Der Profener Elstermühlgraben ist ein künstlicher Nebenarm der Weißen Elster und hat eine Länge von 16,61 Kilometer. Er ist das obere Teilstück eines ehemaligen, etwa 29 KilometerLeipziger und Schkeuditzer Gewässer Broschüre des Naturschutzbund Deutschland (NABU) Landesverband Sachsen e. V.; Auf: sachsen.nabu.de (PDF; deutsch; 7,64 MB) langen Mühlgrabens, der durch den Tagebau Zwenkau unterbrochen wurde. Das untere Teilstück ist der Knauthainer Elstermühlgraben. Wasserrechtlich ist der Profener Elstermühlgraben ein Gewässer I. OrdnungVerwaltungsgemeinschaft Pegau - Elstertrebnitz - Umweltbericht, S. 20.
Verlauf Der Profener Elstermühlgraben zweigt in Sachsen-Anhalt zwischen Profen und Löbnitz-Bennewitz, einem Ortsteil von Groitzsch, als Mühlgraben Profen linksseitig von der Weißen Elster ab. Er fließt stark gewunden und meist von Baumbestand begleitet in nördlicher Richtung durch die Elsteraue. Zuerst passiert er Lützkewitz und Beersdorf, zwei Ortsteile von Profen, und erreicht anschließend Sachsen mit Namenswechsel zu Profener Mühlgraben.gemäß Google Maps
mini|links|Hochwasserwehr bei Elstertrebnitz Hier entstand östlich der Bundesstraße 2 im Jahr 2015 ein Wehr, das dem Hochwasserschutz der westlich der Bundesstraße liegenden Siedlungsgebiete dient. Das sind insbesondere die Ortsteile von Elstertrebnitz.
In Pegau, das einst zwei Mühlen besaß, ist der Mühlgraben in Mauern gefasst. Im Nebenschluss führt der Schnellgraben südlich an der Altstadt Pegaus vorbei. Im nördlichen Ortsteil Carsdorf verbindet der rekonstruierte Kleine Floßgraben den Elsterfloßgraben mit dem Profener Elstermühlgraben. Ursprünglich führte diese Verbindung in etwa gerader Linie weiter bis an die Weiße Elster, den Mühlgraben kreuzend.
Bei Großstorkwitz zweigt vom Mühlgraben rechts das Flößchen in Richtung Wiederau ab, das dort sowohl den Schlossteich als auch den Weiher beaufschlagt. Nach dem Passieren der Orte Großstorkwitz und Tellschütz, wo von links der Werbener Ableiter mündet, fließt der Profener Elstermühlgraben bei Kleindalzig in die Weiße Elster.
Vor seiner Unterbrechung floss der ursprüngliche Mühlgraben weiter durch die inzwischen abgebaggerten Ortschaften Eythra und Bösdorf, um schließlich in Leipzig-Großzschocher in die Weiße Elster zu münden. Heute wird vor der Gefällestufe Hartmannsdorf Wasser aus der Weißen Elster abgezweigt, das dann als Knauthainer Elstermühlgraben im alten Bett fließt.
Mühlen Auf der Topographischen Karte von Sachsen aus dem Jahr 1880Topographische Karten Blätter Pegau und Zwenkau 1880 sind an seinem historischen Verlauf bis zur heutigen Schnittstelle bei Kleindalzig folgende Mühlen vermerkt, Reihenfolge stromabwärts: Standort Eigenname Nutzung bzw. Erzeugung historisch aktuell Oderwitz Eisenmühle Eisenpulver 1915–1993+ Getreidemehl bis 1970 Museum nach Sanierung 2007–2015 Greitschütz Mühle Greitschütz Getreidemehl, später Vieh-Kraftfutter+ Elektroenergie für Fremdbedarf ab 1948 Elektroenergie Elstertrebnitz Schmalzmühle Getreidemehl bis 1990 Pegau Obermühle Getreidemehl Untermühlehistorisch: Nieder-Mühle Getreidemehl Elektroenergie seit 2002Wohnraum seit 2019 Großstorkwitz Mühle Großstorkwitz Getreidemehl bis 1950 Kleindalzig Mühle Kleindalzig Getreidemehl bis 1921, danach:Sauerstoffwerk (VEB Technische Gase)
Die Eisenmühle Oderwitz wird seit 2015 als Museum betrieben. Bereits vor 1914 gab es an ihrer Stelle zunächst eine Getreidemühle, später zusätzlich eine kleine Brett- bzw. Schneidemühle. In der konventionellen Nutzung von 1915 bis 1993 wurde namensgebend Eisenpulver hergestellt, das letzte Getreide 1970 gemahlen.
Geschichte Der historische Mühlgraben wurde im 12. Jahrhundert durch die Mönche des Klosters Pegau und auf Veranlassung des Wiprecht von Groitzsch angelegt. Sein Hauptzweck war der Betrieb der Mühlen von Elstertrebnitz bis Großzschocher, welche teilweise noch bis ins 20. Jahrhundert genutzt wurden.
Im Zuge des Braunkohleabbaus im Tagebau Zwenkau wurde die Weiße Elster zwischen 1972 und 1977 in ihr heutiges betoniertes Bett zwischen Zwenkau und Leipzig verlegt und damit auch der Mühlgraben bei Kleindalzig in diese eingebunden bzw. bei Hartmannsdorf aus dieser wieder abgezweigt. Sein dazwischen liegendes, trocken gefallenes Bett wurde auf einer Länge von etwa fünf Kilometern gemeinsam mit Eythra ab 1984 durch die Abraumbagger devastiert. Südlich des ehemaligen Eythra ist ein Abschnitt des Mühlgrabenbetts zwischen Zwenkauer See und Betonelster bei Kleindalzig erhalten, aber wegen des abgesenkten Grundwasserspiegels nicht wasserführend.
Im heute devastierten Eythra befand sich der achte Mühlenstandort am Mühlgraben. Ursprünglich eine Getreidemühle wurde bereits Anfang des 19. Jahrhunderts Papier und Pappe hergestellt. Im Jahr 1938 wurde am Standort eine Turbine mit 93,4 kW Nennleistung eingebaut, fortan wurden Kleinteile aus Aluminium für Heim- und Handwerkergeräte gegossen. Dieser Betrieb bestand nach dem Zweiten Weltkrieg als VEB Galvanotechnik Leipzig, Werk III bis 1984 fort. Der Standort liegt deutlich nördlich bzw. außerhalb des ab 1977 als Profener Elstermühlgraben erhaltenen Abschnitts mit seiner Mündung bei Kleindalzig.
Sonstiges Nach einer Angabe aus dem Zeitraum 2001 bis 2003 im Rahmen einer Gewässergütekartierung beträgt die Gewässerlänge 18,2 Kilometer. Klemm & Hensen, Leipzig, 2001–2003, Auf: klemm-hensen.de (PDF; deutsch; 1,5 MB) Wird der nebenläufige Schnellgraben mit einer Länge von rund 1,5 km südlich der Altstadt Pegaus in die Betrachtung einbezogen, kann dies die Differenz zur jüngsten Angabe im Gewässersteckbrief erklären.
Weblinks
Einzelnachweise
KProfener Elstermuhlgraben Kategorie:Kanal in Sachsen Kategorie:Kanal in Sachsen-Anhalt Kategorie:Gewässer im Landkreis Leipzig