mini|Lechmündung in die Donau bei Marxheim mini|Donau-Altwasser bei Marxheim
Marxheim ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Augsburg an der Mündung des Lechs in die Donau im Naturpark Altmühltal.
Das Gemeindezentrum liegt auf einer Höhe von 405 m über Normalhöhennull (NHN). Der höchste Punkt der Gemeinde liegt bei 560 m über NHN nördlich von Graisbach; der tiefste Punkt liegt bei 395 m über NHN auf Höhe der Donau. gemeinde-marxheim.de; Zugriff am 1. September 2019 Die Fläche der Gemeinde beträgt laut Angabe des Landkreises 46,58 km²,Gemeinde Marxheim. donau-ries.de; Zugriff am 1. September 2019 laut Angabe der Gemeinde 46,46 km².
Gemeindegliederung
Es gibt 6 Gemarkungen und 12 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Gemarkung Burgmannshofen mit Burgmannshofen (Kirchdorf); Gemarkung Gansheim mit Berg (Einöde), Boschenmühle (Einöde), Gansheim (Kirchdorf), Hangermühle (Wüstung, 1874 abgegangen und kein offizieller Gemeindeteil) und Übersfeld (Weiler); Gemarkung Graisbach mit Erlhöfe (Einöde), Graisbach (Dorf) und Lechsend (Pfarrdorf); Gemarkung Marxheim mit Bruck (Dorf) und Marxheim (Pfarrdorf); Gemarkung Neuhausen mit Neuhausen (Kirchdorf); Gemarkung Schweinspoint mit Schweinspoint (Kirchdorf).
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Burgmannshofen, Gansheim, Graisbach, Marxheim, Neuhausen und Schweinspoint. Die Gemarkung Marxheim hat eine Fläche von 11,164 km². Sie ist in 1225 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 9074,61 m² haben. In ihr liegen die Gemeindeteile Marxheim mit Bruck.
Natur In der Nähe von Marxheim ist die Donau an wenigen Stellen noch weitgehend naturbelassen. Das Donau-Altwasser ist als Naturdenkmal mit der Kennnummer ND-06601 eingetragen. Marxheim hat Anteil am Naturschutzgebiet Donaualtwasser Schnödhof. Auf dem Gemeindegebiet existieren darüber hinaus drei weitere Naturdenkmäler: 14 alte Linden (ND-06603) und die Gerichtslinde (ND-06602) in Graisbach sowie eine alte Eiche in Gansheim (ND-07092).
Geschichte Mittelalter Das Gemeindegebiet gehörte früher zum Herrschaftsbereich der 1342 an die Wittelsbacher gefallenen Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach. Die Besiedlung der Region begann bereits im Frühmittelalter durch die Franken. Erstmals urkundlich erwähnt wird Marxheim als „Villa Morauchisheim“ 1238 in einer Schenkungsurkunde, in der Graf Berchtold von Lechsgemünd einen Gunnehof an das Kloster Kaisheim vermacht. Die Marxheimer Donau-Brücke wird im Jahr 1343 erstmals erwähnt, als der Graf von Lechsgemünd dort eine Zollstation errichten ließ; die Brücke bestand wohl aber schon länger. 1248 wurde die ca. einen Kilometer südwestlich gelegene Burg Lechsend (Lechsgemünd) von einer Regensburger Streitmacht angegriffen und vollständig niedergebrannt. Grund dafür war die Absperrung der Donau durch den Grafen. Die Burg wurde nicht wieder errichtet, stattdessen siedelte die Grafenfamilie nach Graisbach auf die Burg Graisbach über.
Neuzeit Marxheim gehörte ab 1505 zum Herzogtum Neuburg-Sulzbach und dessen Gericht Graisbach; von 1777 an war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Im heutigen Gemeindegebiet, welches das hiesige Gericht enthält, lagen die geschlossenen Hofmarken Gansheim (Grafen Veri della Bosia) und Schweinspoint (Freiherren von Hacke).
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte Marxheim Bedeutung als Sammelplatz für Auswanderer, die auf der Donau nach Wien fuhren und dann weiter nach Ungarn zogen (vgl. auch Schwabenzüge).Wolfgang Petz: Auswanderung aus Bayern ins Königreich Ungarn im 18. Jahrhundert. (PDF; 1,9 MB) In: Ungarn-Jahrbuch 2002-2003, S. 49/50.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges stießen am 27. April 1945 Einheiten der 45. US-Infanteriedivision nach heftigem Kampf über die Donau vor. Die Brücke war tags zuvor von deutschen Truppen gesprengt worden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg Ein neues Rathaus, das auch die Gemeindebücherei beherbergt, wurde 1982 im Ortskern von Marxheim errichtet. Ursprünglich waren dort auch noch die Diensträume der Post untergebracht.
