mini|Radroute 1 in einem Grünzug in Borgfelde Der Radverkehr in Hamburg hat seit Mitte der 2010er-Jahre einen stark steigenden Anteil am Gesamtverkehr: Wurde im Modal Split 2008 bei allen zurückgelegten Wegen in Hamburg zu 13 % das Fahrrad genutzt, waren es 2017 15 % und 2022 22 %.Mobilitätserhebung Hamburg 2022 hamburg.de, abgerufen am 1. Mai (PDF; 1,7 MB). Die Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM) rechnet mit steigenden Werten in der Zukunft, insbesondere auch um die CO2-Emissionen des Verkehrs zu senken. Das Fahrrad ist das einzige Verkehrsmittel in Hamburg, bei dem es ein Wachstum der zurückgelegten Wege gibt, während bei allen anderen die Werte trotz steigender Bevölkerungszahl sinken. 79 % aller Haushalte besaßen 2022 mindestens ein Fahrrad, jeder achte Haushalt ein E-Bike bzw. Pedelec.Mobilität in Hamburg, hamburg.de, abgerufen am 1. Mai 2025

Fahrradbesitz und -nutzung

Die Mobilitätserhebung 2022 ergab, dass es pro Hamburger Haushalt durchschnittlich 1,8 Fahrräder gab mit steigendem Fahrradbesitz bei steigendem ökonomischen Status. So hatten 21 % der Haushalte kein Fahrrad, 31 % eins, 23 % zwei und 25 % drei oder mehr Räder. 60 % der Hamburger besaßen ein Fahrrad ohne Unterstützung, 10 % ein Rad mit Unterstützung (Pedelec bzw. E-Bike) und 30 % kein Rad. Bei der Gruppe der 14- bis 17-jährigen war der Fahrradbesitz mit 87 % am höchsten und nahm mit höherem Alter allmählich ab. Insgesamt nutzten 62 % aller Hamburger mindestens einmal monatlich ihr Rad und 28 % täglich bzw. fast täglich.

Rund 12 % aller Fahrten mit dem Rad waren kürzer als 1 Kilometer, 25 % 1 bis unter 2 Kilometer, 37 % 2 bis unter 5 Kilometer, 20 % 5 bis unter 10 Kilometer und etwa 7 % mehr als 10 Kilometer. Die tägliche Verkehrsleistung betrug insgesamt rund 6 Millionen Personenkilometer. 24 % aller Wege waren Fahrten zur Arbeit, 15 % zur Ausbildung und 10 % aus dienstlichen Gründen. 22 % wurden in der Freizeit gemacht, der Rest für Erledigungen wie Einkäufe oder für Bringe- bzw. Abholdienste.

Radnetz Das Radnetz ist ein seit 2025 entstehendes Netzwerk von Radwegen. Dabei werden 23 übergeordnete Radrouten zusätzlich mit Nummern versehen. Es ersetzt die seit 1998 entwickelten Velorouten und die Bezirksrouten.Auf Hamburgs Radrouten unterwegs, hamburg.de, abgerufen am 27. April 2025 Bis Anfang 2026 sollen etwa 100 Kilometer Radwege hauptsächlich im inneren Stadtbereich ausgeschildert sein.Radwegweisung: Intuitiv den Weg finden, hamburg.de, abgerufen am 27. April 2025 An Routenkreuzungen sind Hauptwegweiser aufgestellt, die Richtungs- und Entfernungsangaben machen. Übergeordnete Radrouten sind durch Einschubtafeln, eine Nummer sowie Bodenmarkierungen gekennzeichnet. An den Strecken selbst gibt es Zwischenwegweiser, die nur die Nummer und einen Pfeil zeigen bzw. bei Strecken mit eindeutiger Wegeführung in ländlichen Gebieten auch mit Ziel- und Entfernungsangabe, um weniger Hauptwegweiser aufstellen zu müssen. Außerdem kann es Bodenmarkierungen im Stil der Zwischenwegweiser sowie Stelen mit Angaben zum Routenverlauf, Stadtplan, Erläuterungen und Zusatzinformationen geben.Einsatzprinzipien Kennzeichung der Hamburger Radrouten, hamburg.de, abgerufen am 2. Mai 2025 Die Farbgebung der Schilder bzw. Bodenmarkierungen ist hell- und weinrot gehalten. Die Ausschilderung wurde 2023 auf einer sechs Kilometer langen Strecke an der Alster getestet.Neue Markierungen und Beschilderung für Hamburgs Radnetz, hamburg.de, abgerufen am 28. April 2025

