Die Orgel der Nikolaikirche Luckau gehört zu den bedeutendsten historischen Orgeln in Brandenburg. Sie wurde 1672 von Christoph Donat gebaut und 1956 bis 1978 von Schuke Orgelbau in den heutigen Zustand versetzt. Sie hat heute 43 Register auf drei Manualen und Pedal. Sonne, Mond, Posaunenengel und König-David-Figur sind beweglich.

Die Vorgängerorgel Um 1618 wurde vom Orgelbauer Martin Peter Grabow (Berlin) eine Schwalbennestorgel mit 27 Stimmen gebaut,Die Geschichte der Orgel, abgerufen am 17. Februar 2021. die beim großen Brand 1644 restlos vernichtet wurde. Aus Ratsakten von 1646 geht hervor, dass elf Zentner geschmolzenes Zinn nach Berlin verkauft wurden.

Donat-Orgel von 1673 Beim Wiederaufbau der Kirche wurde von 1672 bis 1673 eine neue Orgel durch den sächsischen Orgelbauer Christoph Donati geschaffen. Diese verband nord- und süddeutsche Stilelemente und hatte 37 Register auf drei Manualen. Sie wurde am 6. Januar 1674 eingeweiht. Es zeigten sich bald einige Mängel, unter anderem in den Windladen und dem Balg. 1677 führte Donati Ausbesserungen durch. Die Orgel wurde danach von Junge wieder eingeweiht. Die Orgel verfügte 1672 über 36 Register auf drei Manualen und Pedal. Die Disposition lautete nach dem Kontrakt vom 10. Juli 1672:

I Rückpositiv C–f3 1. Grobgedackt 8′ 2. Quintadehna 8′ 3. Principal 4′ 4. Mittelflöte 4′ 5. Oktava 2′ 6. Sesquialtera 2fach 7. Mixtur 3fach 8. Dulzianregal 16′ 9. Trichterregal 8′II Hauptwerk C–f3 10. Grobgedackt 16′ 11. Principal 8′ 12. Rohrflöte 8′ 13. Viol da Gamba 8′ 14. Octava 8′ 15. Juli oder Hollquinta 6′ 16. Triversa oder Querflöte 4′ 17. Klein Gedackt 4′ 18. Quinta 3′ 19. Gemshorn 2′ 20. Sesquialtera 2fach 21. Mixtur 5-8fachIII Brustwerk C–f3 22. Grobgedackt Lieblich 8′ 23. Nachthorn 4′ 24. Quinta gedackt oder Naßat 3′ 25. Spitzflöte 2′ 26. Sesquialtera 1fach 27. Sifflöte 1′ 28. Trompetta 8′Pedal C–d1 29. Principal 16′ 30. Subbaß 16′ 31. Oktavbass 8′ 32. klein Octavbass 4′ 33. Mixtur 5fach 34. Posaune 16′ 35. Trompete 8′ 36. Schalmei 4′

Koppeln: BW/RP; OW/RP; RP/P Sperrventile Sonne und Mond (Zimbelglöckchen HW) Stern mit Zimbelglöckchen (RP) Tremulant zum ganzen Werk Bewegliche Figuren des David und zweier Trompetenengel

Lütkemüller’scher Umbau von 1873 Friedrich Hermann Lütkemüller passte die Orgel dem romantischen Klangideal an. Er ersetzte die alten Windladen und erweiterte die Orgel auf 40 Register. Dieser Umbau kam fast einem Neubau gleich. Er entfernte das Rückpositiv und baute ein neues Oberwerk. Weiterhin veränderte er den Prospekt des Brustwerks von drei auf fünf Pfeifenfeldern.

Von etwa 1900 bis 1940 wurde die Orgel von der Fa. Alexander Schuke gewartet.

