Das Wappen der Stadt Volkach ist ein Hoheitszeichen der bayerischen Gemeinde Volkach im unterfränkischen Landkreis Kitzingen. Das Wappen wird bereits seit dem 14. Jahrhundert geführt und war im Laufe der Zeit einigen Veränderungen unterworfen.

Blasonierung Die aktuelle Version des Wappens wurde am 14. Oktober 1953 durch den bayerischen Minister des Inneren und stellvertretenden Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner genehmigt. Seit dem 12. November 1952 verwendet die Stadt Volkach ein Dienstsiegel, das ebenfalls das Wappenbild enthält. Die Blasonierung wird vom Haus der Bayerischen Geschichte leicht abgewandelt verwendet.Haus der Bayerischen Geschichte (Stephanie Heyl): Wappen Volkach, abgerufen am 10. Juli 2019.

Wappenbegründung und Symbolik Seit 1328 wurde erstmals der fränkische Rechen mit dem Herzogtum Franken bzw. dem Würzburger Fürstbischof Wolfram Wolfskeel von Grumbach in Verbindung gebracht, der das Zeichen in den Orten seiner Herrschaft als Herrschaftssymbol einführte.Feuerbach, Ute: Zu Wappen und Siegel der Stadt Volkach. S. 17. Die drei silbernen Spitzen verweisen auf die heiligste Dreifaltigkeit, die vier roten, nach unten gerichteten Spitzen sollen die vier Himmelsrichtungen symbolisieren.

Der blaue Wellenbalken auf der linken Seite stellt eine Verbindung zum Ortsnamen her. Es ist der Volkachbach dargestellt, der vom Steigerwald her kommend bei Volkach in den Main mündet.Bauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 68. Der Main, der heute eine große Rolle für die Stadt spielt, durfte zur Zeit der Wappenverleihung von den Volkacher Bürgern nicht genutzt werden. Der goldene Grund soll die reiche naturräumliche Ausstattung und die Fruchtbarkeit der Flur versinnbildlichen.

Wappengeschichte Ein Volkacher Stadtwappen tauchte erstmals in den Siegeln der Stadt auf, die an Urkunden angehängt wurden und Rechtskraft besaßen. Erstmals ist es vom 14. Jahrhundert überliefert. Damals präsentierte es sich vorne mit dem fränkischen Rechen, hinten befand sich, anders als auf dem aktuellen Wappen, eine Vierung von Silber und Rot. Seit dem Jahr 1328 war die Stadtherrschaft geteilt, sodass der Würzburger Fürstbischof (mit seinem Zeichen, dem fränkischen Rechen) und die Grafen zu Castell (mit der Vierung) Ansprüche auf die Stadt erhoben.Haus der Bayerischen Geschichte (Stephanie Heyl): Wappen Volkach, abgerufen am 10. Juli 2019. Das alte Wappen wurde in der Kirche Maria im Weingarten angebracht.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts erschien das Volkacher Salbuch als wichtige Rechtsquelle der Stadtgeschichte. Es enthält kein einziges Wappen. Wichtiger war das sogenannte Panier, die Stadtflagge, die als Zeichen des Schutzes auf den Türmen wehte. Eventuell verzichtete der Verfasser Niklas Brobst aus Rücksicht auf die politischen Probleme auf die Darstellung des Wappens. Inzwischen hielten vier Herren Anteile an der Stadt.

Diese Situation änderte sich im Verlauf des 16. Jahrhunderts, als die Würzburger Fürstbischöfe Volkach nach und nach ganz unter ihre Herrschaft bringen konnten. Nach Verzicht des Johann zu Castell auf seine Ansprüche auf die Stadt verschwand die Casteller Vierung aus dem Wappen Volkachs. Sie machte einem Wasserlauf, einem Symbol für die Bürgerschaft, Platz. Mit dem Wasser spielte man auf den Volkachbach an, der nahe der Stadt in den Main mündet.

Folgerichtig trug auch der Würzburger Bischof Konrad III. von Bibra den neuen Entwicklungen Rechnung und stellte Volkach am 22. Februar 1544 einen neuen Wappenbrief aus. Darin heißt es (heraldisch nicht korrekt): „Nemlich ein Schilte nach der lenge mitten entzwei abermals getheilt uber zwerg das obertheil roth und das untertheil weis alßo das der weisse theil drei zeu oder zacken uber sich in das rote theil strecke wie der reche unsers Hertzogthumbs zue francken, uff der anderen seiten ein wasserstrom der Volckach genant aber von dem rechten eck der selben seiten uber zwerg herab bis zue unterst der lincken seiten in einem gelben velde (...)“.Feuerbach, Ute: Zu Wappen und Siegel der Stadt Volkach. S. 11.

