mini|Thomas M. Mayr (2020) Thomas Maria Mayr (* 1955 in Köln) ist ein deutscher Psychiater, Ethnologe und Autor. Ferner ist er Initiator und Mitorganisator der alle zwei Jahre stattfindenden Donnersberger Literaturtage. Literarisch ist er für seine Kippgedichte bekannt.

Leben Thomas Mayr wuchs in Koblenz auf und studierte Ethnologie, Pädagogik und Medizin an der Universität Mainz. 1981 und 1982 führte er eine Feldforschung bei den Paez und Guambiano in Kolumbien durch. Das Studium schloss er 1984 mit dem Magister Artium (M.A.) ab; von 1991 bis 1993 war er als Dozent am ethnologischen Institut der Universität Mainz tätig. Es schlossen sich mehrere Forschungsaufenthalte an (zwischen 1989 und 2010) in Ruanda zur traditionellen Medizin sowie das Mitwirken in einem psychiatrischen Projekt in Kigali (2008–2011) und in der psychotherapeutischen Klinik Okonguarri/Namibia 2–3/2025. Des Weiteren engagierte er sich langjährig in der Menschenrechtsarbeit, u. a. in der Gesellschaft für bedrohte Völker als Länderreferent für Ruanda und Kolumbien.

1986 wurde Thomas Mayr als Arzt approbiert, 1987 promovierte er in Psychosomatischer Medizin bei Sven Olaf Hoffmann an der Universität Mainz zum Thema Hysterie. Von 1988 bis 1996 erfuhr er eine Ausbildung in der Inneren Medizin, Allgemeinmedizin, Psychosomatik, Psychotherapie und Psychiatrie. 1994 wurde er als praktischer Arzt, 1995 als Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (LNK Merzig und Uniklinik Homburg) anerkannt sowie 1998 zum Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Von 1996 bis 12/2023 war er im Donnersbergkreis mit Schwerpunkten auf PTBS und Psychoonkologie/Palliativmedizin niedergelassen.

Er ist Mitglied im PEN Deutschland sowie Beiratsmitglied im Literarischen Verein der Pfalz und dem Literaturwerk Rheinland-Pfalz-Saar e.V. Darüber hinaus ist er Gründungsmitglied des Donnersberger Literaturvereins e.V. und dessen 1. Vorsitzender seit 2012. Ferner ist er Initiator und Mitorganisator der seit 2007 alle zwei Jahre stattfindenden Donnersberger Literaturtage und Juror bei der Vergabe des Susanne-Faschon-Preises. Er schreibt Lyrik, Hörspiele und Kurzprosa. Mayr ist bekannt für seine Kippgedichte, deren Begriff er definiert hat (siehe Lit.); ebenso hat er eine neue Definition der Vexiergedichte angeregt (ebd.). Mayr lebt in Kirchheimbolanden, wo er auch Mitglied des Stadtrats war.

Werke Als Arzt und Ethnologe Bücher Unterdrückung und indianischer Widerstand in Kolumbien. Das Beispiel des CRIC (Regionaler Indianerrat des Cauca). Gesamthochschulbibliothek Kassel 1985, ISBN 3-88122-249-9. Hysterische Körpersymptomatik. Eine Studie aus historischer und (inter)kultureller Sicht. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-88864-020-2.

Aufsätze (Auswahl) Für eine ethnomedizinische Schweigepflicht. In: Curare. Bd. 5 (1982), H. 2, S. 71–73, ; nachgedruckt und kommentiert in: Curare. Bd. 37 (2014), H. 4, S. 306–309, ISBN 978-3-86135-800-8. Rwanda: traditionelle Medizin in der Offensive? In: Curare. Bd. 13 (1990), H. 3, S. 147–160, . Hysterie als medizinisches Konstrukt. Eine medizinanthropologische Betrachtung. In: Krankenhauspsychiatrie. Bd. 7 (1996), S. 105–109, . Frühe Kindheit in Ruanda. In: Christine Gottschalk-Batschkus, Judith Schuler (Hrsg.): Ethnomedizinische Perspektiven zur frühen Kindheit. VWB – Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 1996, S. 21–36, ISBN 3-86135-561-2. Der Gebrauch von Indikatorsubstanzen in der traditionellen Medizin Ruandas. Eine kritische Anmerkung zum Therapiebegriff in der Ethnomedizin. In: Curare. Bd. 21 (1998), H. 2, S. 163–169, ISBN 3-86135-553-1. Die „sobezeichnete Hysterie.“ Medizinalanthropologische Betrachtung eines nosologischen Konstrukts. In: Gunter Wahl, Wolfram Schmitt (Hrsg.): Besessenheit und Hysterie. Weinsberger Gespräche zur Geschichte der Seelenheilkunde. Verlag Kommunikative Medien und Medizin, Reichenbach 2001, S. 139–152, ISBN 3-930583-04-6. Die Situation der Psychiatrie/Neurologie in Ruanda, Ärzteblatt Rheinland-Pfalz, Ausgabe 12 / Dezember 2008, S. 18–21. mit Simone Kruggel-Bachmann: „Psychiater/Neurologen für Ruanda“ – Aufbau einer rheinland-pfälzisch-ruandischen Projektpartnerschaft, Ärzteblatt Rheinland-Pfalz Ausgabe 10 / Oktober 2010, S. 24–25

Als Schriftsteller Publikationen , 2. Auflage: ISBN 3-937591-17-6

, gefördert durch das Land Rheinland-Pfalz

Kipp- und Vexiergedichte. In: Chaussee. Zeitschrift für Literatur und Kultur der Pfalz Heft 41, 2018, S. 101–108, .

Herausgeber

Besonderheiten In seiner Lyrik verwendet Mayr Schachtelwortreime; erstmals publiziert in:

Auszeichnungen 2012: Preisträger beim Pfälzischen Mundartdichterwettstreit in Bockenheim (3. Platz) 2014: Preisträger beim Hildesheimer Lyrik-Wettbewerb, unter dem Pseudonym 'Thyr' 2022: 5. Preis Lotto Kunstpreis Rheinland-Pfalz 2025: Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz 2026: Gewinner ü70-Schreibwettbewerb, Junges Literaturlabor, Zürich

Weblinks

Website der ärztlichen Praxis von Thomas Mayr Thomas M. Mayr bei Literaturport

Einzelnachweise

Kategorie:Dichterarzt Kategorie:Psychiater Kategorie:Mediziner (21. Jahrhundert) Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Ethnologe Kategorie:Sachbuchautor Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Kommunalpolitiker (Donnersbergkreis) Kategorie:Lyrik Kategorie:Herausgeber Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1955 Kategorie:Mann Kategorie:Träger der Verdienstmedaille des Landes Rheinland-Pfalz