Während beim Velorouten-Netz bis auf die beiden Ringrouten alle Wege auf die Innenstadt ausgerichtet waren, sodass im Innenstadtbereich viele Routen parallel zu anderen verliefen, sind nun die Wege aus Westen und Norden nach Osten und Süden verlängert worden und das Netz dadurch entzerrt. Außerdem gibt es nun Routen, die Verbindungen abseits der Innenstadt anbieten. Die Ringlinien wurden aufgeteilt. Der Innere Ring (Veloroute 13) wird durch die Routen 16 und 17 ersetzt, der Äußere Ring (Veloroute 14) durch die Route 18 im Westen, die Route 19 im Norden und die Route 20 im Osten. Die Route 21 wird die Lücke im Süden schließen, wenn im Zuge des Neubaus der Norderelbbrücke der Bundesautobahn 1 dort auch ein Rad- und Fußweg über die Elbe führen wird.A 1 Norderelbbrücke – Dokumentation des Realisierungswettbewerbs, deges.de, abgerufen am 28. April 2025 (PDF-Datei; 1,7 MB)

mini|Karte der übergeordneten Radrouten mit Nummern Die Radrouten sind (Anfangs- und Endpunkte von Nord nach Süd bzw. West nach Ost geordnet):Geoportal Hamburg, Übergeordnete Radrouten (farbig), abgerufen am 28. April 2025 Radroute 1: Rissen – Horn Radroute 2: Eidelstedt – Bergedorf Radroute 3: Niendorf – Elbbrücken Radroute 4: Norderstedt – Harburg Radroute 5: Duvenstedt – Uhlenhorst Radroute 6: Zentrum – Volksdorf Radroute 7: Ottensen – Rahlstedt Radroute 8: Barmbek – Bergedorf Radroute 9: Harvestehude – Berliner Tor Radroute 10: Eißendorf – Harburg Radroute 11: Wilhelmsburg – Heimfeld Radroute 12: Alsterdorf – Wilhelmsburg Radroute 13: Veddel – Wilhelmsburg Radroute 14: Altona – Außenalster Radroute 15: Eimsbüttel – Landungsbrücken Radroute 16: Altona – Winterhude Radroute 17: Eppendorf – Hamm Radroute 18: Eidelstedt – Othmarschen Radroute 19: Eidelstedt – Langenhorn Radroute 20: Sasel – Billbrook Radroute 21: Kleiner Grasbrook – Veddel Radroute 22: Rothenburgsort – Zollenspieker Radroute 23: Veddel – Wilhelmsburg Durch den angedachten Ausbau und die Weiterentwicklung des Netzes werden sich einige Start- bzw. Endpunkte noch verändern.Radnetze in Hamburg, hamburg.de, abgerufen am 27. Mai 2026

