Dieter Friedrich Petram (* 6. Juli 1951)Handelsregister beim Amtsgericht Bremen, HRB 5101 ist ein deutscher Unternehmer aus Bremerhaven.
Ausbildung Petram absolvierte eine Ausbildung zum Yacht- und Bootsbauer und begann danach ein Studium des Schiffsbaus an der Hochschule Bremerhaven.„In einer Krise die Chance erkennen“, Interview vom 9. Oktober 2018 mit Petram auf bremerhaven.de, abgerufen am 6. Juli 2019
Unternehmerisches Wirken Der Weser Kurier bezeichnete Petram 2017 zusammen mit seinen Geschäftspartnern, der Familie Rönner, als Personen „die seit Jahren vor allem in Bremerhaven die Werftenszene maßgeblich prägen“.„Neue Werften-Allianz“, Weser Kurier vom 11. Januar 2017, abgerufen am 6. Juli 2019
Bremerhaven Schiffsreparaturgeschäft Mit 21 Jahren brach Petram sein Studium ab, um nach dem Tod seines Vaters dessen Schlossereibetrieb in Lemwerder zu übernehmen. Wenig später begann er, Aufträge im Bereich der Schiffsreparaturen und des Schiffsumbaus in Bremerhaven zu akquirieren. Diese wurden sukzessive ausgebaut. Hieraus ergab sich seine erste Beteiligung an der 1986 gegründeten Bredo Dockgesellschaft mbH, die aus dem Dockbetrieb der früheren Seebeckwerft hervorgegangen war. Hier erwarb er sukzessive die Mehrheit. 1994 übernahm er zusammen mit Partnern die vormals bundeseigenen MWB Motorenwerke Bremerhaven sowie später Anteile an der Rickmers-Lloyd Dockbetrieb GmbH & Co. KG.
Aus den drei Reparaturwerften Bredo, MWB und Rickmers-Lloyd schuf Petram sukzessive einen Werftenverbund. 2013 entstand aus den MWB sowie Rickmers-Lloyd die German Dry Docks AG, die sich 2017 mit der vormaligen Bredo und der in Cuxhaven ansässigen Mützelfeldtwerft zu einem Unternehmensverbund zusammenschloss, dessen rechtlich selbstständige Unternehmen unter dem Namen Bredo Dry Docks gemeinsam am Markt agieren, um so Synergieeffekte nutzen zu können.
Im Juli 2019 verkaufte Petram seine schiffbaulichen Aktivitäten in Bremerhaven (Bredo Dry Docks, German Dry Docks und German Ship Repair) komplett an die Rönner-GruppePetram verkauft Werftgeschäft an Rönner-Gruppe, Die Welt vom 24. Juli 2019, abgerufen am 30. Juli 2019, blieb aber weiter Eigentümer der Firmengelände, die an die Werftenbetriebe vermietet oder verpachtet werden.Werften-Monopoly an der Weser. In: Hansa, Heft 9/2019, S. 60
Schiffsneubaugeschäft 2010 stieg Petram bei der Bremerhavener Lloyd-Werft ein und baute seine Beteiligung sukzessive zu einer Mehrheitsbeteiligung aus, ehe er die Anteile ab 2015 an die Genting Group veräußerte.
Die ebenfalls zur Petram-Gruppe gehörende Petram Stahl- und Wasserbau in Brake war im Neubaugeschäft aktiv. So wurde dort bspw. 1982 das Küstenmotorschiff „Zusanna“ (1.150 tdw) gebaut.Schiffsdaten auf balticshipping.com, abgerufen am 10. Juli 2019
Immobilien Neben seinem schiffbaulichen Engagement ist Petram in seiner Heimatstadt Bremerhaven auch im Immobiliensektor aktiv. Investor Petram will in Geestemünde mit Hochhaus ein Zeichen setzen, auf nord24.de vom 12. Juni 2018, abgerufen am 6. Juli 2019 Er vertritt die Ansicht, dass Bremerhaven nicht über ausreichenden angemessenen Wohnraum verfüge.Auf einen Kaffee mit: Dieter Petram, Business People Magazin vom 9. Oktober 2018. Zu Petrams Immobilienportfolio gehört u. a. der Bremerhavener Golfplatz., nord24 vom 4. Juli 2018.
Mecklenburg-Vorpommern/Sachsen-Anhalt Im Zuge der Privatisierung der früheren DDR-Betriebe erwarb Petram von der Treuhandanstalt (THA) zwei Werften aus ehemaligem DDR-Staatsbesitz: 1993 die Elbewerft Boizenburg (EWB)Rettungsmanöver für den „kleinen Fall Vulkan“, Der Tagesspiegel vom 1. Juni 1997. und 1994 die Roßlauer Schiffswerft.Aber Schiffbau nach 128 Jahren zu Ende, Neues Deutschland vom 17. Februar 1994. Für die Elbewerft flossen bei einem Kaufpreis von 1 D-MarkDie Treuhand: Wie eine Behörde ein ganzes Land abschaffte, Autor: Klaus Behling, Edition Berolina, ISBN 9783958415171 insgesamt rund 450 Mio. D-Mark an Subventionen und Beihilfen.Steuerung von Privatisierung – Eine Analyse der Steuerungsstrukturen der Privatisierung der ostdeutschen Werft- und Stahlindustrie 1990–1994, Autor: Jörg Raab, Springer VS, ISBN 978-3-322-87340-8, Seite 143
Die Elbewerft meldete 1997 Konkurs an. Vom Betriebsrat der Elbewerft wurde Petram vorgeworfen, unrechtmäßig mehrere Millionen D-Mark aus dem Unternehmen herausgezogen zu haben. Der damalige Mecklenburg-Vorpommersche Wirtschaftsminister Jürgen Seidel dagegen sah keine Anzeichen für kriminelle Aktivitäten Petrams. Zur Sicherung von Aufträgen wurde der Elbewerft von der Treuhand-Nachfolge-Organisation Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) eine Finanzspritze von 2,6 Mio. D-Mark gewährt, für die die BvS Petram in Regress nehmen wollte.Gnadenfrist für Elbewerft Boizenburg, Der Tagesspiegel vom 14. August 1997Elbewerft Boizenburg erhält Liquiditätshilfe von der BvS, Berliner Zeitung vom 27. Mai 1997
Petrams Engagement bei der Elbewerft war 1998 Untersuchungsgegenstand eines Bundestags-Untersuchungsausschusses, dessen Auftrag es war, zu klären, „wie es zu einer zweckwidrigen Verwendung von Investitionsbeihilfen und Fördermitteln kommen konnte und welche Verantwortlichkeiten bei der Bundesregierung und der THA/BvS lagen“. Im Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses wurde festgestellt, dass „zu keinem Zeitpunkt Anlass bestand“, von illegalen Kapitalentnahmen auszugehen. „Alle unternehmerischen Entscheidungen der Gesellschafter und Geschäftsführer der EWB bezüglich einer Kooperation zwischen der EWB und den Unternehmen der Petram-Gruppe wären auch dann so getroffen worden, wenn es sich nicht um nahestehende Unternehmen gehandelt hätte. Die BvS stellte fest, dass die Schwierigkeiten der EWB durch Management-Fehler und durch die schwierige Lage in der Schiffbaubranche verursacht worden seien.“ Auch ein an Petram persönlich gezahltes monatliches Beraterhonorar sei angemessen gewesen, „da Petram sowohl Beratungsleistungen geliefert habe als auch im Akquisitionsbereich tätig gewesen sei“.Drucksache 13/10900 des Deutschen Bundestages: Abschlussbericht des 2. Untersuchungsausschusses, 28. Mai 1998, Seiten 282 ff.
Die Werft in Roßlau verkaufte Petram noch in den 1990er Jahren an die Rönner-Gruppe.
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