Die Werkstätten Bernard StadlerVeröffentlichung der Korrektur eines Eintrags im Handelsregister B, Amtsgericht Paderborn, zur Schreibweise „Bernhard Stadler“ (falsch) sowie der Korrektur auf die richtige Schreibweise „Bernard Stadler“, in: Paderborner Anzeiger, 36. Jahrgang, Nr. 82, vom 7. April 1922. waren ein holzverarbeitender Betrieb in Paderborn zur Produktion und zum Direktvertrieb von Möbeln und Innenausstattungen, der durch den KaufmannIn „Lokales und Provinzielles“ im Westfälischen Volksblatt, 58. Jahrgang, Nr. 272, vom 8. Oktober 1906, sowie in „Verzeichnis der Häuser in der Stadt Paderborn“ vom 24. Juni 1897, Eintrag unter Kettenplatz Nr. 12 und Nr. 14, sowie im Einzelnachweis Nummer 4, auf Seite 173. Bernard Anton Stadler in der am 31. Dezember 1863 erworbenen Daltrop’schen Besitzung am Kettenplatz (am 1. Oktober 1904 umbenannt in MarienplatzBekanntmachung der Änderung des bisherigen Straßennamens „Kettenplatz“ in „Marienplatz“ per 1. Oktober 1904 durch die Polizeiverwaltung Paderborn, in: Westfälisches Volksblatt, 56. Jg., Nr. 272, vom 4. Oktober 1904.) seinen Anfang nahm. Der Eintrag in das Firmenregister erfolgte am 11. Februar 1865. Die Sparte Möbel wurde am 20. April 1867 eröffnet. Die Werkstätten Bernard Stadler waren Gründungsmitglied des am 5. Oktober 1907 entstandenen Deutschen Werkbunds und Mitglied des 1909 in Düsseldorf gegründeten Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler.Mitgliederverzeichnis in: Illustrierter Katalog zur Ausstellung des Sonderbundes Westdeutscher Kunstfreunde und Künstler Düsseldorf 1910, Seite 65.

Am 26. November 1908 wurde die Erlaubnis erteilt, in Paderborn, Marienplatz 12, eine private Tischlerfortbildungsschule unter der Bezeichnung „Privat-Tischlerfortbildungsschule für die Lehrlinge der Werkstätten Bernard Stadler in Paderborn“ zu betreiben. Diese war einmalig im Deutschen Kaiserreich. Sie war von Anfang an bahnbrechend für die Einführung des Berufsturnens und die erste, die in der Tischlerei die psychotechnische Eignungsprüfung einführte.

Während der Weltausstellung in Brüssel 1910 wurde das Unternehmen mit zwei Großen Preisen („Diplome de Grand Prix“) ausgezeichnet.

