Die Liste der Schüler von Justus von Liebig verzeichnet die Schüler von Justus von Liebig (1803–1873), dem Begründer einer der bedeutendsten Chemikerschulen des 19. Jahrhunderts. Er war 1824 bis 1852 Professor in Gießen und danach in München.Hauptquelle ist das Buch von Georg Schwedt, Liebig und seine Schüler, Springer 2002. Die Liste von 209 Schülern ist nach Schwedt unvollständig (die Liste ist auch vorzeitig abgebrochen, im Text werden mehr Schüler erwähnt). Wenn nicht anders vermerkt ist das Buch die Quelle für einen Eintrag als Schüler von Liebig. Auch die Münchner Schüler sind nicht vollständig aufgenommen (z. B. George Jarvis Brush, Ogden Nicholas Root, Wilhelm Fleischmann und Victor Merz fehlen).

A James Allan (1825–1866), 1844 in Gießen, Chemielehrer an der Royal School of Medicine in Manchester und danach in Sheffield Thomas Anderson (1819–1874), promovierte 1841 in Edinburgh mit einer Arbeit über Chemie zum Doktor der Medizin. 1842 bei Berzelius in Stockholm und 1843/44 in Gießen, Professor in Edinburgh und Glasgow. Befasste sich mit landwirtschaftlicher Chemie und entdeckte die Picoline.

B Lambert Heinrich von Babo (1818–1899), 1843 in Gießen, Professor in Freiburg Alfred Ferdinand Baldamus (1820–1886), 1841 in Gießen, Reichstagsabgeordneter und Gutsbesitzer William Bastick (1818–1903), 1842 in Gießen, pharmazeutischer Chemiker in Buckingham Moritz Baumert (1818–1865), 1847 in Gießen, Professor in Bonn Louis Theodor de Beauclair (1813–1846), 1832 in Gießen, Apotheker in Usingen Ernst Becker (1826–1888), promovierte bei Liebig Friedrich August Bensch (* 1817), 1844/45 bei Liebig in Gießen, bei dem er promovierte. Industriechemiker in Ringkühl bei Kassel. Willem Berlin (1825–1902), 1844 in Gießen, Professor für Anatomie (und Zoologie) in Amsterdam (am Athenaeum, das 1877 Universität wurde) Albert Bernays (1823–1892), ab 1841 in Gießen und 1843 promoviert, Lecturer in London Friedrich Bernoulli (1824–1913), 1844 in Gießen, Apotheker Gerhard Wilhelm Bichon, 1843 in Gießen und 1844 dort promoviert, aus den Niederlanden. Übersetzte die Chemischen Briefe von Liebig ins Französische James Elliot Blake (1814–1893), 1843 in Gießen, Weinhändler in Australien Hermann Bleibtreu (1821–1881), 1845 in Gießen, Promotion 1846, Assistent von August Wilhelm von Hofmann in London, Industriechemiker in einer Zementfabrik bei Stettin. George Rudolphe Blanchet (1807–1864), ab 1832 in Gießen, Schweizer, Vizepräsident des Erziehungsrats im Kanton Waadt in Lausanne John Blyth (1814–1871), 1843 in Gießen, später Professor am Queen’s College Cork, übersetzte Liebigs Chemische Briefe ins Englische. Emil Böckmann (* 1811), 1836 in Gießen, Chemiker im Labor von Fries in Heidelberg Wilhelm Heinrich Böttinger (1820–1874), aus Heilbronn, ab 1843 in Gießen und 1844 dort promoviert, ging nach England und wurde Chemiker in einer Brauerei. Pompejus Bolley (1812–1870), später Direktor des Polytechnikums Zürich Friedrich Bopp (1824–1849), in Gießen 1844, Assistent von Liebig, starb in der Badischen Revolution Daniel Breed, aus New York, war 1850 bei Liebig.Chemistry Tree. Nicht bei Schwedt, aber bei Fruton. Arbeitete dort über Phosphat im Urin und Aschenanalyse des Gehirns. War promoviert. Übersetzte in den USA chemische Bücher (Löwig, Wille) und war Berater für Patentanmeldungen auf dem Gebiet der Chemie und zeitweise auch am Patentamt in den USA. Louis Brill (1814–1876), 1838 in Gießen, Apotheker in König Benjamin Collins Brodie jr. (1817–1880), ab 1844 in Gießen, 1850 promoviert, Professor in Oxford Johann Conrad Bromeis (1820–1862), 1839 in Gießen, Professor in Marburg George Jarvis Brush (1831–1912), studierte in München bei Liebig. Professor für Mineralogie und Metallurgie in Yale.Nicht bei Schwedt verzeichnet Franz Anton Buchka (1828–1896), hatte die Kopf-Apotheke in Frankfurt, 1850 in Gießen Ludwig Andreas Buchner (1813–1897), 1843 in Gießen, Professor in München Philipp Theodor Buchner (1821–1890), 1841 in Gießen und dort 1842 promoviert, Professor für Chemie am Polytechnikum in Darmstadt Georg Büchner (1813–1837), 1833 bis 1835 in Gießen, unter anderem studierte er bei Liebig Frank Buckland (1826–1880), 1845 in Gießen. Heinrich Buff (1805–1878), 1826 in Gießen und 1827 dort promoviert. Später Professor in Gießen. Heinrich Ludwig Buff (1828–1872), war 1851 in Gießen, Professor am Polytechnikum in Prag Benjamin Louis Bujard (1824–1862), 1848 in Gießen, Apotheker in Yverdon. John Lloyd Bullock (1812–1905), war 1837 in Gießen (Privatassistent von Liebig), Apotheker und Fabrikant in London

