Die Etage in Bayreuth war ein Tanzlokal mit eingebundenem Live-Club. Sie bestand von 1986 bis 1996. Betreiber des Clubs war Jochen Schoberth (Artwork).

Schoberth war von 1986 bis 1988 Tontechniker in dem von mehreren Freunden betriebenen Club. Ab 1988 gehörte ihm der Club alleine. Das Gebäude beherbergte mit den Etage Studios zudem ein Aufnahmestudio und zeitweilig eine Plattenfirma unter dem Namen Etage Records.

Geschichte Das Veranstaltungszentrum befand sich in der Markgrafenallee 44 und wurde 1988 von Jochen Schoberth übernommen. Es war in der Regel halbwöchentlich geöffnet und widmete sich einem breiten Spektrum alternativer Musik.Joe Asmodo: Interview mit Artwork. In: Zillo Musikmagazin, Ausgabe 9/93, September 1993, S. 40.Alexander Nym: Woher und wohin? Ein Gespräch mit Goethes Erben. In: Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel: Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. Plöttner Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, S. 286. (Oswald Henke) Der Freitag war programmatisch auf Indie-Rock und Artverwandtes ausgelegt, während der Samstag im Zeichen düsterer Klanglandschaften stand.Etage: Werbeanzeige. In: Sub Line Musikmagazin, Ausgabe 2/94, Februar 1994, S. 40.Alexander Nym: Woher und wohin? Ein Gespräch mit Goethes Erben. In: Alexander Nym (Hrsg.): Schillerndes Dunkel: Geschichte, Entwicklung und Themen der Gothic-Szene. Plöttner Verlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86211-006-3, S. 287. (Alexander Nym)

Die Etage erfuhr in den 1990er-Jahren für die Schwarze Szene in Süddeutschland zentrale Bedeutung. Im Winter 1990 noch als Dark Wave/Gothic Dancehall angekündigt, entwickelte sich im Folgejahr in Zusammenarbeit mit Danse Macabre Records die Danse Macabre Dancehall.Danse Macabre: Werbeanzeige. In: Zillo Musikmagazin, Ausgabe 12/90-1/91, Dezember 1990/Januar 1991, S. 26.Judith Platz: Die schwarze Musik. In: Axel Schmidt, Klaus Neumann-Braun: Die Welt der Gothics. Spielräume düster konnotierter Transzendenz. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14353-0, S. 258.

Als DJ fungierte u. a. Oswald Henke (DJ Ossi), der dem Publikum mit dem Dark Saturday eine Mischung aus Electro Wave, Gothic Rock, Neoklassik, Neofolk, Ethereal, NDT sowie mittelalterlich inspirierter und soundtrack-artiger Musik bot. Die Etage erlangte überregionale Bekanntheit und lockte Besucher aus der gesamten Republik an. Ungeachtet seiner geringen Größe galt der Club als „legendär“.Volkmar Kuhnle: Goethes Erben. In: Das Gothic-Lexikon, Imprint Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-89602-203-2, S. 117.Peter Matzke, Tobias Seeliger: Goethes Erben. In: Das Gothic- und Dark-Wave-Lexikon, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-277-6, S. 175.

Seinerzeit traten im Live-Club unterschiedliche Künstler wie Arts and Decay, Girls Under Glass, The Legendary Pink Dots,Thomas Manegold: 10 Jahre Goethes Erben. In: Orkus Musikmagazin, Ausgabe 12/98, Dezember 1998, S. 111. (Thomas Manegold) Das Ich,Danse Macbre: Nights of Dawn and Decay, In: Danse Macabre Magazin, Ausgabe Februar/März 1991, S. 13. In the Nursery, The Perc Meets the Hidden Gentleman, Heinrich Beats the Drum, Blurt, Three Chord Wonder, Bellybutton & The Knockwells sowie Bands des Etage-Records-Labels, wie Goethes Erben und Catastrophe Ballet, auf.

Die Etage wurde am 30. Mai 1996 geschlossen. Oswald Henke gab Jahre später u. a. an, er habe sich nicht mit dem Wandel des Publikums anfreunden können.Robert Rosowski: Interview mit Goethes Erben. In: Entry Musikmagazin, Ausgabe April/Mai 1998, S. 46.

Etage Records & Etage Studios Die Plattenfirma Etage Records wurde im Mai 1991 gegründet und diente vor allem als Auffangbecken für Bands, die mit der Veröffentlichungspolitik des Danse-Macabre-Labels zunehmend unzufrieden waren. Die Basis für Etage Records bildete der Zusammenschluss der Gruppen Goethes Erben, Catastrophe Ballet, Preachers of Sadness und The Electric Avantgarde.Wolfgang Schreck: Etage Records. In: EB/Metronom, Ausgabe 36, Februar/März 1992, S. 34. (Wolfgang Schreck)

In den Etage Studios produzierten neben Catastrophe Ballet, Preachers of Sadness und Artwork vorwiegend Goethes Erben einen Teil ihrer Frühwerke. Nachdem sämtliche Bands später eigene Wege gingen, trat Etage Records ab 1993 nicht mehr aktiv in Erscheinung. Das Studio selbst ging 1997 nahtlos in das von Schoberth neu gegründete Label Etage Music über.

Compilations In unregelmäßigen Abständen erschienen unter dem Namen Pièces d'Étage vier Teile einer clubeigenen Compilation-Reihe. Teil IV wurde drei Jahre nach der Schließung des Clubs veröffentlicht.

1991: Pièces d'Étage 1 (LP, Etage Records)Eric Burton: Ich möchte nicht eine Sekunde missen. In: Peter Matzke, Tobias Seeliger (Hrsg.): Gothic II. Die internationale Szene aus der Sicht ihrer Macher. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-396-9, S. 25. (Eric Burton) 1992: Pièces d'Étage 2: Bizarre Kristalle (CD, Dark Star) 1994: Pièces d'Étage 3: Zwei Welten (CD, Dark Star) 1999: Pièces d'Étage 4: Janus (CD, Etage Music)

Festivals im Club Etage alias „Danse Macabre Dancehall“ (Bayreuth) 17.03.1991: Nights of Dawn and Decay (Vorläufer des Festival d'Étage) mit Das Ich, Catastrophe Ballet, Le Coup Sauvage und Preachers of Sadness. 31.08.1991: Festival d'Étage mit Goethes Erben, Catastrophe Ballet, Preachers of Sadness, The Electric Avantgarde

in der Diskothek Zwischenfall (Bochum-Langendreer) 31.10.1991: Etage Festival of Darkness (Festival d'Étage auf Tour) mit Goethes Erben, Catastrophe Ballet, Preachers of Sadness, The Electric Avantgarde

im Bürgerhaus Stollwerck (Köln Altstadt-Süd) 22.08.1992: Danse Macabre & Etage Records Festival (PopKomm 1992) mit Das Ich, Goethes Erben, Catastrophe Ballet, Printed at Bismarck’s Death,

im Jugendkulturzentrum „Das Zentrum“ (Bayreuth) 02.10.2000: Festival d’Étage mit Catastrophe Ballet, Erblast, Artwork, The Beautiful Disease 26.10.2002: Festival d’Étage II mit Goethes Erben, Deine Lakaien, Artwork und Care Company

Einzelnachweise

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