mini|Lygia Pape (1957) Lygia Pape (* 7. April 1927 in Nova Friburgo, Brasilien; † 3. Mai 2004 in Rio de Janeiro) war eine brasilianische Malerin, Bildhauerin, Graveurin, Filmemacherin und Hochschullehrerin.
Leben und Werk Pape studierte Kunst bei Fayga Ostrower am Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro und wurde 1947 Mitglied der in Rio de Janeiro ansässigen Grupo Frente, die sich der konkreten Kunst und der geometrischen Abstraktion verschrieben hatte. 1959 unterzeichnete sie mit Lygia Clark und Hélio Oiticica das Manifesto Neoconcreto. Die Vertreter der neokonkreten Bewegung widersprachen dem vorherrschenden Ethos der konkreten Kunst, denn sie waren der Ansicht, dass Kunst die aktive Beteiligung des Betrachters erfordern solle. Papes Frühwerk, so z. B. die aus geometrischen Holzschnitten bestehende Serie Teclares, die 1955 auf der dritten Biennale von São Paulo gezeigt wurde, nimmt Bezug auf die Handwerkskunst. Ab den 1960er Jahren beschäftigte sie sich mit Drehbuchschreiben, Filmbearbeitung und Regie. 1967 war sie Mitorganisatorin der Ausstellung New Brazilian Objectivity am Museum für Moderne Kunst in Rio de Janeiro. Von 1972 bis 1985 lehrte sie an der Universidade Santa Úrsula in Rio de Janeiro. 1980 erhielt sie einen Master in Kunstphilosophie von der Universidade Ferdal do Rio de Janeiro und wurde dort 1983 zur Professorin für bildende Kunst ernannt. Ihre Werke wurden in Brasilien und international ausgestellt, so auf der São Paulo Biennale (1953, 1955, 1957, 1959, 1989) und dem Salão Nacional de Arte Moderna in Rio de Janeiro zwischen 1952 und 1960, sowie 2003 und 2009 auf der Biennale di Venezia und 2011 auf der Istanbul Biennale. Aus ihrer Bewunderung für die Kunst der Indigenen heraus schuf sie eine Serie von Werken, die den Tupinambá gewidmet sind und 2000 erstmals in der Ausstellung Mostra do Redescobrimento in São Paulo gezeigt wurden. Darunter befindet sich die Arbeit Mantó Tupinambá, in der die Künstlerin mit künstlichen Federn den gleichnamigen Umhang nachbildete, der von Schamanen bei Ritualen im Zusammenhang mit dem Verspeisen von Menschenfleisch verwendet wurde. Er soll die Gleichzeitigkeit von Schönheit und Tod vermitteln.
2004 wurde das Kulturvereinsprojekt Lygia Pape gegründet, welches von ihrer Tochter Paula Pape geleitet wird.
Einzelausstellungen (Auswahl) mini|Das K 20 am Tag der Ausstellungseröffnung von The Skin of ALL 1975: Museu de Arte Moderna do Rio de Janeiro 2000: Serralves, Lissabon 2001: Americas Society, New York 2011: Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid 2017: Met Breuer, New York 2022: The Skin of ALL, K 20, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
Literatur Iria Candela: Lygia Pape, 2017, ISBN 978-1588396167 Bentes, Ivana et al.: Lygia Pape: Magnetized Space. Zurich, 2015 Carneiro, Lúcia; Ileana Padilla: Lygia Pape. Rio de Janeiro, 1998 Cocchiarale, Fernando: Lygia Pape: Entre o olho e o espírito. Porto, 2004 Mattar, Denise: Lygia Pape: Intrinsecamente anarquista. Rio de Janeiro, 2003.
Weblinks
Biografie und Werke Kurzbiografie und Werke Biografie und Werke Olivier Renaud-Clément im Interview mit Paula Pape zum Projekt Lygia Pape
Einzelnachweise
Kategorie:Konzeptkünstler (Brasilien) Kategorie:Maler (Brasilien) Kategorie:Maler der Moderne Kategorie:Bildhauer (Brasilien) Kategorie:Bildhauer der Moderne Kategorie:Hochschullehrer (Universidade Federal do Rio de Janeiro) Kategorie:Teilnehmer einer Biennale von São Paulo Kategorie:Teilnehmer einer Biennale di Venezia Kategorie:Künstler der Konkreten Kunst Kategorie:Brasilianer Kategorie:Geboren 1927 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Frau