Wilhelm Liebrecht (* 24. März 1850 in Hannover;Dirk Hainbuch, Florian Tennstedt (Bearb.), Karin Christl (Mitarb.): Liebrecht, Wilhelm, Dr. med. h. c. und Dr. ing. h. c., in dies.: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik 1871 bis 1945, Band 1: Sozialpolitiker im Deutschen Kaiserreich 1871 – 1918, Kassel: university press 2010, ISBN 978-3-86219-038-6 und ISBN 978-3-86219-039-3, S. 98; † 24. Februar 1925 in Hannover)Abweichend wird wohl versehentlich das Sterbedatum 24. März 1925 genannt; vergleiche Dirk Hainbuch, Florian Tennstedt (Bearb.), Karin Christl (Mitarb.): Liebrecht, Wilhelm, Dr. med. h. c. und Dr. ing. h. c., in dies.: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik ... S. 98; war ein deutscher Juristo. V.: Drucksache Nr. 2441/2006: Übernahme eines Grabes in die Ehrenpflege, Text des von der Geschäftsordnungskommission empfohlenen Antrags in den Kulturausschuss, den Ausschuss für Umweltschutz und Grünflächen und den Verwaltungsausschuss sowie Beratungsverlauf mit einstimmigen Beschlüssen aus dem Jahr 2007 auf der Seite e-government.hannover-stadt.de vom 13. Dezember 2006 bis 15. Februar 2007 und Verwaltungsbeamter. Als Präsident der späteren Landesversicherungsanstalt Hannover engagierte Liebrecht sich sozialpolitisch unter anderem als BauratChristian-Alexander Wäldner: Die Technische Hochschule Hannover und der Entzug akademischer Titel in der NS-Zeit. Ergebnisse hannöverscher Vorgänge unter der Berücksichtigung des Falles Walter Dux ( = Geschichte, Bd. 112), zugleich Masterarbeit 2012 an der Universität Hannover, Berlin; Münster: Lit Verlag, 2012, ISBN 978-3-643-11908-7, S. 115; für den Arbeiterwohnungsbau und die Wohnungsreform.

Biografie Liebrecht war der Sohn des Buchhalters Christian Daniel Liebrecht (* 1799) und der Johanne Henriette Auguste Friederike Liebrecht, geborene Spellerberg (* 1822).

mini| Denkmalgeschütztes Gebäude der ehemaligen Alters-und-Invaliditäts-Versicherungsanstalt, Maschstraße, Hannover

Nach seiner Schulbildung studierte Liebrecht Rechtswissenschaften an der Georg-August-Universität in Göttingen, wo er am 15. Februar 1873 zum Dr. jur. promovierte.Nachrichten von der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften und der Georg-Augusts-Universität aus dem Jahre 1875, Göttingen: in Kommission der Dieterichschen Buchhandlung, 1875, S. 347; Digitalisat über Google-Bücher 1879 wurde er zum rechtskundigen Senator der Stadt Hannover berufen. Nach der durch den Reichskanzler Otto von Bismarck ins Leben gerufenen Sozialgesetzgebung wirkte Liebrecht ab 1892 bis 1918 als Landesrat sowie als Vorsitzender der Invaliditäts- und Altersversicherungsanstalt Hannover. 1890 war Liebrecht Mitbegründer und von 1890 bis 1902 Vorstandsmitglied im Volksverein für das katholische Deutschland. Zudem war er Mitglied im Beirat der Zentralstelle für Volkswohlfahrt (ZfVW). Liebrecht war einer der wesentlichen Gründer der Misburger Baugenossenschaft.Helmut Zimmermann: Liebrechtstraße, in: Hannoversche Geschichtsblätter, Sammelbände 35–38 (1981), S. 75;

1902 war Liebrecht in Berlin Teilnehmer der Ersten Internationalen Tuberkulose-Konferenz.Die erste internationale Tuberkulose-Konferenz. Berlin, 22.-26. October 1902; Bericht ( = La première conférence internationale antituberculeuse - Rapport) ( = The first international conference on tuberculosis - Report), hrsg. von ... Pannwitz, Berlin, 1903, S. 430; Später nahm der mittlerweile zum Geheimen Regierungsrat Ernannte mit Hauptarbeitssitz in der Landesversicherungsanstalt Hannover beispielsweise am XIV. Internationalen Kongress für̈ Hygiene und Demographie in Berlin teil.Bericht über den XIV. Internationalen Kongress für Hygiene und Demographie. Berlin, 23. - 29. Sept. 1907, Band 1, Berlin: Hirschwald, 1908, S. 38, 110;

Unterdessen hatte Liebrecht bereits 1904 den sogenannten Siebener-Ausschuss der Konferenz der Invaliditätsversicherungsanstalten angeregt, als deren Mitglied er sich dann auch betätigte, wie auch 1908 im sogenannten Elfer-Ausschuss. 1911 regte er die Bildung eines gemeinsamen Konferenzverbands der Invaliditätsversicherungsanstalten sowie des ständigen Ausschusses an, dessen Geschäftsführung er übernahm. In der Folge blieb Liebrecht Mitglied des ständigen Ausschusses des Verbands Deutscher Landesversicherungsanstalten.

Parallel zu seinen vorgenannten Aufgaben engagierte sich Liebrecht ab 1904 als Vorsitzender im Hauptausschuss und von 1908 bis 1914 als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins für Wohnungsreform.

Nachdem er 1905 hauptsächlicher Begründer des Landesvereins für Volkswohlfahrt war, übernahm er den Vorsitz der dann Hauptverein für Volkswohlfahrt genannten Organisation mit Sitz in Hannover.

