Die Orgelanlage des Kölner Domes gehört mit 143 Registern zu den größten Orgeln in Deutschland. Sie besteht aus zwei Hauptorgeln und einem Hochdruckwerk. Die Querhausorgel wurde 1948 von Hans Klais aus Bonn auf einer Empore in der nördlichen Vierung fertiggestellt, die Langhausorgel 1998 von der Orgelmanufaktur Klais errichtet, 2006 kam das Hochdruckwerk im Westbau des Domes hinzu.Die Orgeln im Kölner Dom, abgerufen am 2. Dezember 2021. Die drei Teilwerke lassen sich von einem gemeinsamen Spieltisch aus anspielen, der hinter dem Rückpositiv der Querhausorgel steht.

Zusätzlich besitzt der Dom zwei kleine Orgeln, die zur Beschallung nur bestimmter Teile des Doms dienen: die sog. Marienorgel in der Marienkapelle, und eine Orgel in der Sakramentskapelle.

Domorganist ist seit 2002 Winfried Bönig als Nachfolger von Clemens Ganz. Zweiter Organist war von 1994 bis Juli 2023domradio.de vom 29. Juli 2023: Gottesdienste. Verabschiedung des Kölner Domorganisten Ulrich Brüggemann, abgerufen am 29. Juli 2023 Ulrich Brüggemann. Nach dem Weggang Brüggemanns schuf das Metropolitankapitel zwei Assistenzstellen für den Domorganisten. Eine davon ist seit dem 1. Oktober 2023 durch Matthias Wand besetzt. Seit dem 1. Juli 2025 ist Hoonbyeong Chae weiterer Assistent.

Geschichte mini|links|hochkant|Sonreck-Orgel (1863–1943) im nördlichen Querhaus Der Kölner Dom erhielt seine erste große Orgel im Jahr 1573. Sie wurde von Nicolaas Niehoff und Arend Lampeler van Mill gebaut, besaß 25 Register auf drei Manualen und Pedal und wurde an der Trennwand aufgestellt, die damals den baulich vollendeten Chor vom unvollendeten Langhaus trennte.Im Vertrag 1569 geplante Disposition siehe: Maarten Albert Vente: Die Brabanter Orgel. H.J. Paris, Amsterdam 1958, S. 91. 1764–1770 führte Christian Ludwig König einen Umbau durch, bei dem der Prospekt seitlich links und rechts erweitert wurde; danach besaß die Orgel 36 Register.Disposition in: Franz Gerhard Bullmann: Die rheinischen Orgelbauer Kleine – Roetzel – Nohl, Teil II: Quellen zur Orgelbaugeschichte. Musikverlag Emil Katzbichler, München 1974, S. 13. 1790 wurde von Johann Georg Arnold ein erneuter Umbau der Orgel begonnen, der einem Neubau gleichkam, doch wurde dieses Vorhaben aufgrund des Einzuges der französischen Truppen am 6. Oktober 1794 in Köln unterbrochen und konnte erst 1821 von Engelbert Maaß abgeschlossen werden. Die Orgel besaß nun 42 Register auf drei ManualenDisposition in: Clemens Reuter: Der Orgelbau in den katholischen Kirchen des Rheinlands von 1700 bis 1900. In: Acta Organologica 2, 1968, S. 34–53. 1842 erhielt die Orgel einen neuen, neugotischen Prospekt, der vom Dombaumeister Ernst Friedrich Zwirner entworfen wurde und der die bisherige Pfeifenanordnung im Prospekt weitgehend beibehielt. Im Zuge der baulichen Vollendung des Langhauses wurde die Trennwand 1863 abgerissen. Dadurch war es notwendig, einen neuen Standort für die Orgel im Dom zu finden. Die Suche gestaltete sich jedoch aus akustischen Gründen schwierig. Erst aufgrund der Empfehlung des zum Ortstermin gebetenen französischen Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll wurde die Orgel an einen Platz an der Innenseite der nördlichen Querhausfassade umgesetzt. Die Transferierung führte Franz Wilhelm Sonreck 1863 durch. Die Disposition wurde nur geringfügig verändert. Diese Aufstellung war allerdings akustisch sehr ungünstig: Das Instrument war dort nicht in der Lage, den großen Innenraum des Domes in angemessener Lautstärke und Klarheit zu beschallen. Ein Umbau durch Wilhelm Schaeben 1899 und nachfolgende Veränderungen lösten nicht die klanglichen Probleme.Disposition vor 1925 siehe: Einen grundlegenden Umbau der Orgel führte deshalb Ernst Seifert 1928 durch. Die Orgel besaß nun vier Manuale und 52 Register, das Instrument war aber für 115 Register angelegt.Disposition 1928 siehe: Der neogotische Prospekt von 1842 wurde weiterverwendet. Der Standort blieb indessen problematisch, da das Orgelspiel durch mehrfachen Widerhall beeinträchtigt wurde. Durch Bombentreffer, die 1943 die Gewölbe des nördlichen Querhauses durchschlugen, wurde auch die alte Orgel vollständig zerstört.Arnold Wolff: Von den Orgeln des Kölner Doms, in: Arnold Wolff, Toni Diederich (Hrsg.): Das Kölner Dom Lese- und Bilderbuch, Köln 1990, S. 138 ff.

