Die pazifische Hurrikansaison 2019 begann im östlichen Pazifik offiziell am 15. Mai und im Zentralpazifik am 1. Juni; sie endete am 30. November. Innerhalb dieser Periode bilden sich üblicherweise die meisten tropischen Wirbelstürme, da nur zu dieser Zeit geeignete Bedingungen existieren, wie etwa ein warmer Ozean, feuchte Luft und wenig Windscherung, um die Bildung von tropischen Wirbelstürmen zu ermöglichen. Alle Stürme, die sich nördlich des Äquators und östlich von 180°W bilden, gehören zu diesem Becken. Stürme, die sich weiter westlich bilden, werden nicht mehr Hurrikane, sondern Taifune genannt.

Obwohl das ostpazifische Becken nach dem Westpazifik das zweitaktivste Entstehungsgebiet tropischer Wirbelstürme in der Welt ist, bedrohen die meisten Stürme kein Land, da sie meistens auf den offenen Ozean hinaussteuern. Nur wenige Stürme schlagen eine Kurve nach Osten oder Nordosten ein und bedrohen dann vor allem die mexikanische Küste.

Die Saison 2019 hatte einen langsamen Start, da sich während des Monats Mai kein tropisches System gebildet hat, zum ersten Mal seit 2016, und es ist (abgesehen von Hurrikan Pali im Januar 2016) das erste Mal seit 2011, dass sich vor dem Monat Juni kein tropischer Sturm bildete. Die Hurrikansaison 2019 hat mit dem 25. Juni den spätesten Beginn seit der Verfügbarkeit verlässlicher Aufzeichnungen im Jahr 1971.

Tropische Wirbelstürme im Atlantischen Ozean siehe im Artikel: Atlantische Hurrikansaison 2019.

Saisonvorhersagen

Rekordjahre BenannteStürme Hurrikane SchwereHurrikane BelegDurchschnitt (1981–2010): 15,4 7,6 3,2 – höchste Aktivität: 1992: 27 2015: 16 2015: 11 – niedrigste Aktivität: 2010: 8 2010: 3 2003: 0 Datum Quelle BenannteStürme Hurrikane schwereHurrikan17 Beleg 15. Mai 2019 SMN 19 11 6 23. Mai 2019 NOAA 15–22 8–13 4–8 Gebiet benannteStürme Hurrikane schwereHurrikane tatsächlicheAktivität: Ostpazifik 17 7 4 Zentralpazifik 2 0 0 gesamt 19 7 4

Am 15. Mai 2019 gab der Servicio Meteorológico Nacional (SMN) seine Vorhersage für die Saison bekannt. Sie lautete auf 19 benannte Stürme, elf Hurrikane und sechs schwere Hurrikane. Die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) veröffentlichte ihre jährliche Vorhersage am 23. Mai und ging mit einer siebzigprozentigen Wahrscheinlichkeit von einem überdurchschnittlichen Saisonverlauf sowohl im östlichen als auch im zentralen Pazifischen Ozean aus, mit 15–22 benannten Stürmen, 8–13 Hurrikanen und 4–8 schweren Hurrikanen. Die NOAA begründete ihre Vorhersage mit einem Anhalten des El Niño während der Saison, wodurch die vertikale Windscherung im Entstehungsgebiet reduziert wird und die Meeresoberflächentemperatur erhöht wird. Beides trägt zur verstärkten tropischen Aktivität bei. Außerdem erwarteten zahlreiche globale Vorhersagemodelle eine weiterhin positive Pazifische Dekaden-Oszillation (PDO), eine Phase eines mehrere Jahrzehnte umfassenden Zyklus mit überdurchschnittlich warmen Meeresoberflächentemperaturen, der 2014 begonnen hat, im Gegensatz zu dem Zeitraum 1995–2013, in dem die Aktivität allgemein niedrig war.

Saisonübersicht

mini|links|hochkant=1.5|Am 20. September 2019 waren im östlichen Pazifischen Ozean drei tropische Wirbelstürme gleichzeitig aktive: Kiko (links), Mario (rechts unten) und Lorena (rechts oben) Die Saison begann offiziell am 15. Mai im östlichen Pazifik und am 1. Juni im zentralen Pazifik; sie endete jeweils am 1. November. Die Aktivität war anfänglich langsam, denn das erste tropische Tiefdruckgebiet bildete sich erst am 25. Juni. Der stärkste Sturm der Saison war Hurrikan Barbara, der seine Spitzenintensität am 2. Juli am oberen Ende der Kategorie 4 erreichte. Die Saison wurde im Juli aktiver, als sich fünf tropische Stürme bildeten, von denen zwei sich zu Hurrikans intensivierten, einer davon war Hurrikan Erick, der am 31. Juli zum zweiten Kategorie-4-Hurrikan der Saison wurde. Die tropische Aktivität im August war gedämpft, als nur drei tropische Stürme entstanden, von denen keiner Hurrikanstärke erreichte.

Am ersten Septembertag bildete sich mit Hurrikan Juliette der dritte schwere Hurrikan der Saison. Außerdem setzte die tropische Aktivität im zentralen Pazifischen Ozean ein, als sich am 3. September der Tropische Sturm Akoni bildet. Nach einer fünftägigen Phase der Ruhe entstand am 12. September mit Hurrikan Kiko der dritte Kategorie-4-Hurrikan der Saison und nochmals fünf Tage später entstanden der Tropische Sturm Mario und Hurrikan Lorena. Ende September wurde der Tropische Sturm Narda der fünfte benannte Sturm des Monats, womit der Monat zu den aktivsten Septembermonaten aller pazifischen Hurrikansaisons gehört, neben den Saisons der Jahre 1966, 1992, 1994, 1997 und 2005.

Während des Oktobers entstanden drei tropische Stürme, nämlich zunächst am 12. Oktober Ema, womit sich zum ersten Mal seit 2016 mehr als ein tropischer Sturm im zentralen Pazifik bildete. Am 17. Oktober bildete sich Octave fernab vom Land am 17. Oktober, und am 20. Oktober entstand Priscilla. Am 15. November bildete sich mit dem Tropischem Sturm Raymond der letzte benannte Sturm der Saison.

Die Accumulated Cyclone Energy (ACE) der Pazifischen Hurrikansaison 2019 belief sich auf 83,56 im östlichen Pazifischen Ozean und 14,4275 im zentralen Pazifischen Ozean. Die ACE insgesamt war 97,9875.

Stürme Tropischer Sturm Alvin

Am 19. Juni sagte das National Hurricane Center (NHC) erstmals die Bildung eines Tiefdruckgebietes vor der südwestlichen Küste von Mexiko innerhalb weniger Tage voraus. Ein Gebiet kaum organisierter Schauer und Gewitter, das mit einer westwärts ziehenden tropischen Welle verbunden war, entwickelte sich in der Region am 22. Juni, und einen Tag später bildete sich ein damit verbundenes Tiefdruckgebiet. In den folgenden Tagen organisierte sich das System nach und nach, während es in westnordwestlicher Richtung zog und sich von der Küste Mexikos entfernte. Am 25. Juni um 21:00 UTC hatte die Störung ausreichend Konvektion und ein ausreichend definiertes Zentrum aufgebaut, um als erstes tropisches Tiefdruckgebiet der Pazifischen Hurrikansaison 2019 klassifiziert zu werden. Das Tiefdruckgebiet verstärkte sich langsam und wurde achtzehn Stunden später zum tropischen Sturm hochgestuft und erhielt den Namen Alvin.

Der Sturm wurde von einem Rücken nach Western gesteuert und begann in einer günstigeren Umgebung sich zu organisieren. Sehr tiefe Konvektion brach über dem Zentrum aus, und Alvin wurde am 28. August um 00:00 Uhr UTC zu einem minimalen Kategorie-1-Hurrikan und bildete ein Auge mit einem Durchmesser von 15 km aus. Nach dem Erreichen der Spitzenintensität gelangte der Hurrikan über kühleres Wasser und traf auf zunehmende Windscherung. Alvin verlor am 29. Juni um 06:00 Uhr UTC die tiefe Konvektion und degenerierte westsüdwestlich von Baja California Sur in ein Resttief. Das Resttief verlagerte sich westwärts und löste sich etwa einen Tag später auf.

Hurrikan Barbara

Weniger als eine Woche nach der Welle, aus der Alvin hervorging, löste sich am 18. Juni eine neue tropische Welle von Westafrika. Auf ihrem Weg über den tropischen Atlantik blieb sie weitgehend unorganisiert. Sie erreichte den östlichen Pazifik am 26. Juni. Im Laufe der nächsten Tage organisierte sich die Störung und hatte sich um 06:00 UTC am 30. Juni zum Tropischen Sturm Barbara entwickelt, wobei das System bei seiner Entstehung bereits Winde in Sturmstärke aufwies. Der Sturm zog rasch nach Westen und kämpfte in einer Umgebung mit starker Windscherung und trockener Luft um seine Intensivierung. Am 1. Juli konnte sich Barbara dank inzwischen günstigerer Bedingungen besser entwickeln und wurde so an dem Tag um 18:00 Uhr UTC zum Hurrikan. Hurrikan Barbara intensivierte sich rapide und erreichte am 3. Juli um 00:00 Uhr UTC seinen Höhepunkt in der Kategorie 4 der Saffir-Simpson-Hurrikan-Windskala mit andauernden Spitzenwindgeschwindigkeiten vom 250 km/h. Zu diesem Zeitpunkt wies der Sturm ein über 20 km großes Auge auf, das von einer dichten Wolkendecke (Central Dense Overcast) und zahlreichen Regenbändern umgeben war. Eine Kurve nach Nordwesten brachte den Hurrikan über kühleres Wasser und mit trockenerer Luft in Kontakt, sodass sich der Hurrikan im Laufe des 5. Juli rasch abschwächte.

