Ehekirchen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen.

Geografie mini|Blick auf den Ortskern von Ehekirchen mit der Pfarrkirche St. Stephan

Lage

Der Ort Ehekirchen liegt in der Planungsregion Ingolstadt, 13 km südlich von Neuburg an der Donau an der Staatsstraße 2035 nach Augsburg.

Gemeindegliederung

Es gibt 24 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Die Einöde Mochenbach ist kein amtlich benannter Gemeindeteil.

Es gibt die Gemarkungen Ambach, Bonsal, Buch, Dinkelshausen, Ehekirchen, Fernmittenhausen, Haselbach, Hollenbach, Schönesberg, Walda und Weidorf.

Nachbargemeinden

Burgheim, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Esterholz (gemeindefreies Gebiet), Landkreis Donau-Ries Königsmoos, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Oberhausen, Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Pöttmes, Landkreis Aichach-Friedberg Rain, Landkreis Donau-Ries

Geschichte

mini|Die am 4. September 2010 enthüllte Metallsilhouette im Kreisverkehr soll auf die Ehekirchener Bierhochzeit hinweisen.

Bis zur Gemeindegründung

Das 1011 gegründete Kloster Kühbach war seit seiner Gründung bis zur Säkularisation Grundherr am Ort. Ehekirchen war seit 1505 Grenzort des Herzogtums Pfalz-Neuburg und dessen Gericht Neuburg; seit 1777 war das Gebiet Teil des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen

Die Eingemeindungen und Eingliederungen erstreckten sich über einen Zeitraum von mehr als sechs Jahren. Sie begannen am 1. Januar 1972 mit der Eingemeindung von Schönesberg und endeten am 1. Mai 1978 mit fünf Eingliederungen.

Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Ambach 1. Januar 1978 Bonsal 1. Januar 1975 Buch 1. Oktober 1973 Dinkelshausen 1. Mai 1978 Umgliederung von 63 Einwohnern (1970) nach Königsmoos Fernmittenhausen 1. Mai 1978 Haselbach 1. Januar 1976 Hollenbach 1. Mai 1978 Umgliederung von 85 Einwohnern (1970) nach Königsmoos Schönesberg 1. Januar 1972 Seiboldsdorf 1. Mai 1978 Walda 1. Januar 1978 Umgliederung von 57 Einwohnern (1970) nach Königsmoos Weidorf 1. Mai 1978

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3188 auf 3769 um 581 Einwohner bzw. um 18,2 %.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2017 Einwohner 2804 2906 3118 3281 3507 3593 3752 3697 3698 3715

Politik mini|Rathaus

Gemeinderat

Die Kommunalwahl 2014 ergab diese Sitzverteilung:https://www.ehekirchen.de/rathaus/gemeinderat-2/

CSU: 6 Sitze Freie Wähler: 10 Sitze

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 ergab sich folgende Besetzung der Gemeinderates in der Amtszeit von Mai 2020 bis April 2026:

CSU: 7 Sitze Freie Wähler-Dorfgemeinschaft Ehekirchen: 8 Sitze Ökologisch-Demokratische Partei: 1 Sitz

Bürgermeister

Erster Bürgermeister ist Günter Gamisch (Freie Wähler-Dorfgemeinschaft Ehekirchen) seit 2008; 2014 und 2020 wurde er jeweils wieder gewählt. Seine Vorgänger waren Heinrich Schmalbach (1990 bis 2008) und Franz Braun (bis 1990); Letzterem ist in Ehekirchen eine Straße gewidmet.

Steuereinnahmen

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 2017 3.048.000 Euro, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) 631.000 Euro und der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer 1.973.000 Euro.

Wappen

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Blasonierung: „In Rot nebeneinander drei silberne Rauten, darüber eine goldene Krone, darunter ein goldener Palmzweig.“

Wappenbegründung: Krone und Palmzweig sind Attribute des heiligen Stephanus, dem die Kirche von Ehekirchen geweiht ist. Die Symbole des Kirchenpatrons spielen auch auf den Ortsnamensbestandteil „-kirchen“ an. Die drei silbernen Rauten in Rot in der Mitte erinnern an die bedeutende Äbtissin des Klosters Kühbach, M. Helena von Lerchenfeld, die im persönlichen Wappen die drei Rauten aus ihrem Familienwappen in verwechselten Farben führte. Die Geschichte von Ehekirchen ist seit dem 11. Jahrhundert mit dem 1011 gegründeten Benediktinerinnenkloster Kühbach verbunden, dem das Patronatsrecht, der Kirchensatz und Großzehent der Kirche zustanden.

Dieses Wappen wird seit 1971 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

→ Hauptartikel: Liste der Baudenkmäler in Ehekirchen

Religion

Die katholische Pfarreiengemeinschaft Ehekirchen umfasst die Pfarreien, Filialkirchen und Kuratien Ambach, Bonsal, Buch, Dinkelshausen, Ehekirchen, Fernmittenhausen, Haselbach, Hollenbach, Holzkirchen, Nähermittenhausen, Schainbach, Schönesberg, Seiboldsdorf, Walda und Weidorf. Von der Bevölkerung sind 82,6 % römisch-katholisch (Zensus am 9. Mai 2011).

Sport

Der 1961 gegründete FC Ehekirchen bietet Fußball, Tischtennis und Turnen an. Die erste Herrenmannschaft der Fußballabteilung spielt derzeit (Stand: 2024) in der Landesliga Südwest.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft

2017 gab es in der Gemeinde 671 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Von der Wohnbevölkerung standen 1407 Personen in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis. Damit war die Zahl der Auspendler um 736 Personen größer als die der Einpendler. 32 Einwohner waren arbeitslos. 2016 gab es 145 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Fläche von 4346 ha bewirtschafteten.1346 ha des Gemeindegebietes sind bewaldet (2017).

Bildung

Es gibt folgende Einrichtungen:

Kindertageseinrichtungen: 2 mit 164 Plätzen und 142 Kindern (Stand 1. März 2018) Grundschule Ehekirchen mit elf Lehrkräften und 206 Schülern (Schuljahr 2019/2020) Mittelschule Ehekirchen mit fünf Lehrkräften und 66 Schülern (Schuljahr 2019/2020; räumlich und organisatorisch mit der Grundschule verbunden)

Literatur

Michael Leitenstern: Der weite Weg von der Siedlung am Sumpf zum Klein-Zentrum in Neuburger Kollektaneenblatt Nr. 126/1973, Seite 3–199. Neuburg an der Donau 1973.

Weblinks

Gemeindeverwaltung

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Kategorie:Gemeindegründung 1818

Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)