Der Gustav-Weidanz-Preis für Plastik wird seit 1975 von der Gustav-Weidanz-Stiftung an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle turnusmäßig verliehen. Er wird entsprechend der testamentarischen Verfügung des halleschen Bildhauers und langjährig an der Kunsthochschule tätigen Hochschullehrers Gustav Weidanz vergeben.
Gefördert werden junge Bildhauer, die nicht älter als 35 Jahre sind und ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Die Auszeichnung beinhaltet ein Preisgeld von 2.500 Euro und eine Ausstellung im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale). Weiterhin erhalten die Preisträger die Möglichkeit, eine Arbeit in der Kunstgießerei Strassacker in Süßen zu realisieren.
Der Preis wird vom Kuratorium der Gustav-Weidanz-Stiftung vergeben, das aus Mitgliedern des Rektorats, den Professoren für Bildhauerei der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie dem Direktor des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale) besteht. Jährlich steigen die Bewerberzahlen weiter an. 2019 wurde die Auszeichnung zum 20. Mal vergeben, auf die sich über 100 Künstler bewarben. In: Deutschlandfunk Kultur Köln, 3. Juli 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
Preisträger Zu den Künstlern, die den Gustav-Weidanz Preis für Plastik erhalten haben, gehören:Gustav-Weidanz-Stiftung In: Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Halle (Saale), 3. Juli 2019, abgerufen am 5. Juli 2019.
1975: Emerita Pansowová, Bernd Göbel 1976: Johannes Baumgärtner 1977: Horst Brühmann, Dietmar Lenz 1978: Sonja Eschefeld, Wolfgang Dreysse 1979: Sabina Grzimek 1980: Reinhard Jacob, Christoph Reichenbach 1983: Uwe Kracht, Robert Metzkes 1985: Reinhard Buch 1989: Michael Mohns 1992: Michael Weihe 1994: Bärbel Dieckmann 1996: Bruno Raetsch 1998: Susanne Ring, Carl Constantin Weber 2002: Janusz Janczy 2004: Anna-Kavata Mbiti 2006: Sarah Esser, Anne Kückelhaus 2008: Sina Heffner 2012: Anne Caroline Zwinzscher 2016: Lisa Seebach 2019: Hannah Schneider 2021: Willy Schulz 2023: Collectif Grapain 2025: Maria Gerbaulet
Geschichte Gustav Weidanz war ein deutscher Bildhauer, Medailleur und Hochschullehrer. Er gehörte zu den Mitbegründern der unter dem Namen der „Burg“ bekannt gewordenen halleschen Kunstschule. Er war die zweite Lehrkraft, die der Direktor Paul Thiersch (1879–1928) 1915 zum Aufbau einer Bildhauerklasse an die Handwerker- und Kunstgewerbeschule Halle berief, um eine Kunstschule neuer Art zu entwickeln. 1920 wurde Weidanz zum Professor ernannt. Bis ein Jahr nach seiner Emeritierung 1958 war er an der Kunsthochschule tätig.
In seinem Testament vom 1. Mai 1964 setzte Gustav Weidanz die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle zu seiner Erbin ein. Die Förderung junger Bildhauer in der Deutschen Demokratischen Republik sollte der Zweck der Stiftung sein. Er sollte durch die Verleihung eines Preises an Bildhauer erfüllt werden, die das 30. Lebensjahr noch nicht überschritten und ihren ständigen Wohnsitz in der Deutschen Demokratischen Republik hatten. Nach der Wiedervereinigung wurde der Geltungsbereich der Auszeichnung auf die gesamte Bundesrepublik ausgeweitet.
Literatur Angela Dolgner, Anne Pollak: Gustav Weidanz-Preis für Plastik 1975–1996. Freundes- und Förderkreis der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design e. V., Halle 1996, ISBN 3-86019-011-3. Angela Dolgner: Der Gustav-Weidanz-Preis im deutschen „Preisgefüge“. In: Kulturreport. Vierteljahresheft des Mitteldeutschen Kulturrats, Nr. 10, 1997, S. 17–19.
Weblinks Gustav-Weidanz-Stiftung, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
Einzelnachweise
Kategorie:Kulturpreis (Deutschland) Kategorie:Deutsche Auszeichnung (Bildende Kunst) Kategorie:Auszeichnung (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Bildende Kunst (Sachsen-Anhalt) Kategorie:Erstverleihung 1975