Inzwischen war die Gruppe der wappenführenden Personen und Institutionen stark angewachsen, sodass sogenannte Oberwappen die Wappen höhergestellter Persönlichkeiten von denen der Bürger unterschieden. Die Stadt Volkach erhielt im Wappenbrief von 1544 bereits ein solches Oberwappen zugesprochen. Es handelte sich um einen sogenannten Stechhelm, dem ein roter Bürgerhut mit weißer Stulpe aufgesetzt war. Als Helmzier dienten zwei Flügel, mit denen die Figuren des eigentlichen Wappens aufgegriffen wurden. Die Helmdecken präsentierten sich in Rot-Weiß bzw. Gelb-Blau. Auf das Oberwappen verzichtet die Stadt seit 1952.

In der Folgezeit erfuhr das verliehene Wappen mehrfache Abwandlungen. So wurde es 1573 auf dem Taufstein der Stadtpfarrkirche St. Bartholomäus ohne das Oberwappen angebracht. Auf einem Siegel von 1633 fehlt die Teilung des Schildes. Stattdessen überdeckt der Wellenbalken (heraldisch korrekt) von rechts nach links das ganze Wappen. Auf der rechten Seite wurde als Zeichen für die Stadt der Buchstabe „V“ angebracht.Feuerbach, Ute: Zu Wappen und Siegel der Stadt Volkach. S. 21.

Eine neue Veränderung erfuhr das Wappen der Stadt im Zuge der Säkularisation im beginnenden 19. Jahrhundert. Das Hochstift Würzburg wurde aufgelöst und Volkach Teil des Königreichs Bayern. Im Jahr 1819 genehmigte die Regierung der Stadt die Führung eines Wappens und Siegels. Allerdings hatten sich die Farben wohl im Zuge des Herrschaftswechsels verändert: Die drei Zacken blieben weiß, die Grundfarbe veränderte sich in Blau, sodass das neue Wappen die Nationalfarben Bayerns aufwies. Ebenso floss der Wellenbalken nun durch ein silbernes Feld. Die neue Farbkombination war heraldisch nicht zugelassen.

Im Jahr 1878 erhielt die Stadt durch das Hauptmünz- und Stempelamt neue Siegelstempel. Hierbei änderte man die Farben des Rechens wieder in Rot und Silber, der Wellenbalken wurde nun in Silber auf blauem Grund gestaltet. Die unhistorische Veränderung fiel im Jahr 1927 dem damaligen Volkacher Bürgermeister Josef Wächter auf und er beauftragte den Würzburger Archivar Josef Friedrich Abert mit Recherchen über das Wappen. Abert informierte Wächter bereits 1932 über die eigentliche Farbgebung. Erst 1952 korrigierte man den Fehler.Feuerbach, Ute: Zu Wappen und Siegel der Stadt Volkach. S. 12.

Stadtflagge mini|hochkant|Die Stadtflagge vor dem Rathaus Die Stadt Volkach besitzt seit dem 20. Jahrhundert eine Stadtflagge in den Stadtfarben Blau-Gelb.Kommunalwappen: Stadt Volkach, abgerufen am 10. Juli 2019. Zentral wurde das Wappen auf der Flagge angebracht. Die Flagge weht vor kommunalen Einrichtungen wie dem Rathaus und der Volkshochschule. Ursprünglich war die Flagge wesentlich wichtiger für die städtische Außenwahrnehmung als das Wappen. Das sogenannte Panier verwies auf den Stadtrechtsverleiher und war an Türmen angebracht.

Im Volkacher Salbuch des Niklas Brobst taucht die Volkacher Stadtflagge an zwei Stellen auf. Zum einen diente sie als Erkennungszeichen für das Volkacher Aufgebot, das aus den Schützen der Gemeinde bestand. Zum anderen wehte die Flagge als Marktbanner an den Tortürmen der Stadt, um den Marktschutz zu versinnbildlichen. Das Banner wies noch im 16. Jahrhundert eine Vierung von rot und weiß auf und spielt auf die Verbindung zum Haus Castell bzw. dessen Vertreter Hermann zu Castell an, der als Stadtgründer Volkachs galt.Feuerbach, Ute: Zu Wappen und Siegel der Stadt Volkach. S. 15 f.

