AAAAARG, auch AAAARGH (zunächst: AAARG, ein Akronym für Artists, Architects und Activists Reading Group, deutsch: Künstler, Architekten und Aktivisten Lesezirkel) ist eine Online-Plattform, um einen kritischen Diskurs über theoretische Texte außerhalb eines institutionellen Rahmens zu ermöglichen. Es wurde im Jahr 2005 von Sean Dockray gegründet und soll (als digitale Plattform) autodidaktische Aktivitäten unterstützen.
Geschichte 2008 wurde in Los Angeles das Projekt The Public School initiiert: eine Schule, die ohne einen (vorgegebenen) Lehrplan autodidaktische Impulse unterstützen soll. Im Rahmen dieses Projekt diente AAARG als Bibliothek derselben. Anfangs beschrieb Dockray das Anliegen des Projekts folgendermaßen:
AAAARG ist eine offene Plattform für Künstler und Wissenschaftler und soll helfen, einen ständig wachsenden Katalog kritischer, theoretischer und philosophischer Texte zu sammeln, verbreiten und zu diskutieren. Die Website des Projekts bietet Zugang zu Büchern und Aufsätzen – über kritische Theorie, Kunst, Architektur und Film –, die durch verschiedene Schlüsselwörter, bibliografische Listen („issues“) und ein aktives Kommentarsystem untereinander verbunden sind.
Laut dem Gründer Sean Dockray wurde sie nicht entwickelt, um die Rechte an geistigem Eigentum anzufechten, sondern um Fragen des Zugangs neu zu verhandeln. Aufforderungen zu Unterlassungserklärungen von Verlagen (u. a. von Verso Books) seien entsprechend gehandhabt und die betroffenen Werke entfernt worden. 2010 drohte der Verlag Macmillan dem Projekt mit einer Klage – es handelte sich u. a. um Scans des Buches „Beyond Capital“ –, weswegen die Seite kurzzeitig vom Netz genommen wurde. Über die Plattform zirkulieren Scans von Büchern und Artikeln außerhalb ihrer geläufigen Bahnen, wie der Gründer Dockray in einem Interview sagt. Bahnen, die häufig durch ihre geografische Verteilung, ihren Preis, Verträge mit Verlagen usw. bestimmt werden, so dass die Plattform Menschen Zugang zu Texten ermöglicht, die sie vorher nicht hatten.
2014 wurde AAAAARG in den Katalog des Memory of the World aufgenommen.
Im Zuge einer Ausstellung 2019 im Haus der Kulturen der Welt wurde das Projekt neben Monoskop, UbuWeb und 0xdb.org als „Commons-Praxis“ von Web-Archiven thematisiert.
Name Im Zuge juristischer Klagen musste die Adresse der Website häufig geändert werden. So ist der Name als Akronym mit je einem A für Artist, Architects und Activists nicht mehr aktuell und wurde entsprechend um weitere A's erweitert. Dockray sagt dazu:
Weiterführende Weblinks Memory of the world Website des Projekts „AAA*RG“: aaaaarg.fail Website des Projekts „The Public School“: Jonathan Basile: „Who’s Afraid of AAARG?“, Artikel über das Projekt „AAA*RG“ im Magazin Guernica: monoskop.org/Aaaaarg mit weiterführender Literatur
Einzelnachweise
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