mini|Icom IC-7300 beim Empfang des 20-Meter-Bands um 14,29 MHz, hier mit „Wasser­fall­darstellung“ (Spectrum scope). Icom IC-7300 ist ein Amateurfunk-Sendeempfänger () des japanischen Herstellers Icom für die Kurzwellen-Amateurfunkbänder sowie das 6-Meter- und das 4-Meter-Band. Er dient als Stationsfunkgerät innerhalb einer Amateurfunkstelle, kann aber auch als mobile Funkstation beispielsweise in einem Pkw eingesetzt werden.

Geschichte Einem größeren Publikum vorgestellt wurde das Gerät zum ersten Mal im August 2015 auf der Ham Fair, einer jährlich in der japanischen Hauptstadt Tokio stattfindenden internationalen Messe für Amateurfunktechnik. Die volle Aufmerksamkeit bekam es, nach seiner offiziellen Markteinführung im März 2016, dann im Mai desselben Jahres auf der Hamvention, einem amerikanischen Pendant zur Ham Fair, die jedes Jahr in Dayton (Ohio) ausgerichtet wird.

Im Mai 2024 wurde bekannt, dass der Icom IC‑7300 inzwischen mehr als 100.000 Mal auf dem Weltmarkt verkauft wurde.Mehr als 100.000 verkaufte Einheiten des IC7300, abgerufen am 27. Mai 2024. Damit ist dieses Funkgerät das wohl kommerziell erfolgreichste aller Zeiten.IC-7300 Verkaufsrekord (im Video nach 4′44″), abgerufen am 27. Mai 2024.

Eigenschaften mini|IC-7300 beim Empfang von CW (2023) Der Empfänger nutzt die Technik des Software Defined Radio (SDR) mit direkter digitaler Umsetzung des über die angeschlossene Antenne empfangenen HF-Signals durch einen Digital Down Converter (DDC). Bei seinem Erscheinen war er der erste von den international marktbestimmenden Amateurfunkgeräte-Herstellern gebaute Transceiver mit Direktabtastung ab der Antenne.„SDR-Transceiver von Icom“, Funkamateur 10/2015, S. 1036„JARL Ham Fair 2015“, Funkamateur 10/2016, S. 1041Thorsten Schmidt, „IC-7300 – Der neue SDR von Icom“, CQ DL 10/2015, S. 21 Weitere Merkmale sind das berührungsempfindliche Farb-Display mit der „Wasserfallanzeige“ genannten Darstellung des Frequenzspektrums, der integrierte Antennentuner und die integrierte Soundkarte, wodurch digitale Betriebsarten, wie beispielsweise FT8, vergleichsweise einfach realisiert werden können.Erfahrungsbericht eines Funkamateurs von DLØSP.de, abgerufen am 29. Juni 2019.Andreas Schulze, „Icom IC-7300 im Test – Der ,Revolutionär‘“, CQ DL 9/2016, S. 29 ff.

Das Amateurfunkmagazin CQ DL des Deutschen Amateur-Radio-Clubs (DARC) kam nach einer ausführlichen messtechnischen Prüfung des Transceivers zu folgendem Fazit:

Technische Daten Abmessungen (L×B×H): 238 mm × 240 mm × 94 mm Gewicht: 4,2 kg Betriebsspannung: 13,8 V (max. 21 A) Frequenz: Amateurfunkbänder von 160 m bis 4 m Sendeleistung: max. 100 WDatenblatt bei www.funkamateur.de, abgerufen am 29. Juni 2019.

Nachfolger Auf der Ham Fair im August 2025 wurde der Nachfolger namens IC‑7300MK2 („Mark 2“) vorgestellt. Neben verbesserten technischen Daten zeichnet er sich durch zusätzliche Funktionen und Schnittstellen aus. Dazu gehören ein integrierter Dekodierer für Morsezeichen sowie ein HDMI-Anschluss, um einen großen Monitor zur Anzeige verwenden zu können.

Siehe auch Liste von Amateurfunkgeräten

Literatur Andrew Barron: The radiotoday guide to the Icom IC-7300. RSGB, Bedford 2019, ISBN 978-1-0937-7133-6. Bern Petermann, Adam Farson: Softwaredefiniertes Radio ganz autonom – Icom IC-7300. Zweiteiliger Test in Funkamateur 7/2016, S. 620 ff und 8/2016, S. 724 ff. Andreas Schulze, Marc Michalzik: Icom IC-7300 im Test – Der „Revolutionär“. Zweiteiliger Test in CQ DL 9/2016, S. 29 ff und 10/2016, S. 18 ff.

Weblinks Frontansicht bei icomeurope.com Rückansicht bei icomeurope.com. Datenblatt (PDF; 1,0 MB) bei funkamateur.de. Erfahrungsbericht von DLØSP. Erklärvideo bei YouTube (14′28″).

Einzelnachweise

Kategorie:Amateurfunkgerät Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video