Eingemeindungen
Mit der Gebietsreform in Bayern wurden zum 1. Juli 1972 die Gemeinden Burgmannshofen (mit Übersfeld), Gansheim, Graisbach (mit Lechsend) und Marxheim zusammengeschlossen. Am 1. April 1977 kam Neuhausen hinzu. Schweinspoint folgte am 1. Mai 1978.
Demografie mini|Marxheim von Norden mini|Marxheim an der Donau und Rain am Lech von Norden mini|Ortsansicht von Marxheim mit der Katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul im Hintergrund
Mit Stand 31. Dezember 2017 hatte die Gemeinde 2594 Einwohner.Gemeinde Marxheim (PDF; 1,2 MB), Amtliche Statistik Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik, Fürth 2019, S. 6; Zugriff am 1. September 2019. Davon waren 1217 weiblich (= 46,9 %). 520 Einwohner (= 20 %), darunter 240 weibliche (= 19,7 %), waren mindestens 65 Jahre alt.
Mit 12 Arbeitslosen hatte die Gemeinde im Jahr 2017 eine Arbeitslosenquote von 0,46 %.Gemeinde Marxheim (PDF; 1,2 MB), Amtliche Statistik Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik, Fürth 2019, S. 8; Zugriff am 1. September 2019.
Einwohnerentwicklung Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden folgende Einwohnerzahlen ermittelt:Amtliche Statistik Bayern (PDF; 1,2 MB), S. 4.
Jahr Einwohner 1840 2110 1871 2139 1900 2242 1925 2401 1939 2247 1950 3058 1961 2556 1970 2558 1987 2536 1991 2619 1995 2622 2000 2661 2005 2593 2008 2569 Jahr Einwohner 2009 2556 2010 2585 2011 2554 2011 2559 2012 2513 2013 2529 2014 2543 2015 2562 2016 2567 2017 2594 2021 2648 2022 2677 2023 2663
Bevölkerungsbewegung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2564 auf 2581 um 17 Einwohner bzw. um 0,7 %.
Im Jahr 2017 gab es 25 Lebendgeborene (9,6 je 1000 Einwohner) sowie 21 Gestorbene (8,1 je 1000 Einwohner). 150 Einwohner (57,8 je 1000 Einwohner) zogen zu, während 127 (49,0 je 1000 Einwohner) wegzogen. Damit ergab sich eine Bevölkerungszunahme von 27 Einwohnern (1,0 %).Gemeinde Marxheim (PDF; 1,2 MB), Amtliche Statistik Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik, Fürth 2019, S. 7; Zugriff am 1. September 2019
Religion Marxheim ist eine katholische Pfarrei, die seit 2016 zur neugebildetenAlle wollen den neuen Pfarrer sehen, Augsburger Allgemeine vom 14. Juni 2016; Zugriff am 1. September 2019 Pfarreiengemeinschaft Marxheim-Daiting im Dekanat Donauwörth, Bistum Augsburg gehört. Die Filiale Schweinspoint gehört ebenfalls zur Pfarrei Marxheim.Marxheim: St. Peter und Paul. Bistum Augsburg; Zugriff am 1. September 2019
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 14 Sitzen. Bei den Gemeinderatswahlen am 15. März 2020 wurden alle Mandate von Mitgliedern parteiunabhängiger Wählergruppen besetzt.Gemeinderatswahl Marxheim – 15. März 2020, Gemeinde Marxheim vom 16. März 2020; Zugriff am 19. März 2020 Bei der Wahl am 8. März 2026 bewarben sich erneut die gleichen sieben parteiunabhängigen Gruppen, an die alle 14 Mandate gingen.Kommunalwahl 2026 in Marxheim: Alle Ergebnisse der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl, Augsburger Allgemeine vom 9. März 2026; Zugriff am 14. März 2026
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2008 Alois Schiegg (Wahlgemeinde Friede Gansheim); er wurde 2014, 2020 und 2026 wieder gewählt. Seine Vorgänger seit der Gemeindegebietsreform waren Karl Reinhard (1972 bis 1984) und Anton Fieger (1984 bis 2008).
Gemeindefinanzen Steuereinnahmen Die Gemeinde erzielte folgende Steuereinnahmen:Gemeinde Marxheim. (PDF; 1,2 MB) Amtliche Statistik Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik, Fürth 2019, S. 10; Zugriff am 1. September 2019
Jahr Gemeindesteuereinnahmen davon Gewerbesteuereinnahmen (netto) 1991 639.000 € 54.000 € 1996 691.000 € 50.000 € 1999 865.000 € 70.000 € 2007 1.048.000 € 70.000 € 2008 1.164.000 € 100.000 € 2010 1.111.000 € 73.000 € 2011 1.244.000 € 162.000 € 2012 1.343.000 € 146.000 € 2013 1.536.000 € 264.000 € 2014 1.557.000 € 207.000 € 2015 1.779.000 € 331.000 € 2016 1.794.000 € 300.000 € 2017 1.779.000 € 157.000 €
Verschuldung 2017 hatte die Gemeinde Schulden in Höhe von 525.000 Euro. Das entsprach etwa 203 Euro pro Einwohner. 2014 hatte die Gemeinde noch Schulden in Höhe von 1.010.000 Euro. Das entsprach etwa 398 Euro pro Einwohner.