Neubau durch Schuke 1956–1978 Von 1959 bis 1978 entstand durch die Firma Schuke Orgelbau aus Potsdam in drei Bauabschnitten ein neues Instrument im historischen Gehäuse mit den erhaltenen Teilen von Donat, aber auch mit einigen Registern von Lütkemüller. Das Instrument ist dem neobarocken Klangideal verpflichtet. Abgeschlossen wurden die Arbeiten 1978 mit der Rekonstruktion der Anordnung des Rückpositivs von Donat.https://www.kirchen-luckauer-niederlausitz.de/kirchen/kirchen-von-a-z/luckau/, abgerufen am 18. Oktober 2023. Daniel Kunert schreibt über das Instrument: „Eine Rekonstruktion der Donat-Orgel wäre ein angemessenes Zukunftsprojekt.“Das Portal der Königin der Instrumente, abgerufen am 18. Oktober 2023.

2012 erfolgten Ausbesserungsarbeiten.

Die Orgel hat heute 43 Register auf drei Manualen und Pedal. In zehn Registern sind noch Pfeifen von Donat erhalten. Die Disposition lautet:Orgel Orgel-Information

I Rückpositiv C–f3 1. Grobgedackt 8′ 2. Quintadena 8′ 3. Principal 4′ 4. Rohrflöte 4′ 5. Oktave 2′ 6. Hohlflöte 2′ 7. Quinte ′ 8. Mixtur IV–V 1′ 9. Sesquialtera II 10. Dulzianregal 16′ 11. Trichterregal 8′ Tremulant II Hauptwerk C–f3 12. Grobgedackt 16′ 13. Principal 8′ 14. Rohrflöte 8′ 15. Viola da Gamba 8′ 16. Oktave 4′ 17. Querflöte 4′ 18. Quinte ′ 19. Oktave 2′ 20. Gemshorn 2′ 21. Mixtur VI 2′ 22. Scharf IV 1′ 23. Trompete 8′ III Brustwerk C–f3 24. Gedackt 8′ 25. Nachthorn 4′ 26. Nassat ′ 27. Principal 2′ 28. Spitzflöte 2′ 29. Terz ′ 30. Sifflöte 1′ 31. Cimbel III 1′ 32. Glockenton III–IV 33. Vox humana 8′ Pedal C–d1 34. Principal 16′ 35. Subbaß 16′ 36. Oktave 8′ 37. Gedacktbaß 8′ 38. Oktave 4′ 39. Bauernflöte 2′ 40. Mixtur V Baßaliquote III (vakant) 41. Posaune 16′ 42. Trompete 8′ 43. Schalmei 4′ Tremulant Koppeln: I/II, III/II, I/P, II/P Bewegliche Sonne, Mond, Posaunenengel führen Posaune zum Mund, König David Cimbelstern Vogelgesang

Organisten Johann Christoph Raubenius (1717–1726) Andreas Müller (1726–1775) Joachim Klebe (1993–2015) Focko Hinken (2015–2020) Patricia Marie Kramer (2021–2024) Brian Radins (seit 1. Juli 2025)

Literatur Elke Lang: Barocke Pracht und schlichte Schönheit. Orgeln in Brandenburg. Curturcon, Berlin 2014. Markus Aghte: Zwischen Himmel und Erde. Entdeckungen in der Luckauer Nikolaikirche. Lukas Verlag, Berlin 2014. S. 96 Die von Christoph Donat erbaute Orgel im Dom St. Nikolai-Luckau, Kkr Cottbus 1965 Karl Paulke (Herzog. Kirchenmusikdirektor in Meiningen) Musikpflege in Luckau – Neue Beiträge zur Musikgeschichte in Luckau der Niederlausitz, Guben 1918

Weblinks

Orgel der Nikolaikirche Luckau von Albrecht Bönisch Luckau Nikolaikirche Orgeldatabase, mit Geschichte, Fotos, Literatur und Disposition (niederländisch) Luckau Nikolaikirche Orgues France, mit Geschichte und Dispositionen (französisch) Orgelbeschreibung auf Organ index

Einzelnachweise

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