mini|Drogenwirkung im Gehirn mini|Psychoaktive Drogen, darunter auch LSD Zum Nachtisch wilde Früchte ist ein Kriminalroman von Heinz G. Konsalik aus dem Jahr 1967, der das Schicksal ehemaliger Kriegsteilnehmer, deren Verfall durch Rauschgiftmissbrauch und einen mysteriösen Mordfall im Nachkriegsdeutschland behandelt.
Inhalt Klappentext
Handlung Am 21. Januar 1945 überleben fünf Wehrmachtskameraden bei Meseritz an der Obradeutsch-polnische Grenze den Zusammenbruch der deutschen Ostfront. Es sind Konrad Ritter, Richard Erlanger, Hermann Schreibert und Alf Boltenstern, die den verletzten jungen Toni Huilsmann in Sicherheit bringen. Sie schwören sich, sollten sie es jemals lebendig zurück nach Deutschland schaffen, einen Pakt der ewigen Bruderschaft zu schließen.
Nach dem Krieg, im Jahr 1950, erneuern sie diesen Pakt symbolisch in Düsseldorf. Mittlerweile haben sich die Männer erfolgreich in ihren unterschiedlichen Zivilberufen etabliert, Familien gegründet und es zu Wohlstand gebracht. Alljährlich treffen sie sich in der Villa von Toni Huilsmann in der Stadtwaldstr. Nr. 19,fiktiv, in Düsseldorf existiert diese Adresse nicht um ihre Verbundenheit in einem feucht-fröhlichen Abend mit viel Alkohol und Prostituierten zu verbringen. Im Laufe der Zeit ist bei ihnen eine gewisse Langeweile eingetreten. Einige Veteranen sehen diese Treffen mittlerweile schon als lästig an, da sie für ihre Ehefrauen und Familien ständig Lügen und Ausreden erfinden müssen, um die Fassade der Anständigkeit aufrechterhalten zu können.
Huilsmann muss seinen ehemaligen Kameraden, um sie bei Laune zu halten, ständig neue und noch ausgefallenere Ausschweifungen bieten. Erotische Gesellschaftsspiele finden mittlerweile keinen Anklang mehr, und so offeriert Alf Boltenstern ihnen LSD, welches er sich in Paris besorgt hat. Sie wollen damit künstliche Schizophrenie, Spaltungsirresein, erzwingen und somit in eine neue Welt der verbotenen Genüsse eintauchen. Schon kurz nach der Einnahme des LSD zeigt diese Droge ihre verheerende Wirkung. Alle Teilnehmer erleben einen sehr intensiven Rausch, der mit extremen psychotischen Wahnvorstellungen verbunden ist. Die Einnahme gerät außer Kontrolle, denn schon bald geschehen unnatürliche und abstruse Dinge. Huilsmann sabbert vor sich hin, die Prostituierte Mary hält sich für eine Apfelsine und „rollt“ durch die Gegend. Schreibert fühlt sich nach Sibirien zurückversetzt und jagt einem Nerz hinterher. Erlanger ist in seinem Rausch eine Riesenspinne. Beatrice meint, eine Tigerin zu sein, und beißt Erlanger mit voller Kraft in die Schulter. Schwer benommen verlässt Scheibert kurz vor 5 Uhr morgens die Huilsmanns-Villa und fährt mit dem Auto nach Hause. Das Fahrzeug kommt auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern und prallt gegen einen Baum. Fahrradfahrer beobachten den Unfall und benachrichtigen die Polizei.
Huilsmann wird in seiner Villa wach und bringt Mary, Beatrice und Lola ins Auto, damit sie weggebracht werden können. Im Wohnzimmer bezahlt Boltenstern Karin mit 600 DM für ihre Liebesdienste. Er weist sie an, mit den drei Mädchen wegzufahren, Schweigen zu bewahren und die schrecklichen Ereignisse in Düsseldorf für immer zu vergessen. Dann ruft Boltenstern Ritter an. Er brauche jetzt dringend seine Hilfe. Dann ruft er die Kriminalpolizei an und meldet, dass in seinem Haus ein Toter liegt. Gegen 5 Uhr wird Scheibert von Sanitätern aus dem Fahrzeugwrack geborgen.
Major a. D. Konrad Ritter trifft vor der Kriminalpolizei in Huilsmanns Villa ein, wo er den toten Richard Erlanger vorfindet. Huilsmann sagt, er habe Selbstmord begangen. Doch der Tathergang deutet klar auf Mord durch Erdrosselung. Ritter appelliert jedoch an ihre unzerstörbare Kameradschaft und das, was sie alles haben durchmachen müssen. Es dürfe auf gar keinen Fall herauskommen, dass es Mord gewesen war.
