mini|Neuseeland war der erste unabhängige Staat mit Frauenwahlrecht. Das Frauenwahlrecht in Australien und Ozeanien wurde in drei Staaten sehr früh erreicht: Neuseeland war der erste unabhängige Staat mit Frauenwahlrecht. Am 8. September 1893 wurde es im Parlament beschlossen. Australien war zwar nach Neuseeland der zweite Staat der Erde, der auf Bundesebene Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu denselben Bedingungen wie Männern gab, doch gab es bei der Einführung 1902 Beschränkungen in Bezug auf die Aborigines: Weibliche Aborigines durften sich nur dort an den Wahlen zum Bundesparlament beteiligen, wo sie auch für die Wahl zum Parlament des jeweiligen Bundesstaats wahlberechtigt waren. Dies war 1902 nur in South Australia der Fall. Die Rassenfrage spielte beim Frauenwahlrecht in Australien – anders als in Neuseeland – eine Rolle: In Queensland und Western Australia dauerte es bis 1962, bis ein Gesetz den weiblichen Aborigines aus diesen Bundesstaaten das Wahlrecht auf Bundesebene verschaffte; die beiden Bundesstaaten übertrugen dieses dann auch auf die Wahl zu ihren Bundesstaatenparlamenten.Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 132. Die Cookinseln waren der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gingen. Dies geschah am 14. Oktober 1893. Die Südsee war damit eine wenig beachtete Wegbereiterin in Sachen Demokratie.
Einzelne Staaten Australien
mini|Frauen bei der ersten Wahl auf Bundesebene mit Frauenwahlrecht 1907 beim Vergleichen von Aufzeichnungen in Brisbane. Das Frauenwahlrecht in Australien wurde in zwei der sechs späteren Bundesstaaten eingeführt, als diese noch voneinander unabhängige Kolonien waren: Seit 1894 durften in South Australia Frauen unabhängig von ihrer Rasse nach denselben Bedingungen wie Männer wählen und gewählt werden. Damit war das Parlament des Bundesstaates South Australia das erste weltweit, für das Frauen kandidieren durften. Das Frauenwahlrecht für den Bundesstaat Western Australia folgte 1899, allerdings waren hier Aborigines ausgenommen.
Das Frauenwahlrecht auf Bundesebene wurde im Jahr 1902 eingeführt, ein Jahr nach der Gründung des Commonwealth of Australia. Zwar war Australien nach Neuseeland der zweite Staat der Erde, der auf Bundesebene Frauen das aktive und passive Wahlrecht zu denselben Bedingungen wie Männern gab, doch gab es Beschränkungen in Bezug auf die Aborigines: Weibliche Aborigines durften sich nur dort an den Wahlen zum Bundesparlament beteiligen, wo sie auch für die Wahl zum Parlament des jeweiligen Bundesstaats wahlberechtigt waren. Dies war 1902 nur in South Australia der Fall. Die Rassenfrage spielte beim Frauenwahlrecht in Australien – anders als in Neuseeland – eine Rolle: Bei Queensland und Western Australia dauerte es bis 1962, bis ein Gesetz den weiblichen Aborigines aus diesen Bundesstaaten das Wahlrecht auf Bundesebene verschaffte; die beiden Bundesstaaten übertrugen dieses dann auch auf die Wahl zu ihren Bundesstaatenparlamenten.Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 132.
Cookinseln Die Cookinseln sind der erste Staat, in dem Frauen zur Wahl gingen. Dies geschah am 14. Oktober 1893. Die Südsee war damit eine wenig beachtete Wegbereiterin in Sachen Demokratie.
