Die Avia B-158 war ein tschechoslowakisches militärisches Mehrzweckflugzeug aus der zweiten Hälfte der 1930er Jahre.
Entwicklung Avias Konstrukteur Robert Nebesář projektierte 1935 das zweimotorige mittlere Bombenflugzeug B-58, für das als Antrieb zwei luftgekühlte Rk-17-Sternmotoren vorgesehen wurden. Im gleichen Jahr begann Avia mit der Lizenzproduktion des wesentlich leistungsstärkeren spanischen V-Motors HS 12Ydrs und so wurde 1936 beschlossen, das Flugzeug mit diesen Triebwerken als B-158 zu bauen. Daneben nahm Nebesář noch einige andere Änderungen vor: Das ursprünglich starre Fahrwerk wurde einziehbar gestaltet und das normale Leitwerk mit einfacher Seitenflosse durch ein Doppelleitwerk ersetzt. Die Tragfläche wurde so gestaltet, dass Mittelstück und Außenflächen einen Knickflügel bildeten.
Im Sommer 1938 wurde der Prototyp vollendet und nahm seine Flugerprobung auf. Bei Beginn der Sudetenkrise im Oktober und der nachfolgenden Besetzung der Tschechoslowakei im März 1939 waren die Tests noch nicht abgeschlossen und die B-158 wurde von der Besatzungsmacht übernommen. Im Sommer 1939 wurden die Flüge dann unter deutscher Aufsicht fortgesetzt. Da man nach deren Beendigung anscheinend keine weitere Verwendung für das Flugzeug hatte, wurde die B-158 schließlich verschrottet.
Aufbau Die B-158 war ein freitragender Tiefdecker in Ganzmetall-Halbschalenbauweise mit einem glattblechbeplankten Rumpf aus Duraluminium. Der dreiteilige Tragflügel mit trapezförmigen Grundriss bestand aus demselben Material, besaß hydraulisch zu betätigende Spreizklappen und wies einen Knick auf. In seinem Mittelstück waren vier Kraftstoffbehälter mit je 250 l Inhalt untergebracht. Die Aufklärerversion erhielt zur Steigerung der Reichweite noch zwei zusätzliche Tanks mit je 320 l im Rumpf. Das freitragende Leitwerk bestand aus der Höhenflosse und zwei Seitenflossen an deren Enden. Die Ruder waren stoffbespannte Metallkonstruktionen und verfügten über Trimmklappen. Das Fahrwerk wurde von den beiden zwischen Federbeinen gelagerten und nach hinten in die Motorgondeln einfahrbaren Haupträder und einem nicht einziehbaren Heckrad gebildet.
Technische Daten mini|Dreiseitenansicht Kenngröße Daten Besatzung 3 (Aufklärer) oder 4 (Bomber) Länge 12 m Spannweite 16 m Flügelfläche 42,7 m² Flügelstreckung 6,0 Flächenbelastung 155 kg/m² Leermasse 4300 kg Startmasse normal 6600 kgmaximal 7000 kg (Aufklärer)maximal 7260 kg (Bomber) Antrieb zwei wassergekühlte Zwölfzylinder-V-Motoren Avia HS 12drsmit zwei dreiblättrigen Hispano-Hamilton-Verstellluftschrauben Leistung je in 3000 m Höhe Kraftstoffvolumen 1000 l (Bomber)1640 l (Aufklärer) Höchstgeschwindigkeit 365 km/h in Bodennähe435 km/h in 4500 m Höhe Steiggeschwindigkeit 7 m/s Steigzeit 11 min auf 5000 m Höhe Dienstgipfelhöhe 8500 m Reichweite 1850 km (Aufklärer)1000 km (Bomber) Bewaffnung ein starres 7,7-mm-MGein bewegliches 7,7-mm-MG im Rumpfrückenein bewegliches 7,7-mm-MG im Rumpfboden (nur als Aufklärer) Bombenlast 900–1000 kg:500 kg an sechs Aufhängungen im Bombenschacht +eine 500-kg-Bombe im Bombenschacht oder zwei 200-kg-Bomben an Außenträgern unter dem Rumpf
Literatur Peter Alles-Fernandez (Hrsg.): Flugzeuge von A bis Z. Band 1: Aamsa Quail–Consolidated P2Y. Bernard & Graefe, Koblenz 1987, ISBN 3-7637-5904-2, S. 132. Werner von Langsdorff: Handbuch der Luftfahrt. Jahrgang 1939, 2., unveränderte Auflage, J. F. Lehmann, München 1937, S. 223. Václav Němeček: Československá letadla. Naše Vojsko, Prag 1968, S. 108/109 und 290/291.
Weblinks
Avia B.158 Kategorie:Bomber Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Erstflug 1938 Kategorie:Propellerflugzeug mit Doppelleitwerk