Ryan Day (* 23. März 1980 in Pontycymer) ist ein walisischer Snookerspieler. Er wurde 1999 Profi und gewann in den 2010er und 2020er Jahren 4 Weltranglistenturniere.
Karriere Ryan Day war ein erfolgreicher Jugendspieler und begann mit 16 Jahren auch an internationalen Turnieren teilzunehmen. Bei der U21-Weltmeisterschaft 1997 erreichte er das Viertelfinale. Ein Jahr später stand er bei der Amateurweltmeisterschaft im Finale und unterlag Luke Simmonds mit 10:11. Das Match wurde mit der letzten Schwarzen entschieden.
Früher im Jahr hatte er gegen den zweimaligen Titelträger Ron Jones die walisische Amateurmeisterschaft gewonnen.
Erste Profijahre Um Zugang zur Profitour zu erlangen, nahm Day an der UK Tour 1998/99 teil. Er erreichte einmal das Halb- und einmal das Achtelfinale und überstand 7 Runden in der Weltmeisterschaftsqualifikation. Danach trat er ab 1999 bei den Profiturnieren an. Sein erster Profisieg war ein 5:4 über Mark Davis bei den China Open. Die anschließende Achtelfinalteilnahme bei den Welsh Open 2000 war sein erster großer Erfolg. Er besiegte den Weltranglisten-15. Steve Davis, bevor er dem späteren Sieger John Higgins unterlag. Bei der Weltmeisterschaft am Saisonende kam er unter die Letzten 96 und schaffte es damit unter die Top 128 der Weltrangliste. Im zweiten Jahr war die Runde der Letzten 32 bei den Scottish Open sein bestes Ergebnis, bei zwei weiteren Ranglistenturnieren erreichte er die dritte Runde. In der Masters-Qualifikation verlor er im Viertelfinale gegen Shaun Murphy. Vom Snookerverband WPBSA erhielt er danach die Auszeichnung als herausragender Nachwuchsspieler („Young Player of Distinction“).
Er verbesserte sich zwar auf Platz 116 der Rangliste, fiel damit aber aus der Main Tour und verbrachte die folgende Saison auf der untergeordneten Challenge Tour. Auch wenn er keines der vier Challenge-Tour-Turniere gewann, stand er zweimal im Finale. Bei der Weltmeisterschaft besiegte er außerdem Joe Johnson und Mark Davis und kam unter die Letzten 64. Damit führte er die Punktewertung der Tour an und kehrte auf die Main Tour zurück. Außerdem gewann er in der Saison 2001/02 die Benson and Hedges Championship 2001 in Mansfield, was ihm eine Wildcard für das Masters 2002 brachte. Dort konnte Day in der ersten Runde Dave Harold besiegen, er scheiterte danach jedoch an Stephen Hendry.
2002/03 begann mit dem Erreichen der Runde der Letzten 32 beim LG Cup, ein Ergebnis, das er beim Irish Masters wiederholen konnte. Bei der Weltmeisterschaft verlor er am „Judgment Day“ relativ knapp mit 8:10 gegen Steve Davis und verpasste damit die Qualifikation für die WM-Endrunde. Daneben spielte er auch Turniere der EASB Open Tour 2002/03 und gewann zwei der vier Turniere. Am Saisonende wurde er auf Platz 69 der Weltrangliste geführt und sicherte sich den Tourverbleib. Im Jahr darauf war unter der Saison die Players Championship mit einer weiteren Runde der Letzten 32 sein erfolgreichstes Turnier, bevor er am Saisonende bei der WM erneut die letzte Qualifikationsrunde erreichte und diesmal mit einem 10:7 über Drew Henry den Einzug ins Crucible Theatre schaffte. Sein erstes WM-Endrundenmatch gegen den Weltranglisten-4. John Higgins verlor er knapp mit 9:10 mit 50:68 Punkten im Decider. Damit hatte er sich auf Platz 45 unter den Profis etabliert.
Aufstieg in die Top 10 In der Saison 2004/05 erreichte er zum Auftakt beim Merseyside Professional, einem Einladungsturnier, an dem er mehrfach teilnahm, das Halbfinale. Bei der UK Championship, dem zweitwichtigsten Ranglistenturnier, kam er erstmals auch unter die Letzten 32. Bei den Welsh Open 2005 schaffte er mit dem Erreichen des Viertelfinals eine neue Bestleistung und bei den China Open kam er ins Achtelfinale. Allein durch die Niederlage gegen Stephen Maguire in der letzten Runde der WM-Qualifikation verpasste er um einen Platz den Sprung unter die Top 32. Die nächste Saison verlief zwar nicht ganz so erfolgreich – das Achtelfinale bei den Welsh Open waren sein bestes Ergebnis –, dafür schloss er bei der WM so erfolgreich ab wie nie. Gegen Stuart Bingham qualifizierte er sich für die Endrunde und mit 10:3 gelang ihm der erste Crucible-Sieg gegen Joe Perry, bevor ihm Ronnie O’Sullivan mit 13:10 ein weiteres Vordringen verwehrte. Er stieg weiter auf, verpasste aber diesmal um einen Platz den Aufstieg in die Top 16.