Heutige Domorgeln Zur musikalischen Gestaltung von Gottesdiensten und Konzerten im Dom dienen die beiden Hauptorgeln im Querhaus bzw. Langhaus sowie die Tuben des Hochdruckwerks im Westwerk und die seit 2026 in die in das Gesamtkonzept integrierte neue Marienorgel.

Querhausorgel mini|links|Querhausorgel des Kölner Doms mini|Westseite

Die Querhausorgel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der nordöstlichen Ecke der Vierung gebaut, als der Dom noch nicht wiederhergestellt und das Langhaus noch durch eine Schildwand vom Querhaus und Altarraum getrennt war. Sie wurde 1948 mit 68 Registern (und zwei Transmissionen) auf drei Manualen und Pedal als Opus 1000 der Orgelbaufirma Klais erbaut und anlässlich der 700-Jahr-Feier des Domes eingeweiht.Die Querhausorgel auf orgelbase.nl, abgerufen am 2. Dezember 2021. Die Pfeifen stehen auf elektropneumatischen Kegelladen.

Der Standort des Instruments (auf einer Betonempore in verhältnismäßig geringer Höhe im östlichen Seitenschiff des Nordquerhauses) ist für gotische Kathedralen unüblich, erklärt sich aber zum einen damit, dass das Langhaus des Domes bis 1956 wegen Wiederaufbauarbeiten abgesperrt war, und zum anderen auch damit, dass die Liturgie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil stärker als heute auf Chor und Hochaltar ausgerichtet war.

Die Querhausorgel ist auf der Empore weitläufig und frei aufgestellt. Ihre Werke sind zum Teil auf zwei Ebenen angeordnet. Sie wird soweit sichtbar von klingenden Prospektpfeifen, die einen Freipfeifenprospekt bilden, umschlossen. Sie ist klassisch disponiert, mit Zügen der neobarock orientierten Orgelbewegung.Informationen zur Querhausorgel auf der Website der Erbauerfirma, abgerufen am 2. Dezember 2021.

Nach der Fertigstellung des Langhauses und der Entfernung der Trennwand erwies sich die Querhausorgel als zu klein zur Beschallung des Domes. Daher wurde sie 1956 um ein viertes, auf elektrischen Schleifladen stehendes Manualwerk auf 86 Register erweitert; dabei wurde ihre Disposition teilweise umgestellt. 1984 erhielt der Spieltisch eine Setzeranlage. 2002 wurde das Instrument durch Klais umgebaut und erhielt ein dem IV. Manual zugeordnetes Hochdruck-Solowerk mit zwei Labialregistern und drei Tubenregistern. Dazu ersetzte Fa. Klais die Schleifladen von 1956 durch elektropneumatische Kegelladen, wie sie 1948 eingebaut wurden, um eine einheitliche technische Struktur des Orgelwerks wiederherzustellen. 2011 wurde eine durchschlagende Klarinette, die über einen eigenen Windschweller verfügt, dem Hochdruckwerk hinzugefügt; der Winddruck dieser Register liegt bei 270 mm WS. Im Solowerk (viertes Manual) finden sich die alten Mixturen der Orgeln von 1948 sowie eine alte Quintade, die bei der Reorganisation des Instruments eigentlich wegfallen sollte.

Heute hat die Querhausorgel 88 Register (zuzüglich drei Transmissionen)Auf organbase.nl werden weitere 8 Transmissionen genannt, die in den anderen Quellen nicht auftauchen. Klais gibt eine Transmission an. und zwei Effektregister auf vier Manualen und Pedal.Disposition auf der Webseite der Erbauerfirma, abgerufen am 2. Dezember 2021.Die Querhausorgel auf organ index, abgerufen am 2. Dezember 2021.