Aufbau und Geschichte des Unternehmens mini|Ansicht der Möbelfabrik Bernard Stadler von Westen (Briefkopf, Dokument datiert auf den 12. April 1905). In den Folgejahren ist auch der Garten links sowie die Fläche hinter dem modernen Anbau links bebaut worden.mini|Ansicht der Werkstätten Bernard Stadler vom Kettenplatz (heute Marienplatz) aus (1902, nach der noch nicht abgeschlossenen Neugestaltung des Kettenplatzes: der Zaun fehlt noch). Direkt hinter der Mariensäule das Haus Nr. 14 (ebenfalls Stadler), rechts davon die Front des Hauses Stadler, Marienplatz Nr. 12. Rechts davon die heute noch erhaltene Bebauung am Paderberg und die „Restauration unter den Linden Adolf Neumann“.mini|Die Otto-Stadler-Straße in Paderborn, Auf dem Dören. alternativtext=|mini|Ansicht der Marktkirche auf dem heutigen Marienplatz im Jahre 1783, abgebrochen 1784. Links davon der Daltrop’sche Hof, seit 1863 Eigentum von Bernard Stadler. Später bekannt als das alte Haupthaus der Werkstätten Bernard Stadler. Rechts davon das Heising’sche Haus. mini|Inserat anlässlich der Eröffnung des Möbelmagazins der Vereinigten Meister im Hause des Herrn Stadler im Westfälischen Volksblatt Paderborn vom 20. April 1867 mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler im Westfälischen Volksblatt Paderborn vom 8. Juni 1867 mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler von März 1869 mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler im Westfälischen Volksblatt Paderborn vom 30. März 1872mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler im Sauerländischen Anzeiger vom 8. März 1888 mini|Ansicht des Kettenplatzes Ende der 1890er Jahre mit der 1893 veränderten Mariensäule. Links die Fa. Bernard Stadler, noch ohne aufgestockten Erker und die markanten, großen Schaufenster. Rechts die Restauration „Unter den Linden Adolf Neumann“. mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler im Westfälischen Volksblatt Paderborn vom 25. Oktober 1903.mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler im Westfälischen Volksblatt Paderborn vom 27. Juli 1906mini|Ansicht der Werkstätten Bernard Stadler am Marienplatz 1905, aus südöstlicher Richtungmini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler von November 1908mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler von August 1909 mini|Ansicht des Hauptgebäudes (Deutsches Haus) der deutschen Abteilung während der Weltausstellung in Brüssel 1910 mini|„Diplome de Grand Prix“, zweifach verliehen während der Weltausstellung in Brüssel 1910 an die Fa. Bernard Stadler Paderborn. Hier das Exemplar des Artiste Joaillier Téterger Henry Fils, Paris. mini|Ansicht der Fa. Werkstätten Bernard Stadler von Südwesten (Briefkopf, Dokument datiert 1911) noch ohne den 1913 errichteten Schornstein des Kesselhauses mini|Werbeanzeige der Fa. Bernard Stadler von Januar 1912 mini|Katalogseite der Fa. Bernard Stadler, April 1912 mini|Das Haus Polich-Stadler während der Internationalen Baufach-Ausstellung (IBA) Leipzig 1913 mini|Goldmedaille der IBA Leipzig 1913, verliehen während der Internationalen Baufach-Ausstellung in Leipzig 1913 an die Fa. Bernard Stadler Paderborn. mini|Ansicht des Marienplatzes von der Westernstraße aus. Mittig das alte Haupthaus der Fa. Bernard Stadler. Links davon der Schornstein des 1913 erbauten Kesselhauses. mini|Das Sommerhaus der Werkstätten Bernard Stadler während der Deutschen Werkbund-Ausstellung Köln 1914 mini|Offizielle Postkarte Nr. 3 der Deutschen Werkbund-Ausstellung Cöln 1914: Sommerhaus der Werkstätten Bernard Stadler mit Garten, Nr. 11 des Gesamtplans der Ausstellung.Gesamtplan der Ausstellung, in: Offizieller Katalog der Deutschen Werkbund-Ausstellung Cöln 1914. mini|Der HAPAG-Dampfer HAMBURG (1926), dessen Ausbauten nicht unwesentlich durch die Werkstätten Bernard Stadler ausgeführt worden sind 1863 bis 1887: Gründung, Destillation und Möbelmagazin Vereinigter Meister Am 31. Dezember 1863 erwarb Bernard Stadler die Daltrop’sche Besitzung,Inserat zum Verkauf des Daltrop’schen Hofes am Mittwoch den 30. Dezember 1863 in Paderborn, in: Kölnische Zeitung, Nr. 346/1863, vom 14. Dezember 1863.„Was erzählen uns die Ruinen des Stadlerschen Hauses In Paderborn“, in: „Heimatborn“, Beilage zum Westfälisches Volksblatt, Nr. 306, vom 6. November 1929. die seit 1764 im Besitz der langjährigen Postmeisterfamilie Daltrop war. Familie Daltrop betrieb dort von 1764 bis 1826 das fürstbischöfliche, später dann königliche Postamt nebst Posthalterei. Damit verbunden bestand von 1764Inserat des Gasthofes „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Kölnische Zeitung, Nr. 220/1854, vom 10. August 1854. bis 1860Bekanntmachung der Schließung des Gasthofes „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Kölnische Zeitung, Nr. 261/1860, vom 19. September 1860. ein Gasthof, ab 1826 „In der alten Post“ und ab Januar 1837 „Zum Römischen Hofe“ genannt,Inserat des Gasthofes „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Westfälische Zeitung, 5. Jahrgang, Nr. 130/1852, vom 28. August 1852. der weit über die Grenzen Paderborns hinaus ein sehr gutes Renommee genoss, so dass auch Johann Wolfgang von Goethe, auf Durchreise nach Weimar, am 12. Dezember 1792 am Kettenplatz speiste. Auch der preußische Kronprinz Friedrich WilhelmAngekommene Fremde in der alten Post bei Herrn Daltrop, in: Paderbornsches Intelligenzblatt, Nr. 76/1836, vom 21. September 1836.Angekommene Fremde im Gasthof „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Paderbornsches Intelligenzblatt, Nr. 51/1839, vom 26. Juni 1839., der spätere König Friedrich Wilhelm IV, sowie zahlreiche Mitglieder der preußischen Königsfamilie (Prinz Albrecht von PreußenAngekommene Fremde im Gasthof „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Paderbornsches Intelligenzblatt, Nr. 65/1837, vom 16. August 1837., Prinz August von PreußenAngekommene Fremde im Gasthof „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Paderbornsches Intelligenzblatt, Nr. 58/1842, vom 20. Juli 1842., Prinz Friedrich von PreußenAngekommene Fremde im Gasthof „Zum Römischen Hofe“ in Paderborn, in: Paderbornsches Intelligenzblatt, Nr. 83/1844, vom 16. Oktober 1844.) logierten wiederholt mit Gefolge am Kettenplatz. Erbaut wurde die Besitzung vor 1632 von dem fürstbischöflichen Kanzler Konrad Wippermann mit seiner Frau Beatrix Nagel. Nach deren Tod erwarben es die Freiherren von Brenken, die es dann 1764 an Familie Daltrop verkauften.