Besondere Verdienste erwarb sich Liebrecht, indem er die Kapitalmittel der damaligen Invalidenversicherungsanstalten zur Förderung des Wohnungsbaus für Arbeiter beziehungsweise für die Wohnungsreform einsetzte. Sein Lebenswerk, sein Engagement für die Wohlfahrt des Volkes, die Armenpflege, die Volksgesundheit und die Fürsorge für die Arbeiterschicht, ist auf sozialpolitischem Gebiet „von großer historischer Bedeutung“ nicht zuletzt für die Landeshauptstadt Hannover. Liebrecht wirkte überregional im Göttinger Spar- und Bauverein, die spätere Wohnungsgenossenschaft, als Vorsitzender der hannoverschen Landesversicherungsanstalt (LVA), die sich unter ihm zum größten Förderer des Kleinwohnungswesen entwickelt hatte, genügend Geldmittel zum Neubau von Wohnungen der Siedlung in der 1914 nach ihm benannten Liebrechtstraße.Henning Schreiber: Die Liebrechtstraße und ihr Namensgeber Wilhelm Liebrecht, in: WG aktuell. Mitgliederzeitung der Wohnungsgenossenschaft eG Göttingen, 22. Jahrgang, Ausgabe Nummer 35 vom Dezember 2015, S. 18; online als PDF-Dokument von der Seite wg-goe.de

1923 ging Liebrecht in Pension. Zwei Jahre später übernahm Martin Frommhold dessen Aufgaben.Karljosef Kreter: , Infoblatt als PDF-Dokument der Landeshauptstadt Hannover, Zentrale Angelegenheiten Kultur, Städtische Erinnerungskultur, Hannover: LHH, 2018

In seinem Todesjahr verzeichnete das Adressbuch der Stadt Hannover für 1925 den Wohnsitz Liebrechts in der Meterstraße 46a.Adressbuch Hannover 1925, Abteilung III: Alphabetisches Verzeichnis der Einwohner und Handelsfirmen, S. 263; Digitalisat der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek – Niedersächsische Landesbibliothek über die Deutsche Forschungsgemeinschaft

Ehrungen Zum 70. Geburtstages wurde Liebrecht 1920 wegen seines Wirkens auf dem Gebiet der vorbeugenden Hygiene durch die Universität Göttingen zum Dr. med. h. c.(Ehrendoktor) ernannt. Ernennung zum Dr. Ing. E. h., 1923 durch die Baufakultät der Technischen Hochschule Hannover für seine Verdienste für das Wohnungswesen, vor allem beim Bau von Arbeiterwohnungen, würdigte „in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung des Kleinwohnungswesens und um die Förderung der Volksgesundheit.“Zentralblatt der Bauverwaltung, Band 44 (1924), S. 14; Inzwischen hatte Liebrecht den Vorsitz der 1922 gegründeten Genossenschaft Niedersächsische Heimstätte übernommen.Quellen und Darstellungen zur Geschichte Niedersachsens, Bände 91–92, Verlag August Lax, 1980, S. 499 u.ö.; mini|Familiengrabstein: Gesina Liebrecht, geborene Rüther (1856–1940), Pastor Otto Kolshorn (1875–1966) und dessen Ehefrau Gesina, geborene Liebrecht Ehrengrab: Liebrecht wurde auf dem Stadtfriedhof Engesohde beigesetzt. Auf Bitten einer Urenkelin wurde die in Abteilung 28, Nummer 1056-58 gelegene Grabstelle 2007 als Ehrengrab in die städtische Ehrenpflege übernommen. Liebrechtstraße in Hannover - Misburg (1900) Liebrechtstraße in Hannover - Waldheim Liebrechtstraße in Bremen - Blumenthal Anlage der Liebrechtstraße für die Kleinwohnungssiedlung an der Weender Landstraße in Göttingen (1914)

Weitere Auszeichnungen 1908: Charakter als Geheimer Regierungsrat Roter Adlerorden 2. Klasse mit Eichenlaub Kronen-Orden II. Klasse mit der Zahl 50 Wilhelm-Orden Lippischer Hausorden II. Klasse Verdienstorden (Waldeck) III. Klasse

Schriften Statuten für die Innungs-Schiedsgerichte. Versuch einer Ordnung des Verfahrens vor den Innungs-Schiedsgerichten, Hannover, 1882 Der Bau von Arbeiterwohnungen mit Hülfe der Invaliditäts- und Altersversicherungs-Anstalt Hannover, 2. Auflage, Hannover und Leipzig: Hahn’sche Hofbuchhandlung, 1893 Reichshülfe für Errichtung kleiner Wohnungen, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1900 Die Förderung des Baues von Wohnungen für landwirtschaftliche Arbeiter durch die Landes-Versicherungsanstalt Hannover, eine Gegenschrift auf die Denkschrift der Landwirtschaftskammer für die Provinz Hannover über die Bestrebungen der Landwirtschaftskammer, die Mittel der Landes-Versicherungsanstalt Hannover in größerem Maße als bislang für den Arbeiterwohnungsbau in der Landwirtschaft zur Verwendung zu bringen, Hannover: Landes-Versicherungsanstalt,

Weblinks

Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Verwaltungsjurist Kategorie:Autor Kategorie:Geheimer Regierungsrat Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Ehrendoktor der Georg-August-Universität Göttingen Kategorie:Ehrendoktor der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover Kategorie:Südstadt (Hannover) Kategorie:Träger des Wilhelm-Ordens Kategorie:Inhaber des Lippischen Hausordens II. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1850 Kategorie:Gestorben 1925 Kategorie:Mann