mini|hochkant|Wappenähnliches Logo des gemeindefreien Bezirks. Die Steine im unteren Teil symbolisieren die Sieben Steinhäuser
Die Osterheide ist ein bewohnter gemeindefreier Bezirk im Heidekreis am Südrand der Lüneburger Heide in Niedersachsen. Das Gebiet liegt südlich und östlich von Bad Fallingbostel und etwa 20 km westlich des Naturparks Südheide.
Geographie Das 178,53 km²NLAHA Nds. 1241 Osterheide große Gebiet hat Einwohner (Stand: ). Sitz der Verwaltung ist das Dorf Oerbke; weiter gehören die Dörfer Ostenholz und Wense zu dem gemeindefreien Bezirk. Die kommunale Verwaltung des NATO-Truppenübungsplatzes (TrÜbPl) Bergen erfolgt durch den gemeindefreien Bezirk Osterheide gemeinsam mit dem östlich angrenzenden gemeindefreien Bezirk Lohheide.
Nachbargemeinden des Gebiets sind, aufgelistet im Uhrzeigersinn: Essel (Süden) Walsrode (Westen) Bad Fallingbostel (Nordwesten/Norden) Wietzendorf (Norden/Nordosten) Lohheide (gemeindefreies Gebiet, Osten) Winsen
Gliederung Der gemeindefreie Bezirk gliedert sich in zehn GemarkungenGemarkungsverzeichnis Niedersachsen xls-datei:
Gemar-kungs-Nr. Gemarkung FlächeGeolytics.de: Gemarkungen(km²) Bevölkerung1961-06-06 Koordinaten Bemerkungen PLZ Vorwahl 2342 Becklinger Holz 12,12 0 – – 2343 Fuhrhop 2,98 0 – – 2344 Wense 8,01 96 Dorf 29683 05163 2346 Untereinzingen 21,13 68 – – 2347 Obereinzingen 21,59 0 – – 2348 Oerbke 10,46 461 Verwaltungssitz 29683 05162 2349 Hartem 51,15 1397 Dorf Ostenholz 29664 05167 2350 Oberndorfmark 20,80 0 – – 3740 Oberhode 30,59 327 – – 3869 Krelingen-Osterheide 0,03 0 – – Osterheide 177,99 ... Die kleinste Gemarkung Krelingen-Osterheide liegt als Exklave umgeben vom südlichen Stadtgebiet der Stadt Walsrode, unmittelbar östlich des Autobahndreiecks Walsrode.
Das Wohnplatzverzeichnis Niedersachsen zum Stand 1. November 2006 weist folgende 41 Wohnplätze und Wüstungen für die zehn Gemarkungen nach:
Becklinger HolzBecklinger Holz FuhrhopFuhrhop HartemBlocksbergBoestlingenEttenbostelFahrenholzFallingbostel, LagerHartemIm KatzhagenMengdorfOstenholzOstenholzer MoorPröbstenSeyersbruchSiekenSoehnholzSoelterbruch KrelingenKrelingen ObereinzingenAchterbergAhlbrockObereinzingen OberhodeDoevenhofHambruchHeuersmuehlenHohenbrelingenMeyerhofMeyersbruchNiederbrelingenOberhodeOstsiedlungSchnierhof OberndorfmarkOberndorfmark OerbkeOerbkeOerbke, LagerRammelshorst, Forsthaus UntereinzingenCharlottenthalEinzingenHomannshofSchaefereiUntereinzingen WenseWense
Einwohnerzahlen wurden zuletzt im Wohnplatzverzeichnis 1964 zum Volkszählungsstichtag 6. Juni 1961 nachgewiesen:Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Statistik: Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Wohnplätze in Niedersachsen 1964, Hannover 1964, S. 58
Wohnplatz Gemarkung Bevölkerung1961-06-06 Höhe (m) KoordinatenUTM-Koordinaten im Ortsverzeichnis Niedersachsen ATKISBöstlingen 1) Hartem 136 51 Blocksberg Hartem 23 51 Fahrenholz Hartem 158 50 Pröbsten Hartem 60 55 Einzingen 1) Untereinzingen 20 68 Charlottenthal Untereinzingen 21 65 Hormannshof Untereinzingen 16 67 Schäferei Untereinzingen 11 71 Ettenbostel 1) Hartem 117 53 Mengdorf Hartem 39 46 Seyersbruch Hartem 12 54 Oberhode 1) Oberhode 149 48 Blöcken Oberhode 5 45 Dövenhof Oberhode 4 46 Eitze Oberhode 23 44 Hambruch Oberhode 19 45 Heidkamp Oberhode 13 38 Hohenbrelingen Oberhode 21 46 Meyerhof Oberhode 9 44 Meyersbruch Oberhode 6 42 Niederbrelingen Oberhode 15 45 Ostsiedlung Oberhode 35 39 Schnierhof Oberhode 9 41 Oerbke 1) Oerbke 461 56 Fallingbostel, Lager Hartem 288 58 Ostenholz 1) Hartem 387 48 Heuersmühlen Oberhode 19 43 Im Katzhagen Hartem 95 53 Ostenholzer Moor Hartem 20 41 Sieken Hartem 37 52 Söhnholz Hartem 19 54 Sölterbruch Hartem 6 56 Wense 1) Wense 96 64 Becklinger Holz Becklinger Holz 0 79 Fuhrhop Fuhrhop 0 75 Hartem Hartem 0 54 Krelingen Krelingen 0 46 Achterberg Obereinzingen 0 66 Ahlbrock Obereinzingen 0 64 Obereinzingen Obereinzingen 0 71 Oberndorfmark Oberndorfmark 0 62 Oerbke, Lager Oerbke 0 57 Rammelshorst, Forsthaus Oerbke 0 58 Untereinzingen Untereinzingen 0 67 Osterheide 10 Gemarkungen 2349 56 1) ehem. Gemeinden
Geschichte Die heutigen Gemarkungen gehen zurück auf die früheren Gemeinden des Landkreises Fallingbostel im Regierungsbezirk Lüneburg der preußischen Provinz Hannover.
1935 wurde von der deutschen Wehrmacht zwischen Bergen und Fallingbostel der Truppenübungsplatz Bergen angelegt. Dazu wurden insgesamt 24 Gemeinden aufgelöst und deren Bewohner umgesiedelt. 1938 wurde der den Truppenübungsplatz umfassende „Gutsbezirk Platz Bergen“ gebildet und dem Landkreis Fallingbostel zugeordnet. Der Gutsbezirk wurde 1945 in zwei selbständige Bereiche, nämlich in die Gutsbezirke Osterheide und Lohheide, geteilt. Osterheide blieb beim Landkreis Fallingbostel, während Lohheide wieder in den Landkreis Celle eingegliedert wurde. Die Osterheide umfasst heute den im Landkreis Heidekreis gelegenen Teil des 1958 entstandenen „NATO-Schießplatzes Bergen-Hohne“. Zum 1. Januar 2011 hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) den gemeindefreien Bezirk übernommen.
Rechtliche Situation Nach § 23 Abs. 4 Satz 3 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) wird die Verwaltung gemeindefreier Gebiete durch eine Verordnung geregelt. Danach ist die „Erledigung der öffentlichen Aufgaben des eigenen und des übertragenen Wirkungskreises dem Grundeigentümer“, im Falle von Lohheide und Osterheide also dem Bund übertragen. Die Verfassung eines gemeindefreien Bezirkes ist anders als die einer Gemeinde. Seine Organe sind der Bezirksvorsteher und die von den Einwohnern gewählte Einwohnervertretung. Der Bezirksvorsteher wird vom Grundeigentümer vorgeschlagen und dann von der Einwohnervertretung gewählt. Die Beteiligungsrechte der Einwohner beschränken sich auf die Wahl der Vertretung sowie auf die Möglichkeit der Einwohnerfragestunde und Einwohneranhörung während öffentlicher Sitzungen der Vertretung.
Kulturdenkmäler und Sehenswürdigkeiten Zu den in und nahe der Osterheide befindlichen Kulturdenkmälern, Sehenswürdigkeiten und Gedenkorten gehören: in Oerbke (im Westen): Friedhof der Namenlosen, eine Kriegsgräberstätte, in der rund 30.000 sowjetische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs in Massengräbern begraben wurden in und nahe Ostenholz (im Südwesten): Fachwerkkirche mit hölzernem Turm aus dem Jahre 1724 Hoher Stein, ein Gedenkstein zur Räumung der Gemeinden 1936 zwecks Anlegens eines TruppenübungsplatzesInschrift des „Hohen Steins“: Dem Andenken der opferwilligen Heidjer aus den ehemaligen Ortschaften Hörsten, Hoppenstedt, Hohne, Hasselhorst, Hohnerode, Manhorn, Lohe, Gudehausen, Ostenholz, Ettenbostel, Oberhode, Benhorn, Hartem, Fahrenholz, Böstlingen, Pröbsten, Kolk, Sudbostel, Nordbostel, Örbke, Obereinzingen, Untereinzingen, Achterberg, Wense. Sieben Steinhäuser, Großsteingräber der Jungsteinzeit im Süden des Truppenübungsplatzes in Wense (im Nordwesten): Gutskapelle als prachtvolle Kirche aus dem Jahr 1558
Bau- und Bodendenkmale Liste der Baudenkmale in Osterheide Liste der Bodendenkmale in Osterheide
Wolfsvorkommen Im April 2017 wurde ein residentes Wolfsrudel festgestellt. Schon im August 2016 waren in Fotofallen fünf Welpen registriert worden. Durch genetische Untersuchungen ist der Rüde als vom Ueckermünder Rudel stammend identifiziert worden.Bericht bei Wildtiermanagement der niedersächsischen Landesjägerschaft, abgerufen am 10. Juli 2017.
Literatur Hinrich Baumann: Die Heidmark – Wandel einer Landschaft: die Geschichte des Truppenübungsplatzes Bergen. Oerbke 2005, ISBN 3-00-017185-1.
Einzelnachweise
Weblinks
NLAHA Nds. 1241 Osterheide: Geschichte Osterheide erwähnens-/sehenswertes Ehemalige Höfe in der Heidmark und deren Ahnen www.osterheide.bundesimmobilien.de Gebäude und Wohnungen sowie Wohnverhältnisse der Haushalte Gemeinde Osterheide, gemfr. Bezirk am 9. Mai 2011, Ergebnisse des Zensus 2011
Kategorie:Gemeindefreies Gebiet in Niedersachsen Kategorie:Heidmark Kategorie:Gemeindegründung 1945