mini|hochkant|Bodenleuchten auf der Radroute 12 vor der Ampel an der Saarlandstraße 2019 wurde ein 1,2 Kilometer langes Teilstück der jetzigen Radroute 12 am Pergolenviertel in Winterhude eröffnet, das, getrennt vom Fuß- und Autoverkehr, mit 4 Metern Breite dem Radschnellwegstandard entspricht.Hamburg eröffnet im Pergolenviertel neues Stück der Veloroute 5 – Radkampagne feiert das mit dem „Weg der Lichter“, marketing.hamburg.de vom 29. August 2019, abgerufen am 30. Juli 2026 2024 hat dieser Radweg Vorfahrt gegenüber einer querenden Straße bekommen. Außerdem zeigen seither LED-Bodenleuchten schon vor der Kreuzung mit der Saarlandstraße die Grünphase der Fahrradampel an.Friederike Ulrich: Neue Idee für Radfahrer: Was grüne Bodenlichter bringen sollen, abendblatt.de vom 31. Juli 2024, abgerufen am 30. Juli 2026

Radrouten Plus Geplant sind sieben Radschnellwege aus dem Umland, die an das Hamburger Radnetz anschließen sollen. Sie basieren auf Machbarkeitsstudien der Metropolregion Hamburg aus den Jahren 2018 bis 2021 und sollen aus Elmshorn, Bad Bramstedt, Ahrensburg, Geesthacht, Lüneburg, Tostedt und Stade nach Hamburg führen. Geplant sind eine einheitliche Ausschilderung, deren Grünton sich an Bänken, Infostelen, Fahrradbügeln usw. wiederfinden soll.Radschnellnetz: Mit Rückenwind zu Arbeit und Ausbildung, hamburg.de, abgerufen am 27. April 2025

Freizeitrouten Es gibt vierzehn Freizeitrouten, die grün beschildert sind.Freizeitrouten in und um Hamburg, hamburg.de, abgerufen am 27. April 2025 Diese dienen hauptsächlich dem Ausflugs- und Erholungsverkehr und folgen daher überwiegend Grünzügen und Flussläufen und verbinden sie mit Kleingärten, Friedhöfen, Parks und anderen Erholungsgebieten. FR1: Hamburger Innenstadt – Alster – Duvenstedter Brook FR2: Hamburger Innenstadt – Alster – Osterbekkanal – Volksdorfer Wald (39 km) FR3: Hamburger Innenstadt – Wandse (18 km) FR4: Hamburger Innenstadt – Geesthang – Boberger Niederung – Bergedorf (40 km) FR5: Hamburger Innenstadt – Entenwerder – Vier- und Marschlande (33 km) FR6: Hamburger Innenstadt – Wilhelmsburg – Harburger Stadtpark (21 km) FR7: Harburg – Harburger Berge (13 km) FR8: Hamburger Innenstadt – Elbufer – Wittenbergen (16 km) FR9: Hamburger Innenstadt – Altonaer Volkspark – Klövensteen (24 km) FR10: Hamburger Innenstadt – Sternschanzenpark – Kollau – Niendorfer Gehege (16 km) FR11: „2. Grüner Ring“ (100 km) FR12: Alsterlauf – Tarpenbek – Langenhorn (17 km) FR13: Finkenwerder – „Dritte Meile“ – Harburger Berge (30 km) FR14: Alter Elbtunnel – Hafen – Harburger Berge (17 km) Hinzu kommt noch der „1. Grüne Ring“ entlang der ehemaligen Wallanlagen der Stadt.

Radfernwege Durch Hamburg verlaufen der Elberadweg (D-Route 10) und die Nordseeküsten-Route (D-Route 1 und EuroVelo-Route 12). Außerdem beginnen hier der Radfernweg Hamburg–Bremen (Teil der D-Route 7 und EuroVelo-Route 3) und der Radfernweg Hamburg–Rügen.Radeln auf dem Radfernweg, hamburg.de, abgerufen am 27. April 2025

