mini|Wappen des bergischen Uradelsgeschlechts Bernsau

Lutz Bernsau (* 15. März 1954 in Altena Westf.) ist ein deutscher Künstler und Designer. Bernsau ist der Name eines bergischen Uradelsgeschlechts mit eigenem Wappen, dessen lückenlose Stammfolge bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts reicht.

Sein Werk umfasst Malereien, Radierungen, Zeichnungen, Objekte und Skulpturen, Kunst-am-Bau-Projekte, Brunnenanlagen, Möbel- und Carpet-Kollektionen sowie Projekte im Bereich der visuellen Kommunikation und Filmproduktionen.

Leben 1975 bis 1981 studierte er Freie Grafik und Illustration an der Universität Duisburg-Essen, GHS Folkwang u. a. bei Sabine Tschierschky.

Schon während des Studiums erhielt er 1976 den Kunstpreis der „Dernieres Nouvelles d’Alsace“.

links|mini|Lutz Bernsau im Atelier Seine Diplomarbeit bestand aus dem Buch „Tango – Verweigerung und Trauer“Dieter Reichhardt, Lutz Bernsau: Tango – Verweigerung und Trauer. Verlag Klaus Dieter Vervuert, Frankfurt/Main, 1980, 270 Seiten, ISBN 3-921600-10-3., welches er zusammen mit dem Hispanisten Prof. Dr. Dieter Reichhardt und seinem Galeristen Lu Wieghardt, Galerie Altgasse 4, im Jahr 1980 veröffentlichte. Bernsau war hier für Konzeption und Entwurf verantwortlich und komplettierte Reichhardts Texte mit der Auswahl von 11 Kohlezeichnungen und 14 Bilder zum Thema „Tango“. Es entstand ein sprachwissenschaftliches Essay und eine Anthologie mit ca. 90 Tangotexten. Für das Gesamtwerk „Tango-Verweigerung und Trauer“ (ca. 80 Bilder), erhielt er 1980 den Förderpreis des Rotary Clubs Essen. Eine Wanderausstellung, die Teilnahme an der 8. Grafik-Biennale in Krakau, ART-Cologne (1981) sowie die Vorstellung des Buches auf der Internationalen Buchmesse in Frankfurt (1981) folgten.Lutz Bernsau erhielt `Rotary`- Förderpreis / Ausgereifte Arbeit des jungen Künstlers erfuhr große Anerkennung in Essen In: Altenaer Rundschau, 1980.

1981 war er Stipendiat der Werkstatt Altena, Kreis zur Förderung der Bildenden Kunst e.V.Tango-Buch von Bernsau ein Kunstwerk In: Westfälische Rundschau, 1980. Er war Mitbegründer des Lüdenscheider Künstlerbundes im Jahre 1982.10 Jahre danach: Entwicklung in Ausstellung dokumentiert In: Lüdenscheider Nachrichten, 1992.

1982 sowie 1996 war Bernsau auf der Internationalen Kunstmesse ART Basel vertreten. Mehr als 80 Einzelausstellungen in Deutschland, Frankreich, Schweiz und Spanien u. a. in der Galerie Mönch Bremen, Künstlerbund Lüdenscheid, Galerie im Stengelquartier Saarbrücken, Galerie Donath Troisdorf, Galerie Dahlem Dorf, Berlin, Galerie Borkowski Hannover, Stettener Schloß.Lutz Bernsau – Stationen einer Karriere In: ?, 2000.

1986 realisierte er in zentraler Lage eine Brunnenanlage in seiner Heimatstadt Altena, die „Splenterrölleken“ genannt wird und bis heute zu besichtigen ist.Brunnen-Plastik von Lutz Bernsau wurde jetzt in Altena eingeweiht In: Westfälische Rundschau, 25. Juli 1986. Bernsau beteiligte sich u. a. an der 8. Grafik Biennale in Krakau und der ART Basel. 2011–2017 entwickelte Bernsau die E-Commerce-Plattform für Regionalprodukte „Hofladen-Portal“. Seine Arbeiten sind im öffentlichen und Privatbesitz in Europa, USA, Südamerika und China.

Bernsau lebte und arbeitete von 1974 bis 2001 mit seiner damaligen Ehefrau Christiane Bernsau, geb. Wever, in der Gemeinde Herscheid / Sauerland. Das Paar trennte sich im Jahr 2001. Gemeinsamer Sohn ist Tim Philip Bernsau (* 14. Oktober 1982 in Lüdenscheid, Designer). links|mini|Feld des Wohlbehagens, Malerei

Ab 1992 bezog er ein Atelier in Menorca / Balearen. 1994 siedelte er mit seiner Familie ganz auf die iberische Insel über.Lutz Bernsaus Weg zwischen `Malhaus` und `Denkfabrik`/ Altenaer Künstler und ehemaliger Werkstatt-Stipendiat lebt seit `94 auf Menorca - Welt des Designs als Herausforderung In: Altenaer Rundschau, 15. November 1997.

