mini|hochkant|Katharina Schüttler, 2023 Katharina Schüttler (* 20. Oktober 1979 in Köln) ist eine deutsche Schauspielerin.
Leben Herkunft und Familie Katharina Schüttler wuchs mit zwei Geschwistern in Köln auf. Ihr Vater ist der Schauspieler, Regisseur und frühere Theaterintendant Hanfried Schüttler, ihre Mutter ist Theaterautorin.Monika Nellissen: Geradlinig und kompromisslos. St. Pauli Theater: Schauspielerin Katharina Schüttler erhält am kommenden Sonntag den Wildgruber-Preis, Die Welt, 26. Januar 2010
Ausbildung und Theater Nach dem Abitur studierte Schüttler von 1999 bis 2003 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hannover.
2002 spielte sie die Titelrolle in der deutschen Uraufführung des Theaterstücks Lolita„Das Glück ist dann, wenn ich genau hier bin, jetzt, an diesem Ort“, Dirk von Nayhauß, Fragen an das Leben – Katharina Schüttler, Schauspielerin. chrismon April 2015. in einer Inszenierung von Peter Kastenmüller am Schauspiel Hannover und überzeugte damit Kritik und Publikum.Claus Hornung: Ein Faible für radikale Rollen. In: Die Welt, 1. Juni 2003. Es folgten als weitere Theaterrollen u. a. Tine in Marius von Mayenburgs Das kalte Kind (2002; Schaubühne am Lehniner Platz, Regie: Luk Perceval) und die Titelrolle in Schillers Die Jungfrau von Orleans (Schiller) (2004; Schauspiel Hannover, Regie: Peter Kastenmüller).
Katharina Schüttler spielt bevorzugt radikale Rollen, bei denen Menschen in existenziellen Situationen hin- und hergerissen sind. Sie gilt als Schauspielerin „mit einem Faible für extreme Rollen“.C. Bernd Sucher (Hrsg.): Henschel Theaterlexikon. Mit Stückeregister. Bearbeitet von Michael Brommer mit Simon Elson. Seite 787. Henschel Verlag. Leipzig 2010. ISBN 978-3-534-23906-1. So war sie zum Beispiel von 2005 bis 2007 an der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz in Sarah Kanes Theaterstück Zerbombt zu sehen, wo sie an der Seite von Ulrich Mühe und Thomas Thieme die geistig zurückgebliebene Cate spielte.
Für ihre Darstellung der Ibsen’schen Hedda Gabler wurde sie in der Kritikerumfrage der Zeitschrift Theater heute 2006 schließlich zur Schauspielerin des Jahres gewählt, als bisher Jüngste mit dieser Auszeichnung. Des Weiteren gewann sie im selben Jahr für ebendiese Produktion den erstmals verliehenen Faust-Theaterpreis in der Kategorie Beste darstellerische Leistung Schauspiel.
Die Inszenierung Hedda Gabler beim Berliner Theatertreffen 2006:
Zu ihren weiteren Rollen an ihrem Stammhaus, der Berliner Schaubühne, gehörten u. a. Ulrike in Trauer muss Elektra tragen (2006; Regie: Thomas Ostermeier) und die Titelrolle in der Kleist’schen Penthesilea (2008; Regie: Luk Perceval).
Film und Fernsehen Bereits im Alter von elf Jahren stand Katharina Schüttler für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Ihr Filmdebüt gab sie 1992 in dem Spielfilm Die Lok, wo sie neben Rolf Hoppe in der Rolle der „Spange“ zu sehen war. In der RTL-Krankenhausserie Stadtklinik war sie von 1994 bis 1996 als Lena Grüner in einer wiederkehrenden Serienrolle zu sehen.
Mehrfach war Katharina Schüttler auch in der ARD-Fernsehreihe Tatort in Hauptrollen zu sehen. Ihren ersten Auftritt hatte sie im Tatort: Bombenstimmung (Erstausstrahlung: Oktober 1997), wo sie die aufsässige Kathrin Stein verkörperte. Im Tatort: Der Trippler (Erstausstrahlung: August 2000) spielte sie Melanie Karsten, die Tochter von Thomas Karsten (Axel Milberg), im Tatort: Du hast keine Chance (Erstausstrahlung: September 2001) war sie die Mascha Nibur, im Tatort: Dunkle Wege (Erstausstrahlung: Januar 2005), spielte sie Sandra Wiegand zu sehen war. Ihre bisher letzte Tatort-Rolle hatte sie im Tatort: Die letzten Menschen von Köln (Erstausstrahlung: September 2026), wo sie in der Rolle der Elara Schmidtke zu sehen war.
