainerposition wurde erneut rotiert, nach dem ersten Saisonspiel im ÖFB-Cup (1:5-Heimniederlage gegen Admira Wacker) trennte man sich von Edgar Spath. Für die ersten beiden Ligaspiele saß der ehemalige Spieler Marko Balazic auf der Trainerbank, danach wurde Hannes Höller als Trainer vorgestellt. Die Spielzeit startete durchwachsen, im Herbst konnte man in neun aufeinanderfolgenden Runden nur einen Sieg erringen, ab dem 13. Spieltag drehte sich das Blatt und man musste sieben Spieltage lang keine Niederlage hinnehmen, nach 30 Spieltagen landete der Verein wieder am 8. Platz. Zum Saisonende gab der Verein auch einen Wechsel im Vorstand bekannt. Johannes Weidinger, seit 28 Jahren als Obmann an der Vereinsspitze, übergab die Vereinsführung an den bisherigen Stellvertreter Stefan Hackl.
Den Schwung konnte man nicht in die Saison 2025/26 mitnehmen, die ganze Hinrunde bis Jahresende konnte man nur 3 Unendschieden erreichen, obwohl man nach dem 12. Spieltag Trainer Hannes Höller entlies, bisherieger Co-Trainer Patrick Mikovits übernahm interimistisch. Der erste Sieg wurde erst am 19. Spieltag im März eingefahren. Nach einer Reihe weiterer Niederlagen reagierte der Verein erneut und nominierte schließlich nach 25 Spieltagen Wolfgang Schalk als neuen Cheftrainer. Am Ende der Saison standen 23 Niederlagen nur 2 Siege gegenüber. Sieben Jahre nach dem Aufstieg in die Regionalliga Mitte zog sich St. Anna nach der Saison freiwillig in die Landesliga zurück, obwohl nach einer Regionalliga-Reform eigentlich keinen Absteiger geben sollte.
Landesliga Steiermark (seit 2026) Mit dem Neustart in der Landesliga verkündeten Christoph Kobald, nach 27 Jahren im Verein wohl einer der prägensten Spieler, und der langjährige sportliche Leiter Hannes Matheuschitz ihren Abschied. Auch der erst gegen Ende der Vorsaison vorgestellte Trainer Wolfgang Schalk, sowie Obmann Stefan Hackl gaben bekannt den eingeschlagenen Weg nicht mitgehen zu wollen, als Nachfolger wurden Sascha Stocker bzw. Ronald Lang vorgestellt.
Erfolge Meister Landesliga Steiermark 2018/19
Bekannte (ehemalige) Spieler
Gerald Nutz Aljaž Ploj Mario Pollhammer Vedran Vinko Luka Šalamun Michael Tieber Marko Balažic Peter Kozissnik Davor Bratić Jure Petric Leon Sreš Luka Marič Lukas Waltl Paul Kiedl
Weblinks USV St. Anna auf vereine.oefb.at
Einzelnachweise
Kategorie:Fußballverein in der Steiermark Kategorie:Sport (Sankt Anna am Aigen) USV St Anna