Ehemaliges Velorouten-Netz mini|Karte der Velorouten Das Velorouten-Netz wurde seit 1998 geplant und anschließend schrittweise ausgebaut. Es bestand aus zwölf sternförmigen Routen, die die Hamburger Innenstadt (Rathausmarkt) mit den äußeren Stadtteilen verbanden, sowie zwei Ringrouten. Die Velorouten sollten dem schnellen Berufs- und Alltagsverkehr dienen und daher bei jeder Witterung und auch bei Dunkelheit gut benutzbar sein. Sie verliefen in der Regel abseits der großen Hauptverkehrsstraßen, durch Tempo-30-Zonen, Fahrradstraßen oder auf speziell ausgebauten Radwegen. Bis 2020 sollte das Netz auf eine Gesamtlänge von 280 km ausgebaut und einheitlich beschildert werden. Allerdings waren bis Ende 2022 nur rund 70 % des geplanten Netzes fertiggestellt.

mini|hochkant|Radwegweiser mit zweifarbigen Markierungen: rot (Veloroute) und grün (Freizeitroute) Der Verlauf der Velorouten wurde durch Wegweiser mit Ziel- und Entfernungsangaben sowie Routennummern gekennzeichnet.Elisabeth Jessen: Radwege - was fertig ist und was noch fehlt. In: Hamburger Abendblatt, 29. August 2019, S. 10 (abendblatt.de).

Route 1: Rathausmarkt – Altona – Othmarschen – Blankenese – Rissen Route 2: Rathausmarkt – Eimsbüttel – Stellingen – Eidelstedt (11 km) Route 3: Rathausmarkt – Rotherbaum/Uni – Niendorf (13 km) Route 4: Rathausmarkt – Harvestehude – Winterhude – Alsterdorf – Fuhlsbüttel – Langenhorn (18,5 km) Route 5: Rathausmarkt – Uhlenhorst – Barmbek – Bramfeld – Poppenbüttel – Duvenstedt (23 km) Route 6: Rathausmarkt – Hohenfelde – Dulsberg – Farmsen – Berne – Volksdorf (20 km) Route 7: Rathausmarkt – St. Georg – Eilbek – Wandsbek-Markt – Jenfeld – Rahlstedt Route 8: Rathausmarkt – Borgfelde – Hamm – Billstedt – Bergedorf (mit Abzweig nach Mümmelmannsberg) Route 9: Rathausmarkt – Hammerbrook – Rothenburgsort – Moorfleet – Allermöhe – Bergedorf (19 km) Route 10: Rathausmarkt – HafenCity – Veddel – Wilhelmsburg – Harburg – Neugraben (25 km) Route 11: Rathausmarkt – Alter Elbtunnel – Wilhelmsburg – Harburg – TU Hamburg Route 12: Rathausmarkt – St. Pauli Landungsbrücken – Altona (5 km) Route 13 (Innere Ringroute): Altona – Eimsbüttel – Winterhude – Barmbek – Eilbek – Hamm (14 km) Route 14 (Äußere Ringroute): Othmarschen – Schnelsen – Niendorf – Poppenbüttel – Billstedt (42 km)

Quelle: Übersichtsplan VeloroutenÜbersichtsplan Velorouten (JPG). In: hamburg.de. Abgerufen am 18. November 2019.

Fahrradverleih und -service Seit 2009 gibt es das öffentliche Fahrradverleihsystem StadtRAD Hamburg, das von Deutsche Bahn Connect im Auftrag der Stadt Hamburg betrieben und ausgebaut wird. An über 310 Stationen können über 3700 Räder und 48 elektrisch unterstützte Lastenräder ausgeliehen werden. Als Zielwerte gibt die Stadt 4500 Räder und 70 Lastenpedelecs an 350 Stationen an.StadtRAD Hamburg: Fahrradverleihsystem, hamburg.de, abgerufen am 26. Mai 2025

Verteilt im Stadtgebiet stehen Luftstationen, um Reifen aufzupumpen und die von den Bezirksämtern und der Stadtreinigung Hamburg betrieben werden.Luftstationen für Fahrräder: Pralle Reifen für das Rad , Hamburg.de, abgerufen am 26. Mai 2025

Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln