Mambach ist ein Ortsteil der Stadt Zell im Wiesental im Schwarzwald, der rund vier Kilometer talaufwärts von der Stadt an der Wiese liegt und ein staatlich anerkannter Erholungsort ist. Vom 447 Hektar großen Gemarkungsgebiet nehmen rund 30,4 Hektar der Wald ein. Die Besiedlung und Bebauung des Ortes ist ausschließlich entlang der Talachse.
Lage Mambach liegt rund 3,5 Kilometer nordöstlich von Zell im Wiesental. Der von Osten talwärts fließende Angenbach mündet im Ort in die Wiese. Den höchsten Punkt erreicht das Gemarkungsgebiet nordwestlich von Silbersau in Richtung des Brendewald auf Höhe.
Mambach besteht aus einem Teil links und rechts der Wiese. Parallel zum Fluss verläuft auch die Bundesstraße 317. Der eigentliche Ortskern ( Höhe) befindet sich links der Wiese. Von hier zweigt die Landesstraße 146 in Richtung des Angenbachtals ab. Die Straße führt nach Häg-Ehrsberg beziehungsweise weiter über den St.-Antoni-Pass nach Todtmoos. Vom Ortsteil rechts der Wiese führt eine Serpentinenstraße nach Pfaffenberg und über den Passübergang Zimmerplatz nach Adelsberg.
Nördlich von Mambach am linksseitigen Flusslauf der Wiese befindet sich der Zinken Saufert. Etwa 300 Meter talaufwärts befindet sich der Hof Mühlschau und noch etwa 700 Meter weiter der Zinken Sibersau, die beide ebenfalls zu Mambach gehören.
Geschichte mini|Karte von Pfaffenberg und Mambach (1896) Eine erste schriftliche Erwähnung Mambachs geht auf einen Vergleich von 1377 zurück, den Rudolf von Schönau mit dem Kloster St. Blasien schloss. Eine weitere Erwähnung des Ortes 1546 ist mit Manbach überliefert, möglicherweise handelt es sich um die Ableitung eines Personennamens Manno. Mambach gehörte zusammen mit dem Nebenort Silbersau und dem Zinken Saufen (früher Seufart) bis 1811 zur Vogtei Zell der Herren von Schönau.
Neuere Untersuchungen durch Werner Störk führten zum Ergebnis, dass um 1702 eine bisher unbekannte Seitenlinie der barocken Verteidigungsanlagen im Schwarzwald im Raum Mambach angelegt wurde. Eine Schanze wurde dabei auf dem Platz der Kapelle Maria Frieden verortet.Maria-Frieden-Kapelle-Mambach-Scheibenackerkoepfle auf der Homepage minifossi.pcom.de; abgerufen am 23. Juli 2022
Eine Schule am Ort ist bereits 1779 nachweisbar. Ein neues Schulhaus wurde 1873 feierlich eingeweiht und ein Jahr später als Fortbildungsschule eingerichtet. Diese konnte sich allerdings nicht halten, so das nach einer Schulreform in Mambach nur noch die Grundschule verblieb und die Hauptschule nach Zell abwanderte.
Die Chronik über Straßenbau und Straßenverkehr in dem Großherzogthum Baden berichtet von einem großen Brand am 30. Juni 1870, in dem 21 Wohnhäuser und zwölf weitere Gebäude in Mambach niederbrannten. In dieser Folge war eine neue Bauflucht notwendig, die zu einer Umgestaltung der Passstraße nach St. Antoni erforderte. Die frühere Steigung von 7 bis 8 % wurde auf 4,2 % reduziert. Die neue Straße durch Mambach wurde 1872 zur Landstraße erhoben. In den Jahren 1874 und 1875 wurden weitere bauliche Maßnahmen bei der Häger Mühle und der Happacher Säge durchgeführt, die unter anderem eine Verbreiterung der Trasse auf 4,20 Meter zur Folge hatten. Das maximale Gefälle wurde auf 8,5 % zurückgeführt. Der Aufwand für die Verbesserung der Straße wurde auf 49.951 Mark angegeben.Franz Josef Baer: Chronik über Straßenbau und Straßenverkehr in dem Großherzogthum Baden, Verlag von Julius Springer, Berlin 1878, S. 511. (Google-Digitalisat)
Die vierte Etappe der 17. Internationalen Sechstagefahrt führte am 12. September 1935 durch Mambach. Am 27. Juni 1971 fuhr die Tour de France 1971 durch Mambach und war Teil der Etappe von Basel nach Freiburg.
Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde Mambach zum 1. Januar 1975 der Stadt Zell eingegliedert.
Bevölkerung und Religion Einwohnerentwicklung Die Zahl der Einwohner Mambachs entwickelte sich wie folgt:Einwohnerentwicklung von Mambach für auswählte Jahre zwischen 1852 und 1970, aufgerufen am 15. Juli 2019Johann Baptist Kolb (Hrsg.): Historisch-statistisch-topographisches Lexikon von dem Großherzogtum Baden, Zweiter Band, Carl Friedrich Macklotsche Hofbuchhandlung, Karlsruhe 1814, S. 243. (hier online) Jahr Einwohner 1814 374 1852 395 1871 422 1880 450 1890 372 1900 417 1910 407 Jahr Einwohner 1925 403 1933 365 1939 354 1950 403 1956 443 1961 442 1970 467
Religion mini|hochkant|Antoniuskapelle Kirchlich war Mambach bis 1942 zu Zell im Wiesental integriert. Danach gehörte es zur Pfarrei Atzenbach.
Die Zugehörigkeit zu den Religionsgemeinschaften verteilte sich in der Vergangenheit wie folgt:Religionszugehörigkeit 1858 und 1925: Mambach, zuletzt aufgerufen am 15. Juli 2019Religionszugehörigkeit: Mambach, zuletzt aufgerufen am 15. Juli 2019
Religionszugehörigkeit in Mambach Jahr Religion evangelisch katholisch sonstige 1858 0,0 % 100,0 % 0,0 % 1925 5,5 % 94,0 % 0,5 % 1950 7,2 % 92,6 % 0,2 % 1961 5,7 % 92,8 % 1,6 % 1970 5,1 % 91,9 % 3,0 %
Politik Ortschaftsrat Der Ortschaftsrat besteht aus sechs Mitgliedern.Öffentliche Bekanntmachung zur Durchführung der Wahl des Gemeinderats und des Ortschaftsrats am 26. Mai 2019, aufgerufen am 15. Juli 2019 Der Ortschaftsrat tagt im Gemeindehaus im Ortskern von Mambach. Nach der Kommunalwahl im Juni 2024 wurde Klaus Wetzel (CDU) wieder zum Ortsvorsteher gewählt. Er ist auch Mitglied des Stadtrats in Zell und des Kreistags.
Überregionale Wahlen Die Wahlergebnisse der letzten überregionalen Wahlen fielen in Mambach folgendermaßen aus: + Bundestagswahlen, Zweitstimmen Ergebnis der Bundestagswahl am 26. September 2021 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Ergebnis der Bundestagswahl am 24. September 2017 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Partei Stimmenanteile 2025 2021 2017 CDU 43,6 % 41,1 % 44,2 % AfD 22,4 % 10,5 % 10,1 % SPD 12,7 % 23,4 % 18,6 % Grüne 7,9 % 6,5 % 11,6 % Die Linke 4,2 % 1,6 % 5,5 % BSW 3,6 % – – FDP 1,8 % 12,9 % 7,6 % Sonstige 5,5 % 4,0 % 2,4 %+ Landtagswahlen Ergebnis der Landtagswahl am 8. März 2026 in Mambach, abgerufen am 28. März 2026. Ergebnis der Landtagswahl am 14. März 2021 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Ergebnis der Landtagswahl am 13. März 2016 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Partei Stimmenanteile 2026 2021 2016 CDU 38,3 % 45,4 % 38,9 % Grüne 22,7 % 21,3 % 27,4 % AfD 22,7 % 13,0 % 12,6 % SPD 6,5 % 11,1 % 9,7 % FDP 2,6 % 4,6 % 3,4 % Sonstige 7,0 % 4,6 % 8,0 %+ Europawahlen Ergebnis der Europawahl am 9. Juni 2024 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Ergebnis der Europawahl am 26. Mai 2019 in Mambach, abgerufen am 15. September 2024. Partei Stimmenanteile 2024 2019 CDU 47,4 % 45,4 % SPD 9,2 % 14,7 % AfD 18,4 % 11,6 % Grüne 2,0 % 14,1 % FDP 7,2 % 3,7 % BSW 4,6 % – FW 4,6 % 4,3 % Die Linke 1,3 % 1,2 % Sonstige 5,3 % 5,0 %
Wappen Die Blasonierung des Mambacher Wappens ist ein goldenes Antoniuskreuz mit zwei silbernen Glöckchen auf rotem Grund. Das Kreuz ist die heraldische Form eines zum Wandern benutzten Krückstocks. Dies war das Zeichen des Ordens der Antoniter und soll beim Sammeln von Almosen durch die Glöckchen auf sich aufmerksam machen. Das Wappen bezieht sich auf den Namenspatron der Kapelle St. Antonius den Einsiedler.Ortsbeschreibung zu Mambach, aufgerufen am 15. Juli 2019 Das Wappen wurde vom Generallandesarchiv Karlsruhe entworfen und von der Gemeinde 1902 angenommen.Harald Huber: Wappenbuch Landkreis Lörrach. Im Verlag des Südkurier, Konstanz 1984, S. 145
Kultur und Sehenswürdigkeiten Ortsbild und Bauwerke Die 1809 erwähnte Kapelle stand bis zur Brandkatastrophe vom 30. Juni 1870 am Platz des heutigen Rathauses und wurde danach als Antoniuskapelle wieder aufgebaut. Manchmal wird die Antoniuskapelle auch als Dorfkirche von Mambach bezeichnet.
