Hein Petersen, vom Schiffsjungen zum Matrosen ist ein Dokumentarfilm mit Spielszenen, der 1917 vom Deutschen Militär zu propagandistischen Zwecken hergestellt wurde.filmportal.de: Hein Petersen, vom Schiffsjungen zum Matrosen (1917), abgerufen am: 6. Juli 2019.
Inhalt Der Film beginnt damit, dass der junge Hein Petersen sich bei der Marine verpflichtetIn diesem Zusammenhang schreibt Hein Petersen einen in Sütterlinschrift abgefassten Brief „an das Bezirkskommando in Berlin“, mit folgendem Wortlaut: „Mein sehnlichster Wunsch ist es schon immer zur See zu gehen und bitte ich deshalb mich als Schiffsjunge bei der Kaiserlichen Marine einzustellen. Ich möchte gern Deckoffizier werden. Mein Vater ist auch einverstanden. Hein Petersen“ und mit dem Zug bei der Schiffsjungensammelstelle, beim Preußischen Staatsbahnhof, in der Flensburger Innenstadt, ankommt. Am dortigen Hafen wartet ein Dampfer, der die neuen Schiffsjungen über die Förde nach Mürwik bringt, wo sich die Marineschule MürwikIm Film wurde direkt nach einer Aufnahme der Marineschule Mürwik, das Kollunder Ufer mit dem Hotel Bad Kollund, einer Kollunder Anlegebrücke sowie einer Kollunder Badestätte montiert (Minute 6:50). Vgl. sowie weitere Postkarte vom Hotel und Postkarte von der Anlegebrücke sowie weitere Postkarte von der Anlegebrücke und Postkarte von der Badestätte. und die Torpedostation mit der König WilhelmBeim schwarzen Schiff im Film handelt es sich um die König Wilhelm. Vgl. Postkarte der König Wilhelm sowie weitere Postkarte mit der außer Dienst gestellten König Wilhelm (darunter Postkarte Seekadett oder Schiffsjunge auf dem Schulschiff Freya). befindet.Ebenfalls zu sehen ist der Kreuzer Freya, der während des Ersten Weltkrieges als Schulschiff der Torpedostation diente. An Bord des Wohnhulks König Wilhelm wird Hein mit den anderen Anwärtern als Erstes in die Stammrolle aufgenommen. Danach erhält Hein seinen Matrosenanzug und wird zusammen mit einigen Kameraden fotografiert, womit er ein Bild für seine Eltern daheim bekommt. Die Ausbildung, zu der sportliche Übungen gehören, beginnt bald darauf. Die Schiffsjungen rudern zusammen in Mannschaftsbooten auf der Förde. Die erste Essensration besteht aus Suppe, welche in einem großen Kessel gekocht wird. Zum abendlichen Dienstende spielt eine Militärkapelle. Die Schiffsjungen werden gemustert und erhalten eine Hängematte, welche sie, wieder an Bord, sogleich in dessen Schiffsraum aufhängen. Hein hat sich wie die anderen Schiffsjungen zur Ruhe begeben und träumt davon, wie seine Familie ein Paket mit Lebensmitteln von ihm erreicht.
Hintergrund Der Werbefilm zur Rekrutierung von Marinesoldaten wurde zum Ende des Ersten Weltkrieges auf Veranlassung der Schiffsjungen-Ausbildungs-Division in Flensburg-Mürwik vom Bild- und Filmamt (BUFA) produziert und sollte offenbar als Vorfilm eingesetzt werden.H/Soz/Kut. Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften. Weltkrieg im Film der Weimarer Republik, abgerufen am: 6. Juli 2019. Der Filmdreh fand offensichtlich vollständig in Flensburg statt. Selbst die Anfangsszenen, die gemäß der Handlung anderorts spielen sollen, wurden gut erkennbar, am Flensburger Hafen sowie beim Gutshaus Kielseng gedreht.Lutz Wilde: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein. Bd. 2: Flensburg. Wachholtz, Neumünster 2001, ISBN 3-529-02521-6, S. 64. Mit der Zensurprüfung im Juli 1917 wurde der Film als „Jugendfrei“ eingestuft.Filmdaten bei filmportal.de Ursprungsfassung, abgerufen am: 6. Juli 2019. Der Marinefilm wurde offensichtlich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz vorgeführt. Harry Graf Kessler notierte in einem Wochenbericht 1918 hinsichtlich des Films: „gefällt sehr gut und erregt lebhaftes Interesse.“Adrian Gerber: Zwischen Propaganda und Unterhaltung. Das Kino in der Schweiz zur Zeit des Ersten Weltkriegs, Marburg 2015, S. 403.Harry Graf Kessler, Wochenbericht, Bern, 9. Januar 1918, BArch, R 901, 71952. Kurz nach dem Krieg, im Jahr 1921, wurde der Film von der Ufa um fast die Hälfte gekürzt, mit neuen Zwischentiteln ausgestattet und als „Hein Petersen“ erneut ins Kino gebracht. Die Marine suchte neuen Nachwuchs für den Aufbau der neuen Reichsmarine.Zeughauskino. Deutsches Historisches Museum. Hein Petersen – Bilder aus dem Leben eines Schiffsjungen, abgerufen am: 6. Juli 2019.filmportal.de: Gelürzte Fassung: Hein Petersen (1921), abgerufen am: 6. Juli 2019.
Die EU förderte 2012 bis 2014 im Rahmen des Projektes EFG1914, die Digitalisierung von Filmen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Im Rahmen dieser Förderung wurde auch der besagte Film digitalisiert und kostenfrei über das Internet-Portal European Film Gateway zugänglich gemacht.EFG1914: Ein Projekt zur Digitalisierung von Filmen zum Ersten Weltkrieg, abgerufen am: 6. Juli 2019. Eine Klavierbegleitung, die offenbar in den Kinos ursprünglich erfolgte, wurde dabei nicht neu eingespielt.EFG. Hein Petersen, vom Schiffsjungen zum Matrosen, abgerufen am: 6. Juli 2019.
Weblinks Der abrufbare Film: Hein Petersen, vom Schiffsjungen zum Matrosen (1917) Filmdaten bei filmportal.de Ursprungsfassung und Gekürzte Fassung
Einzelnachweise
Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Filmtitel 1917 Kategorie:Kurzfilm Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Stummfilm Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Propagandafilm (Erster Weltkrieg) Kategorie:Seefahrt im Film Kategorie:Schleswig-holsteinische Geschichte (20. Jahrhundert)