mini|Forheim (Ortschaft) (2016)

Forheim (schwäbisch Foara) ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Planungsregion Augsburg.

Gemeindegliederung Es gibt zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Aufhausen (Pfarrdorf) Forheim (Pfarrdorf)

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Aufhausen und Forheim. Die Gemarkung Forheim hat eine Fläche von 13,064 km². Sie ist in 606 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 21557,21 m² haben.

Geschichte Altertum Die ältesten Siedlungsspuren stammen aus der Bronzezeit.

Etwa 1000 Jahre vor Christus siedelten sich im Gebiet von Forheim Menschen der Urnenfelderkultur an, was Funde von Siedlungsspuren im Gewann „Schanz“ bezeugen. In der Hallstattzeit (800 bis 450 v. Chr.) wurden am Weilhungerberg Grabhügel angelegt, in denen auch ein Fürst bestattet wurde. Auch Kelten siedelten um 400 v. Chr. nahe Forheim.

Um das Jahr 200 n. Chr. gründeten Römer einige Gutshöfe im Weilerfeld und ein Gebäude namens „Einsiedel“, dessen Zweck bis heute unbekannt ist.

Mittelalter Die Endung -heim deutet darauf hin, dass der Ort in der ältesten Siedlungsschicht, dem Altsiedelland, besiedelt wurde. Der Name rührt von der in Deutschland veralteten Bezeichnung für die Waldkiefer „Föhre“, schwäbisch „For“. Der Ortsname bedeutet demnach „Heim bei den Kiefern“. Wolf-Armin Freiherr von Reitzenstein: Lexikon schwäbischer Ortsnamen: Herkunft und Bedeutung, 2013, Seite 125, ISBN 978-3-406-65209-7

In einer Urkunde aus dem Jahre 1140, in der Wolftrigel und Diemo von Fronhofen Güter an das Kloster Berchtesgaden abgaben, wird auch ein Gut namens Niuforhen genannt, bei welchem es sich möglicherweise (aber nicht gesichert) um Forheim handelt. Außerdem wird unter den Zeugen der Urkunde ein Hartnidus de Uorren (vermutlich falsch für Vorren) genannt, bei welchem es sich sicherlich um einen Angehörigen des hiesigen Ortsadels handelt. Württembergisches Urkundenbuch, Band IV., Nr. N52, Seite 350–351

Im 13. Jahrhundert stirbt dieses Ortsadelsgeschlecht auf Burg Fronhofen aus. Der Besitz wechselte an die Grafen von Oettingen, das Kloster Neresheim, an die Spät von Faimingen, an die Herren von Hürnheim und an die Herren von Scheppach.

1295 gelangten ein Hof und zwei Lehen in Forheim durch eine Schenkung des Heinrich Spät von Faimingen an das Kloster Zimmern. Ebenfalls an dies schenkte Bischof Andreas von Würzburg 1305 ein Gut von neun Morgen Acker. Graf Ludwig der Ältere von Oettingen überließ gegen 15 Mlt. Getreide jeder Sorte den Kirchensatz zu Forheim dem Kloster Zimmern. Von nun an bestimmten die Äbtissinnen des Klosters Zimmern die Pfarrer. 1364 folgt die Einverleibung der Kirche an das Kloster Zimmern durch den Bischof von Augsburg.

Neuzeit Im Zuge der Reformation wurde das Kloster Zimmern aufgelöst. In Forheim wurde 1540 der erste evangelische Pfarrer einberufen, sein Name war Michael Pferinger / Pfersinger, im Jahre 1557 folgte der endgültige Übertritt zum Protestantismus. 1546 zerstörte eine Feuersbrunst das ganze Dorf mit Kirche und Pfarrhaus bis auf einige Häuser.

Im Dreißigjährigen Krieg fanden andauernd Einquartierungen statt und das Dorf wurde oft geplündert, weshalb viele Einwohner – meist nach Nördlingen – flohen. Im Jahr 1638 existierten nur noch drei Haushaltungen.

Während des Ersten Koalitionskrieges lagerten kaiserliche Truppen unter General Montecuculi im Weilerfeld. Es kam zum Zusammenstoß mit französischen Truppen unter General Moreau. Ein Gewitter vermied eine Schlacht, da es noch nicht möglich war, bei Regen zu schießen. Die Kaiserlichen zogen ab und verwüsteten Forheim. Im Anschluss plünderten die Franzosen Forheim.

1806 wurde Forheim in das Königreich Bayern eingegliedert. Im Jahr 1911 wurde der Bau einer Wasserleitung geplant, jedoch hatte erst Weihnachten 1956 jeder Betrieb fließendes Wasser. 1959 folgte der Bau der Ortskanalisation mit der ersten biologischen Kläranlage des Landkreises Nördlingen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1978 die Gemeinde Aufhausen eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 sank die Einwohnerzahl von 582 auf 564 um 18 Einwohner bzw. um 3,1 %.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 Einwohner 595 624 588 600 609 607 601 574 565

Politik Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Ries mit Sitz in Nördlingen.

Bürgermeister Bei der Wahl am 15. März 2020 wurde Andreas Bruckmeier (Wählergemeinschaft Aufhausen) zum Ersten Bürgermeister gewählt; er trat das Amt am 1. Mai 2020 an. Am 8. März 2026 wurde er mit 97,1 % der Stimmen für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt.Bürgermeisterwahl 2026, abgerufen am 9. Mai 2026 Sein Vorgänger war von Mai 1990 bis April 2020 Werner Thum (Wählergemeinschaft).

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht in der Amtszeit 1. Mai 2026 bis 30. April 2032 aus acht Mitgliedern. Je vier Sitze erhielten bei der Wahl am 8. März 2026 die Wählergemeinschaft Forheim und die Wählergemeinschaft Aufhausen.Gemeinderatswahl 2026, abgerufen am 9. Mai 2026

Wappen

Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler

St. Margaretha in Forheim Pfarrhaus, ein Fachwerkhaus von 1557 St. Martin in Aufhausen

Bodendenkmäler

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft 2017 gab es in der Gemeinde 76 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 249 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 173 Personen größer als die der Einpendler. Fünf Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 30 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 997 ha bewirtschafteten.

Bildung Am 1. März 2024 gab es eine Kindertagesstätte mit 39 genehmigten Plätzen und 21 betreuten Kindern, davon sechs unter drei Jahren.

Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Jakob Friedrich Vogelgesang (* 1748), evangelischer Pfarrer und Liederdichter Johann Friedrich Albrecht Muck (1763–1839), ev.-luth. Pfarrer, Komponist und Schriftsteller Otto Erhard (1829–1888), Rechtsanwalt und Reichstagsabgeordneter Johannes Link (1847–1914), Drechsler, Gründer der Firma Sonor Wilhelm Vocke (1886–1973), im Gemeindeteil Aufhausen geboren, deutscher Bankfachmann

Weblinks

Gemeinde Forheim

Einzelnachweise

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Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Donau-Ries