Historische Entwicklung In den 1880ern zogen die Cookinseln die Aufmerksamkeit der Māoris und einiger europäischer Großmächte auf sich. Sie waren Ziel der Fahrten neuseeländischer Händler und Missionare und mussten sich gegen peruanische Sklavenhändler wehren.Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Seite 26. Frederick Moss, ein ehemaliges Parlamentsmitglied aus Auckland, der von Neuseeland zum britischen Residenten ernannt worden war, machte die Insel zu einem Teil des Britischen Weltreiches. Ein Zeitgenosse hielt fest:Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Seite 26. „Er hatte weit reichende Ambitionen, und die Tatsache, dass die Insel bei weitem nicht groß genug war, um sie zu erfüllen, dämpfte seinen Elan.“Dick Scott: Years of the Pooh-Bah: A History of the Cook Islands. CITC Raratonga, 1991, S. 44, zitiert nach: Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Seite 26. Neben anderen Reformen führte Moss ein gewähltes Parlament ein, das auch von Frauen gewählt wurde. Moss schrieb stolz: „Das Parlament der Cookinseln ist das einzige freie Maoriparlament, das man je versucht hat zu errichten.“Dick Scott: Years of the Pooh-Bah: A History of the Cook Islands. CITC Raratonga, 1991, S. 58, zitiert nach: Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Seite 26. Die Inseldemokratie war insofern utopisch, als sie hätte nur funktionieren können, wenn die Häuptlinge ihre Macht abgegeben hätten; doch die Häuptlinge herrschten weiter über ihre Dörfer. Sie konnten die gewählten Abgeordneten beeinflussen, vor allem, weil Moss’ Pläne eines geheimen Wahlrechts unterlaufen wurden.Dick Scott: Years of the Pooh-Bah: A History of the Cook Islands. CITC Raratonga, 1991, S. 61, zitiert nach: Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Anmerkung 24, S. 444.
Das allgemeine Wahlrecht wurde zwar offiziell erst drei Tage nach dem New Zealand Election Act garantiert, aber die Frauen von Raratonga wählten vor den Neuseeländerinnen, am 14. Oktober 1893.
Marguerite (Margaret) Nora Kitimira Brown Story wurde 1965, noch zu Kolonialzeiten, als erste Frau in das gesetzgebende Gremium (Legislative Assembly) gewählt und war von 1965 bis 1979 und dann wieder 1983 dessen Vorsitzende. Erstes weibliches Regierungsmitglied war die 1983 ernannte Ministerin für Inneres und das Postwesen Fanaura Kingsone.Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 281.
Bedeutung von Frauen auf den Inseln mini| Makea Takau Ariki (1839–1911), die letzte Herrscherin des Königreichs Rarotonga. Unter ihrer Herrschaft wurden die Cookinseln 1888 britisches Protektorat. Die Bedeutung von Frauen auf den Inseln ist durch Quellen belegt: 1890 waren vier der fünf Häuptlinge Rarotongas Frauen, und diese wussten es sehr zu schätzen, dass die britische Marine einer Königin unterstellt war. Dick Scott, der Geschichtsschreiber der Cookinseln, berichtet, wie die weiblichen Häuptlinge bereits selbst den Titel Königin angenommen hatten und ihre Häuser nannten sie Paläste:Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Oxford University Press, Oxford 2014, ISBN 978-0-19-870684-7, Seite 25. „Die an Höfen übliche Schmeichelei wurde auch hier peinlich genau ausgeführt und eine ganze Serie von leicht zu beeindruckenden Touristen und Reiseschriftstellern beschenkten die Menschen zu Hause mit Berichten, wie sie in den königlichen Gemächern empfangen worden waren.“Dick Scott: Years of the Pooh-Bah: A History of the Cook Islands. CITC Rarotonga, 1991, S. 43, zitiert nach: Jad Adams: Women and the Vote. A World History. Seite 25.