Im Jahr 2000 inszenierte Lutz Bernsau als Künstler mit dem Kulturamt des Märkischen Kreises und der Firma Boecker Wender Stahl das Kulturevent „Belagerung“. Bernsau installierte 27 Edelstahlskulpturen und Klanginstallationen aus Präzisionsbandstahl zu einem Skulpturenpark und Klanggarten um die Burg Altena. Die Konzepte und Modelle entstanden in monatelanger Arbeit in seinen Ateliers auf Menorca und in Herscheid. Die Inszenierung fand im „Jahr der Industriekultur des Landes NRW“ statt und thematisierte den Dialog zwischen Industrie und Kultur bzw. Historie und Moderne. Der Kulturamtsleiter des Märkischen Kreises, Günter Gierke, eröffnete die Multi-Media-Inszenierung. Namhafte Musiker wie Pete York (Gründungsmitglied der Spencer Davis Group), Mario Argandona, Jose Cortijo, Wolfgang Lackerschmid und die Band Cantiga mit der Sängerin Deborah Carter traten an diesem Abend live auf und waren Bestandteil der Dramaturgie. Über Monitortürme und einer großformatigen Video-Leinwand wurden die von Bernsau konzipierten Trailer zur Zukunft der Industriekultur, Sequenzen zur Entstehung des Skulpturen- und Klanggartens und das Live-Konzert aus der Royal Albert Hall seiner menorquinischen Nachbarn, der Rockband Deep Purple, übertragen. Eine Lasershow und ein Feuerwerk beendeten das Schauspiel vor über 3000 Besuchern. Es entstand das Buch „Belagerung, Installationen von Lutz Bernsau“, erschienen 2000 im Seltmann & Hein Verlag, Köln.Belagerung, Installationen von Lutz Bernsau, 2000, Seltmann & Hein Verlag, Köln, 149 Seiten, ISBN 3-934687-02-4.Kunstwerk gelungen / Resonanz auf die `Belagerung der Burg Altena`war sagenhaft. Lüdenscheider Nachrichten, 18. September 2000.Die Belagerung – oder: ein Fest für Augen und Ohren / Die Burg wurde im Sturm genommen und platzte aus den Nähten – Spektakel begeisterte – Eindrücke kaum einzufangen. Altenaer Rundschau, 16. September 2000.Fantastisches Spektakel auf der Burg Altena / Künstlerische Belagerung der Burg: Klangskulpturen aus 15 Tonnen Stahl. Renommierte Percussionkünstler und Jazzer im Verein mit Altenaer Schützen. Deep Purple. Altenaer Kreisblatt, 29. August 2000.

links|mini|Belagerung der Burg Altena „Die Belagerung der Burg Altena beschert Altena ein Feuerwerk aus Skulpturen, Klängen, Musik; ein Gesamtkunstwerk, das Weltklasse-Schlagzeuger und Harley-Davidson-‚Ritter‘ in die Burg Altena einziehen lässt“ (Westfälische Rundschau, 5. August 2000)

„Der 15. September 2000 setzt die Burg als Schauplatz eines Kulturspektakels in den Blickpunkt: Es ist eine Inszenierung aus bildender Kunst, Bewegung und Musik, eingebettet in das Grau der Burgmauern und die Heimeligkeit des nach alten Plänen wieder hergerichteten Schlossparks. Lutz Bernsau, Künstler und Designer, verwandelt den Spazierweg rund um die historische Burg mit seinen bizarren Skulpturen in einen Kunstgarten, ein Entdeckungsfeld für Augen und Ohren.“ (Westfälische Rundschau, 9. August 2000)

Von 2002 bis 2011 lebte Lutz Bernsau mit Lisa Brühl (heute Lisa Wernsmann, Kulturwissenschaftlerin und Künstlerin) zusammen. Am 24. September 2004 wurde die gemeinsame Tochter Gemma Franziska in Mahon/Menorca (Spanien) geboren.

2006 kehrte er in seine Heimatstadt Altena zurück und unterhielt ein Atelier sowie die Agentur für Grafik und visuelle Kommunikation Bernsau & Partner.Bernsau: Am Ende stehen Lösungen, In: Westfälische Rundschau, 22. September 2006Frischer Wind, junges Team, kreative Designer – Bernsauhaus neu belebt / Im Haus auf der Nacht 5 öffnen Werkstatt und Atelier. Kunst zum Zugucken, In: Süderländer Tageblatt, 4. November 2006 Im Jahr 2007 / 2008 entwickelte Lutz Bernsau ein Gestaltungskonzept für einen Skulpturenpark (KRAH Gruppe, Drolshagen). Die Idee, Themenparks mit unterschiedlichen Gestaltungsvarianten zu planen, die dem Leitthema „Freude am Widerstand“ gerecht werden, wurde in mehreren Sitzungen gemeinsam mit der Familie Hermann entwickelt. Abgeschlossen wurde die Gesamtinstallation nach 8 Jahren im Jahr 2016 mit der „Omega-Skulptur“, auf dem neu geschaffenen Platz zwischen den beiden Verwaltungsgebäuden. Hier vereinen sich die aus den zwei Gebäudeteilen kommenden Energiestränge zu einer Stele, auf der symbolisch, stellvertretend für die Mitarbeiter, ca. 140 kleine Bronzefiguren, auf Augenhöhe das physikalische Zeichen für den elektronischen Widerstand hochhalten. Das fast schwebende Omegasymbol mit den Kleinskulpturen steht final für das Leitthema.