Kaufmann Bernard Stadler begann zunächst als DestillationInserat der Fa. Bernard Stadler in: Adressbuch der Stadt Paderborn, Jahrgang 1883.Telefonverzeichnis in: Adressbuch der Stadt Paderborn, Jahrgang 1906. (sein Vater: Kaufmann Arnold StadlerTodesanzeige zu Kaufmann Joh. Michael Arnold Stadler zu Neuenkirchen (Kreis Wiedenbrück), in: Kölnische Zeitung, Nr. 52, vom 21. Februar 1864., Destillerie Stadler; sein Schwiegervater: Otto Dieckhoff, Brennerei Otto Dieckhoff).

Der Eintrag in das Firmenregister des Königlichen Kreisgerichts Paderborn erfolgte unter der Firmierung „Bernard Stadler“ am 11. Februar 1865 mit Paderborn als Ort der Niederlassung. Unternehmensinhaber war Kaufmann Bernard Stadler in Paderborn.Mitteilung des Kreisgerichts Paderborn über die Veröffentlichung des Eintrags der Firma „Bernard Stadler“ gemäß Verfügung vom 11. Februar 1865, in: Beilage zum Königlich Preußischen Staats-Anzeiger, Nr. 44, Berlin, vom 19. Februar 1865. Bernard Stadler fungierte bis zur altersbedingten Niederlegung des Amtes am 14. Oktober 1898 auch lange Jahre als Stadtverordneter der Stadt Paderborn.Bericht über die Wahl von Kaufmann Stadler in der ersten Abteilung der Stadtverordnetenwahlen 1878, in: Westfälisches Volksblatt, 30. Jahrgang, Nr. 259, vom 9. November 1878.Bekanntmachung der Wiederwahl von Kaufmann Bernard Stadler in der ersten Abteilung der Stadtverordnetenwahlen von November 1884, in: Westfälisches Volksblatt, 36. Jahrgang, Nr. 320, vom 24. November 1884.Bericht über die Wiederwahl von Kaufmann B. Stadler in der ersten Abteilung der Stadtverordnetenwahlen 1890, in: Westfälisches Volksblatt, 42. Jahrgang, Nr. 309, vom 13. November 1890.Bekanntmachung der Ergebnisse der Stadtverordnetenwahlen von November 1890, in: Paderborner Anzeiger, 4. Jahrgang, Nr. 137, vom 15. November 1890. Er war zudem Mitbegründer und eines der ersten Vorstandsmitglieder des am 24. Juli 1888 gegründeten „Verschönerungsvereins Paderborn“ (des heutigen Heimatvereins Paderborn).

Zur Destillation kam mit Eröffnung am 20. April 1867Inserat anlässlich der Eröffnung des Möbelmagazins der Vereinigten Meister im Hause des Herrn Stadler in: Westfälisches Volksblatt vom 20. April 1867. der Handel mit in der Region gefertigten Möbeln („Möbelmagazin Vereinigter Meister in Paderborn“) hinzu.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Westfälisches Volksblatt vom 8. Juni 1867.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Westfälisches Volksblatt vom 13. März 1869.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Westfälisches Volksblatt vom 30. März 1872.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Central-Volksblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg, Nr. 74, vom 22. August 1874.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Central-Volksblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg, Nr. 119, vom 7. Oktober 1876.Inserat der Fa. Bernard Stadler in: Westfälisches Volksblatt vom 17. September 1883.

1888 bis 1913: Vom Atelier für Tischlerarbeiten zur Möbelfabrik mit Fortbildungsschule und eigenen Verkaufsniederlassungen