mini|Alte Schmiede Mindestens seit 1719 existiert eine Schmiede in Mambach, was sie zu einer der ältesten im gesamten Schwarzwald macht. Über Generationen wurde sie als Huf- und Wagenschmiede betrieben und nach dem Dorfbrand wurde sie 1871 neu errichtet und immer wieder erweitert. Der Schmiedebetrieb wurde 1985 eingestellt. Das gesamte Inventar ist erhalten geblieben steht wegen technik- und heimatgeschichtlicher Bedeutung seit 2013 unter Denkmalschutz. Von 2012 bis 2016 wurde mit Hilfe des Vereins, der sich für die Belange der alten Schmiede kümmert, eine Restaurierung durchgeführt. Die funktionsfähige Schmiede steht für Besucher zur Besichtigung zur Verfügung.Website der Alten Schmiede Mambach
Bergkapelle Maria Frieden mini|Bergkapelle Maria Frieden in Mambach Auf Mambacher Gemarkung in Richtung Pfaffenberg steht auf der Bergkuppe des Köpfles auf die katholische Bergkapelle Maria Frieden. Sie geht auf die Initiative von Pfarrkurat Eugen ThomaThoma kam 1942 als erster Pfarrer zur Pfarrkuratie Atzenbach zu der Mambach gehörte zurück, der die Kapelle als Dank für die Verschonung des Wiesentals und als Mahnung des Friedens unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Kuratie Atzenbach erbauen ließ., aufgerufen am 15. Juli 2019 Bereits im Juni 1945 erfolgte der erste Spatenstich, am 21. September 1945 war das Richtfest und am 17. Juni 1946 die Einweihung.siehe Berthold Hänel: Maria Frieden - ein ständiges Mahnmal. In: Die Markgrafschaft, Heft 11/1962, S. 2
Die Kapelle ist ein Rechteckbau mit sechs rundbogigen Fenstern. Dem ist ein Chor mit zwei Fenstern angeschlossen. Die beiden Bauteile haben Satteldächer unterschiedlicher Höhe. Im Westen sitzt ein Dachreiter darauf. Das Altarbild wurde vom Freiburger Kunstmaler Hans Franke geschaffen. Die heutige Orgel wurde 1970 von der bayerischen Firma Deininger & Renner gebaut und arbeitet mit einer Schleiflade, einer mechanischen Spieltraktur und einer mechanisch-elektrischen Registertraktur. Sie hat ein Manual und ein selbständiges Pedal.siehe Helm S. 455
Von der römisch-katholischen Kirche Mariä Himmelfahrt im Zeller Stadtteil Atzenbach führt der Maria-Frieden-Weg zur Kapelle. An vier Stationen sind Informationstafeln angebracht.
Bergklause Maria Frieden Etwas nordwestlich der Bergkapelle, wo der Weg zur Kapelle von der Ortsverbindungsstraße zwischen Mambach und Pfaffenberg abzweigt, wurde im Herbst 1947 die Bergklause Maria Frieden als Heim für Flüchtlingswaisenkinder eröffnetsiehe Berthold Hänel: Maria Frieden - ein ständiges Mahnmal. In: Die Markgrafschaft, Heft 11/1962, S. 2 Digitalisat der UB Freiburg. und bis in die 1990er Jahre betrieben.Sarah Trinler: Trauma eines Verschickungskindes in Zell-Mambach: "Ich bin in dieser Zeit verstummt". In: Badische Zeitung vom 29. Juni 2023. Das Heim geht ebenfalls auf die Initiative von Eugen Thoma zurück und wurde vom Architekten Adolf Julius Lorenz geplant. 1994 bis 2011 führte Pater Ludwig Kuhn (1945–2016)Im Gedenken an Ludwig Kuhn auf der Homepage der Pallottiner; abgerufen am 19. Dezember 2019 im Auftrag seines Pallottiner-Ordens das Haus und machte es zu einem ökumenischen Treffpunkt für geistiges und religiöses Leben.Hubert Doebele: Bergkapelle wurde "Tankstelle" für geistiges Leben. In: Badische Zeitung vom 27. Mai 2011; abgerufen am 19. Dezember 2019siehe auch Ingrid Jennert: Die heilende Kraft der christlichen Botschaft : "therapeutische Seelsorge": das spirituelle Angebot der Bergklause "Maria Frieden" im Wiesental. In: Konradsblatt. Jahrgang 89 (2005), Nr. 45, S. 12 Seit 2011 befindet sich das Haus in Privatbesitz.Sarah Trinler: Trauma eines Verschickungskindes in Zell-Mambach: "Ich bin in dieser Zeit verstummt". In: Badische Zeitung vom 29. Juni 2023.
Natur Im Norden der Gemarkung bildet der Biegenbach kurz vor seiner Einmündung in den Pfaffenbach die Höll-Wasserfälle. In Kaskaden stürzt der Bach 22 Meter in die Tiefe, wobei der Hauptfall eine Fallhöhe von 4 Metern aufweist. Der versteckt liegende Wasserfall ist über die Bergklause Maria Frieden gut zu erreichen.bz-ticket.de: Höll-Wasserfälle, aufgerufen am 11. Februar 2023.
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