2002 wurde sie im Rahmen des Filmfests München mit dem Förderpreis Deutscher Film für Sophiiiie! ausgezeichnet. 2006 wurde ihr von Studio Hamburg der Günter-Strack-Fernsehpreis für herausragende schauspielerische Leistungen in den Filmen Sophiiiie! und Vorsicht Schwiegermutter! verliehen.
2009 waren Katharina Schüttler und Matthias Schweighöfer als Ehepaar Reich-Ranicki im biografischen Fernsehfilm Mein Leben – Marcel Reich-Ranicki zu sehen. Marcel Reich-Ranicki lobte die „glänzende Besetzung“ und das „fabelhafte“ Spiel der Hauptdarsteller.Mathias Döpfner: Von Liebe und Tod. In: Die Welt, Beilage Die literarische Welt, 11. April 2009, S. 3 (Interview mit Marcel Reich-Ranicki). Für ihre Leistung in dem Film Es kommt der Tag, in dem sie neben Iris Berben eine der Hauptrollen spielte, erhielt sie den Bayerischen Filmpreis 2009 als beste Nachwuchsdarstellerin. 2010 wurde sie mit dem Ulrich-Wildgruber-Preis ausgezeichnet.
Im Polizeiruf 110: Fremde im Spiegel (Erstausstrahlung: November 2010) war Katharina Schüttler in der Rolle der jungen Polizeischülerin Christine Teichow zu sehen, die an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung leidet und ihren eigenen Tod vortäuscht.Polizeiruf 110: Fremde im Spiegel – Zum letzten Mal mit Herz vom 7. November 2010 auf Stern.de; abgerufen am 5. Januar 2017. 2012 übernahm sie in Bloch: Heißkalte Seele (Erstausstrahlung: November 2012) die Rolle der manisch-depressiven Rieke Hollstein, deren Freund Benno Pflüger (Christian Näthe) sich hilfesuchend an den Psychotherapeut Dr. Maximilian Bloch (Dieter Pfaff) wendet. 2013 war sie mit der Rolle der Greta Müller einer der Hauptdarsteller des dreiteiligen Fernsehfilms Unsere Mütter, unsere Väter des ZDF und war im selben Jahr als Fischersfrau Ilsebill, die sich über ihren Mann, dem Fischer Hein, immer mehr von einem verwunschenen Butt wünscht, in dem Märchenfilm Vom Fischer und seiner Frau zu sehen. In dem Kinofilm Freier Fall (2013), der die Liebesgeschichte zwischen zwei Polizisten (Max Riemelt, Hanno Koffler) erzählt, war sie die schwangere Freundin eines der Polizisten, die ihren Freund, der seine homosexuelle Neigung entdeckt, an ihren Geliebten zu verlieren glaubt. 2014 sah man sie in Matthias Schweighöfers Kinofilm Vaterfreuden als Betti und in der Rolle der ersten deutschen promovierten Chemikerin Clara Immerwahr im gleichnamigen Fernsehfilm. In dem Spielfilm Grzimek, der am 3. April 2015 auf Das Erste seine Premiere hatte, verkörperte sie, an der Seite von Ulrich Tukur, die Rolle von Bernhard Grzimeks Schwiegertochter Erika Grzimek, die er später ehelicht. In Alain Gsponers Kinofilm Heidi (2015) war Schüttler in der Rolle des strengen Fräulein Rottenmeier zu sehen.
Mitgliedschaften Schüttler ist Mitglied der Deutschen Filmakademie und der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste.
Privates Katharina Schüttler ist mit dem Regisseur Till Franzen verheiratet. 19. Juli 2012. Gemeinsam haben sie zwei TöchterAngela Boll: „Habe die Gitarre vermisst“. In: Mannheimer Morgen. 13. Oktober 2016, abgerufen am 13. Oktober 2016. und leben in Berlin-Prenzlauer Berg.
