Berengar Hugo Karl Beowulf Elsner von Gronow (* 17. November 1903 in Trier; † 31. Januar 1981 in Soest)Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels B (Briefadel) 1981, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, S. 198. war ein deutscher Politiker (NSDAP). Von 1933 bis 1936 war er Bürgermeister von Swinemünde.

Leben Herkunft und Studium Berengar Elsner von Gronow war der Sohn des Trierer Regierungsrats Martin Elsner von Gronow (1854–1930) und dessen zweiter Ehefrau Meta, geb. Elsner von Gronow (1875–1960).Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch des Adels B (Briefadel) 1981, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1981, S. 199. Der Vater, 1889 früh geschieden von seiner ersten Ehefrau Marie von Kryger, war Mitglied im Johanniterorden, die Mutter in der Deutschen Adelsgenossenschaft organisiert. Berengar Elsner von Gronow studierte Agrarwissenschaften und schloss das Studium als Diplom-Landwirt (dipl. agr.) ab.

Werdegang in der NSDAP Elsner von Gronow war bereits seit 1922/23 „Aktivist“ der NSDAPWillich. Große öffentliche Kundgebung. In: Niederrheinische Heimat. Nr. 167 vom 22. Juni 1939, S. 1. (online bei Zeitungsportal NRW). und wurde Geschäftsführer der Göttinger Partei-Buchhandlung. Zum 7. April 1925 trat er der nach zeitweiligem Verbot aufgrund des gescheiterten Hitlerputsches neu gegründeten NSDAP bei (Mitgliedsnummer 2.326).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/12061665, Vgl. Der Begriff der NSDAP-Mitgliederkartei umfasst sowohl die "Zentralkartei" als auch die "Gaukartei", jeweils in den Beständen R 9361-VIII KARTEI und R 9361-IX KARTEI ehem. BDC.Großkundgebung der NSDAP. In: Solinger Tageblatt. Jg. 130. Nr. 17 vom 20. Januar 1939, S. 6. (online bei Zeitungsportal NRW). Nachdem er in der Buchhandlung Aushänge des Illustrierten Beobachters ausgestellt hatte, die die antisemitische Ritualmordlegende propagierten, wurde er 1928 wegen Volksverhetzung und Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen zu 300 Reichsmark Geldstrafe verurteilt.Christoph Jahr: Antisemitismus vor Gericht: Debatten über die juristische Ahndung judenfeindlicher Agitation in Deutschland (1879–1960), Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts, Campus Verlag, Frankfurt am Main und New York 2011, S. 278. ISBN 978-3-593-39058-1. In dem Verfahren war Elsner von Gronow anwaltlich zunächst durch „Staranwalt der Rechtsextremisten“ Walter Luetgebrune vertreten worden. Nachdem die lokale NSDAP ihm jedoch keine Honorare zahlen wollte, zog dieser sich zurück und Roland Freisler trat an seine Stelle.Rudolf Heydeloff: Staranwalt der Rechtsextremisten. Walter Luetgebrune in der Weimarer Republik. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 32 (1984) Heft 3, S. 373–421, S. 402. (online als PDF bei Institut für Zeitgeschichte München).

In der Zeit des Nationalsozialismus war der „alte Mitkämpfer des Führers“Der „Hungerpastor von Borkum“ und Elsner von Gronow vor 2000 Karlsruhern. In: Der Führer. Hauptorgen der NSDAP Gau Baden. Jg. 10. Nr. 296 vom 25. Oktober 1936, S. 9. (online bei Deutsches Zeitungsportal). zeitweise Ortsgruppen- und Kreisleiter von Aurich sowie Gaupropagandaleiter des Gaues Weser-Ems,Ehrenvolle Berufung. In: Jeversches Wochenblatt. Jg. 144. Nr. 6 vom 8. Januar 1934, S. 6. (online bei Deutsches Zeitungsportal). bevor er von 1933 bis 1936 als Bürgermeister von Swinemünde amtierte.Swinemünde. Die Stadt im Blick., Hrsg. E. Rosenthal, Greifswald. Zugleich war er Referent im Reichsministerium für Volksaufklärung und PropagandaInstitut Deutsche Adelsforschung. und trat seit 1928, somit als „einer der Ältesten“, als sogenannter Reichsredner in Erscheinung. Auch schon zuvor war er in Sachen NS-Propaganda unterwegs: Wie einer Presseankündigung im Januar 1939 zu entnehmen ist, hatte er seit 1923 „in rund 3000 Veranstaltungen in allen Gauen für die NSDAP gesprochen“.Der Lebensraum des deutschen Volkes. In: Bergische Post. Nr. 18 vom 21./22. Januar 1939, S. 4. (online bei Zeitungsportal NRW). Dabei gab er sich nicht zimperlich: Auf einer NSDAP-Kundgebung in Kassel im Vorfeld der Reichspräsidentenwahl 1932 kündigte er etwa ein „Strafgericht“ gegen diejenigen an, die „in den letzten Jahren die Geschicke des Reichs geleitet“ hätten. „Bei offensichtlichen Verstößen“ – so die weitere Ansage – werde gegen diese, gemeint sind die führenden Politiker der Weimarer Republik, „die Todesstrafe verhängt werden.“Die Verwirklichung des Dritten Reiches. In: Münsterländische Volkszeitung. Jg. 54. Nr. 26 vom 27. Januar 1932, S. (1) (online bei Zeitungsportal NRW). Bei einer „Großkundgebung“ im Stadtsaal von Wald erklärte Elsner von Gronow, der „als guter Schulungsredner“ bekannt gewesen sei, Adolf Hitler 1939 zum „maßgebendste(n) Staatsmann der Welt“.„Der Lebensraum des Deutschen Volkes.“ Großkundgebung im Walder Stadtsaal. – Reichsredner von Gronow sprach. In: Solinger Tageblatt. Jg. 130. Nr. 22 vom 26. Januar 1939, S. 6. (online bei Zeitungsportal NRW). Der Diplomlandwirt war Anfang der 1940er Jahre Wirtschafts-Oberleiter beim General-Verwalter für die öffentliche Landbewirtschaftung in den eingegliederten Ostgebieten und Hauptluftschutzführer.