mini|links|Oben Hurrikan Barbara und darunter der Mondschatten der Sonnenfinsternis am 2. Juli 2019 im Pazifik Schon am 6. Juli um 00:00 Uhr UTC hatte Barbara die tropischen Eigenschaften verloren und war nur noch ein Resttief. Dieses zog weiter nach Westen und löste sich am 8. Juli östlich von Hawaii in einem Trog auf.

Barbaras Reste passierten Big Island am 8. Juli südlich in einer Entfernung von rund 190 km. Sie führten auf der windzugewandten Seite der Insel und ihrer Nachbarinsel Maui zu heftigen Schauern. Der dieses Resttief begleitende Wind wurde von Hawaiian Electric Industries als wahrscheinliche Ursache von Stromausfällen von etwa 45.000 Stromkunden angegeben.

Tropischer Sturm Cosme

Am 23. Juni verließ Afrika eine weitere tropische Welle, die nach ihrer Atlantiküberquerung am 2. Juli den östlichen Pazifischen Ozean erreichte. Der günstige Einfluss einer Kelvinwelle und der Madden-Julian-Oszillation erlaubte es der Störung sich zu organisieren. Sie entwickelte sich nach und nach, bis sie am 6. Juli um 12:00 Uhr UTC zum tropischen Sturm erklärt wurde und den Namen Cosme erhielt. Anormal hoher Luftdruck außerhalb half bei der Beschleunigung der Sturmwinde, die schon bei der Entstehung in der Spitze 85 km/h erreichten. Schon kurz darauf sorgte kühleres Wasser, trockene Luft und Windscherung für einen Halt bei der Entwicklung des Sturms, sodass dieser sich abschwächte, während er eine nordwestliche Zugbahn einschlug. Am 8. Juli um 00:00 Uhr UTC degenerierte Cosme zu einem Resttief. Dieses Tief wendete sich dann nach Westen, bevor es sich früh am 11. Juli in einen Trog auflöste.

Tropisches Tiefdruckgebiet Vier-E

Der tropischen Welle, aus der Cosme hervorging, folgte eine Woche später eine andere. Diese gelangte am 8. Juli in den Ostpazifik, doch blieb sie auf ihrem Weg westwärts einige Tage lang unorganisiert. Schließlich entwickelte sich die Welle am 12. Juli zu einem Tiefdruckgebiet, das sechs Stunden später tropische Eigenschaften entwickelte. Das System befand sich über sehr warmen Meeresoberflächen, doch der Einfluss mäßiger Windscherung verhinderte die Entwicklung. Am 12. Juli begannen andauernde Höhenwinde, die Konvektion des Systems wegzuscheren. Das System zerfiel am 14. Juli um 00:00 Uhr UTC südsüdwestlich von Baja California Sur in ein Resttief. Dieses erzeugte zwar noch gelegentliche Konvektionsausbrüche, als es weiter in westnordwestliche Richtung zog, doch löste es sich schließlich früh am 15. Juli völlig auf.

Tropischer Sturm Dalila

Eine tropische Welle, die sich am 8. Juli von Afrika entfernte, zeigte bereits einige Anzeichen von Entwicklung, bevor sie das westliche Karibische Meer erreichte. Sie zog weiter in den östlichen Pazifischen Ozean und bildete am 22. Juli gegen 06:00 Uhr UTC ein tropisches Tiefdruckgebiet. Die Zyklone blieb während ihrer Existenz weitgehend unorganisiert, da ihr nördliche Windscherung und das in ihrer nördlichen Zugrichtung immer kühlere Wasser zu schaffen machten. Die Entstehung von spiralförmigen Wolkenbändern erlaubte allerdings die Entstehung des Tropischen Sturms Dalila am 23. Juli um 06:00 Uhr UTC. Dalila erreichte ihren Höhepunkt mit Windgeschwindigkeiten von 75 km/h sechs Stunden später. Weiter über kühlem Wasser unterwegs verlor Dalila an Stärke und zerfiel am 25. Juli um 12:00 Uhr UTC in ein Resttief. Dieses driftete nach Westen und löste sich am 26. Juli völlig auf.

Hurrikan Erick