C Robert Corbert Campbell (1817–1840), 1838 in Gießen, Arbeiten über Ferrocyanide Alexei I. Chodnev (1818–1883), Professor in Charkow Karl Clemm-Lennig (1817–1887), ab 1839 in Gießen und 1845 promoviert, gründete 1854 eine Düngerfabrik in Mannheim, wurde 1853 US-Staatsbürger Gustav Ludwig Crasso (* 1810), war 1840 bei Liebig, Inspektor der königlichen Porzellanmanufaktur in Meißen Alexander Crum (1828–1893), war 1844/45 in Gießen, später in der Kattunfabrik seines Vaters in Glasgow

D Horace Marc Demarcay (1813–1866), studierte 1832 bis 1837 bei Liebig, französischer Politiker Ernst Dieffenbach (1811–1855), 1828 in Gießen bei Liebig, Professor für Geologie in Gießen. Otto Doepping (1814–1863), ab 1842 bei Lieb und 1844 promoviert. Chemiker an der kaiserlichen Porzellanmanufaktur in Sankt Petersburg und später an der Newsky-Stearinfabrik. Charles Dollfus (1828–1907), promovierte 1846 bei Liebig, übernahm die Chemiefabrik seines Vaters in Frankreich, gründete Hotels in der Schweiz und in Cannes. E William Eatwell (1819–1899), bei Liebig 1837, promovierte in Glasgow in Medizin und ging nach Indien, wo er Prinzipal des Calcutta Medical College war. Karl Friedrich Enderlin (1819–1893), war 1842 bei Liebig, Gründer von Seidenfärbereien in Basel. Christian Gotthold Engelmann (1819–1884), Apotheker in Basel Emil Erlenmeyer (1825–1909), studierte bei Liebig und promovierte bei ihm 1850, später Direktor der TH München. Carl Jacob Ettling (1806–1856), 1835 erster Staatsassistent von Liebig, später Professor für Mineralogie in Gießen. F Hermann Fehling (1811–1885), nach der Promotion in Heidelberg 1837 in Gießen und Paris, Professor am Polytechnikum in Stuttgart, bekannt für die Fehling-Probe. Ottokar von Feilitzsch (1817–1885), nach der Promotion in Bonn (1841) in Gießen, Physikprofessor in Greifswald. Ludwig Rudolf von Fellenberg-Rivier (1809–1878), war 1841 in Gießen, übernahm die Papierfabrik seines Vaters, dann Professor für Mineralogie und Chemie in Lausanne, später Privatlabor in Bern. Wilhelm Hugo Fleck (1828–1896), war ab 1850 in Gießen, Professor für Chemie und Physik in Dresden und Direktor des Gesundheitszentrums. Wilhelm Fleischmann (1837–1920), studierte in München bei Liebig. Professor in Königsberg und München.Nicht bei Schwedt verzeichnet. Theodor Fleitmann (1828–1904), Assistent von Liebig, bei dem er 1850 promovierte. Ab 1851 Industriechemiker. George Fownes (1815–1849), promovierte 1841 bei Liebig, Professor am University College London. Fellow der Royal Society. William Francis (1817–1904), promovierte 1842 bei Liebig, Autor und Herausgeber von Chemiezeitschriften. Edward Frankland (1825–1899), 1849 in Gießen, Professor an der Royal Institution bzw. dem Royal College of Chemistry in London Carl Remigius Fresenius, promovierte 1842 bei Liebig, Gründer des bekannten Labors

G John Gardner, Privatassistent von Liebig, promovierter Mediziner und Pharmazieunternehmer, Mitglied der Chemical Society, Herausgeber der englischen Ausgabe Familiar letters on chemistry von Liebig (1843).Nicht bei Schwedt verzeichnet. Auf S. 201 findet sich aber das Foto von Bullock und Gardner bei Besuch in Gießen 1842 mit Fresenius und Will. Das machte Liebigs Namen bei Gutsbesitzern in England bekannt. Gardner und Lloyd Bullock besuchten Liebig und schlugen vor, in London eine ähnliche Chemieschule zu gründen, angesiedelt an der Royal Institution. Ein Teil sollte die Ausbildung von Apothekern übernahmen, ein anderer anderswo untergebrachter Teil ein kommerzielles Labor sein. Das führte aber 1845 zur Gründung des Royal College of Chemistry, wobei Gardner und Bullock ausgebootet wurden (Gardner war noch 1846 kurz Sekretär des Royal College of Chemistry, bevor er entlassen wurde).William Brock, Justus von Liebig. The chemical gatekeeper, Cambridge UP 1997, S. 104 Jules Gay-Lussac (* 1810), Sohn des berühmten Chemikers Joseph Louis Gay-Lussac (der Lehrer von Liebig), war 1831 bei Liebig und arbeitete dort über Paraffin. Später arbeitete er bei Pelouze. Lebte später in Kairo. Friedrich August Genth (1820–1893), war 1841 in Gießen, Assistent von Bunsen, Professor an der University of Pennsylvania. Charles Frédéric Gerhardt (1816–1856), 1836/37 bei Liebig, Professor in Montpellier, Paris, Straßburg Oliver Wolcott Gibbs (1822–1908), ab 1845 in Berlin, Gießen, Paris, Professor in New York und Harvard Joseph Henry Gilbert (1817–1901), England, später in der Düngemittelindustrie Theophile Gindroz (1813–1872), 1838 bei Liebig, Apotheker in Morges. Lorenz Giulini (1824–1898), 1842 bei Liebig, promovierte aber in Heidelberg, leitete eine Chemiefabrik in Ludwigshafen. John Hall Gladstone (1827–1902), ab 1847 in Gießen und dort 1848 promoviert, Professor an der Royal Institution in London. Thomas Graham (1805–1869), Professor in Glasgow und London. Er besuchte Liebig auf einer Europareise 1836. Liebig, der 1837 England besuchte auf Einladung von Thomas Thomson und dabei auch Graham besuchte und mit ihm chemische Fabriken bei Glasgow besuchte, nannte ihn damals als bedeutendsten Chemiker in England – auch wenn der Stand der Chemie damals dort nach Liebig nicht sehr gut war – neben dem älteren Thomson. Leitete ab 1854 die Münze und war erster Präsident der Chemical Society. William Gregory (1803–1858), 1835 bis 1841 bei Liebig, Professor in Glasgow, Aberdeen und Edinburgh, übersetzte die meisten Werke von Liebig ins Englische Friedrich Griepenkerl (1826–1900), promovierte 1848 bei Liebig, Schüler von Wöhler, Professor für Landwirtschaft in Göttingen. James Gros (* 1817), Fabrikant im Elsass (Wesserling), 1837 bei Liebig. Carl Gustav Guckelberger (1820–1902), studierte am Polytechnikum in Stuttgart, promovierte 1848 bei Liebig (bei dem er über volatile Zersetzungsprodukte von Albumin arbeitete) und war dessen Assistent von 1847 bis 1849, dann Industriechemiker zuerst in einer Papierfabrik und dann einer Sodafabrik bei Kassel. Karl Gundelach (1821–1878), promovierte 1846 bei Liebig, Chemiefabrikant in Luisenthal

H Wilhelm von Hamm (1820–1880), promovierte 1845 bei Liebig in Gießen, Agrarwissenschaftler Friedrich Hegmann (1813–1860), 1837 bei Liebig, ging in die USA und war Apotheker in New York City. Wilhelm Heldt (1823–1865), war 1842 in Gießen, promovierte in Berlin. Karl Wilhelm Hempel (1820–1898), promovierte 1848 bei Liebig, Pharmazeut in Gießen Wilhelm Henneberg (1825–1890), 1846 bei Liebig, Professor in Göttingen William Charles Henry (1804–1892), sein Vater war Fabrikant in Manchester. Er promovierte in Edinburgh in Medizin und war 1836 der erste englische Schüler von Liebig. Schrieb eine Biographie von John Dalton. Carl Hertwig (1820–1896), war 1842 bei Liebig, Zigarettenfabrikant in Mühlhausen. John Frederick Hodges (1815–1899), zunächst Arzt, promovierte 1843 bei Liebig, Chemieprofessor in Belfast. (Gustav) Reinhold Hoffmann (1831–1919), 1849 bei Liebig, promovierte bei Kekulé in Heidelberg, Direktor einer Ultramarinfabrik in Marienberg und später bei Kalle Chemie in Wiesbaden. August Wilhelm von Hofmann (1818–1892), Assistent von Liebig, bei dem er 1843 promovierte. Professor in Bonn, London und Berlin. Einer der berühmtesten Liebig-Schüler. Eben Norton Horsford (1818–1893), Professor in Harvard, gründete Rumford Chem. Company für Backpulver