mini|Die Pfarrkirche St. Laurentius Feldkirchen ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Straubing-Bogen.
Geografie Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald.
Gemeindegliederung Es gibt 16 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Es gibt die Gemarkungen Feldkirchen und Mitterharthausen.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Feldkirchen gehörte zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Dingolfing des Kurfürstentums Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
20. Jahrhundert Zur Vorbereitung auf den geplanten Krieg errichtete die Wehrmacht nach 1936 den Fliegerhorst Straubing-Mitterharthausen. Dafür wurde Grundbesitz des jüdischen Vieh- und Großhändlers Otto Selz enteignet. Selz hatte vor 1933 erfolgreich einen Prozess gegen den Antisemiten Julius Streicher und sein Hetzblatt Der Stürmer geführt. SA-Männer verschleppten ihn im März 1933 in einen Wald und ermordeten ihn. Der Fall kam auch nach 1945 nie vor Gericht.
Beim Bau der Startbahnen und zur Trümmerbeseitigung wurden zahlreiche Häftlinge aus den KZ Flossenbürg und KZ Dachau eingesetzt, die in mehreren Arbeitslagern interniert waren. Bei Kriegsende berührte einer der Todesmärsche, bei dem viele Häftlinge umgebracht wurden oder an Erschöpfung starben, auch Feldkirchen. An neun Opfer dieser Zwangsarbeit erinnert ein Gedenkstein an einer Straßenkreuzung, wo ein Wegweiser zur Kaserne weist.Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 131 Die Militäranlage wurde nach dem Krieg zunächst als Mansfield Barracks durch die US-Streitkräfte genutzt, Mitte der 1960er Jahre an die Bundeswehr übergeben und heißt heute Gäubodenkaserne.
In den Jahren 1986 bis 1997 wurde eine Dorferneuerung durchgeführt.
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Mai 1978 die Gemeinde Mitterharthausen (ohne den Gemeindeteil Mitterast) eingegliedert. 1982 wurde Saulbach aus der Gemeinde Leiblfing in die Gemeinde Feldkirchen umgegliedert.
Einwohnerentwicklung 1961 zählte die Gemeinde rund 1.093 Einwohner. In den 1990er Jahren war die Einwohnerzahl auf über 1800 angestiegen. 2021 erzielte sie mit 2038 Einwohnern ihren Höchststadt, danach war die Zahl auf unter 2000 Einwohner gesunken.
Jahr Einwohner 1961 1093 1970 1833 1987 1632 1991 1702 1995 1884 2000 1906 2005 1936 2010 1989 2015 1981 2021 2038 2024 1999
Politik Gemeinderat
Die Gemeinderatswahl 2020 führte zu folgender Sitzverteilung: CSU: 8 Sitze SPD/ÜPWG: 4 Sitze
Bürgermeisterin
Ehrenamtliche Erste Bürgermeisterin ist Barbara Unger (CSU). Diese ist seit 1. Mai 2008 im Amt. Bei der Bürgermeisterwahl 2020 wurde sie mit 70,8 % bestätigt.
Wappen
Baudenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Wirtschaftlich bedeutend ist die Gäubodenkaserne der Bundeswehr (Nutzer: Sanitätslehrregiment, Sanitätszentrum Feldkirchen sowie Lehr-/Ausbildungszentrum Einsatz) in Mitterharthausen.
Es gab im Jahr 2020 nach der amtlichen Statistik 200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 769. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 39 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1559 ha, davon waren 1554 ha Ackerfläche.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen (Stand 2021): eine Kindertageseinrichtung: 154 genehmigte plätze mit 168 betreuten Kindern Grundschule Feldkirchen mit fünf hauptamtlichen Lehrkräften und 97 Schülern
Persönlichkeiten
Johann Ernst (1905–1971), Politiker (BP) Zeta Wagner (1907–1943), Steyler Missionsschwester und Märtyrin
Weblinks
Gemeinde Feldkirchen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Straubing-Bogen Kategorie:Bayerisches Alpenvorland Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)