Kriminalbeamter Werner Ritter, Konrads Sohn, erscheint mit seinen Kollegen am Tatort, außerdem die Polizeireporterin Jutta Boltenstern, die Tochter von Alf Boltenstern. Sie möchte auf den Grund gehen, um welche Art von „Konferenzen“ es sich in Wahrheit handelt, um die ihr Vater immer so ein Geheimnis macht. Jutta hatte ihn schon länger verdächtigt, dass er Affären mit anderen Frauen hat. Außerdem ginge es um eine Tat, die im Haus ihres „Onkels Toni“ (Huilsmann) stattgefunden hatte. „Onkel Richard“ ist tot und „Onkel Hermann“ schwer verletzt. Alf Boltenstern will sie jedoch unter großem Protest wegschicken, erlaubt ihr dann aber doch, das Haus als „Privatperson“ und nicht als Journalistin zu betreten. Die Spurensicherung untersucht den Tatort. Toni Huilsmann wird verhört. Er wirkt extrem stark verwirrt. Die Polizei hält dies jedoch für die Nachwirkungen von Alkohol und bringt es nicht mit LSD in Verbindung. Die Anwesenheit der Prostituierten wird zunächst verleugnet, bis ein Büstenhalter als Corpus delikti gefunden wird. Die Ermittler wollen das Haus „plombieren“ und die Befragungen morgen fortsetzen. Der Polizeiarzt bestätigt, dass es sich nicht um Selbstmord, sondern um ein Tötungsdelikt handelt. Daher sind die Verdächtigen Boltenstern, Huilsmann, Schreibert und die vier Frauen.
Boltenstern übernimmt die schwere Aufgabe, Petra Erlanger vom Tod ihres Mannes zu berichten. Petra weiß nichts davon, denn sie und ihr Mann haben getrennte Schlafzimmer. Sie vermutet, dass er irgendwo mit einem Kater herumliegt. Boltenstern hat Petra vor langer Zeit einmal geliebt und nie verstanden, warum sie sich damals für seinen Freund entschieden hatte. Richard hat Petra, geborene Wollhagen, die schwerreiche Erbin der Wollhagen-Werke, geheiratet und mit ihr in großem Reichtum und vielen Hausangestellten gelebt. Sie empfängt ihren alten Freund im Blauen Salon. Die Nachricht vom Tod ihres Mannes trägt sie mit Fassung, möchte ihn aber im Leichenschauhaus identifizieren.
Werner Ritter liefert dem Kriminalrat Dr. Lummer, genannt „Kotelett“, den Bericht über den Erlanger-Mord ab. Dieser tut den Fall Erlanger als Lappalie ab und glaubt nach wie vor an einen Selbstmord. Vier Männer hätten sich betrunken und anschließend „Ringelpietz mit Anfassen“Heinz Konsalik: Zum Nachtisch wilde Früchte. Wilhelm Heyne Verlag, München 1978. S. 35. ISBN 3-453-00142-7. veranstaltet. Anschließend kommt es zu einer Unterredung zwischen Konrad Ritter und Oberstaatsanwalt Dr. Hubert Breuninghaus. Beide sind seit ihrer gemeinsamen Gefangenschaft in einem sibirischen Lager bei Nowosibirsk gute Freunde. Ritter hatte Breuninghaus und anderen damals durch Lebensmittelschmuggel das Leben gerettet. Die beiden hatten ihre Freundschaft durch gemeinsamen Besuch an BdD-Veteranentreffen weiter intensiviert und teilen die gleichen Ansichten aus alten Zeiten. Ritter möchte, dass sich Breuninghaus des Falls annimmt, seinen Sohn ausbremst und es nicht zu weiteren Mordermittlungen kommt. Breuninghaus verspricht, sich darum zu kümmern.
Boltenstern will den schwerverletzten Schreiber im Krankenhaus besuchen und dazu Toni Huilsmann abholen. Doch der ist wegen eines schweren Katers und Brechdurchfall nicht ausgehfähig. Sein Hausmädchen Else liebt ihn und hält ihn beim Erbrechen sogar den Kopf, während er sie zärtlich an den Oberschenkeln berührt. Noch hat Werner Ritter darauf verzichtet, die Villa zu plombieren. Boltenstern bittet seinen Freund, der Polizei bei einem weiteren Verhör auf gar keinen Fall etwas vom LSD-Missbrauch zu erzählen. Der Chefarzt hat Besuch bei Schreibert, bis auf nähere Verwandte, untersagt, so ernst ist die Lage. Anstatt der Familie sitzt die weinende Geliebte Madeleine Saché am Krankenbett. Sie macht Boltenstern wegen ihrer Sauferei schlimmste Vorwürfe. Schreibert ist nicht ansprechbar. Der Oberarzt sagt, er habe nur leichte Verletzungen und würde jetzt noch besinnungslos sein. Doch sein Gesicht hätte irreparable Schäden erlitten. Es sei komplett abgeschmirgelt.
