mini|St. Nicolai Wiedensahl (2015) St. Nicolai ist ein evangelisch-lutherisches Kirchengebäude in Wiedensahl, einem Flecken im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen.

Geschichte Schon um 1000 n. Chr. stand am See (heute: Wiedensahler Sahl) eine Kapelle des Edelhofs der Herren von See. Diese wurde 1275 um das Kirchenschiff und den Turm erweitert. Als Baumaterial dienten Feldsteine und grob behauener Sandstein. 1516 wurde nach dem Abbruch der alten Kapelle der Chorraum mit der Beichtkammer (die heutige Sakristei) dem Kirchenschiff angefügt.

Das Kirchenschiff und Chor bestehen aus unverputzten Bruchsteinen. Der Turm wurde 1851 neu verputzt. 1861 wurde das Südportal, das den Haupteingang bildet, in den Turm eingefügt.Martin Tews: St. Nicolai Kirche Wiedensahl. Wiedensahl 2024. Seit wann sich das gotische Sandstein-Relief in der Mitte der äußeren Chorwand zwischen zwei Spitzbogenfenstern befindet, ist nicht bekannt. Es zeigt eine Kreuzigungsgruppe mit der trauernden Gottesmutter Maria und dem Apostel Johannes mit einem Buch in der Hand. Mittig kniet ein Mönch, wahrscheinlich der Stifter des Reliefs, der Abt von Loccum. Eine Sandstein-Sonnenuhr aus dem Jahr 1742, Maßwerkfenster sowie insgesamt 106 Steinmetzzeichen zeichnen darüber hinaus das Baudenkmal aus.Eintrag im Denkmalatlas Niedersachsen; abgerufen am 24. Juli 2026

Ausstattung

Altar

Der Altar aus dem Jahre 1699 stammt von dem Schweizer Bildhauer Hans Egelin. Das den Altaraufsatz prägende Bildrelief des letzten Abendmahles ist von bekränzten Säulen mit Ähren und Weintrauben eingefasst. Den darüberliegenden Sprenggiebel schließt eine Kreuzigungsszene mit Maria zur Rechten und Johannes auf der linken Seite ab. Kanzel Die Kanzel wurde im Jahre 1675 ebenfalls von Hans Egelin geschnitzt. Die Treppe und der Sockel sind späteren Datums. Der ausladende Kanzelkorb ist reich verziert. Dominierend sind die Figuren der vier Evangelisten und mittig ein Christus als Salvator mundi. Diese Figur befindet sich auch oben als Rundplastik auf dem sechseckigen Schalldeckel.

Taufbecken Auch das hölzerne Taufbecken aus dem Jahr 1675 wird Hans Egelin zugeschrieben. Die Puttenköpfe am vierfüßigen Sockel korrespondieren mit den Engelsköpfen, die das Becken zieren. In das Becken ist eine Taufschale aus Zinn eingelassen. Umlaufend am Rand des Beckens befindet sich eine Stifterinschrift. Der mittelalterliche Taufstein aus Obernkirchener Sandstein steht heute auf dem Friedhof neben der Kirche.

Orgel

Zwischen 1878 und 1974 befanden sich insgesamt fünf verschiedene Orgeln in der Kirche. Das heutige Instrument wurde von der Orgelbaufirma P. Ott (Göttingen) erbaut; alte Teile sowie das Gehäuse von Johann Berenhard Klausing aus dem Jahr 1717 wurden dabei übernommen. Es besitzt 20 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Glocken Das Geläut der Kirche besteht aus zwei Glocken. Diese stammen noch aus der Renaissance sowie dem Barock. Sie wurden 2007 bei der Fa. Lachenmeyer (Nördlingen) restauriert. Dabei bekamen die Glocken neue Holzjoche. Bei einer wurde zudem ein fehlender Kronenhenkel ersetzt. Nr.  Gussjahr  Gießer, Gussort  Durchmesser(mm) Masse(kg) Schlagton  1 1693 N. Greve, Hannover 988ca. 540 gis1 2 1521 unbezeichnet 867 ca. 380 a1

Weblinks Kirchengemeinde Wiedensahl auf der Website des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum Pfarrkirche St. Nicolai im Denkmalatlas Niedersachsen Youtube-Video der Kirchenglocken Einträge der Kirchenglocken auf dem Glocken-Wiki #createsoundscape

Einzelnachweise

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