Wappen der Ortsteile Alle Ortsteile mit eigener Gemarkung besitzen heute Wappen bzw. Wappensignets. Mit Ausnahme dreier Orte, die bereits vor der Gemeindegebietsreform in den 1970er Jahren ihre Wappen beantragten, erhielten die Ortsteile erst später sogenannte Signets, die als Identifikationsobjekte wohl auch geschaffen wurden, um die verlorene Selbstständigkeit auszugleichen. Die Wappen dienen heute keinem offiziellen Zweck mehr und werden vor allem in der Werbung für örtliche Veranstaltungen eingesetzt.

Vor der Gebietsreform Die drei Ortsteile Astheim, Dimbach und Fahr führten allesamt bereits vor der Gemeindegebietsreform ein Wappen. Alle drei besaßen bereits lange vor dem 20. Jahrhundert Erkennungszeichen, die zumeist auf Siegeln überliefert wurden. Astheim stieg bereits im 15. Jahrhundert zu einem Ort mit Marktrecht auf und erhielt deshalb wohl als erstes ein Siegel. Alle drei ehemaligen Gemeinden spielen mit der Farbgebung Rot und Weiß (heraldisch korrekt: Silber) auf die historische Zugehörigkeit zum Hochstift Würzburg an.

WappenBauer, Hans: Alte und neue Wappen im Landkreis Kitzingen. S. 68 f. Stadtteil Eingemeindet Beschreibung Eingeführt 100x100px|Wappen Astheim 1. Januar 1972 Blasonierung: „Schild gespalten; vorne in Silber zwei blaue Pfähle, hinten in Rot auf silbernem Berg ein gestümmelter silberner Ast.“Das Wappen wurde von Friedrich Merzbacher angefertigt und lehnt sich an das Dorfsiegel Astheims an, das bereits aus dem Jahr 1509 als „Dorffs gemein Insigell“ überliefert ist. Das Wappen weist auf die Herrschaft der Herren von Seinsheim über das Dorf hin, deren Familienwappen ebenfalls die Spaltung in Silber und Blau zeigt. Der Ast ist auf den Namen des Dorfes zurückzuführen. Die Tingierung in Rot und Silber verweist auf das Hochstift Würzburg, dessen Wappen ebenfalls diese Farbgebung aufweist. 3. Januar 1952 100x100px|Wappen Dimbach 1. Oktober 1977 Blasonierung: „Gespalten; vorne geteilt von Gold und Blau, oben ein blauer Wellenpfahl, unten ein silberner Balken, der von drei 2 zu 1 gestellten, sechsstrahligen, silbernen Sternen begleitet ist; hinten in Rot drei silberne Spitzen.“Das Wappen geht auf ein Siegel von 1810 zurück, das sich die Gemeinde nach der Säkularisation gab. Die drei roten Spitzen weisen als fränkischer Rechen auf das Herzogtum Franken hin, in dem Dimbach lange Zeit lag. Der silberne Balken mit den drei Sternen ist dem Wappen des Judas Thaddäus Sigerst entlehnt, der als letzter Abt des Klosters Münsterschwarzach vor der Säkularisation die Verbindung zur Abtei symbolisiert. Der Wellenpfahl verweist auf die Gewässer auf Dimbacher Gemarkung 5. Februar 1969 100x100px|Wappen Fahr 1. Mai 1978 Blasonierung: „In Rot zwei gekreuzte silberne Ruder.“Die beiden gekreuzten Ruder weisen auf die Fähre im Ort hin, die ursprünglich mit ebensolchen Rudern genutzt wurde. Als der „gemeine Fahr“ das Fährrecht erteilt wurde, durfte sie das Ortssiegel führen. Die Farben verweisen auf das Hochstift Würzburg. unklar

Nach der Gebietsreform Weitere sieben Wappen entstanden nach der Gemeindegebietsreform, wobei auch sie teilweise Vorgänger in den Siegeln der jeweiligen Gemeinde besitzen. Die Wappen von Eichfeld, Gaibach und Rimbach verweisen auf die herrschaftlichen Zugehörigkeiten in Mittelalter und Früher Neuzeit und spielen mit ihren Tingierungen auf die Grafen zu Castell bzw. von Schönborn an. Bei den Wappen von Eichfeld, Köhler, Krautheim und Rimbach wurden redende Wappen geschaffen, die auf den Ortsnamen verweisen.