Karl Helmut Sieber (* 21. April 1908 in Steinigtwolmsdorf; † 16. Mai 1977) war ein deutscher Jurist und Sachbuchautor.
Leben Sieber wurde als Sohn des Lehrers Karl Sieber geboren und wuchs in Friedersdorf auf. Nach dem Schulbesuch in Zittau studierte er Rechtswissenschaft an der Universitäten Marburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Leipzig.Sächsischer Schriftsteller Helmut Sieber verstorben. In: Glückauf – Zeitschrift des Erzgebirgsvereins 86 (1977), Heft 9, S. 107–108. Das Rechtsreferendariat absolvierte er in der Oberlausitz und in Dresden. Dort legte er seine zweite Staatsprüfung ab.Helmut Sieber 60 Jahre. In: Glückauf – Zeitschrift des Erzgebirgsvereins 77 (1968), Heft 4, S. 44. Während des Dritten Reichs war er nach einer militärischen Grundausbildung in Löbau ab 1938 in der Militärgerichtsbarkeit als Marineoberstabsrichter beim Gericht des 2. Admirals der Marinestation der Nordsee in WilhelmshavenBraunbuch: Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik. Staat, Wirtschaft, Armee, Verwaltung, Justiz, Wissenschaft, Berlin 1965. eingesetzt, zuletzt im militärischen Dienstgrad eines Fregattenkapitäns. Sein militärjuristischer Nachlass inklusive der Korrespondenz aus der Nachkriegszeit befindet sich im Bundesarchiv-Militärarchiv in Freiburg im Breisgau.Nachlass Sieber, Karl Helmut (geb. 1908) im Bundesarchiv.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Sieber zunächst als Rechtsreferent beim Deutschen Minenräumdienst in Hamburg tätig, bevor er 1948 Referent des Generalanwalts am Deutschen Obergericht für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet in Köln wurde. 1955 wechselte er nach Frankfurt am Main, wo er als Leitender Regierungsdirektor und Ständiger Vertreter des Bundesdisziplinaranwalts am Bundesdisziplinarhof tätig war.Helmut Sieber wurde 60. In: Sächsische Heimat – Mitteilungen der Bundeslandsmannschaft Sachsen 14 (1968), Heft 5, S. 215.
Neben seiner beruflichen Karriere befasste er sich mit historischen und volkskundlichen Themen vornehmlich zu Sachsen bzw. dem mitteldeutschen Raum. Im Verlag Wolfgang Weidlich publizierte er 1956 als Erstlingswerk den Titel Unvergessenes Sachsen. Insgesamt 27 weitere Bücher folgten, u. a. über Burgen und Schlösser in Sachsen, Schlesien, Mecklenburg und Pommern.
Werke (Auswahl) Unvergessenes Sachsen, 1956 Schlösser und Herrensitze in Sachsen, 1957 Burgen in Mitteldeutschland, 1958 Schlösser und Herrensitze in Ost- und Westpreußen, 1958 Dome, Kirchen und Klöster in Sachsen, 1961 Schlösser und Herrensitze in Schlesien, 1961 Morgen Kinder wirds was geben – ein sächsisches Weihnachtsbuch, 1966 Das verliebte Gespenst, 1967 Oberlausitz, 1968 Das Erzgebirge, 1976 (mit Herbert Clauß)
Ehrungen 1973: Bundesverdienstkreuz 1. KlasseBundesanzeiger, 22. August 1973.
Weblinks Nachlass Bundesarchiv N 623
Einzelnachweise
Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Beamter (Bund) Kategorie:Fregattenkapitän (Kriegsmarine der Wehrmacht) Kategorie:Militärperson (Deutscher Seeverband 1945–1956) Kategorie:Sachbuchautor (Geschichte) Kategorie:Person (Frankfurt am Main) Kategorie:Person (Deutsches Obergericht für das Vereinigte Wirtschaftsgebiet) Kategorie:Militärjurist Kategorie:Heimatforscher (Sachsen) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1908 Kategorie:Gestorben 1977 Kategorie:Mann