I Rückpositiv C–c41. Portunalflöte 8′2. Lieblich Gedackt 8′3. Blockflöte 4′4. Superoctave 2′5. Sesquialter II ′6. Scharff IV–VI ′7. Krummhorn 8′ Tremulant I Positiv C–c48. Gedacktpommer 16′9. Metallflöte 8′10. Rohrflöte 8′11. Salicet 8′12. Principal 4′13. Spitzflöte 4′14. Nasard ′15. Waldflöte 2′16. Terz ′17. Sifflöte ′18. Mixtur IV–V ′19. Dulcian 16′20. Trompete 8′ Tremulant II Hauptwerk C–c4 Großprincipalaus Pedal 32′21. Principal 16′22. Bordun 16′23. Principal 8′24. Octav 8′25. Offenflöte 8′26. Gedackt 8′27. Gemshorn 8′28. Rohrquinte ′29. Octave 4′30. Rohrflöte 4′31. Terz ′32. Septime ′33. Superoctave 2′34. Weitflöte 2′35. Großmixtur IV 4′36. Rauschpfeife III ′37. Mixtur VI–VIII 2′38. Trompete 16′39. Trompete 8′40. Kopftrompete 4′ III Schwellwerk C–c441. Großgedackt 16′42. Principal 8′43. Holzflöte 8′44. Gamba 8′45. Vox coelestis I–II 8′46. Octav 4′47. Querflöte 4′48. Nasard ′49. Schwegel 2′50. Terz ′51. Nachthorn 1′52. Mixtur IV ′53. Fagott 16′54. Trompete 8′55. Oboe 8′56. Vox humana 8′57. Trompete 4′ Tremulant IV Solowerk C–c458. Quintade 8′59. Koppelflöte 4′60. Septime ′61. None ′62. Nonenkornett IV ′63. Aliquot II–III 1′64. Terzcymbel III–IV ′ Tremulant IV Hochdruckwerk C–c465. Konzertflöte 8′66. Stentorgambe 8′67. Tuba magna 16′68. Tuba major 8′69. Tuba mirabilis 8′70. KlarinetteDurchschlagende Zungen, mit eigenem Windschweller. 8′ (2011) Röhrenglockenmit Möglichkeit, einen Dämpfer zu aktivieren. Cymbelstern5 Glocken; Melodie des "Mer losse d’r Dom en Kölle"; Geschwindigkeit drosselbar. Pedal C–g1 Vox Balaenaakustisch, Quintextension ′ aus Principalbass 32′. 64′71. Principalbass 32′72. Untersatz 32′73. Principalbass 16′74. Contrabass 16′75. Subbass 16′76. Violonbass 16′77. Octavbass 8′78. Flötenbass 8′79. Gedacktbass 8′80. Choralbass 4′81. Bassflöte 4′82. Principal 2′83. Hintersatz VI ′84. Mixtur IV ′85. Contraposaune2015 neu gefertigt. 32′86. Posaune 16′ Fagott (= Nr. 53) 16′87. Basstrompete 8′88. Clarine 4′ Koppeln Normalkoppeln: III/I, IV/I; I/II, III/II, IV/II; IV/III; I/P, II/P, III/P, IV/P Superoktavkoppeln: I/I (Äquallage aus), II/II, III/III, IV/IV; I/P, II/P, III/P, IV/P Suboktavkoppeln: II/II, III/III, IV/IV Äqual: aus II, aus III, aus IV Sonstige: Positiv (Unterlade)/IV; Pedal/IV; Langhausorgel/I, Querhausorgel/II; Positiv der Querhausorgel/III Anmerkung

mini|(General-)Spieltisch der Querhausorgel Der Spieltisch der Querhausorgel steht hinter dem Rückpositiv und dient auch als Generalspieltisch für Querhausorgel, Langhausorgel und die Fanfarenregister im Westwerk, seit 2026 auch für die neue Marienorgel. Dabei sitzt der Organist mit dem Rücken zum Altar. Die Werke lassen sich über vier Manuale und Pedal ansteuern. Die Registerwippen sind links und rechts der Klaviaturen angeordnet: auf der linken Seite befinden sich die Register der Querhausorgel, auf der rechten Seite die der Langhausorgel und des Fanfarenwerks, die über ein Schloss gesichert sind. Der Spieltisch verfügt über einen ausfahrbaren Monitor, über den der Organist verschiedene Kameras im Dom bedienen kann, und u. a. den Altarraum, den Standort der Domchöre und den Spieltisch der Langhausorgel in den Blick nehmen kann. Der Spieltisch verfügt über modernste Spielelektronik, zu der u. a. auch registrierbare Intervallkoppeln und ein Replay-System zählen.Vorstellung des Spieltisches bei Youtube

Langhausorgel mini|Akustisch gut positioniert: Schwalbennestorgel im Langhaus mini|Hängt an Stahlstangen: 53 Register, 3.963 Pfeifen mit 30 Tonnen Gewicht mini|Ulrich Brüggemann spielt Ch.-M. Widor: Symphonie gothique op. 70 (1999, live) Die Langhausorgel wurde im Jahre 1998 als zweite Hauptorgel geweiht. Sie behob die unbefriedigende Klangsituation der Nachkriegszeit insbesondere des liturgischen Orgelspiels.

Die Orgel ist als Schwalbennestorgel gebaut und im gotischen Kirchenraum akustisch gut positioniert, unterbricht allerdings das von den neugotischen Architekten des 19. Jahrhunderts gewünschte Raumkontinuum von Langhausmittelschiff, Vierung und Hochchor. Sie wiegt etwa 30 Tonnen, ist etwa 20 m hoch und hängt etwa 20 m über dem Fußboden an vier 20 bis 35 mm dicken Stahlstangen, die im Dachstuhl verankert sind. Sie hängt unmittelbar vor der nördlichen Langhauswand, ohne die Wand zu berühren. Dabei verdeckt sie teilweise ein Obergadenfenster, sodass um sie herum ein Lichtband erstrahlt.