mini|Mattias Tesfaye (2025) Mattias Tesfaye (* 31. März 1981 in Aarhus) ist ein dänischer Politiker der Socialdemokratiet. In der Regierung Frederiksen I war er von 2019 bis zum Mai 2022 Minister für Ausländer und Integration und anschließend dänischer Justizminister. Ab dem Dezember 2022 war er in der Regierung Frederiksen II Minister für Kinder und Bildung. Im Juni 2026 wurde er zum Vorsitzenden seiner Folketingsgruppe gewählt.
Werdegang Tesfaye ist Sohn einer dänischen Mutter und eines äthiopischen Vaters. Während seiner Ausbildung zum Maurer wurde er in der Gewerkschaft Specialarbejderforbundet i Danmark aktiv. Er trat zudem der Danmarks Kommunistiske Parti Marxister-Leninister bei, von der er 2005 zur Enhedslisten wechselte. 2008 wurde er aber Mitglied der Socialistisk Folkeparti, in deren Vorstand er 2012 gewählt wurde. Nach seinem Übertritt zu den dänischen Sozialdemokraten wurde er 2015 in den Folketing gewählt.
Am 27. September 2019 wurde er Minister für Ausländer und Integration, am 2. Mai 2022 Justizminister. In der Koalitionsregierung von Sozialdemokraten, Venstre und Moderaterne übernahm er am 15. Dezember 2022 das Amt des Ministers für Kinder und Unterricht.
In der am 3. Juni 2026 gebildeten Regierung Frederiksen III erhielt Tesfaye keinen erneuten Ministerposten. Stattdessen wählte ihn die Folketingsgruppe der Socialdemokratiet zu ihrem Vorsitzenden.
Politische Positionen Tesfaye tritt gegen Sozialdumping ein. In Einwanderungsfragen ist er einer der Hauptvertreter des restriktiven Kurses, den die Sozialdemokratie unter Parteichefin Mette Frederiksen einschlug.Mattias Tesfaye: Velkomen Mustafa. 50 års socialdemokratisk udlændingepolitik, Gyldendal: 2017, ISBN 978-87-02-22925-7 Er ist gegen eine großzügige Einwanderungspraxis, wie sie etwa von Deutschland oder Schweden betrieben werde. Im Asylsystem sieht er einen Teil des Problems. Seiner Meinung nach ist die Hälfte der derzeitigen Asylbewerber in Dänemark in keiner Weise schutzbedürftig. Es handle sich dabei mehrheitlich um junge Männer aus dem Mittleren Osten, deren Ablehnung große Probleme und hohe Kosten verursache. Dänemark habe sich zum Ziel gesetzt, keine Asylbewerber, sondern nur noch Personen aufzunehmen, die gemäß internationalem Recht als Flüchtlinge gälten. NZZ vom 21. Januar, S. 1 und S. 32 In der Bildungspolitik tritt er gegen die Vernachlässigung der beruflichen zugunsten der akademischen Ausbildung ein.Mattias Tesfaye: De kloge hænder. Et forsvar for håndværk og faglighed, Gyldendal: 2015, ISBN 978-87-02-15079-7
Im Februar 2024 erhielt sein Aufruf, den Medienkonsum in den Grundschulen einzuschränken, Beachtung über die Landesgrenzen hinaus, da er dies auch damit begründete, Kinder zu „Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment“https://politiken.dk/danmark/art9660085/Mattias-Tesfaye-siger-undskyld-til-en-generation-af-digitale-fors%C3%B8gskaniner Interview mit M. Tesfaye im Politiken vom 12. Dezember 2023 gemacht zu haben.https://politiken.dk/danmark/art9739699/Regeringen-freml%C3%A6gger-nye-%C2%BBrestriktive%C2%AB-anbefalinger-om-sk%C3%A6rme-i-skoler-og-sfoer Politiken.dk vom 5. Februar 2024
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