Bei der Northern Ireland Trophy besiegte er 2006 mit Barry Hawkins und Mark Williams zwei Top-16-Spieler, bevor erneut O’Sullivan ihn im Viertelfinale stoppte. Sein bis dahin größter Erfolg gelang Ryan Day beim Malta Cup 2007 mit dem Erreichen des Finales, in dem er jedoch Shaun Murphy mit 4:9 unterlag. Neben weiteren guten Ergebnissen erreichte er ein weiteres Mal die WM-Endrunde und rückte damit auf Platz 16 vor. 2007/08 konnte er gleich zu Beginn beim Shanghai Masters wiederum ins Finale einziehen, verlor aber dort erneut, diesmal gegen seinen walisischen Landsmann Dominic Dale, wobei er nach einer 6:2-Führung acht Frames in Folge abgab und letztlich mit 6:10 verlor. Das Ende der Saison verlief ebenfalls sehr erfolgreich: Bei den China Open schied er erst im Halbfinale aus und bei der WM 2008 erreichte er nach einem 13:9-Sieg über den Weltranglisten-1. John Higgins erstmals das Viertelfinale. Damit sammelte er so viele Weltranglistenpunkte, dass er danach erstmals zu den besten acht Spielern der Welt gehörte.
Im Jahr darauf besiegte er beim Shanghai Masters erneut Higgins und kam ins Viertelfinale. Beim anschließenden Grand Prix trafen sie aber im Finale aufeinander und diesmal gewann der Schotte mit 9:7. Direkt danach konnte er die Austrian Snooker Open gewinnen, die jedoch nicht Bestandteil der Snooker Main Tour waren. Bei den China Open 2009 war Higgins im Halbfinale mit 4:6 seine Endstation. Danach kam er bei der Weltmeisterschaft zum zweiten Mal in Folge ins Viertelfinale. Mit Platz 6 nach dieser Saison erreichte er seine höchste Weltranglistenplatzierung. In der Saison 2009/10 folgten weitere gute Ergebnisse, bspw. das Viertelfinale beim Shanghai Masters und den Welsh Open. Außerdem kam er auch beim Masters bei der vierten Teilnahme erstmals unter die Letzten 8. Halbfinals oder Finals waren aber nicht dabei und die Auftaktniederlage gegen Mark Davis in der WM-Endrunde bedeutete, dass er in der Zweijahreswertung der Weltrangliste mehr Punkte verlor, als er neu gewann. Damit fiel er auf Platz 12 zurück.
Jahre in den Top 32 Die Saison 2010/11 brachte große Veränderungen im Profisnooker. Es gab sehr viel mehr Turniere, darunter eine Serie von Kleinturnieren geringerer Wertigkeit, die Players Tour Championship (PTC). Mit den kurzen Best-of-7-Matches kam Day anfänglich nicht zurecht und er verlor meist schon sein erstes Match. Zweimal erreichte er Runde 3 und erst beim 12. und letzten Turnier, dem Prague Classic, das Achtelfinale. Er verlor aber auch bei den ersten beiden großen Turnieren zum Auftakt, und weil es nun Zwischenstände der Weltrangliste gab, fiel er aus den Top 16 und musste zusätzliche Qualifikationsrunden spielen. Nachdem er bei der UK Championship mit dem Erreichen des Achtelfinals ein neues bestes Turnierergebnis aufgestellt hatte, verstetigten sich seine Leistungen. Bei den Welsh Open und gleich danach dem China Open besiegte er zweimal Ronnie O’Sullivan, aber über das Achtelfinale kam er nicht hinaus. Nach der Niederlage gegen Mark Williams im Crucible gingen noch einmal viele Weltranglistenpunkte verloren und es kam zum Absturz auf Platz 28. In die nächste Saison startete er besser, beim zweiten PTC-Turnier kam er ins Viertelfinale, zwei weitere Male ins Achtelfinale. Für die Weltrangliste brachte das aber wenig. Bei den großen Turnier gewann er zwar anfangs immer ein Match, schied dann aber in Runde 2 aus. Gegen Saisonende folgte eine Serie von 3 Auftaktniederlagen, die Rettung kam aber bei der WM. Im Crucible gewann er 10:9 gegen Ding Junhui und 13:7 gegen Cao Yupeng und schaffte es mit seinem dritten Viertelfinale, unter den Top 32 zu bleiben.
