mini|Beckenhof Zürich Der Beckenhof ist ein ehemaliger patrizischer Landsitz in Zürich-Unterstrass.

Geschichte Die Geschichte des Beckenhofs lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Der heutige Baubestand stammt aus dem 17. und 18. Jahrhundert: Das Lehenhaus wurde um 1650 und das kleine Herrenhaus 1706 errichtet. 1740 erbauten Junker Hartmann Grebel und seine Gattin Anna Elisabeth Bodmer das grosse Herrenhaus als herrschaftliches Anwesen mit einer barocken Gartenanlage, die bis an die heutige Wasserwerkstrasse am Ufer der Limmat reichte.

Das Ensemble ist ein bedeutendes regionales Beispiel für den Übergang vom Frührokoko ins fertige Rokoko. Die Innendekoration steht unter dem Einfluss der späteren Arbeiten Effners und Cuvilliés’.Max Lüthi: Bürgerliche Innendekoration des Spätbarock und Rokoko in der deutschen Schweiz. S. 47. Das Ehepaar Grebel führte hier während rund zwei Jahrzehnten ein glanzvolles Leben, bis der Junker in einer Nacht sein ganzes Vermögen verspielte. Der Besitz wurde an die Familie Hess verkauft. Deren Sohn David Hess, berühmter Dichter und Zürcher Chronist, machte den Beckenhof in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Zentrum des geistigen Lebens.

Im Zuge der Stadterweiterung wurde um 1865 die Stampfenbachstrasse quer durch die Gartenanlage gebaut und der untere Teil parzelliert. Der verbliebene, hausnahe Park wurde dem Zeitgeist entsprechend in einen romantischen Landschaftsgarten umgestaltet. Nur das Südparterre blieb unverändert. Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich Der um 1790 zu Zeiten der Familie Hess errichtete frühklassizistische Hofbrunnen steht seitdem unmittelbar vor dem Parkgitter.Brunnenguide Kreis 6 und 10 der Stadt Zürich

1924 erwarb die Stadt Zürich das Areal, um es vor einer geplanten Überbauung zu retten. Der Zürcher Maler Varlin war nach seiner Rückkehr aus Frankreich kurze Zeit in einem Atelier eingemietet und hielt den Landsitz auch in einem Ölgemälde Mon atelier au Beckenhof fest.Varlin: Mon atelier au Beckenhof bei artnet. Von 1927 bis 2012 beherbergte der Beckenhof das Pestalozzianum. 2014–2015 erfolgte eine Instandsetzung der Bauten. Sie werden heute als Büroräumlichkeiten genutzt und sind nicht öffentlich zugänglich; der sanierte Garten ist für das Publikum geöffnet. Mit dem öffentlichen Verkehr ist der Beckenhof an der gleichnamigen Haltestelle Beckenhof erreichbar.

Das gesamte Ensemble, bestehend aus Gebäuden und Parkanlage, ist als bedeutendes Zeitzeugnis im kantonalen Inventar der Denkmalschutzobjekte aufgeführt. Die Parkanlage ist zusätzlich im Inventar der schützenswerten Gärten und Anlagen von kommunaler Bedeutung erfasst. Seit den 1920er-Jahren im Besitz der Stadt, ist der Park öffentlich zugänglich, die Gebäude sind vermietet. Die mehrfach umgestaltete und heute aufgrund der Stadtentwicklung markant verkleinerte Parkanlage hat mit ihren schattenspendenden Bäumen, den weiten Rasen- und Wiesenfläche sowie dem Spielplatz eine wichtige Funktion für die Freiraumversorgung im Quartier.

Anders als das vor wenigen Jahren umfassend sanierte Gebäudeensemble mit Hofbereich wurde die Parkanlage schon lange nicht mehr umfassend instandgesetzt. 2023 beschloss der Stadtrat die Instandsetzung und Aufwertung des Parks. Die Bauzeit ist von Bauzeit: 17. Februar 2025 bis ca. Ende April 2026 geplant.

Einzelnachweise

Literatur Hermann Balsiger: Der Beckenhof. Ein Zürcher Baudenkmal. Heimatschutz-Verlag, Basel 1924. Max Lüthi: Bürgerliche Innendekoration des Spätbarock und Rokoko in der deutschen Schweiz. Diss. an der ETH Zürich. Orell Füssli, Zürich 1927. Digitalisat

Weblinks

Instandsetzung Beckenhof Hochbaudepartement der Stadt Zürich

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