Wappen 100px|links mini|Ehemaliges Marxheimer Wappen
Blasonierung: „Fünfmal geteilt von Blau und Gold mit aufgelegtem roten Panther.“
Das Wappen der Gemeinde Marxheim entspricht dem früheren Wappen der Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach und wurde 1983 als Wappen für die Gesamtgemeinde eingeführt. Zuvor wurde das alte Marxheimer Wappen im Gemeindesiegel geführt. Da dieses Wappen für die übrigen Ortsteile wenig aussagekräftig ist, wurde 1982 die Einführung eines neuen Wappens beschlossen. Der Gemeinderat entschied sich schließlich für den Vorschlag der Generaldirektion der Bayerischen Staatlichen Archive. Diese begründete ihren Vorschlag folgendermaßen:
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
mini|hochkant|St. Peter und Paul in Marxheim
Zu den Sehenswürdigkeiten in Marxheim und seinen Gemeindeteilen zählen im Wesentlichen sakrale Bauwerke. Im Ortskern von Marxheim befindet sich die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, welche in Teilen aus dem 14. Jahrhundert stammt. Die katholische Filialkirche St. Rochus im Gemeindeteil Neuhausen wurde zur gleichen Zeit errichtet. Andere Kirchen, wie die Filialkirche St. Gertrud in Burgmannshofen oder die Pfarrkirche St. Vitus in Lechsend, sind romanischen Ursprungs. In Graisbach liegt die Ruine der Burg Graisbach, die bis auf das 12. Jahrhundert zurückgeht. An der südlichen Burgmauer befindet sich dort die ehemalige Burgkapelle Sankt Pankratius.
Bodendenkmäler
Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden auch mehrere Bodendenkmäler gefunden, die teilweise bis in vorgeschichtliche Zeit datieren.
Radwege Marxheim sowie die Gemeindeteile Graisbach und Lechsend liegen am Donauradweg.
Im Gemeindeteil Bruck, unmittelbar gegenüber der Flussmündung, ist der Startpunkt Marxheim des Lechradweges von der Mündung bis Steeg in Tirol.Radweg-Info der Allgäu GmbH, abgerufen am 30. Dezember 2022Private Seite zum Lechradweg, abgerufen am 30. Dezember 2022
Wirtschaft und Infrastruktur Feuerwehr Auf dem Gemeindegebiet gibt es sieben Freiwillige Feuerwehren mit jeweils eigenem Feuerwehrhaus.
Wasserversorgung, Abwasserbeseitigung und Abfallentsorgung Zur Wasserversorgung gibt es auf dem Gemeindegebiet vier Anlagen mit Sitz in Marxheim, Graisbach, Gansheim sowie Übersfeld. Der Ortsteil Burgmannshofen ist an die Ammerfelder Wasserversorgung angeschlossen. Eigenständige Kläranlagen bestehen in Gansheim (auch für Übersfeld) und Burgmannshofen. Die übrigen Orte sind an die Marxheimer Abwasserbeseitigung angeschlossen.
Im Jahr 2016 waren 2553 Einwohner an die Wasserversorgung, 2539 an die Kanalisation und 2539 an die Kläranlagen angeschlossen.Gemeinde Marxheim (PDF; 1,2 MB), Amtliche Statistik Bayern, Bayerisches Landesamt für Statistik, Fürth 2019, S. 18; Zugriff am 1. September 2019
Auf dem Gebiet der Gemeinde befindet sich ein Recyclinghof, der dem Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben gehört. Im Ortsteil Graisbach befindet sich zudem eine Grünabfall-Deponie.
Bildung und Soziales Es gibt einen 1985 fertiggestellten, kirchlichen Kindergarten mit 110 genehmigten Plätzen und 99 Besuchern (Stand 1. März 2021).Gemeinde Marxheim in der Statistik kommunal 2021 (PDF; 2,1 MB), Bayerisches Landesamt für Statistik, Zugriff am 30. Dezember 2022 Außerdem besteht die 1969 eingerichtete Julian-Knogler-Grundschule, an der im Schuljahr 2020/21 vier Lehrer 82 Schüler in vier Klassen unterrichteten.
Im Gemeindeteil Schweinspoint besteht mit der Stiftung Sankt Johannes ein Sozialunternehmen, das sich auf die Arbeit mit behinderten Menschen spezialisiert hat.
Sport und Vereine