Die Verleihung des Wahlrechts an Frauen in der Südsee fügte sich in eine Gesellschaft ein, in der es Frauen aus angesehenen Familien durchaus öffentlich auftraten und über Macht verfügten. Die Trennung in eine männliche Domäne, die Politik oder die Organisation des öffentlichen Lebens umfasste, und eine weibliche, auf das Haus beschränkte existierte gab es auf Rarotonga (und vermutlich auf vielen anderen Südseeinseln) nicht. Nur der Kampf war Männern vorbehalten. Dies dezimierte die männliche Bevölkerung und brachte es mit sich, dass das Gemeindeleben von einer Gemeinschaft mit deutlichem Frauenüberschuss geschultert werden musste. Der Mangel an Informationen über die frühe Regierungszeit in der Südsee spricht für die Richtigkeit der Bemerkung John Markoffs: „Die Geschichte der Demokratie ist in hohem Maß der Kreativität von Orten geschuldet, die Historiker kaum erforscht haben.“John Markoff: Margins, Centres, and Democracy. The Paradigmatic History of Women's Suffrage. In: Signs: JOurnal of Women in Cluture and Society, Band 29/1, 2003, S. 109, zitiert nach: Jad Adams: Women and the Vote. A World History., Seite 26.
Fidschi Am 17. April 1963, noch unter britischer Verwaltung, erhielten Frauen das aktive und passive Wahlrecht.Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 129.
1970 wurde Fiji unabhängig, das Frauenwahlrecht wurde bestätigt.
Erste Wahl einer Frau ins nationale Parlament: Zwei Frauen, 1970. Vor der Unabhängigkeit wurde 1966 Adi Losalini Dovi in das legislative Gremium der Kolonialregierung gewählt.Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 130.
Kiribati Vor der Unabhängigkeit, unter britischer Verwaltung, erhielten Frauen in den Wahlgesetzen (Gilbert & Ellice Islands Colony Electoral Provisions Order, 1967) und der Verfassung am 15. November 1967 das allgemeine Wahlrecht. Nach der Unabhängigkeit 1979 wurde dies bestätigt.
Passives Frauenwahlrecht: 15. November 1967Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 212. (siehe auch oben)
Erste Wahl einer Frau ins koloniale Parlament: Tekarei Russell, 1971. Erste Wahl von Frauen ins nationale Parlament: Fenua Tamuera, 25. Juli 1990. (Nachwahl), Koriri Muller, 1992 (Nachwahl). Teima Onorio, 30. September 1998; erste Frau, die in einer regulären Wahl ins Parlament gewählt wurde.
Marshallinseln Unter der Verwaltung der USA wurde das Frauenwahlrecht am 1. Mai 1979 garantiert und bei der Erlangung der Unabhängigkeit 1986 bestätigt.Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 252.
Passives Frauenwahlrecht: 1. Mai 1979
Erste Wahl einer Frau in das koloniale gesetzgebende Gremium: Evelyn Konou, 1979; in das nationale Parlament: Evelyn Konou, 1993
Mikronesien Vor der Unabhängigkeit wurde Frauen am 3. November 1979 das aktive und passive Wahlrecht gegeben. Bei der Erlangung der Unabhängigkeit 1986 wurden diese Rechte bestätigt.
Passives Frauenwahlrecht: 3. November 1979Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 258.
Erste Wahl einer Frau ins nationale Parlament: Bis 2019 keine.Pacific Women in Politics. Country Profiles: Federated States of Micronesia. Abgerufen am 7. Juni 2019.
Nauru Das aktive und passive Frauenwahlrecht wurden am 3. Januar 1968 eingeführt.Mart Martin: The Almanac of Women and Minorities in World Politics. Westview Press Boulder, Colorado, 2000, S. 270.
Erste Wahl einer Frau ins nationale Parlament: Ruby Dediya, Dezember 1986.
Neuseeland
mini|Cartoon zum Frauenwahlrecht aus Neuseeland
Das Frauenwahlrecht in Neuseeland wurde 1893 zunächst lediglich als aktives Wahlrecht eingeführt. Das passive Wahlrecht für Frauen folgte 1919 und die erste Wahl einer Frau ins nationale Parlament vierzehn Jahre später. Bis zur Mitte der 1980er Jahre bewegte sich die Zahl der weiblichen Parlamentsabgeordneten im einstelligen Bereich. Bei der Parlamentswahl von 2017 wurden 38 % Frauen gewählt. Im frühen 21. Jahrhundert hatten Frauen bereits jede der politischen Schlüsselpositionen mindestens einmal inne.