Filmografie (Auswahl) Kinofilme
Fernsehfilme
Fernsehserien und Fernsehreihen
Filmporträts Mädchen am Sonntag. Dokumentarfilm, Deutschland, 2005, 79 Min., Regie: RP Kahl, Interviews mit den Schauspielerinnen Laura Tonke, Katharina Schüttler, Inga Birkenfeld, Nicolette Krebitz. Abgeschminkt: Katharina Schüttler – beobachtet von Johanna Schickentanz. Dokumentation, Deutschland, 2006, 15 Min., Regie: Johanna Schickentanz, Produktion: ZDFtheaterkanal, Erstsendung: 3. November 2006ZDFtheaterkanal. Porträts, 2006
Theater (Auszug) Scheherazade von Anna Cron (Burghofbühne, Landestheater im Kreis Wesel, 1994) – Regie: Beatrix Bühler Die Wildente von Henrik Ibsen (Burghofbühne, Landestheater im Kreis Wesel, 1997) – Regie: Hanfried Schüttler winner & loser (Schauspiel Hannover, 2002) – Regie: Barbara Bürk Lolita (Schauspiel Hannover, 2002) – Regie: Peter Kastenmüller Eine Unbekannte aus der Seine (Schauspiel Hannover, 2002) – Regie: Sandra Strunz Tine in Das kalte Kind von Marius von Mayenburg (Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2002) – Regie: Luk Perceval Die Jungfrau von Orléans (Schauspiel Hannover, 2003) – Regie: Peter Kastenmüller Cate in Zerbombt von Sarah Kane (Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2005) – Regie: Thomas Ostermeier Titelrolle in Hedda Gabler von Henrik Ibsen (Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2005) – Regie: Thomas Ostermeier Lavinia / Ulrike in Trauer muss Elektra tragen von Eugene O’Neill (Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2006) – Regie: Thomas Ostermeier Titelrolle in Penthesilea von Heinrich von Kleist (Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, 2008) – Regie: Luk Perceval Phyllis in Der Lauf zum Meer nach einem Gedicht von William Carlos Williams (Spielzeit Europa – Berliner Festspiele 2009) – Regie: Thorsten Lensing, Jan Hein Lisa in Kinder der Sonne von Maxim Gorki (Deutsches Theater Berlin 2010) – Regie: Stephan Kimmig Celia in Wie es euch gefällt von William Shakespeare (Schauspielhaus Zürich 2012) – Regie: Sebastian Nübling
Hörbücher und Hörspiele 2007: Eisland von Jenny Erpenbeck (Eichborn) 2007: Der Urfaust von Johann Wolfgang von Goethe – Regie: Leonhard Koppelmann (MDR) 2008: Scherbenpark von Alina Bronsky (Argon) 2009: Das Haus am Kanal von Georges Simenon – Regie: Uwe Schareck (WDR) 2009: Die Einsamkeit des Amokläufers von Lorenz Lorenz – Regie: Thomas Wolfertz (WDR) 2015: Elser von Fred Breinersdorfer – Regie: Iris Drögekamp und Oliver Hirschbiegel (SWR/NDR) 2022: Stolz und Vorurteil von Jane Austen – Regie: Kai Grehn (HR) 2024: In Liebe, Eure Hilde von Laila Stieler – Regie: Judith Lorentz (rbb) 2024: Dämonenjäger Ewald Heine. Grusel-Hörspiel-Serie – Regie: Thomas Leutzbach (WDR)
Auszeichnungen 2002: Förderpreis Deutscher Film 2006: Günter-Strack-Fernsehpreis 2006: Schauspielerin des Jahres der Zeitschrift Theater heute 2006: Deutscher Theaterpreis Der Faust, Beste Darstellerische Leistung 2009: Bayerischer Filmpreis als Beste Nachwuchsdarstellerin 2010: Ulrich-Wildgruber-PreisDurch die Figuren, die sie spielt, auf die Menschen von heute blicken. Laudatio von Schaubühnen-Intendant Thomas Ostermeier zur Verleihung des Ulrich-Wildgruber-Preises auf nachtkritik.de, 31. Januar 2010. Video der Dankesrede Schüttlers bei YouTube. 2013: Bayerischer Fernsehpreis – Sonderpreis für das Schauspieler-Ensemble in Unsere Mütter, unsere Väter (gemeinsam mit Volker Bruch, Tom Schilling, Miriam Stein und Ludwig Trepte) 2013: Deutscher Fernsehpreis – (Ensemble Unsere Mütter, unsere Väter) 2014: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis) 2014: Günter-Rohrbach-Filmpreis – Darstellerpreis für Zeit der Kannibalen gemeinsam mit Sebastian Blomberg und Devid Striesow 2024: Theaterpreis Hamburg – Rolf Mares für die „Herausragende Darstellung“ der Rolle „Tessa Jane Ensler“ in Prima Facie an den Hamburger Kammerspielen
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 385 ff. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Henschel Theaterlexikon. Mit Stückeregister. Bearbeitet von Michael Brommer mit Simon Elson. Seite 787. Henschel Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-534-23906-1.
Weblinks
(mit Fotogalerie) Agenturprofil bei der Agentur Players Katharina Schüttler; Vita, Schaubühne Berlin Unter jeder Schwäche liegt eine Stärke. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2010. Berben & Schüttler: Frauengespräch. In: Die Zeit, Nr. 40, 24. September 2009. Die große Meerjungfrau. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. Juli 2006 (Porträt).
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Ensemblemitglied des Schauspiels Hannover Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1979 Kategorie:Frau