Der 400-Meter-Hürdenlauf der Männer bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio fand vom 30. Juli 2021 bis 3. August 2021 im neuerbauten Nationalstadion statt.
Olympiasieger wurde der Norweger Karsten Warholm, der im Finale in 45,94 s als erster Läufer unter 46 Sekunden blieb und damit einen neuen Weltrekord aufstellte. Silber gewann der US-Amerikaner Rai Benjamin. Ihm gelang mit 46,17 s die Verbesserung des Kontinentalrekords für Amerika. Bronze ging an den Brasilianer Alison dos Santos. Auch er lief mit 46,72 s einen neuen Kontinentalrekord, und zwar für Südamerika.
Aktuelle Titelträger OlympiasiegerKerron Clement ()47,73 sRio de Janeiro 2016WeltmeisterKarsten Warholm ()47,42 sDoha 2019EuropameisterKarsten Warholm ()47,64 sBerlin 2018Nord-/Zentralamerika-/Karibik-MeisterKyron McMaster ()48,18 sToronto 2018Südamerika-MeisterAlison dos Santos ()49,88 sLima 2019AsienmeisterAbderrahman Samba ()47,51 sDoha 2019Afrikameister Abdelmalik Lahoulou () 48,47 sAsaba 2018OzeanienmeisterIan Dewhurst ()50,79 sTownsville 2019
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord Karsten Warholm () 46,70 s Oslo, Norwegen 1. Juli 2021Athletics - Progression of world records, 400 m Hurdles - Men von Stephan Müller, 7. Oktober 2025 (PDF; 1134 KB), abgerufen am 29. Dezember 2025 Olympischer Rekord Kevin Young () 46,78 s Finale OS Barcelona, Spanien 6. August 1992
Rekordverbesserungen Dieser Wettbewerb war von ausgesprochen hoher Qualität, alleine sechs der acht Finalisten stellten einen Welt-, Kontinental- oder Landesrekord auf. Darüber hinaus gab es noch einen Kontinental- und einen Landesrekord. 1 Weltrekord: 45,94 s – Karsten Warholm (Norwegen), Finale am 3. August 3 Kontinentalrekorde: 47,31 s (Südamerikarekord) – Alison dos Santos (Brasilien), zweites Halbfinale am 1. August 46,17 s (Amerikarekord) – Rai Benjamin (USA), Finale am 3. August 46,72 s (Südamerikarekord) – Alison dos Santos (Brasilien), Finale am 3. August 4 Landesrekorde: 48,36 s – Rasmus Mägi (Estland), drittes Halbfinale am 1. August 47,08 s – Kyron McMaster (Britische Jungferninseln), Finale am 3. August 47,81 s – Yasmani Copello (Türkei), Finale am 3. August 48,11 s – Rasmus Mägi (Estland), Finale am 3. August
Vorrunde Die Vorrunde wurde in fünf Läufen durchgeführt. Für das Halbfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten vier Athleten (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die vier Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter.
Lauf 1 mini|hochkant=0.8| 30. Juli 2021, 11:25 Uhr (04:25 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Abderrahman Samba 48,38 2 Alison dos Santos 48,42 3 Abdelmalik Lahoulou 48,83 4 Kemar Mowatt 49,06 5 Ludvy Vaillant 49,23 6 Máté Koroknai 49,80 7 Chen Chieh 50,96
Lauf 2 mini|hochkant=1.1| 30. Juli 2021, 11:33 Uhr (04:33 Uhr MESZ) PlatzNamegblNationZeit (s)Anmerkung 1 Jaheel Hyde 48,54 2 Kenny Selmon 48,61 3 Hiromu Yamauchi 49,21 4 Constantin Preis 49,73 5 Creve Armando Machava 50,37 6 Mohamed Amine Touati 50,58 7 Sergio Fernández 51,51 8 Ned Azemia 51,67
Lauf 3
30. Juli 2021, 11:41 Uhr (04:41 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Karsten Warholm 48,65 2 Thomas Barr 49,02 3 Alessandro Sibilio 49,11 4 Luke Campbell 49,19 5 Wilfried Happio 49,39 6 Márcio Teles 49,70 7 Gerald Drummond 49,92
Lauf 4
30. Juli 2021, 11:49 Uhr (04:49 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Kyron McMaster 48,79 2 Yasmani Copello 49,00 3 Shawn Rowe 49,18 4 David Kendziera 49,23 5 Joshua Abuaku 49,50 6 Kazuki Kurokawa 50,30 7 Jordin Andrade 50,64
Lauf 5 mini|hochkant=0.8| 30. Juli 2021, 11:57 Uhr (04:57 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Rai Benjamin 48,60 2 Rasmus Mägi 48,73 3 Sokwakhana Zazini 49,51 4 Nick Smidt 49,55 5 Vít Müller 49,59 6 Takatoshi Abe 49,98 7 Jabir Madari Pillyalil 50,77
Halbfinale Das Halbfinale umfasste drei Läufe. Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten beiden Athleten (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter.
Lauf 1
1. August 2021, 21:05 Uhr (14:05 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Karsten Warholm 47,30 2 Rai Benjamin 47,37 3 Yasmani Copello 47,88 4 Thomas Barr 48,26 5 Kemar Mowatt 48,95 6 Sokwakhana Zazini 48,99 7 Ludvy Vaillant 49,02 8 Joshua Abuaku 49,93
Lauf 2 mini|hochkant=2.3| 1. August 2021, 21:15 Uhr (14:15 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Alison dos Santos 47,31 SR 2 Abderrahman Samba 47,47 3 Alessandro Sibilio 47,93 4 Kenny Selmon 48,58 5 Luke Campbell 48,62 6 Shawn Rowe 48,83 7 Nick Smidt 49,35 8 Vít Müller 49,69 Im zweiten Halbfinale ausgeschiedene Hürdenläufer:
Lauf 3
1. August 2021, 21:25 Uhr (14:25 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeitAnmerkung 1 Kyron McMaster 48,26 s 2 Rasmus Mägi 48,36 s 3 David Kendziera 48,67 s 4 Constantin Preis 49,10 s 5 Abdelmalik Lahoulou 49,14 s 6 Hiromu Yamauchi 49,35 s 7 Wilfried Happio 49,49 s 8 Jaheel Hyde 1:27,38 min
Finale mini|hochkant=1.9| 3. August 2021, 12:20 Uhr (05:20 Uhr MESZ) PlatzNameNationZeit (s)Anmerkung 1 Karsten Warholm 45,94 2 Rai Benjamin 46,17 NA 3 Alison dos Santos 46,72 SR 4 Kyron McMaster 47,08 5 Abderrahman Samba 47,12 6 Yasmani Copello 47,81 7 Rasmus Mägi 48,11 8 Alessandro Sibilio 48,77 Als Topfavorit ging der Norweger Karsten Warholm auf Bahn sechs ins Rennen, sein Hauptgegner, der US-Amerikaner Rai Benjamin, lief neben ihm auf Bahn fünf. Beide starteten mit aggressivem Tempo und hatten bereits bei der zweiten Hürde einen deutlichen Vorsprung auf den Rest des Feldes. Bis zur dritten Hürde setzte sich der Norweger auch von Benjamin ab und ging als klar Führender in die Zielkurve. Auf der Zielgeraden kam Benjamin wieder näher an Warholm heran, doch auf dem Schlussteil nach der zehnten und letzten Hürde setzte sich der Norweger wieder ab und lief als Olympiasieger ins Ziel.
Angesichts seiner hohen Qualität gingen den Fachleuten für diesen Wettbewerb die Superlative aus. Fast drei Jahrzehnte waren vergangen, bevor es Karsten Warholm einen guten Monat vor den Spielen in Tokio gelungen war, den Weltrekord des US-Amerikaners Kevin Young, aufgestellt bei den Olympischen Spielen 1992, zu unterbieten. Nun war der Norweger noch einmal um 76 Hundertstelsekunden schneller und blieb mit seinen 45,94 s als erster Läufer unter 46 Sekunden. Rai Benjamin hatte die Ziellinie in 46,17 s überquert, das war Amerikarekord. Mit dieser Zeit hätte er zuvor den bisherigen Weltrekord des Norwegers unterboten. Der drittplatzierte Brasilianer Alison dos Santos stellte mit 46,72 s einen neuen Südamerikarekord auf. Bis vor etwas mehr als einem Monat wäre das Weltrekord gewesen.
Auch hinter den drei Medaillengewinnern gab es weitere Rekorde. Der viertplatzierte Kyron McMaster stellte mit 47,08 s einen neuen Landesrekord für die Britischen Jungferninseln auf. Abderrahman Samba aus Katar kam in 47,12 s auf den fünften Platz. Yasmani Copello lief als Sechster mit 47,81 s neuen türkischen Landesrekord, der Este Rasmus Magi stellte als Siebter mit 48,11 s ebenfalls einen neuen Landesrekord auf.
Video Warholm smashes WORLD RECORD!, Full Men's 400m Hurdles Final, Tokyo Replays, youtube.com, abgerufen am 21. Mai 2022
Weblinks OLYMPIC STADIUM, TOKYO, Timetable/Results, Men's 400 Metres Hurdles, Weltleichtathletikverband World Athletics (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 21. Mai 2022 Athletics at the 2020 Summer Olympics, 400 metres Hurdles, Men, olympedia.org (englisch), abgerufen am 21. Mai 2022 Ergebnisse Olympische Spiele, Tokio (Japan), 30.07 - 08.08.2021, leichtathletik.de, abgerufen am 21. Mai 2022 Athletics, Men's 400m Hurdles Results, olympics.com, abgerufen am 21. Mai 2022
Einzelnachweise
Hurdenlauf 400 m Manner Kategorie:Leichtathletikwettbewerb in Shinjuku Kategorie:Nationalstadion (Tokio, 2019)