Nachkriegskarriere 1964 war Elsner von Gronow Mitbegründer der genealogisch-heraldischen Arbeitsgemeinschaft Roland zu Dortmund.Roland. Zeitschrift der genealogisch-heraldischen Arbeitsgemeinschaft Roland zu Dortmund e.V. Jahrgang 2011, Eigenverlag, Dortmund 2011, S. 156. Er entwarf auch die historischen Veröffentlichungen im GHdA 1968, für die Familien von Elsner und Elsner von Gronow. In den 1960er Jahren war Elsner von Gronow Prokurist eines Metallwarenwerkes in Soest. Zu seinem 75. Geburtstag würdigte ihn der Verein Roland.Heinz Gerlinger: Noch einmal. Berengar Elsner von Gronow-75 Jahre., in: Christian Loefke: Roland. 1977-1979, Band 4, VIII/153-154. Dortmund 2014.

Familie 1931 heiratete er in Kassel Katharine Freiin von Canstein, Tochter der Maria von Spalding und des Offiziers Karl-Hildebrand Freiherr von Canstein. Das Ehepaar hatte neun Kinder, sämtlich mit nordischen Namen benannt, die in Nienburg an der Weser, in Swinemünde, in Wilhelmshorst bei Potsdam, in Potsdam und nach dem Krieg in Paderborn und Oldenburg geboren wurden.

Berengar Elsner von Gronow ist der Großvater des 1978 geborenen Berengar Elsner von Gronow, der in der Legislaturperiode 2017–2021 Bundestagsabgeordneter der AfD war.

Auszeichnungen Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP

Schriften Die Nachkommen des Johann Elsner aus Grune (1688–1772), Störmrede 1950 (Manuskript) Die Personalschriften in der Soester Stadtbibliothek. In: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde 11/12 (1962/63), S. 347–387, 565 f. Personalschriften in der Bibliothek des Archivgymnasiums zu Soest. In: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde 11/12 (1962/63), S. 564–565. Die Elsner-Kartei im Elsner-Archiv. In: Archiv für Sippenforschung 17, (1965), Limburg an der Lahn 1965, S. 55–57. 500 Jahre Oelsner, Elsner , Elsner v . Gronow . 1467–1967 (als Manuskript vervielfältigt). Soest 1967.Bibliogr. Nachweis. Manuskript: 500 Jahre Oelsner, Elsner, Elsner v. Gronow, 1467-1967. Das alte Elsner-Wappen mit dem Baum. In: Genealogie. Deutsche Zeitschrift für Familienkunde 17/18 (1968/69), S. 50–60.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Alter Adel und Briefadel 1927. 19. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1926, S. 217–220. (Stammreihe) Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Teil B (Briefadel) 1941. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. 33. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 146–147. Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler, Hans Friedrich von Ehrenkrook (†): Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser/B (Briefadel nach 1400 nobilitiert) 1968, Band VIII, Band 41 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen der deutschen Adelsverbände in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1968, S. 82–83.

Einzelnachweise

Kategorie:NSDAP-Mitglied Kategorie:Bürgermeister (Preußen) Kategorie:Bürgermeister (Świnoujście) Kategorie:Person der NS-Propaganda Kategorie:Politiker (Provinz Pommern) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1981 Kategorie:Mann Kategorie:Träger des Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP