Bernhard Droste (* 17. Februar 1927 in Münster; † 5. Juli 2019 ebenda) war ein deutscher Architekt.

Leben Nach Schule, Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg begann Bernhard Droste nach 1945 zunächst eine Maurerausbildung. Anschließend absolvierte er die Staatsbauschule in Münster. Im Büro des Architekten Hans Ostermann konnte er ab 1952 sein Wissen vertiefen und erste Ausführungsplanungen übernehmen. In den Jahren 1953–1955 war er Mitarbeiter im Büro Dieter Oesterlen in Hannover. 1955 kehrte er zurück ins Büro Hans Ostermann, dessen Partner er ab 1955 und später auch sein Nachfolger wurde.

Unter dem Namen „Ostermann und Droste“ entstanden ab 1955 erste Bauten in Münster: darunter das Verwaltungsgebäude der Handwerkskammer am Aasee. Viele Wohnhäuser, Verwaltungs- und Geschäftsbauten, Schulen, Krankenhäuser und Kindergärten folgten. Am vielfältigsten zeigt sich sein architektonisches Schaffen in den Kirchbauten, die in den 1960er und 1970er Jahren im gesamten nordwestdeutschen Raum umgesetzt wurden. Ob als Erweiterung oder als Neubau: Häufig wählte Bernhard Droste zeltförmige Strukturen für die neuen Gottesräume, die in moderner Betonbauweise errichtet wurden. Besonders prägnante Beispiele sind St. Norbert in Lünen, St. Michael in Lingen und St. Matthäus in Melle. Ab 1981 führte er seine Projekte in Partnerschaft mit Werner Voskort aus. Im Jahr 2002 trat er in den Ruhestand.

Bernhard Droste heiratete 1953 die Tochter des Architekten Hans Ostermann, Gabriele Ostermann. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Seinen Vornamen verkürzte er selbst auf „Bernt“. Im Ruhestand verfasste er einen Gedichtband Natur und Zeitläufe. Was um uns geschieht.

Werk mini|St. Matthäus-Kirche in Melle, mit Anbau von 1971–74 mini|St. Matthäus-Kirche in Melle, Innenansicht des zeltartigen Anbaus als Mitarbeiter im Büro Hans Ostermann:

1952/53: Lichtspielhaus Schloßtheater in Münster, Melcherstraße 81 (unter Denkmalschutz) 1952: Wettbewerbsentwurf für das Stadttheater Münster 1953: Heilig-Geist-Kirche in Recklinghausen-Suderwich 1953–1954: Bank für Gemeinwirtschaft in Münster, Roggenmarkt 14 1954: Landesbank in Dortmund 1955: Wohn-Hochhaus in Münster, Warendorfer Straße 1955–1958: Ratsgymnasium in Münster, Bohlweg 1956/57: Herz-Marien-Kirche in Wesel-Flüren (heute St. Marien)

In Partnerschaft mit Hans Ostermann:

Kirchbauten 1963: Kath. Kapelle St. Laurentius in Bremen-Vahr (nach 1990 abgerissen) 1963–1967: St. Norbert in Lünen 1964–1968: St. Bonifatius in Lingen 1965: St. Michael in Lingen (heute: Kulturforum) 1966: St. Josef in Belm (Landkreis Osnabrück) 1967–1970: Kath. Gemeindezentrum St. Vicelin in Bad Oldesloe 1970: St. Mauritz in Münster (Renovierung zur 900-Jahr-Feier) 1971/72: St. Marien in Wesel-Flüren, Erweiterung um ein Querhaus und Chor, Glockenturm und Alltagskapelle 1971–1974: St. Matthäus in Melle, Erweiterung neuer Teil 1971: St. Amandus in Aschendorf/Ems, Restaurierung und Erweiterung 1971: St. Ludgerus in Heek, Restaurierung und Erweiterung 1971–1973: St. Martinus in Hagen 1972–73: Gemeindezentrum St. Josef in Papenburg 1973: Gemeindezentrum St. Marien in Eutin 1975: St. Petronilla in Münster-Handorf, Restaurierung und Erweiterung 1976–1977: St. Marien in Münster-Sprakel 1976–1977: St. Johannis in Hamburg-Steilshoop 1977–1979: St. Vitus in Meppen

Verwaltungs- und Geschäftsbauten 1955: Verwaltungsgebäude der Handwerkskammer in Münster, Bismarckallee 1 1962: Deutsches Rotes Kreuz-Zentrum in Münster, Aaseestadt (2018 abgerissen) 1972–1974: Möbelhaus Rincklake van Endert in Münster, Weseler Straße 253 1974–1976: Wohn- und Geschäftshaus für Elisabeth zur Aa in Münster, Bergstraße 67 (mit Max von Hausen, Ortwin Rave)

Krankenhausbauten 1956–1967: Franziskushospital in Münster, Hohenzollernring 72

Schulbauten 1967–1970: Karl-Wagenfeld-Realschule in Münster (seit 2015: Erna-de-Vries-Realschule)

Literatur Nils Gutschow, Gunnar Pick: Bauen in Münster. F. Coppenrath Verlag, Münster 1983, ISBN 3-88547-209-0. Bernt Droste: Natur und Zeitläufe. Was um uns geschieht. Principal Verlag, Münster 2013, ISBN 978-3-89969-160-3. Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-496-01488-1. BDA Münster-Münsterland: Bernhard Droste gestorben. Ein Architekt mit vielen Seiten. In: Westfälische Nachrichten. 13. Juli 2019 (Rubrik „Lokales“).

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