Bissingen ist ein Markt im schwäbischen Landkreis Dillingen an der Donau.
Geografie mini|Blick auf Schloss und Pfarrkirche mini|hochkant|Evangelische Kirche St. Laurentius im Ortsteil Unterringingen mini|hochkant|Katholische Pfarrkirche Peter und Paul Lage Die Gemeinde liegt in der Region Augsburg und grenzt an den Landkreis Donau-Ries. Durch Bissingen und einige seiner Teilorte fließt die Kessel. Geologisch gehört das Gemeindegebiet zur Riesalb, dem östlichsten, nur mehr hügeligen Ausläufer der Schwäbischen Alb.
Gemeindegliederung
Es gibt 32 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Bissingen, Buggenhofen, Burgmagerbein, Diemantstein, Fronhofen, Gaishardt, Göllingen, Hochstein, Kesselostheim, Leiheim, Oberliezheim, Oberringingen, Stillnau, Thalheim, Unterbissingen, Unterringingen, Warnhofen und Zoltingen.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung mini|Bissingen im Jahr 1947, Zeichnung Walter Kittel Alemannische Reihengräberfunde weisen auf eine frühe Besiedelung des Ortes hin. Urkundlich erstmals erwähnt wurde Bissingen um das Jahr 1140 in einer Schenkungsurkunde für das Chorherrenstift Berchtesgaden. Schon 1281 wurde der Ort erstmals als Markt bezeichnet. Bissingen war Bestandteil und später auch Sitz der Herrschaft Hohenburg-Bissingen, die schon vor dem Jahr 1281 mit weiten Teilen des Kesseltals in den Besitz der Grafen von Oettingen gelangt war. Seit 1327 hatten der Ort und die Herrschaft wechselnde Besitzer. Einer von ihnen, der Söldnerführer Sebastian Schertlin von Burtenbach, ließ in den Jahren 1558/59 das heutige Schloss Bissingen erbauen.
Im Jahre 1661 fielen der Markt Bissingen und die Herrschaft, die jetzt Hohenburg-Bissingen genannt wurde, zurück zum Fürstentum Oettingen-Wallerstein. Bissingen wurde Sitz eines Obervogtamts. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zu Bayern. Im Jahre 1818 wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern ein fürstliches Herrschaftsgericht eingerichtet, das in den Revolutionsjahren 1848/49 aufgelöst bzw. in ein Landgericht umgewandelt wurde. Dieses wurde 1862 nach Höchstädt verlegt.
19. und 20. Jahrhundert Die Pfarrkirche in Bissingen wurde in den Jahren 1858 bis 1860 auf den Mauern der alten, 1682 errichteten Kirche, neu erbaut. Der 45 m hohe Zwiebelturm blieb erhalten und ist ein Wahrzeichen Bissingens.
1906 entdeckte der Apotheker Max Premauer in Bissingen eine Heilquelle, die sogenannte Bissinger Auerquelle. Dies führte auch zur Entstehung mehrerer Kurhäuser in Bissingen.
Eingemeindungen EhemaligeGemeinde Einwohner(1970) Datum Anmerkung Buggenhofen 64 01.07.1971 Burgmagerbein 98 01.07.1971 Diemantstein 247 01.01.1972 Fronhofen 163 01.01.1972 Gaishardt 69 01.07.1971 Göllingen 119 01.07.1971 Hochstein 167 01.07.1971 Kesselostheim 143 01.07.1971 Leiheim 69 01.07.1971 Eingemeindung nach Unterringingen Oberliezheim 181 01.05.1978 Oberringingen 188 01.07.1971 Eingemeindung nach Unterringingen Stillnau 194 01.05.1978 Thalheim 101 01.01.1972 Unterbissingen 271 01.07.1971 Unterringingen 124 01.05.1978 Warnhofen 145 01.01.1972 Zoltingen 115 01.07.1971 Eingemeindung nach Unterringingen
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3236 auf 3650 um 414 Einwohner bzw. um 12,8 %. Jahr 1840 1871 1900 1925 1939 1959 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 20152017 Einwohner 3769 3426 3129 3039 2876 4061 3432 3359 3244 3346 3493 3610 3616 3465 35953630
(Quelle unter)
Politik Gemeinderat und Bürgermeister Der Marktgemeinderat hat 16 Mitglieder. Seit der Kommunalwahl 2020 verteilen sich die Sitze auf folgende Listen: Parteien und Wählergemeinschaften2026 20202014%Sitze%Sitze%Sitze CSU15,0214,8214,82Freie Wähler Bissingen14,3210,1212,32 Wählergemeinschaft Unterringingen und Umgebung 12,4212,6211,42Christlicher Wählerblock Oberes Kesseltal10,9212,129,92Christliche Bürgerinnen Kesseltal10,32––––Freie Unabhängige Wähler Unteres Kesseltal8,318,717,51SPD7,216,418,11Stillnauer Liste6,316,416,01Bürger wählen Bürger6,117,6114,32FDP4,719,025,91Wählergemeinschaft Oberliezheim4,415,915,01Christliche Bürger Unteres Kesseltal––6,317,51Gesamt100,016100,016100,016Wahlbeteiligung in %71,769,973,8
Bürgermeister seit 1990 war Michael Holzinger (FW/CWB/WGU/FWU/WGO). Im Jahr 2019 wurde er durch Stephan Herreiner (CSU/FW) mit 91,7 % der Stimmen abgelöst. Michael Holzinger musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aufgeben. Stephan Herreiner war bisher der stellvertretende Bürgermeister.
Gemeindefinanzen Im Jahr 2011 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.653.000 €, davon waren 1.993.000 € Gewerbesteuereinnahmen (netto).
Wappen
Gemeindepartnerschaften Partnergemeinde von Bissingen ist Oberwiera in Sachsen.
Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Bissingen Zigeunereiche in Buggenhofen Michelsberg Fronhofen
Baudenkmäler
Schloss Bissingen Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt in Buggenhofen
Bodendenkmäler
Burgstall Fronhofen Burgstall Hochstein
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2011 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft fünf, im produzierenden Gewerbe 620 und im Bereich Handel und Verkehr 90 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 125 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1373. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei Betriebe, im Bauhauptgewerbe acht Betriebe. Im Jahr 2010 bestanden zudem 95 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 3347 ha. Davon waren 2356 ha Ackerfläche und 987 ha Dauergrünfläche.
Bildung Es gibt in Bissingen einen Kindergarten mit 100 Kindergartenplätzen und 84 betreuten Kindern (Stand 2012) sowie zwei Volksschulen, in denen 189 Schüler von 13 Lehrkräften unterrichtet werden (Schuljahr 2011/12).
Persönlichkeiten Georg Danner († 1686), Baumeister des Barock Johann von Gott Fröhlich (1780–1849), klassischer Philologe Friedrich von Schreiber (1819–1890), von 1875 bis 1890 Erzbischof von Bamberg, in Bissingen geboren Alban Haas (1877–1968), katholischer Priester und Prälat, Heimat- und Kirchengeschichtler, geboren im Ortsteil Diemantstein
Weblinks
Offizielle Homepage des Marktes Bissingen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Dillingen an der Donau Kategorie:Markt in Schwaben