2012/13 gab es zwei Viertelfinals bei PTC-Turnieren, eines davon das Paul Hunter Classic in Deutschland, bei dem er schon regelmäßig zu Gast gewesen war, als es noch nicht zur Main Tour gehörte. Aber auch bei drei vollwertigen Ranglistenturnieren, darunter die UK Championship, erreichte er endlich wieder das Achtelfinale. Doch in der zweiten Saisonhälfte blieben die Erfolge wie im Jahr zuvor aus, und nachdem er nach 7 Jahren wieder einmal die Qualifikation für die WM-Endrunde verpasst hatte, blieb seine Position unverändert.
Die Wende kam in der folgenden Saison. Einer ordentlichen PTC-Tour mit einem Viertelfinale beim Ruhr Open 2013 folgte bei der International Championship nach einem Jahr wieder ein großes Viertelfinale. Ins neue Jahr startete er mit einem Halbfinale beim Shoot-Out, damals ein Einladungsturnier. Beim anschließenden Ranglistenturnier, dem German Masters, schaffte er es ebenfalls in die Vorschlussrunde, in der er Ding Junhui knapp mit 5:6 unterlag. Bei den Grand Finals der Players Tour Championship, für die er sich erstmals qualifiziert hatte, erreichte er das Achtelfinale. Und bei der Weltmeisterschaft qualifizierte er sich nicht nur für die Endrunde, er gewann dort das Auftaktmatch 10:9 gegen Stephen Maguire und kam zum dritten Mal ins Viertelfinale. Bis auf Platz 19 ging es danach wieder aufwärts.
Erste Turniersiege und Rückkehr in die Top 16 Auf diesem Niveau hielt er sich in den folgenden Jahren. Die Saison 2014/15 begann er mit einem Halbfinale beim PTC-Turnier in Yixing. In Haining gelang ihm wenig später zum ersten Mal in seiner Karriere ein offizielles Maximum Break. Das Viertelfinale beim German Masters war sein bestes Ergebnis bei einem vollwertigen Ranglistenturnier, aber auch bei den anderen Turnieren punktete er regelmäßig. In der nächsten Saison stand er bei den Bulgarian Open 2015 ein weiteres Mal in einem Finale, doch auch im vierten Anlauf verpasste er den Titel, er unterlag Mark Allen klar mit 0:4. Er erreichte beim German Masters – wie in den beiden Vorjahren – das Viertelfinale, ebenso wie beim World Grand Prix 2016, wo er gegen den amtierenden Weltmeister Stuart Bingham, gegen den er beim German Masters noch gewonnen hatte. Auch den Weltranglistenersten Mark Selby schlug er in dieser Saison, sogar zweimal.
2016/17 folgte beim World Grand Prix sein fünftes Finale, aber auch seine fünfte Finalniederlage gegen Barry Hawkins mit 7:10. Wenig später erreichte in der Championship League erstmals bei einem Einladungsturnier das Finale, doch auch hier konnte er nicht gewinnen, Sieger wurde John Higgins mit 3:0. Ein Halbfinale bei den Gibraltar Open und zwei weitere Viertelfinals rundeten die Saison ab. Die nächste Spielzeit begann mit dem Riga Masters 2017, wo Day ein weiteres Mal im Endspiel stand. Diesmal gelang ihm endlich der Sieg mit 5:2 gegen Stephen Maguire und damit in seinem 19. Profijahr sein erster Main-Tour-Titel. Bei der UK Championship stieß er erstmals bis ins Halbfinale vor. Beim German Masters erreichte er zum fünften Mal in Folge das Viertelfinale. Gegen Ende der Saison erreichte er dann zuerst bei den Gibraltar Open das Finale und gewann mit einem 4:0 gegen Cao Yupeng sein zweites Ranglistenturnier. Anschließend besiegte er beim Romanian Masters nacheinander Barry Hawkins, John Higgins, Kyren Wilson und Stuart Bingham, alle zwischen Position 5 und 13 in der Weltrangliste platziert, und gewann seinen dritten Titel in einer Spielzeit. Einschließlich eines Siegs im nächsten Turnier gegen den Weltranglistenersten Mark Selby gewann er 12 Partien in Folge. Da seine beiden gewonnenen Ranglistenturniere zu denen mit den geringsten Wertigkeiten gehörten, fiel der Sprung nach oben nicht so hoch aus, doch nach 7 Jahren stand er wieder unter den Top 16.
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