2011 startete Lutz Bernsau als Gründer seine Pionierarbeit „Hofladenportal“. Es entstand die dezentrale e-Commerce Plattform für Regionalprodukte www.hofladen-portal.de.

links|mini|Frontansicht Gut Almerfeld links|mini|Eingangsportal mit Wappen von Gut Almerfeld Von 2016 bis 2026 lebte und arbeitete Lutz Bernsau auf Gut Almerfeld in der Nähe von Brilon im Hochsauerlandkreis.

Er wird vertreten durch die Galerie und Kunst-Management-Agentur Pahmin Art in Hamburg.

Werk mini|Wandläufer, Gestaltung bei BWS

In seinem gesamten Werk beschäftigt sich Bernsau mit dem Mensch-Sein an sich sowie mit den Themen Partnerschaft und Beziehung. Er arbeitet interdisziplinär und experimentierfreudig in verschiedenen Techniken und Disziplinen.Zwischen Leidenschaft und Kälte / Unter kreativen Blockaden leidet der Maler und Designer Lutz Bernsau nicht – nur unter zu wenig Zeit In: Axel Bringschulte Arnsberg, Top Magazin Sauerland, Bringschulte Medien GmbH, 2009. mini|Farbköpfe, bemalte Holzskulpturen Seine großformatigen Stillleben, Landschaftsbilder und Figurenbilder sind Erkennungszeichen geworden. Neu sind Kollektionen von Objektkästen, farbige Holzskulpturen und Installationen mit seinen „Wandläufern“ aus Bronze.

Malerei links|mini|Bettenschlacht, Malerei

Bernsaus gesamtes malerisches Werk umfasst verschiedene Genres wie Landschaft, Porträt und Stillleben. Er malt die Gegenstände oft aus der Vogel- und Stufenperspektive, was ein typisches Merkmal für seine Bilder ist.Man erkennt den Bernsau an seinen Draufsichten und Perspektiven In: Süderländer Tageblatt?, 2001.

Während die früheren Arbeiten eine eher erdige, stumpfe Farbpalette aufweisen, sind spätere Werke in ihrer Farbigkeit stark von seinem langjährigen Wohnsitz auf der iberischen Insel Menorca geprägt.Lutz Bernsau bittet in zwei Galerien zum Tango In: Altenaer Rundschau, 27. August 1993. Schon in den 1980er Jahren beginnt Bernsau mit verschiedenen Materialien zu experimentieren. So setzt er u. a. Sand und Schiefermehl ein und verleiht seinen Bildern dadurch eine unverkennbare Haptik.Künstler Lutz Bernsau öffnet Gut Almerfeld für Besucher In: Westfalen Post online 2018

Seine Farben rührt er selbst mit Pigmenten und verschiedenen Bindemitteln an, um sie in ihrer Viskosität und Leuchtkraft beeinflussen zu können.

Typisch für Bernsau sind auch seine Collagen, bei denen er verschiedene Papiere, Notenblätter, Zeitungen etc. benutzt und teilweise wieder übermalt.

links|mini|Begegnungen 1, Malerei mini|Begegnungen 2, Malerei Seine Malgründe sind Leinwände und Holzplatten.

Porträts (Auszug) Johann Sebastian Bach (Bachforum) 1984 Kurt Kostal 1990 Leopold Kostal 1991 Karl-Heinz Brinkmann 2007 Rainer Fiala Drolshagen 2009 Nina S. 2013 Helmut Kostal 2017

Zeichnung und Druckgrafik Bernsaus Zeichnungen sowie Druckgrafiken werden als eigenständige Werkgruppe gefasst. Ein immer wieder bearbeitetes Thema in seinem grafischen Werk ist der argentinische Tango. Hier sind besonders die Kohlezeichnungen im 1980 erschienenen Buch „Tango – Verweigerung und Trauer“ sowie seine Radierungen zu Enrique Santos Discepolins Tangos zu erwähnen.Bildgrund auf Noten, Lutz Bernsaus Werke in Eyhausen In: ?, 1986. 1994 gestaltete er das Schallplattencover sowie die Tourneeplakate des argentinischen Klezmer-Klarinettisten Giora Feidman.Lutz Bernsau: Riesige Brunnen-Plastik wird im Herbst aufgestellt In: Altenaer Rundschau 1990

Skulpturen, Objekte und Kunst am Bau In seinen Skulpturen und Objekten verwendet Bernsau vornehmlich die Materialien Edelstahl, Bronze, Draht, Stein und Holz. Es lassen sich deutliche Parallelen zu seinen Bildelementen, wie beispielsweise den „Torsi“, wiederfinden.