Die Staatsanwaltschaft gibt Erlangers Leiche auf Veranlassung von Dr. Breuninghaus zur Bestattung frei. Auch bekommt die Presse keinerlei Hinweise über die wahre Todesursache. Es erscheinen lediglich Todesanzeigen in den Lokalblättern. Auch erweist der BdD anlässlich des Jahrestags der Vernichtung seiner Divisionnamentlich um welche Division es sich handelt, wird nicht erwähnt im Jahr 1945, Erlanger seine letzte Ehre. Am 28. Mai wird Richard Erlanger bestattet. Seine Beerdigung wird zu einem Großereignis des BdD, seines Gesangsvereins, Turnvereins, Feuerwehr, Kriegervereins, und anderen. Konrad Ritter verliest eine ergreifende Rede an seinen verstorbenen Kameraden. Zum Schluss wird Der gute Kamerad und der Trauermarsch aus Wagners Götterdämmerung gespielt und er bekommt einen heroischen Abschiedssalut. Am nächsten Tag fährt Werner Ritter zur Huilsmann-Villa und bricht das Polizei-Siegel des gesperrten Wohnzimmers auf. Er will jetzt unbedingt wissen, was dort zwischen dem 21. Mai von 20:00 Uhr bis 22. Mai um 05:00 Uhr früh passiert ist. Der Tatort ist noch immer unverändert. Im Kamin entdeckt er schließlich Papierreste. Es ist weißes und rosa Löschpapier, was er ins Polizeilabor zur weiteren Untersuchung bringt.
Else Lechenmaier, Tonis Haushälterin, ist eine neugierige Person und versteckt sich in einem Barockschrank. Sie hatte sich dort auch schon in Vergangenheit zum Beobachten und Belauschen aufgehalten. Von hier aus war sie Augenzeugin zahlreicher Sexspiele geworden, die ihr Hausherr und seine Freunde mit den Mädchen getrieben haben. Ihren Chef heimlich beim Sex zu beobachten, hatte sie schon immer sexuell erregt. Ritter hat nicht bemerkt, wie Else wieder in den Schrank schlüpft, in dem sie sich es mit einem Schemel, einem Kissen und Wasser gemütlich gemacht hat. Sie bekommt mit, wie er das Löschpapier im Kamin entdeckt. Ritter verschwindet und Else stellt mit Schrecken fest, dass sie eingeschlossen und versiegelt ist. Sie muss daher den Hausherrn, der sich im Atelier befindet, über Haustelefon Bescheid sagen. Huilsmann interessiert sich nicht das Mindeste für ihre missliche Lage, sondern allein für die Tatsache, dass Ritter Junior etwas entdeckt haben musste. Kopflos fährt er davon und überlässt Else ihrem Schicksal. Sie kann jedoch durch das Fenster nach draußen klettern. Else ist außer sich. Der Mann, den sie liebt und für den sie sich selbstlos aufopfert, ist ein gemeiner Mensch. Sie hatte eine schwere Kindheit, ihre Mutter gab sie ins Waisenhaus. Sie hasst die Prostituierten, die sich nur des Geldes wegen erniedrigen und auch die Luxuswelt, an der sie niemals teilhaben wird.
Huilsmann berichtet Boltenstern, dass die Polizei die verräterischen Löschpapierschnipsel gefunden hat. Boltenstern versucht Huilsmann zu beruhigen, indem er ihm sagt, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt hat. Offizielle Todesursache ist Selbstmord. Doch dann bekommt Huilsmann heraus, dass Schreibert Erlanger im Wahn umgebracht hat. Er hat ihn mit einem Schal erdrosselt. Boltenstern und Huilsmann sind jetzt die Einzigen, die davon wissen, denn Schreibert ist schwer verletzt. Er appelliert an ihn und seine Kameradenehre, wie damals in Meseritz gemeinsam mit ihm die letzte Schlacht zu schlagen. Boltenstern beichtet weiterhin, dass er sich selbst nur die halbe Dosis LSD verabreicht hat, um zu sehen, wie sich seine Kameraden verhalten. Daher war er auch der Einzige, der in der Mordnacht einigermaßen klar im Kopf war. Dennoch war er während des Tathergangs wie gelähmt und konnte Erlanger nicht beistehen. Sie beschließen zu Ritter zu gehen, damit dieser seinen Sohn davon abhält, weiterhin auf eigene Faust in diesem Fall zu ermitteln. Außerdem sind sie der Meinung, dass Ritter ihnen noch einen Gefallen schuldig ist. Zunächst findet das Polizeilabor nichts Verdächtiges an den Proben. Doch Werner bleibt hart und verlangt nach Professor Ebbertz. Er soll nach Rauschgiftspuren suchen und sich umgehend wieder melden.